Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Konsumgüterkonzern befand sich noch bis vor wenigen Wochen in einem intakten Abwärtstrend. Das bisherige Börsenjahr verlief äußerst verhalten, und die Stärke der internationalen Börsen konnte die Talfahrt der Beiersdorf-Aktie lange Zeit nicht stoppen.
Die relative Schwäche löste sich erst in den letzten Handelstagen auf, und der Abwärtstrend wurde durch das neu ausgebildete Zwischenhoch vorerst beendet. Der Chart wirkt wieder stabiler, dennoch bleibt das Handelsvolumen wenig überzeugend. Auf der Oberseite sind die Kurse nun am Zwischenhoch von April angekommen. Diese Zone wird zur nächsten wichtigen Marke im aktuellen Chartbild. Hier dürfte sich zeigen, ob die Käuferseite genug Kraft hat, um aus der Erholung eine nachhaltigere Trendwende zu formen.
Expertenmeinung: Die jüngste Erholung hat das Chartbild deutlich beruhigt, doch für einen klar bullischen Tenor reicht dies noch nicht aus. Der Bereich rund um das Zwischenhoch von April bleibt eine wichtige Hürde. Gelingt ein Ausbruch darüber, könnte sich weiteres Erholungspotenzial eröffnen.
Scheitern die Kurse hingegen an dieser Zone, wäre eine erneute Konsolidierung möglich. Das geringe Handelsvolumen mahnt weiterhin zur Vorsicht.
Aussicht: Neutral
Beiersdorf Chart vom 07.07.2026, Kurs: 78.20 EUR, Kürzel: BEI | Quelle: TWS
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.07.2026 um 7:52 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Firmendepot für Kapitalgesellschaften
Sie möchten ein Depot für Ihre GmbH, AG oder UG eröffnen und Betriebsvermögen in Wertpapieren anlegen? Informieren Sie sich jetzt über unser Wertpapierdepot für Geschäftskunden: Mehr zum Firmendepot über LYNX
Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
Beiersdorf: Ist diese Aktie für die Bären noch interessant?
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.04.2026 um 22:21 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Dass das erste Quartal kein gutes sein würde, hatte Beiersdorf selbst bereits Anfang März im Ausblick auf 2026 avisiert. Die gestern vorgelegten Zahlen zeigten, dass der Wind sogar rauer ist, als seitens der Analysten gedacht. Aber tut sich dadurch ein Abgrund für die Aktie auf?
Auch wenn Beiersdorf als eines von eher wenigen deutschen Unternehmen außerhalb beendeter Halbjahre nur die Umsatzzahlen meldete, waren die doch Hinweis genug darauf, dass man sich in Sachen Wachstum derzeit ziemlich schwertut. Zwar war die Vergleichsbasis laut Beiersdorf ein Grund, warum der Umsatz nominal um satte 7,7 und organisch um 4,6 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum fiel, da das erste Quartal 2025 ein gutes war.
Aber trotzdem lag der Rückgang höher als seitens der Analysten im Vorfeld geschätzt. Die gemeldeten 2,48 Milliarden Euro unterboten den Konsens von 2,55 Milliarden leicht.
Nicht gut … aber Beiersdorf zeigte sich optimistisch, die bestehenden Jahresziele trotzdem zu erreichen. Der Haken ist: Ambitioniert sind die nicht. Ein gehaltener bis leicht höherer Umsatz und eine leicht unter Vorjahr liegende Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge), mehr hatte man da Anfang März nicht avisiert. Das ist dünn … so gesehen ist jetzt nicht die Frage, ob man Beiersdorf auf diesem Niveau als kaufenswert einordnen könnte, dagegen spricht schon das klar bärische Chartbild, sondern:
Hat sich das Abwärtspotenzial nach diesen Umsatzzahlen erneut ausgeweitet, müsste man hier also damit rechnen, dass die Bären noch eine Schippe drauflegen?
Expertenmeinung: Hier jetzt noch auszusteigen oder sogar auf der Short-Seite aktiv zu werden, ist aus aktueller Sicht zumindest mit einem gestiegenen Risiko behaftet. Dass die Aktie am Dienstag als Reaktion auf diese Zahlen 3,46 Prozent fiel, deutet das schon an. Denn wenn wir uns den Chart ansehen, ist das ein eher moderates Minus, was vermuten lässt: Allzu unangenehm überrascht war man am Markt nicht, sonst wäre die Reaktion heftiger gewesen.
Beiersdorf Aktie: Chart vom 21.04.2026, Kurs 74,70 Euro, Kürzel: BEI | Quelle: TWS
Es drängt sich der Eindruck auf, dass hier schon einiges an „Krise“ eingepreist wurde. Die Hoffnungen auf Wachstum im neuen Jahr, die die Aktie zwischen Dezember und Februar nach oben zogen, wurden bereits Anfang März mit der ernüchternd mageren 2026er-Prognose des Konzerns eliminiert. Und das, wenn man sich den darauf folgenden Abverkauf ansieht, vermutlich gründlich.
Natürlich könnten Leerverkäufer, sprich das Bären-Lager, die Aktie trotzdem gezielt weiter unter Druck setzen. Aber das würde nur dann gute Gewinnchancen bieten, wenn sie damit rechnen dürften, dass da noch genug verzweifelte Anleger auf dicken Verlusten sitzen, bei erneut fallenden Kursen aufgeben und mit ihren Abgaben den Druck auf den Kurs im Sinne der Bären erhöhen.
Nach diesem Abstieg des Kurses und vor allem mit Blick auf die jetzt mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von knapp 18 für diese Aktie untypisch günstige Bewertung ist das nichts, worauf es sich wetten ließe, daher:
Beiersdorf könnte noch weiter nachgeben, aber das ist unsicher genug, um hier über Short-Trades eher nicht mehr nachzudenken. Derzeit wäre Neutralität wohl die beste Option.
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartal 2026, 21.04.2026: https://www.beiersdorf.de/presse/presse-informationen/alle-pressemitteilungen/2026/04/21-beiersdorf-q1-2026-ergebnisse-im-rahmen-der-erwartungen
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
04.03.2026 08:20 Uhr
Beiersdorf: Ausblick vorgelegt, Aktie sackt weg
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.03.2026 um 20:20 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Dieses Szenario haben wir bei der Beiersdorf-Aktie in den letzten Jahren mehrfach gesehen: Der Konzern legt seinen Ausblick für das angelaufene Jahr vor und die Aktie fällt wie vom Blitz getroffen. Auch diesmal lief es so. Die Frage ist: Könnte das eine Kaufgelegenheit werden?
2025 war in Sachen Wachstum bei Beiersdorf nichts geboten. Der starke Euro drückte beim Auslandsgeschäft auf die Marge, das Konsumumfeld war unerfreulich, die US-Zölle kamen noch hinzu. So gesehen war ein nominal gegenüber 2024 unveränderter und organisch um 2,4 Prozent höherer Jahresumsatz eher respektabel als enttäuschend. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) konnte leicht gesteigert werden, basierend auf einer etwas höheren EBIT-Gewinnmarge. Beim Gewinn pro Aktie summierte sich das dann unter dem Strich auf 4,25 Euro pro Anteilsschein nach 4,05 Euro im Jahr 2024.
Das war nicht inspirierend, aber in diesem für Konsumgüter nicht guten Umfeld dennoch eine solide Leistung. Aber die war es auch nicht, die den Anlegern gestern quer im Magen lag, der Ausblick war es, der die Abgaben auf die am Montagabend vorgelegten Ergebnisse auslöste.
Denn Beiersdorf sieht da schlicht kein Wachstum. Beim Umsatz peilt man ein unverändertes bis leicht höheres Ergebnis in einem betont schwierigen Marktumfeld an. Zugleich sieht man die EBIT-Gewinnmarge aber leicht unter dem Niveau von 2025, was hieße: Selbst bei einem leicht anziehenden organischen Umsatz würde eine niedrigere Marge einen Anstieg des Gewinns ausbremsen. Aber musste die Aktie deswegen derart massiv fallen?
Expertenmeinung: Das ist eine Frage, die man sich durchaus stellen kann. Einerseits ist dieser Ausblick eine Enttäuschung, was die bisherigen Analystenerwartungen angeht, denn da hatte man mit einem Anstieg beim Gewinn pro Aktie im mittleren einstelligen Prozentbereich kalkuliert. Außerdem lag die durchschnittliche Prognose für den jetzt mit 4,25 Euro pro Aktie gemeldeten Gewinn seitens der Experten etwas höher. Andererseits könnte man in dem derzeitigen Umfeld eigentlich, nüchtern betrachtet, froh sein, dass Beiersdorf 2025 den Gewinn etwas steigern konnte und ihn 2026 wenigstens in etwa halten will.
So gesehen wirkt dieser Selloff von gut 20 Prozent eher überzogen, zumal die in früheren Jahren mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis in der Region 30 bis 40 zu hohe Bewertung auf Basis eines angenommenen 2026er-Gewinns von 4,20 Euro und dem aktuellen Kursniveau nur noch bei 20 läge. Und die früher lächerlich magere Dividendenrendite läge jetzt, bei einem Euro Ausschüttung, nur noch im Bereich „mager“, das „lächerlich“ ließe sich streichen.
Allerdings sollte man auch die charttechnische Seite im Blick haben. Dieser Kurseinbruch hat die durch die Tiefs 2025 definierte Supportzone bei 87/88 Euro durchschlagen – das ist ein markant bärisches Signal. Zwar würde die breite, potenzielle Unterstützungszone aus den Tiefs der Jahre 2019 bis 2022 zwischen 77,62 bis 81,86 Euro jetzt nahe liegen, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt, die könnte den Kurs auffangen. Aber sie muss es nicht. Daher wäre man besser beraten, nicht allzu forsch ins fallende Messer zu greifen und zumindest abzuwarten, ob es gelingt, die Beiersdorf-Aktie mit Schlusskursen über 88 Euro wieder in die Handelsspanne des Jahres 2025 zurückzuziehen.
Beiersdorf Aktie: Chart vom 03.03.2026, Kurs 83,66 Euro, Kürzel: BEI | Quelle: TWS
Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 02.03.2026: https://www.beiersdorf.de/presse/presse-informationen/alle-pressemitteilungen/2026/03/02-jahresergebnis-2025-beiersdorf-waechst-trotz-marktabschwaechung-derma-entwickelt-sich-ueberdurchschnittlich
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
17.02.2026 08:23 Uhr
Beiersdorf: Kehrt die Anlegergunst zurück?
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.02.2026 um 22:24 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Viele werden sich erinnern, dass ich bei meinen Analysen über Jahre hinweg kein gutes Haar an der Beiersdorf-Aktie gelassen hatte. Zu teuer, zu wenig Wachstum, zu wenig Dividende. Doch jetzt präsentiert sich die Aktie auf tieferem Kursniveau in einem besseren Licht.
Es war ein ebenso langer wie weitreichender Abstieg vom im Frühjahr 2024 bei 147,80 Euro erzielten Rekordhoch. Ende September 2025 markierte die Beiersdorf-Aktie bei 87,02 Euro das Tief der Korrektur – gut 41 Prozent niedriger. Und das, obwohl der Gewinn pro Aktie 2024 stieg und 2025 vermutlich, wenn auch nur leicht, ebenfalls zulegen dürfte – die Ergebnisse des vergangenen Geschäftsjahres wird der Konzern in zwei Wochen, am 3. März, vorlegen.
Dass das Konsumumfeld allgemein schwierig ist und auch ein Hersteller von Pflegeprodukten wie Beiersdorf da nicht in einem optimalen Umfeld agiert, ist zwar unstrittig. Aber wenn der Gewinn steigt und die Aktie zugleich fällt – ist das nicht automatisch eine Kaufgelegenheit?
Das ist nicht so, denn da diese Eckdaten für jedermann ersichtlich waren und sind, musste es Gründe gegeben haben, warum der Kurs trotzdem so lange und so deutlich zurückkam. Ebenso wie dafür, dass er seit einigen Wochen sukzessiv wieder anzieht. Welche?
Expertenmeinung: Letzten Endes dreht es sich um die Bewertung: Die war eben einfach deutlich zu hoch gewesen. Zum Jahresende hatte das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) sogar knapp über 40 gelegen … und das bei einer Dividendenrendite von unter einem Prozent und einem Gewinnwachstum, das sich meist im einstelligen Prozentbereich bewegt. Dass der Kurs bei solchen Daten überhaupt so stark steigen konnte, dürfte an einem immer wieder zu beobachtenden Phänomen gelegen haben:
Solange ein Aufwärtstrend intakt ist, kümmern sich nur wenige Marktteilnehmer um Faktoren wie das KGV. Man kauft einfach weiter, weil die anderen es auch tun. Doch wenn der Trend erst einmal gebrochen ist, tauchen all diese eigentlich negativen, aber weitgehend verdrängten bzw. ignorierten Aspekte wieder im Rampenlicht auf und dienen als Grund, hier weiter auszusteigen, wegzubleiben oder sogar leer zu verkaufen. Und das kann dann wiederum zu einer Übertreibung nach unten führen. Genau die dürften diejenigen ausgemacht haben, die begannen, die Aktie gegen Ende 2025 einzusammeln. Das Resultat:
Beiersdorf hat im Januar bereits eine kleinere „Untertassen-Formation“ (engl. rounding bottom) vollendet, danach die 200-Tage-Linie zurückerobert und versucht sich jetzt an der Widerstandszone 105,40/106,14 Euro. Sollte die signifikant überboten werden, wäre nicht nur die Abwärtskurslücke vom vergangenen August geschlossen, sondern ein größerer Boden vollendet. Bei 110,94 und 113,16 Euro warten dann zwar relativ bald weitere Charthürden auf die Aktie, bevor ein größerer, charttechnischer Aufwärtsspielraum entstehen würde. Aber die Chance, dass diese Aufwärtsbewegung, wenngleich zweifellos immer wieder von Rücksetzern durchzogen, weitergeht, wäre durchaus da.
Beiersdorf Aktie: Chart vom 16.02.2026, Kurs 105,50 Euro, Kürzel: BEI | Quelle: TWS
Erstens, weil die Bewertung über das KGV jetzt nur noch bei 23 auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten liegt. Zweitens, weil man den Eindruck gewinnt, dass letztes Jahr noch als „langweilig“ aufs Abstellgleis verschobene Aktien wie Beiersdorf angesichts von heiß gelaufenen 2025er-Zugpferden wieder zurück in die Gunst der Anleger gelangen. Weiteren Schub könnte der Kurs dadurch erlangen, dass wir gerade einen bullischen Crossover sehen, bei dem die 20-Tage-Linie über die 200-Tage-Linie läuft, aber:
Die Aufwärtschancen dieser Aktie stehen und fallen mit dem Ausblick, den das Unternehmen in zwei Wochen im Rahmen der 2025er-Bilanz geben wird. Diese Prognose muss die Akteure überzeugen, ansonsten kann das Aufwärtspotenzial schlagartig dahin sein. Achten Sie auf dieses Datum und, bis dahin, auf den aktuell entscheidenden Support um 101 Euro, wo sich die beiden vorgenannten gleitenden Durchschnitte kreuzen. Sollte dieser Bereich auf Schlusskursbasis unterboten werden, wäre das bullische Setup umgehend dahin.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
10.12.2025 08:36 Uhr
Beiersdorf: Die potenzielle Einstiegszone kommt näher
— Ronald Gehrt
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.12.2025 um 19:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der Run der Beiersdorf-Aktie auf immer neue Rekorde, der bis zum Frühsommer 2024 andauerte, war absurd. In einem kritischen Konsumumfeld wurde eine Konsum-Aktie dadurch immer teurer. Aber jetzt, nachdem aus dieser „Blase“ die Luft heraus ist, sieht es anders aus.
Man kam aus dem Kopfschütteln gar nicht mehr heraus. Beiersdorf, ohnehin traditionell eher zu hoch bewertet und mit einer äußerst mickrigen Dividendenrendite unterwegs, lief zwischen Frühjahr 2022 und Frühjahr 2024 wie geschnitten Brot. In einem Umfeld mit steigenden Kosten für die Verbraucher und bei eher überschaubaren Wachstumsraten. Das Resultat: Die Aktie, die in den Vorjahren angesichts der geringen Wachstumsraten beim Gewinn pro Aktie mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 schon zu teuer war, erreichte zeitweise KGVs von über 40. Das musste irgendwann schiefgehen. Und es ging schief. Seit Juni 2024 fällt der Kurs. Und das immer mit den Argumenten versehen, die vorher zwar schon da waren, aber beflissen ignoriert wurden: zu wenig Wachstum, zu hohe Bewertung, zu magere Dividende.
Doch so langsam darf man sich fragen, ob den Anlegern bewusst ist, dass diese Argumente sich umso schneller in Wohlgefallen auflösen, je tiefer die Aktie fällt? Denn tief gefallen, das ist sie allemal, wie der Chart auf Wochenbasis zeigt:
Expertenmeinung: Die 2022 losgetretene Hausse ist komplett abverkauft. Jetzt nähert sich der Beiersdorf-Kurs der markanten Unterstützungszone, die sich aus den jeweiligen Jahrestiefs der Jahre 2019 bis 2022 zusammensetzt und zwischen 77,62 und 81,86 Euro wartet. Und sofern sich in Bezug auf Umsatz- und Ertragsperspektive nichts dramatisch zum Negativen verändert, wäre dieser Bereich, sofern er erreicht wird, eine interessante Zone, um die Aktie „abzufischen“, denn:
Beiersdorf Aktie: Chart vom 09.12.2025, Kurs 91,50 Euro, Kürzel: BEI | Quelle: TWS
Mittlerweile ist das KGV auf absolut akzeptable 20 gesunken. Die Dividendenrendite, basierend auf dem für 2024 ausgeschütteten Betrag, ist mit 1,15 Prozent zwar immer noch mager, aber am Rekordhoch von 147,80 Euro war sie eben noch weitaus mickriger. Und was die Analysten angeht, sind die meisten für die Aktie bullisch oder zumindest neutral, das durchschnittliche Kursziel liegt mit momentan 117 Euro schon jetzt deutlich über dem derzeitigen Kurs.
In eine noch fallende Aktie einzusteigen ist normalerweise keine gute Idee. Aber in diesem Fall hätte man viele Argumente auf seiner Seite: eine günstige Bewertung, ein konjunkturell recht robustes Geschäftsfeld, positiv gestimmte Experten und eine markante Supportzone, unter welche man einen recht engen Stoppkurs legen kann, wenn die Beiersdorf-Aktie nur noch ein wenig näher an diesen Bereich herankommt. Das im Auge zu behalten, sollte sich lohnen.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
17.09.2025 10:42 Uhr
Beiersdorf: So attraktiv wie seit 10 Jahren nicht mehr?
— Tobias Krieg
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Beiersdorf ist nicht nur Nivea und Tesa, sondern auch ein Lehrstück über Bewertung und Marktmechanismen. Genau das macht die Aktie so spannend.
Eine Anekdote
Es ist schon Jahre her, es dürfte etwa 2018 gewesen sein, aber ich erinnere mich noch ganz genau daran. Damals hatte ich eine längere Diskussion mit einem Fondsmanager, der an dieser Stelle anonym bleiben soll. Ich hatte mich damals in einem Artikel klar bärisch zur Aktie geäußert und die Frage in den Raum gestellt, warum man für Beiersdorf ein KGV von 30 auf den Tisch legen solle.
Aus meiner Sicht war das weder durch die damaligen Wachstumsraten noch aus irgendeiner anderen Warte gerechtfertigt. Selbstverständlich hat Beiersdorf mit Tesa, Nivea, Labello, Eucerin, Hansaplast usw. eine ganze Reihe von starken Marken im Portfolio und obendrein gilt die Aktie als sicherer Hafen – aber was nutzt das alles, wenn der Gewinn nicht nachhaltig steigt?
Aktienkurse steigen langfristig nur, wenn auch der Umsatz, Gewinn und Cashflow (je Aktie) zulegt. Daher stagnierte der Kurs nach der damaligen Diskussion auch jahrelang. Erst als der Gewinn von Beiersdorf wieder nachhaltig kletterte, ging es auch mit dem Kurs aufwärts.
Der Fondsmanager war vollkommen anderer Meinung, für ihn war Beiersdorf ein Basisinvestment – doch das ist gar nicht das Interessanteste daran. Denn, nachdem die Diskussion eine Weile weitergegangen war, stellte sich heraus, was die wahren Gründe für seine optimistische Einschätzung war: Er hatte gar keine andere Wahl.
Der von ihm verwaltete Fonds hatte, wie die meisten Fonds, klare Vorgaben und musste einen gewissen Anteil an defensiven Konsumgüter-Werten aus Deutschland halten. Ihm blieb daher gar nichts anderes übrig als Beiersdorf zu kaufen. Im Endeffekt hatte er nur die Wahl, ob der Fonds Henkel oder Beiersdorf hält und wie hoch sie gewichtet werden.
Fehlallokationen als Gelegenheit
Warum erzähle ich ihnen das alles? Nicht um den Fondsmanager oder Fonds im Allgemeinen schlecht zu machen, sondern um aufzuzeigen, welchen Zwängen Großteile der Investmentbranche unterliegen und wie das zu systematischen Fehlallokationen von Kapital führt.
Für Kleinanleger ergeben sich daraus immer wieder Gelegenheiten, denn sie unterliegen nicht diesen Beschränkungen.
Das lässt sich anhand von Henkel beispielhaft aufzeigen. Von Henkel gibt es eine Stammaktie mit Stimmrecht und einer Dividendenrendite von 3,19 % und einem Kurs von 65,15 Euro. Darüber hinaus gibt es eine Vorzugsaktie ohne Stimmrecht und einer Dividendenrendite von 2,87 % und einem Kurs von 72,44 Euro.
Die Stammaktie ist also günstiger, hat eine höhere Dividendenrendite und obendrein ein Stimmrecht. Kein vernünftiger Mensch würde daher freiwillig die Vorzugsaktie kaufen. Die Realität ist aber, dass viele Fonds und vor allem ETFs nur die Vorzugsaktie kaufen dürfen, da sie im Gegensatz zur Stammaktie Teil des Dax ist.
Doch kommen wir zurück zu Beiersdorf. Hier hat sich die Lage seit der damaligen Diskussion nachhaltig verändert. Von 2015 bis 2021 stagnierte das Ergebnis weitgehend und lag bei um die 3 Euro je Aktie, seitdem ist der Gewinn jedoch spürbar gestiegen und das Unternehmen wächst wieder.
Die Lage hat sich komplett verändert
Im letzten Geschäftsjahr ist das Ergebnis um 7 % auf einen Rekordwert von 4,05 Euro je Aktie gestiegen und im laufenden Geschäftsjahr wird ein Plus von etwa 10 % auf 4,45 Euro je Aktie erwartet.
Zuletzt wurde zwar die Prognose gesenkt, doch Beiersdorf erwartet nach wie vor ein Umsatzwachstum von etwa 3 % und eine leicht steigende Profitabilität.
Darüber hinaus hat das Unternehmen im ersten Halbjahr bereits 2,54 Euro je Aktie verdient, was die Hoffnung nährt, dass die Konsensschätzungen erfüllt werden können.
Beiersdorf kommt demnach auf ein KGVe von 20,7. Damit ist die Aktie aus meiner Sicht zum ersten Mal seit 10 Jahren fair bewertet, davor war die Bewertung durchweg zu hoch – im Durchschnitt lag sie bei etwa 30.
Um den Vergleich zu ziehen: Im Jahr 2018 lagen die Wachstumsraten (Gewinn je Aktie) etwa bei null und das KGV bei 30. Heute liegen die Wachstumsraten bei 7 – 10 % p.a. und das KGV bei 20,7. Aus meiner Sicht ist das Chance-Risiko-Verhältnis daher ungleich besser als damals.
Doch so wird in der Branche nicht gedacht und daher hatte ich eingangs auch die Anekdote erzählt. Statt auf diese Zusammenhänge hinzuweisen, senken Banken und Researchhäuser gerade jetzt die Ratings, nachdem der Kurs bereits kollabiert ist und nachdem sie all die Jahre zuvor bullisch waren.
Beiersdorf Aktie: Chart vom 17.09.2025, Kurs: 92,42 EUR – Kürzel: BEI | Quelle: TWS
Beiersdorf ist in die Nähe der zentralen Unterstützungszone des letzten Jahrzehnts bei 80 – 90 Euro zurückgekommen. Sollte es nicht zu weiteren negativen geschäftlichen Überraschungen kommen, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass in diesem Bereich das finale Tief ausgebildet wird.
Prozyklische Signale würden hingegen über 95 Euro ergeben.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
07.08.2025 08:25 Uhr
Beiersdorf: Für Langfrist-Anleger könnte es hier langsam interessant werden
— Ronald Gehrt