Zu Wochenbeginn war die Delivery Hero-Aktie kurz unter das bisherige, im Februar 2024 bei 14,92 Euro markierte Allzeittief gefallen. Das hielt zwar erst einmal. Aber die Chance, dass der gestern vorgelegte 2026er-Ausblick das Abwärtsrisiko erst einmal beseitigt, wurde vertan.
Gerade erst zu Wochenbeginn hatte der Mahlzeiten-Lieferdienst mitgeteilt, dass man mit dem in Singapur beheimaten Dienstleister „Grab“ übereingekommen sei, diesem den Lieferdienst-Sektor in Taiwan für 600 Millionen US-Dollar zu verkaufen. Das erfreute die Akteure genug, um den Kurs vom am vergangenen Freitag markierten, neuen Verlaufstief von 14,80 Euro zu lösen. Aber so beeindruckend der dabei erreichte, prozentuale Anstieg war, der Chart zeigt:

Den Abwärtstrend brechen konnte das nicht, nicht einmal auf ganz kurzfristiger Zeitebene. Die Aktie blieb unter der derzeit den Trend nach unten führenden 20-Tage-Linie und, schlimmer noch: Am Folgetag kamen keine Anschlusskäufe. Am Dienstag büßte der Kurs bereits einen Gutteil der Vortages-Gewinne wieder ein. Gestern nun folgte die 2025er Bilanz nebst Ausblick. Das hätte die Chance geboten, einen zweiten Schub zu generieren und damit zu Wochenanfang noch skeptische Akteure zu überzeugen, dass man hier womöglich nahe am 2024er-Tief ein neues ausbildet. Aber Sie sehen es: Dazu kam es nicht.

Rück- und Ausblick vermochten die Anleger nicht aus der Deckung zu locken, die Delivery Hero-Aktie beendete den Tag mit Abschlägen. Die zwar nicht allzu groß ausfielen. Aber dass diese neuen Zahlen kaum Reaktionen auslösten und damit das Rekordtief in unmittelbarer Reichweite bleibt, ist unstrittig negativ. Wo liegt das Problem?
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Expertenmeinung: In der mangelnden Wachstumsperspektive. Die Anleger warten immer noch auf schwarze Zahlen. Operativ sind die zwar mittlerweile erreicht, netto, unter dem Strich, aber noch nicht. Und die Anleger warten bereits viel länger als vor ein paar Jahren gedacht. Um hier voranzukommen, reicht es nicht, dass der Umsatz steigt, auch die Gewinnmarge müsste deutlich steigen. Und da sehen die Akteure in Bezug auf 2026 nichts, das ihnen gefallen könnte, denn:
Es war 2025 gelungen, die operative Marge von 1,4 auf 1,8 Prozent zu steigern. Das müsste, idealerweise bei kräftig zulegenden Umsätzen passieren, die 2025 zum Vorjahr um (um Sonderfaktoren bereinigte) 23,1 Prozent stiegen. Und das gibt der gestern vom Unternehmen vorgelegte Ausblick nicht her, denn:
Nach den 903 Millionen Euro, die Delivery Hero im Jahr 2025 beim als EBITDA gerechneten, operativen Gewinn erreichte, plant Delivery Hero für 2026 mit einer Spanne zwischen 910 und 960 Millionen, sprich selbst am oberen Ende der Range kämen da nur 6,3 Prozent Anstieg heraus. Und das, obwohl man den Umsatz zwischen 14 und 16 Prozent steigen sieht, was hieße: Die Marge würde wieder sinken. Falsche Richtung.
Dass der große Befreiungsschlag angesichts dieser Perspektive ausblieb, überrascht also nicht. Würde der Kurs die weiterhin noch haltende Supportzone zwischen dem neuen Verlaufstief bei 14,80 Euro und dem 2025er-Tief bei 15,73 Euro nach oben verlassen und den Leitstrahl der Bären, die momentan bei 17,05 Euro verlaufende 20-Tage-Linie, bezwingen, wäre die Aktie wenigstens auf der ganz kurzfristigen Trading-Ebene aus dem Gröbsten heraus. Aber das Risiko, dass die Bären hier weiter am Ruder bleiben, ist derzeit höher als die Möglichkeit eines Aufwärtsschwenks, aus dem mehr würde als ein kurzer Hüpfer ohne Chance auf Nachhaltigkeit.
Quellen:
Bilanz des Jahres 2025 sowie Ausblick auf 2026, 26.03.2026:
https://ir.deliveryhero.com/de/nachrichten/delivery-hero-mit-30-prozent-anstieg-beim-bereinigten-ebitda-fuer-2025-dank-zunehmender-dynamik-von/cec0ca16-2bc0-400d-bd1e-b98d1874ca06
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/DHER.DE/analyst-insights/
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