Erst senkte die Bank of America ihre Einstufung für die Commerzbank, gestern auch Goldman Sachs. Dort senkte man auch die Empfehlung für die Deutsche Bank-Aktie – und auch diese Aktie reagierte. Aber sie läge deutlich näher an einem lukrativen Kurs als die „Konkurrentin“.
Die deutschen Banken haben ihren Umsatz in den vergangenen Jahren erheblich steigern können. Und der Gewinn legte dabei überproportional zu. Dass das den Anlegern nicht entgeht, ist klar. Aber wenn wie im Fall der beiden im DAX gelisteten Banken der Aktienkurs derart viel stärker steigt als der Gewinn, läuft eine Aktie eben irgendwann heiß. Und dieses Stadium sieht man bei Goldman Sachs jetzt erreicht, bei der Commerzbank, aber auch bei der Deutschen Bank. Aber es gibt einen wichtigen Unterschied:
Während die US-Investmentbank die Einstufung für die Commerzbank von „Neutral“ auf „Verkaufen“ nach unten nahm und mit 34,10 Euro ein Kursziel auslobte, das in etwa auf Höhe des zuletzt deutlich abgerutschten Kurses liegt, nahm Goldman Sachs die Einstufung bei der Deutschen Bank nur von „Kaufen“ auf „Halten“ zurück und sieht das Kursziel bei 34 Euro. Das wäre noch ein gutes Stück über dem am Freitag bei 32,08 Euro erreichten bisherigen Jahres-Verlaufshoch. Diese unterschiedliche Sicht auf diese beiden deutschen DAX-Banken ist durchaus nachvollziehbar, denn:
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Expertenmeinung: Während die Commerzbank-Aktie zuletzt ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 13 auswies, was für eine Aktie aus dem Finanzsektor deutlich zu teuer ist, liegt das KGV der Deutschen Bank derzeit für die 2025er-Konsens-Gewinnschätzung bei 10. Was zwar nicht mehr billig ist, sich aber noch im Rahmen der normalen Bewertungen für europäische Banken bewegt.
Was auch daran liegt, dass die Deutsche Bank-Aktie im laufenden Jahr zwar in der Spitze beeindruckende 90 Prozent Kursgewinn verbuchen konnte, die Commerzbank-Aktie aber gut 145 Prozent zulegte. Und das auf Basis einer Übernahmephantasie, bei der man das Wort „Phantasie“ dick rot unterstreichen muss. Daher liegt der Gedanke nahe, dass man, wenn man bei deutschen Banken mit im Boot sein will, die Deutsche Bank als Investmentziel bevorzugen könnte. Die Frage ist nur, ob man das eher überschaubare Minus, das am Mittwoch als Reaktion auf die Goldman Sachs-Einschätzung entstand, bereits als gute Basis für einen Kauf sehen könnte.
Da könnte es eher sinnvoll sein, noch ein bisschen abzuwarten und darauf zu hoffen, dass wir hier eine etwas weiter reichende Konsolidierung sehen. Denn je näher man eine Aktie an wichtigen Unterstützungen abgreift, desto enger ließe sich eine Stoppmarke platzieren und damit das ja immer vorhandene Verlustrisiko enger eingrenzen.
Ein interessanter Supportbereich, auf dem die Aktie womöglich bereits einen Boden finden könnte, wäre die Zone 28,80/29,00 Euro, gestellt zum einen von der April-Aufwärtstrendlinie und zum anderen vom Hoch des 24. Juli, an dem die Aktie als Reaktion auf die Bilanzzahlen aus ihrer fast dreimonatigen Handelsspanne 23,37/26,10 Euro nach oben ausgebrochen war. Ein erweitertes Korrekturziel wäre das obere Ende dieser alten Kursspanne bei 26,10 Euro. Unter diese Linie müsste man dann einen Stoppkurs setzen, denn sollte der Kurs dann tatsächlich weiter abrutschen, dürfte etwas mit dem Marktumfeld passiert sein, das zu spekulativen Käufen in Korrekturen hinein nicht passen würde!

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