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Das gestrige Minus von vier Prozent bei der Deutschen Telekom-Aktie ist charttechnisch aus bullischer Sicht höchst unerfreulich, weil der Kurs dadurch unter mittelfristig entscheidenden Widerständen nach unten drehte. Der Witz dabei ist: An den Abgaben ist die „Tochter“ schuld!
Nicht die Deutsche Telekom selbst legte am Donnerstag Bilanzdaten vor, sondern die US-Mobilfunktochter T-Mobile US. Und die waren zwar gut, aber der Umsatz des zweiten Quartals landete unter den Erwartungen. Dass die Umsätze im Frühjahrsquartal dennoch solide 7,9 Prozent über denen des Vorjahreszeitraums lagen und T-Mobile US operativ 11,78 Prozent mehr Gewinn erzielte, vermochte die Akteure nicht zu besänftigen. Die T-Mobile-Aktie gab am US-Markt kräftig nach, die T-Aktie wurde mitgerissen. Warum?
Das Argument ist, dass die Telekom als Mehrheitsaktionär bei T-Mobile US direkt von dem Erfolg der US-Tochter profitiert und schlechte Ergebnisse somit ebenso auf die „Mutter“ ausstrahlen. Was schwer wiegen kann, denn die US-Tochter weist stärkere Wachstumsraten aus als die Deutsche Telekom und ist damit eine Art „Zugpferd“. Im Grundsatz ist diese Sichtweise durchaus richtig, nur:
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Expertenmeinung: Die T-Mobile-Daten waren ja alles andere als schwach. Der Gewinn pro Aktie übertraf die Analystenschätzung, zugleich bestätigte das Unternehmen die Prognose für die Neukunden im laufenden Jahr … und die liegt mit um die eine Million erfreulich hoch. Angesichts der verfehlten Umsatzprognose die T-Mobile-Aktie kräftig zu verkaufen, wirkt angesichts der bei dieser Aktie schon seit Anfang 2025 laufenden Abwärtsbewegung daher überzogen, bei der T-Aktie erst recht. Aber die Trader handelten eben nach der Regel „Eltern haften für ihre Kinder“ und verkauften auch hier.
Solche Reaktionen können auch mal ganz schnell egalisiert werden, wenn genug am Donnerstag an der Seitenlinie gebliebene Marktteilnehmer in solchen Abschlägen eine Chance sehen. Aber hier hat dieses Minus einen charttechnischen Flurschaden angerichtet, der ein beherztes Zugreifen erschweren dürfte.
Sie sehen im Chart, dass die T-Aktie dadurch genau an der Widerstandslinie nach unten abdrehte, die sie hätte bezwingen müssen, um einen ersten Schritt in Richtung einer Aufwärtswende zu tun: an der mit Beginn des Iran-Krieges etablierten Abwärtstrendlinie.

Zwar hätte die Aktie für ein mittelfristig relevantes Kaufsignal auch noch die 200-Tage-Linie und zwei horizontale Widerstandslinien überwinden und dafür über 29,56 Euro schließen müssen. Aber ein Bezwingen dieser Abwärtstrendlinie wäre der erste Schritt dorthin gewesen. Das ging schief … und so steht für das bullische Lager wieder einmal Defensive statt Offensive auf dem Plan.
Durch den Rücksetzer des Donnerstags ist der Kurs nahe an die in den Herbst 2025 zurückreichende Unterstützungslinie bei 26,00 Euro und die knapp darunter bei aktuell 25,93 Euro verlaufende 20-Tage-Linie gerutscht. Würde diese Zone fallen, wäre aus rein charttechnischer Sicht das bisherige Jahresverlaufstief bei 23,53 Euro das nächste Kursziel.
Dass die Telekom-Aktie günstig bewertet ist, eine gute Dividendenrendite bietet und die Analysten für das laufende Jahr mit einem steigenden Gewinn pro Aktie rechnen, all das würde für die T-Aktie sprechen … eigentlich. Aber dieser Chart macht sehr deutlich, dass der Trend sehr oft schwerer wiegt als die Fakten. Daher: Bevor die Aktie nicht wenigstens die Hürde bezwingt, an der sie gestern scheiterte, ist an einen Long-Trade hier noch nicht zu denken.
Quellenangaben: Quartalsergebnis T-Mobile US, 23.07.2026: https://investor.t-mobile.com/events-and-presentations/news/news-details/2026/T-Mobile-Delivers-Continued-Strong-Account-Growth-Translating-into-Industry-Leading-Service-Revenue-Growth-Driven-by-Widening-Differentiation/default.aspx
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.07.2026 um 20:34 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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