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Am Dienstagabend nach Handelsende flatterte eine heftige Gewinnwarnung des BMW-Konzerns ins Haus. Allzu optimistisch war man für den Gewinn zuvor schon nicht gewesen, aber diese Prognose-Anpassung war nicht „ohne“ … und sorgte nachbörslich für Druck.
Das war keine Kleinigkeit, die da am Dienstagabend aus München gemeldet wurde. Diese Senkung der Prognose war erheblich. BMW rechnet jetzt mit einem leichten Rückgang der Auslieferungen gegenüber 2025, bislang war man von einer in etwa gehaltenen Zahl ausgegangen. Besonders schwer wog die Abwärtskorrektur der Gewinnmarge von Zinsen und Steuern (EBIT-Marge): Bislang hatte man da vier bis sechs Prozent angepeilt, jetzt sieht man für das Gesamtjahr nur noch ein bis drei Prozent (2025: 5,3 Prozent). Dies in Kombination mit niedrigeren Verkaufszahlen wirkt sich natürlich auf den Gewinn massiv aus. Den erwartet der Konzern jetzt auf EBIT-Basis deutlich unter dem Vorjahr, bislang wurde ein moderater Rückgang kommuniziert.
Was am Ende „deutlich“ in Sachen EBIT-Rückgang sein wird, ist zwar offen, so präzise konnte BMW da natürlich nicht werden. Aber die Begründung für diese herbe Gewinnwarnung ist in jedem Fall eine, die andeutet, dass sich die Probleme nicht in Kürze in Wohlgefallen auflösen werden:
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Expertenmeinung: Die Lage am chinesischen Automobilmarkt bleibt für BMW weiter problematisch. Die Auswirkungen des Iran-Krieges halten entgegen den bisherigen Annahmen weiter an, einerseits durch höhere Produktionskosten, andererseits durch eine verunsicherte Kundschaft. Und diese Aussage kam gestern, also nach der möglichen Beruhigung durch das sogenannte „Friedensabkommen“. Zugleich will der Konzern zwar weiter die Kosten senken und die Effizienz steigern, das werde aber Kosten verursachen, die sich im zweiten Halbjahr einmalig niederschlagen werden. Alles in allem also eine deutlich eingetrübte Lage.
Aber hatte man das nicht womöglich nicht nur längst erwartet, sondern auch schon eingepreist? Immerhin war die BMW-Aktie seit Jahresanfang auf dem absteigenden Ast unterwegs und hatte dabei in der Spitze fast ein Drittel ihres Kurswerts verloren. Könnte es nicht sein, dass das bärische Lager auf Basis dieser Gewinnwarnung seine Erwartungen erfüllt sieht und die Short-Trades eindeckt, so dass mit den jetzt kommunizierten „bad news“ auch der Abstieg der Kurse vorbei ist?
Das könnte es. Aber das muss es nicht. Es wird heute darauf ankommen, für wie schwerwiegend man diese gestrige Ad-hoc-Meldung einstuft. Sollten Käufe ausbleiben und dadurch der Eindruck entstehen, dass man zwar Negatives erwartet hat, aber nicht in dieser Dimension, werden sich die Short-Seller hüten, ihre Positionen zurückzukaufen, und eher noch weiter Druck machen. Es wird auf die Kreuzunterstützung ankommen, auf die die Aktie am Dienstagabend nachbörslich aufgesetzt hat:
Da geht es um die untere Begrenzung des im Januar etablierten Abwärtstrendkanals bei 64,20 Euro und das „Zoll-Schock-Tief“ vom April 2025 bei 62,96 Euro. Am Dienstagabend notierte der Kurs gegen 20:30 Uhr bei 64 Euro (Xetra-Schlusskurs 67,90 Euro) … und damit mittendrin in dieser Zone. Fällt sie auf Schlusskursbasis, sollte man sich eher hüten zu glauben, dass man in dieses fallende Messer getrost hineingreifen könnte.

Quellenangaben: Anpassung der 2026er-Prognose, 16.06.2026:
https://www.bmwgroup.com/content/dam/grpw/websites/bmwgroup_com/ir/downloads/de/2026/adhoc/BMW%20Group%20Prognose%C3%A4nderung%202026.pdf
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.06.2026 um 20:50 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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