Übermorgen werden die Quartalsergebnisse des US-Baumaschinenkonzerns Caterpillar erwartet. Das bullische Lager könnte einige motivierende Zahlen gut gebrauchen, denn die Aktie, die vorher wie auf Schienen stieg, ist zum charttechnischen Sorgenkind geworden.
Meine vorletzte Analyse zu Caterpillar datierte vom 1. Juli. Am Vorabend hatte die Aktie ihr bisheriges Rekordhoch markiert, was man da natürlich noch nicht wissen konnte. Aber ich hatte da u. a. mit Verweis auf das zu diesem Zeitpunkt mit 42 äußerst teure Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) als Fazit gezogen: „Hier noch neu einzusteigen, sollte man sich besser zweimal überlegen.“ Jetzt notiert die Aktie, keine vier Monate später, gut 35 Prozent niedriger. Wodurch sich die Frage aufdrängt: Und jetzt, könnte man womöglich jetzt einsteigen?
Immerhin ist die zur Halbjahreswende auffällig hohe Bewertung jetzt deutlich moderater. Aktuell käme Caterpillar auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnerwartung der Analysten auf ein KGV von etwa 25. Was zwar immer noch über dem früheren Schnitt normaler Jahre läge, der sich in der Region 15 bis 20 bewegt hatte. Aber es ist eben doch deutlich günstiger. Zugleich notiert die Aktie jetzt ein gutes Stück unterhalb des durchschnittlichen Kursziels der Experten bei momentan 927 US-Dollar. Als die Aktie mit 1.073,46 US-Dollar ihr Verlaufshoch erreichte, war man über dieses Ziel hinausgeschossen. Jetzt hingegen wäre dorthin einiges an Kurspotenzial vorhanden … sofern dieses Ziel auch wirklich angelaufen würde. Denn noch steht das aktuelle Chartbild dem entgegen.

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Expertenmeinung: Der Abwärtstrend ist bislang voll intakt. Die Abwärtstrendlinie verläuft im Augenblick bei 837 US-Dollar. Und alles, das im Zuge der bis Ende Juni laufenden Hausse als Support diente, ist jetzt zum Widerstand geworden. Bevor Caterpillar an diese Abwärtstrendlinie herankäme, müssten Widerstandslinien zwischen 753 und 790 US-Dollar überwunden werden … und über ihnen auch noch die 50-Tage-Linie bei 796 und die 200-Tage-Linie bei 810 US-Dollar. Dazu wären gute Argumente hilfreich. Argumente, die die Zweifel beseitigen, die dazu geführt haben, dass die Aktie überhaupt so weit abrutscht.
Hinter der Hausse der Aktie stand der Gedanke, dass die wie Pilze aus dem Boden schießenden Rechenzentren ebenso wie die dafür nötigen neuen Kraftwerke für ihren Bau genau das Equipment benötigen, das Caterpillar liefert: Baumaschinen und Energietechnik. Und in der Tat belegten die Anfang August vorgestellten Ergebnisse des zweiten Quartals diesen Trend. Der Umsatz stieg um 25 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Und neben Bergwerkstechnik waren es eben diese Baumaschinen und die Kraftwerkstechnik, die stark zulegten. Doch der Chart zeigt, dass das nicht ausreichte, um die da bereits mehrere Wochen laufende Korrektur zu stoppen.
Der Grund lag darin, dass die Analysten im Schnitt einen Gewinnanstieg von 45 Prozent für das laufende Jahr sehen. Und an diesem Gewinnplus orientierte sich das bis 42 nach oben geschossene KGV. Jetzt wäre mit 25 zwar ein niedrigeres Bewertungslevel gegeben, aber gerechtfertigt wäre es nur, wenn Caterpillar wirklich 45 Prozent mehr verdienen wird als 2025 … und sich dieser Anstieg beim Gewinn pro Aktie auch in den kommenden Jahren fortsetzen würde und da dann zumindest 10 bis 15 Prozent Gewinnplus pro Jahr zu erwarten wären.
Dass es so kommt, ist nicht ausgeschlossen. Aber was die Anleger jetzt bräuchten, wären frische Zahlen, die diese Hoffnung unterfüttern würden. Damit haben die übermorgen anstehenden Quartalsergebnisse hier große Bedeutung, aber Vorsicht, auch die heute in einer Woche stattfindenden US-Zwischenwahlen können hier wichtig werden. Denn sollten die beiden Kammern des US-Kongresses danach eine demokratische Mehrheit haben, könnte es mit einem KI-Wachstum ohne jede ernsthafte Regulierung schnell vorbei sein … und damit auch die Erwartungen für Caterpillars Wachstum beschnitten werden.
Fazit: Sich zunächst diese Bilanzzahlen sowie das Wahlergebnis anzusehen und idealerweise auch bei danach anziehenden Kursen einen echten, charttechnischen Befreiungsschlag durch einen Ausbruch über die mittelfristige Abwärtstrendlinie abzuwarten, wäre ratsam.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/CAT/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.10.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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