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Caterpillar Aktie Prognose Caterpillar: Sind 35 Prozent Korrektur nicht langsam genug?

News: Aktuelle Analyse der Caterpillar Aktie

In diesem Artikel
Caterpillar
ISIN: US1491231015
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Ticker: CAT -,-- %
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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Caterpillar Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Übermorgen werden die Quartalsergebnisse des US-Baumaschinenkonzerns Caterpillar erwartet. Das bullische Lager könnte einige motivierende Zahlen gut gebrauchen, denn die Aktie, die vorher wie auf Schienen stieg, ist zum charttechnischen Sorgenkind geworden.

Meine vorletzte Analyse zu Caterpillar datierte vom 1. Juli. Am Vorabend hatte die Aktie ihr bisheriges Rekordhoch markiert, was man da natürlich noch nicht wissen konnte. Aber ich hatte da u. a. mit Verweis auf das zu diesem Zeitpunkt mit 42 äußerst teure Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) als Fazit gezogen: „Hier noch neu einzusteigen, sollte man sich besser zweimal überlegen.“ Jetzt notiert die Aktie, keine vier Monate später, gut 35 Prozent niedriger. Wodurch sich die Frage aufdrängt: Und jetzt, könnte man womöglich jetzt einsteigen?

Immerhin ist die zur Halbjahreswende auffällig hohe Bewertung jetzt deutlich moderater. Aktuell käme Caterpillar auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnerwartung der Analysten auf ein KGV von etwa 25. Was zwar immer noch über dem früheren Schnitt normaler Jahre läge, der sich in der Region 15 bis 20 bewegt hatte. Aber es ist eben doch deutlich günstiger. Zugleich notiert die Aktie jetzt ein gutes Stück unterhalb des durchschnittlichen Kursziels der Experten bei momentan 927 US-Dollar. Als die Aktie mit 1.073,46 US-Dollar ihr Verlaufshoch erreichte, war man über dieses Ziel hinausgeschossen. Jetzt hingegen wäre dorthin einiges an Kurspotenzial vorhanden … sofern dieses Ziel auch wirklich angelaufen würde. Denn noch steht das aktuelle Chartbild dem entgegen.

Caterpillar Aktie: Chart vom 26.10.2026, Kurs 691,90 US-Dollar, Kürzel: CAT | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Caterpillar Aktie: Chart vom 26.10.2026, Kurs 691,90 US-Dollar, Kürzel: CAT | Quelle: TWS

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Caterpillar Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Der Abwärtstrend ist bislang voll intakt. Die Abwärtstrendlinie verläuft im Augenblick bei 837 US-Dollar. Und alles, das im Zuge der bis Ende Juni laufenden Hausse als Support diente, ist jetzt zum Widerstand geworden. Bevor Caterpillar an diese Abwärtstrendlinie herankäme, müssten Widerstandslinien zwischen 753 und 790 US-Dollar überwunden werden … und über ihnen auch noch die 50-Tage-Linie bei 796 und die 200-Tage-Linie bei 810 US-Dollar. Dazu wären gute Argumente hilfreich. Argumente, die die Zweifel beseitigen, die dazu geführt haben, dass die Aktie überhaupt so weit abrutscht.

Hinter der Hausse der Aktie stand der Gedanke, dass die wie Pilze aus dem Boden schießenden Rechenzentren ebenso wie die dafür nötigen neuen Kraftwerke für ihren Bau genau das Equipment benötigen, das Caterpillar liefert: Baumaschinen und Energietechnik. Und in der Tat belegten die Anfang August vorgestellten Ergebnisse des zweiten Quartals diesen Trend. Der Umsatz stieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und neben Bergwerkstechnik waren es eben diese Baumaschinen und die Kraftwerkstechnik, die stark zulegten. Doch der Chart zeigt, dass das nicht ausreichte, um die da bereits mehrere Wochen laufende Korrektur zu stoppen.

Der Grund lag darin, dass die Analysten im Schnitt einen Gewinnanstieg von 45 Prozent für das laufende Jahr sehen. Und an diesem Gewinnplus orientierte sich das bis 42 nach oben geschossene KGV. Jetzt wäre mit 25 zwar ein niedrigeres Bewertungslevel gegeben, aber gerechtfertigt wäre es nur, wenn Caterpillar wirklich 45 Prozent mehr verdienen wird als 2025 … und sich dieser Anstieg beim Gewinn pro Aktie auch in den kommenden Jahren fortsetzen würde und da dann zumindest 10 bis 15 Prozent Gewinnplus pro Jahr zu erwarten wären.

Dass es so kommt, ist nicht ausgeschlossen. Aber was die Anleger jetzt bräuchten, wären frische Zahlen, die diese Hoffnung unterfüttern würden. Damit haben die übermorgen anstehenden Quartalsergebnisse hier große Bedeutung, aber Vorsicht, auch die heute in einer Woche stattfindenden US-Zwischenwahlen können hier wichtig werden. Denn sollten die beiden Kammern des US-Kongresses danach eine demokratische Mehrheit haben, könnte es mit einem KI-Wachstum ohne jede ernsthafte Regulierung schnell vorbei sein … und damit auch die Erwartungen für Caterpillars Wachstum beschnitten werden.

Fazit: Sich zunächst diese Bilanzzahlen sowie das Wahlergebnis anzusehen und idealerweise auch bei danach anziehenden Kursen einen echten, charttechnischen Befreiungsschlag durch einen Ausbruch über die mittelfristige Abwärtstrendlinie abzuwarten, wäre ratsam.

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/CAT/analyst-insights/

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.10.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Caterpillar Aktie

08.09.2026
08:11 Uhr

Caterpillar Aktie: Die 200-Tage-Linie kann halten … aber sie muss nicht. — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.09.2026 um 22:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es passiert immer wieder: Eine Aktie ist so stark gestiegen, dass sie überbewertet ist, solange die Dynamik der Hausse aber hoch bleibt, kümmert das kaum jemanden. Beginnt die Korrektur aber, stellt sich die Frage: Wo wird sie gestoppt? Diese Frage stellt sich gerade bei Caterpillar.

Für 2026 erwarten die Analysten beim Baumaschinen-Riesen Caterpillar zwar mit 27,25 US-Dollar pro Aktie einen Rekordgewinn. Aber 2023 hatte der 20,12 US-Dollar betragen … der für dieses Jahr erwartete Gewinn läge also ca. 35 Prozent höher, während die Aktie seit Ende 2023 in der Spitze um ca. 250 Prozent gestiegen war. Die Aktie stieg also erheblich stärker als der Unternehmensgewinn. Und das bleibt nie ohne Folgen.

Dass es überhaupt zu einer Bewertung kam, die die Aktie, die in früheren Jahren meist in der Region eines Kurs-/Gewinn-Verhältnisses (KGV) um 20 lag, auf ein KGV von in der Spitze knapp 40 beförderte, liegt daran, dass viele sich um Bewertungen nicht scheren, solange das Momentum des Aufwärtstrends hoch bleibt. Da wird es auch ignoriert, wenn die Aktie über das durchschnittliche Kursziel der Analysten hinausschießt und so wie in diesem Fall nur noch die Hälfte der Experten bullisch ist, denn:

Expertenmeinung: Man sagt sich, dass man schon rechtzeitig aussteigen werde, was erfahrungsgemäß den Wenigsten dann auch gelingt. Eine solche Korrektur fällt dann gerne mal vergleichbar dynamisch aus wie die Rallye zuvor – so auch bei Caterpillar. Jetzt stellt sich die Frage: Ist es jetzt bereits genug, könnte die Aktie im Bereich des jetzt erreichten Kursniveaus wieder nach oben drehen?

Rein aus charttechnischer Sicht wäre die Gelegenheit jetzt durchaus günstig. Caterpillar hat eine breite Supportzone zwischen 731 und 790 US-Dollar erreicht, die zudem noch von der wichtigen 200-Tage-Linie (im Chart dick schwarz) verstärkt wird, auf der der Kurs in der Vorwoche aufgesetzt und sich bis zum Freitag leicht nach oben von ihr gelöst hatte (am Montag gab es in den USA feiertagsbedingt keinen Handel). Zugleich wurde die Abwärtstrendlinie, die diese Korrektur begleitete, zum Wochenschluss leicht überboten, begleitet von einem bullischen Signal des Stochastik-Oszillators. Von dieser Warte aus sieht es also für einen neuen Aufwärtsschub gut aus, aber:

Caterpillar Aktie: Chart vom 07.09.2026, Kurs 813,94 US-Dollar, Kürzel: CAT | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Caterpillar Aktie: Chart vom 07.09.2026, Kurs 813,94 US-Dollar, Kürzel: CAT | Quelle: TWS

Vom Hoch ist die Aktie in der Spitze zwar bereits um 28 Prozent zurückgekommen, mit einem KGV von 30 aber immer noch teurer als üblich. Hieße das, die Bullen haben über einen unter dem bisherigen Hoch „verhungernden“ Rallye-Versuch hinaus keine Chance? Nicht unbedingt.

Denn dem entgegen steht die derzeit seitens der Analysten vorherrschende Erwartung, dass Caterpillars Gewinne auch in den kommenden Jahren stark zulegen werden. Die Experten prognostizieren für die kommenden drei Jahre einen im Schnitt um jeweils 20 Prozent weiter steigenden Gewinn pro Aktie. Und käme es so, wäre das derzeitige KGV von 30 eben keineswegs zu teuer. Die Frage ist jetzt:

Finden sich genug Trader, die zum einen an diese auf Jahre hinaus stark steigenden Gewinne glauben (die man letzten Endes nur vermuten, aber nicht sicher vorhersagen kann) und die zum anderen auch aktiv auf die Käuferseite gehen, um die jetzt gegebene Chance in eine echte Aufwärtswende zu verwandeln?

Das sollte man erst einmal abwarten. Aber in einer Chartkonstellation wie dieser wird die Geduld meistens nicht allzu lange strapaziert. Sollte die Caterpillar-Aktie es schaffen, die 50-Tage-Linie bei aktuell 872 US-Dollar klar auf Schlusskursbasis zu überwinden, ließe sich das bereits als ein starkes Signal zugunsten der Bullen werten.

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen:
https://finance.yahoo.com/quote/CAT/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

01.07.2026
08:09 Uhr

Caterpillar: Bei KI in der zweiten Reihe, bei der Performance in der ersten — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.06.2026 um 23:00 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Würde man Anleger fragen, welche Dow Jones-Aktie zur Halbzeit des Börsenjahres 2026 wohl der Top-Performer sein mag, dürften die meisten wohl eine Aktie aus dem Technologie-Sektor vermuten. Aber es ist der Baumaschinenkonzern Caterpillar, der die Liste anführt. Warum?

Derzeit dürfte das entscheidende Argument, das die Aktie von einem Rekordhoch zum nächsten trägt, ein „Nebeneffekt“ des KI-Booms sein. Denn dieser Ausbau der künstlichen Intelligenz benötigt viele neue, große Rechenzentren. Und Caterpillar liefert Baumaschinen und, wenngleich eher als Nische im Gesamtportfolio, auch Kraftwerke. Dass man diesen Aspekt derzeit in den Vordergrund stellt, lässt sich auch deswegen vermuten, weil die Aktie nahezu zeitgleich und in selbem Umfang wie die deutsche Hochtief-Aktie anzog, bei der es auch um diese „zweite Reihe“ der KI in Form des Rechenzentrum-Baus geht.

Doch kann das eine derartige Hausse rechtfertigen? Oder, wichtiger noch, kann sich dieser Kursanstieg, obgleich die Aktie in diesem Jahr bereits ca. 85 Prozent und auf Sicht von 12 Monaten um die 175 Prozent zugelegt hat, noch nennenswert fortsetzen? Das sollte man sich in der Tat genauer ansehen, bevor man erwägen würde, auf diesen Zug noch aufzuspringen.

Expertenmeinung: Auffällig ist, dass die Analysten dem Gewinn pro Aktie im laufenden Jahr zwar ordentliches Wachstum zutrauen – man bewegt sich da in einem Bereich zwischen 30 und 35 Prozent über dem Vorjahr. Aber die Aktie ist seit Jahresbeginn, wie vorstehend geschrieben, weit mehr gestiegen. Das wäre nachvollziehbar, wenn Caterpillar zuvor nur kleine Wachstumsraten vorweisen konnte und man jetzt unterstellen darf, dass die Größenordnung beim Gewinnwachstum nicht nur in diesem Jahr, sondern auch in den folgenden Jahren weit größer ausfällt als früher. Aber das wäre nur eine Vermutung.

Die Aktie ist schon im vergangenen Jahr eher teuer bewertet gewesen. Aber für 2026 weist sie ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 42 auf. Das ist für einen Baumaschinenhersteller, auch wenn er einen gewissen KI-Bezug hat, sehr teuer. In früheren Jahren waren KGVs unter 20 üblich. Hinzu kommt die Frage: Wird Caterpillar denn auch in den kommenden Jahren derartige Gewinnsteigerungen wie in diesem Jahr schaffen, so dass das hohe KGV dadurch gerechtfertigt wäre?

Momentan unterstellen viele Analysten das, alleine, weil man davon ausgeht, dass der Bau gewaltiger Rechenzentren rund um den Globus viele Jahre weitergehen wird. Ob es wirklich so kommt und ob Caterpillar dann wirklich bei der Verteilung großer Gewinne in der ersten Reihe steht, kann, nüchtern betrachtet, aber niemand im Voraus wissen. Doch trotz dieses optimistischen Blicks in eine eigentlich ja nicht vorhersagbare Zukunft sind die Analysten gar nicht mehr allzu bullisch unterwegs. Nur eine knappe Mehrheit, 15 von 28 Experten, wertet die Aktie derzeit als kaufenswert, der Rest sieht Caterpillar als Halteposition, zwei würden sie sogar untergewichten. Darüber hinaus liegt das durchschnittliche Kursziel mit derzeit gut 950 US-Dollar bereits ein gutes Stück unter dem Kurs.

Caterpillar Aktie: Chart vom 30.06.2026, Kurs 1.064,90 USD, Kürzel: CAT | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Caterpillar Aktie: Chart vom 30.06.2026, Kurs 1.064,90 USD, Kürzel: CAT | Quelle: TWS

Rein aus charttechnischer Sicht ist die Aktie natürlich noch bullisch, der Ausbruch aus der Ende April etablierten, wochenlangen Seitwärtsspanne nach oben hat diese Einschätzung erst einmal zementiert. Aber wenn die Bewertung bereits so hoch und das Analysten-Kursziel überboten ist … und wenn dann die Aktie, die im Dow Jones im ersten Halbjahr am stärksten lief, ausgerechnet zum Halbjahres-Ultimo die Gewinnerliste anführt und es dadurch nach kurzlebigem „Window Dressing“ riecht … dann ist Vorsicht geboten.

Hier noch neu einzusteigen, sollte man sich besser zweimal überlegen. Und es würde sich anbieten, diesen Ausbruch über den Widerstandsbereich 931/945 US-Dollar zu nutzen, um den Stoppkurs knapp unter diese Zone nachzuziehen. Denn die mittelfristigen Supports der Aktie warten erst bei 700 US-Dollar. Einfach auszuschließen, dass eine Korrektur den Kurs dorthin zurückführt, wäre hoch riskant … daher würden sich konsequent enge Stopps entlang der jeweils jüngsten, überbotenen Hürde durchaus anbieten.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/CAT/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.06.2026
08:19 Uhr

Caterpillar: Konsolidierung oder Toppbildung? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.06.2026 um 23:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Caterpillar ist kein KI-Unternehmen und hat auch mit Halbleitern nichts am Hut. Trotzdem ist diese Aktie seit dem Tief nach Trumps „Zoll-Schock“ im April 2025 in der Spitze um die 250 Prozent gestiegen. Seit einigen Wochen läuft sie aber seitwärts – wie mag das wohl ausgehen?

Die Analysten trauen dem US-Baumaschinenkonzern im laufenden Jahr ein Umsatzplus von 12 bis 15 Prozent zu. Und, auf Basis steigender Gewinnmargen, einen überproportionalen Anstieg des Gewinns pro Aktie um ca. 30 Prozent auf etwa 24,65 US-Dollar. Das ist natürlich respektabel. Aber zu wenig, wenn man sich die Performance der Aktie ansieht. Die ist dem Gewinnanstieg massiv davongelaufen. Und das führt zu einer Bewertung, bei der man sogar bei vielen Technologieaktien eine Augenbraue hochziehen würde.

Rechnet man den Gewinn pro Aktie der letzten vier gemeldeten Quartale, käme das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf 45. Nimmt man die durchschnittliche Analysten-Gewinnprognose für das Jahr 2026, von dem bislang ja nur für ein Quartal Zahlen vorliegen, läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis bei 36. Solch eine hohe Bewertung wäre nur gerechtfertigt, wenn man davon ausgehen dürfte, dass Caterpillars Gewinn pro Aktie in den kommenden zwei Jahren mindestens 20 Prozent per annum weiter zulegt. Und das ist zumindest offen. Das kann also auf Dauer nicht gutgehen, oder?

Expertenmeinung: Es gibt durchaus Aktien, die über Jahre hinweg eher teuer sind. Da fallen einem hierzulande Aktien wie Beiersdorf oder Nemetschek ein. Aber davon mal abgesehen, dass sich solche irrational hohen Bewertungen irgendwann rächen und in eine größere Abwärtsbewegung münden (wiederum siehe Beiersdorf oder Nemetschek) ist das bei Caterpillar durchaus nicht so:

In den vergangenen zehn Jahren lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Aktie, abgesehen von dem durch Corona verzerrten Jahr 2020, zum jeweiligen Jahresende in einer Range zwischen 12 und 20. Erst 2025 zog die Bewertung an – und das erheblich. Und was sagen die Experten? Immerhin 15 von 28 Analysten stufen die Aktie auch jetzt, nahe des Rekordhochs, als kaufenswert ein. Und das durchschnittliche Kursziel liegt mit 944 US-Dollar sogar etwas über dem letzten Kurs vom Freitag. Erreicht wurde dieses durchschnittliche Kursziel aber schon: Anfang des Monats hatte die Caterpillar-Aktie mit 946,83 US-Dollar ihr bisheriges Allzeithoch markiert. Aber jetzt sehen wir hier ja eine Toppbildung, müsste die Luft also nicht erst einmal heraus sein?

Caterpillar Aktie: Chart vom 12.06.2026, Kurs 910,57 US-Dollar, Kürzel: CAT | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Caterpillar Aktie: Chart vom 12.06.2026, Kurs 910,57 US-Dollar, Kürzel: CAT | Quelle: TWS

Nicht zwingend. Das höchste aller Kursziele liegt derzeit bei sagenhaften 1.165 US-Dollar. So etwas kann in intakten Aufwärtstrends wie ein Magnet wirken. Und dass Caterpillar dann ein fast doppelt so hohes Kurs-/Gewinn-Verhältnis hätte als Nvidia momentan, sollte zwar eine Warnung sein. Doch solange der Aufwärtstrend läuft, sind viele Trader gegen solche Warnsignale immun – man ignoriert so etwas einfach. Daher sollte man sich nicht zu sicher sein, dass wir da wirklich gerade die Ausbildung eines Topps sehen … erst einmal ist das nur eine Seitwärtsbewegung. Und die kann grundsätzlich auch nach oben verlassen werden.

Erst, wenn Caterpillar die untere Begrenzung der derzeitigen Handelsspanne bei 845 US-Dollar durchbrechen würde, wäre die Wahrscheinlichkeit, dass eine Korrektur die hohe Bewertung abkühlt, deutlich erhöht. Aber Sie sehen es am Chartbild: Auch dann wäre Caterpillar für das bärische Lager nicht gerade erste Wahl, denn bis hinunter auf 660 US-Dollar (wo die 200-Tage-Linie verläuft) staffeln sich zahlreiche Supportlinien, die Short-Trades Steine in den Weg legen können. Wenn, ginge es hier also im Fall des Bruchs des 845 US-Dollar-Supports nur um den Ausstieg oder die Reduzierung laufender Positionen. In Bezug auf die Short-Seite würde man sich bei so mancher anderen Aktie wohl deutlich leichter tun.

Quellenangaben: Analysten-Kursziele: https://finance.yahoo.com/quote/CAT/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.