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Die Aktie der Deutsche Post-Mutter DHL Group hätte jetzt die Chance, das bisherige Jahreshoch zu überwinden. Dabei hätten die Bullen durch das aktuelle Chartbild zwar Rückenwind. Aber seitens der Analysten eher nicht. Das wird jetzt also spannend.
Klare Signale im Chartbild können Skeptiker bisweilen dazu bringen, ihre Zweifel aufzugeben und auf den fahrenden Zug aufzuspringen. Die Chance dazu würde das Chartbild der DHL Group-Aktie jetzt durchaus bieten:
Die am 30. April vorgelegten Ergebnisse des ersten Quartals zeigten einen unerwartet solide gestiegenen Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) trotz niedrigerer Umsätze. Das wurde im ersten Moment positiv honoriert. Aber der Versuch, die Widerstandszone bei 50,14/51,72 Euro zu bezwingen, wurde gleich am Folgetag abgewiesen. Da kamen die „ja, aber“-Argumente zum Tragen: Schwieriges Umfeld, hohe Energiekosten, wachsende Konkurrenz. Die Aktie fiel deutlich zurück. Das hätte es für die Bullen gewesen sein können, aber:
Expertenmeinung: Sie kamen genau da zurück, wo es darauf ankam: Noch klar oberhalb des doppelten, mittelfristig relevanten Supports aus der im April 2025 etablierten Aufwärtstrendlinie und der 200-Tage-Linie (aktuell im Bereich 44,50/44,90 Euro) drehte die DHL-Aktie wieder nach oben. Und nachdem der Kurs zwei Wochen eher unentschlossen seitwärts tendierte, kam es am vergangenen Freitag zu einem Kurssprung, der jetzt erneut an diese wichtige Widerstandszone 50,14/51,72 Euro führte. Eine Zone, die, wenn sie überboten werden sollte, aus rein charttechnischer Sicht den Weg bis an das 2021 bei 61,38 Euro markierte Rekordhoch freigeben würde.

Doch zum Selbstläufer wird die Sache wohl nicht, auch, wenn es die Skeptiker beeindrucken dürfte, dass das bullische Lager sich nicht zurückgezogen hat, sondern gleich wieder zur Attacke bläst, denn:
Das Argument, von dem dieser Aufwärtsimpuls getragen wird, ist nicht wirklich ein „Game Changer“. Vergangene Woche hob die Deutsche Bank ihr Kursziel für die Aktie von 48 auf 56 Euro an und stufte die Einschätzung von „Halten“ auf „Kaufen“ herauf. Die Argumentation einer starken Position insbesondere im einträglichen Expressgeschäft und die Meinung, dass die Bedenken wegen starker Konkurrenz überzogen seien, ist aber nur eine von vielen. Und viele der Analysten teilen diese positive Sicht der Dinge bislang eben nicht:
Von den 20 Analysten, die diese Aktie mit einer aktuellen Einschätzung führen, stufen sie nur fünf als kaufenswert ein – das ist dünn. Und mit den 56 Euro als Kursziel liegt die Deutsche Bank nahe am oberen Ende der von 39 bis 58 Euro reichenden Kursziel-Spanne der Analysten. Das durchschnittliche Kursziel findet sich momentan bei knapp 50 Euro … und wäre momentan also schon überboten. Fazit:
Das Chartbild bietet Rückenwind, das Gesamtbild der Analystenmeinungen aber nicht. Das wird also in Bezug auf diese angesteuerte, wichtige Widerstandszone eine interessante Sache. Und sollte es gelingen, mit dem Ausbruch über die Zone 50,14/51,72 Euro ein bullisches Signal zu generieren, sollte man im Hinterkopf behalten, dass die derzeitige Skepsis der Experten für das Aufwärtspotenzial nicht zwingend als Bleigewicht an den Füßen wirken muss … aber könnte.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DHL.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.05.2026 um 21:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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