Die jüngste Quartalsbilanz des Gebrauchtwagenhändlers AUTO1 Group war überzeugend. Das Wachstum ist seit Jahren konstant, die Analysten sind mehrheitlich bullisch. Aber reicht das aus, um die jetzt erreichte charttechnische Schlüsselzone zu überwinden?
Im ersten Quartal lag der Umsatz der AUTO1 Group um 25,4 Prozent über dem Vorjahresquartal. Der operative Gewinn, gerechnet vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA), stieg langsamer, aber bezogen auf das Gesamtjahr wäre man auf Kurs, das eigene Ziel eines EBITDA-Anstiegs zwischen 26 und 39 Prozent zu erreichen. Das ist schon mal gut.
Was die Meinungen der Experten zu dieser Aktie angeht, hätte man als Käufer grundsätzlich Rückenwind. 11 von 15 Analysten, die die Aktie regelmäßig einschätzen, betrachten sie als kaufenswert. Und das durchschnittliche Kursziel liegt mit gut 30 Euro weit über dem derzeitigen Niveau der Aktie, die bis vor wenigen Wochen sogar unter dem niedrigsten aller aktuellen Analysten-Kursziele (20,45 Euro) notierte. Da müsste der Weg zurück nach oben doch eigentlich ein leichter sein … oder?
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Expertenmeinung: Dass er das offenbar nicht ist, sehen wir im Chartbild. Seit gut zwei Wochen ringt der Kurs mit einer mittelfristigen, charttechnischen Schlüsselzone. Ein Ausbruch darüber würde den Weg freigeben … aber offenbar sind bislang genug Akteure der Ansicht, dass mehr als das, was die Aktie seit ihrem Tief vom März (14,46 Euro) aufgeholt hat, nicht drin ist, und bremsen den Anstieg aus, sei es durch normale Verkäufe, sei es durch aktive Leerverkäufe in der Erwartung eines Abwärtsschwenks.

Es geht um eine Chartzone, die es in sich hat. Zum einen ist der Kurs an die Zone zwischen 22,56 und 23,16 Euro gestoßen, die die unteren Wendemarken aus der Zeit zwischen Juni und November 2025 erfasst. Darüber hinaus wartet knapp darüber, bei momentan 23,83 Euro, die 200-Tage-Linie. Und dieser Bereich liegt zudem auf dem Niveau einer 50-Prozent-Korrektur der großen Abwärtsbewegung zuvor, wäre also grundsätzlich auch ein Punkt, an dem die Aktie nach unten abdrehen könnte.
Dass dieses letztere Szenario weiter denkbar bleibt, dürfte nicht zuletzt daran liegen, dass die Analysten der AUTO1 Group zwar weiteres Wachstum zutrauen, die Bewertung für den geschätzten Gewinn pro Aktie des laufenden Jahres mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 33 auf diesem Kursniveau aber bereits eher üppig ist. Will heißen: Sollte die Aktie zurück ins „Oberhaus“, in die obere Hälfte der Handelsspanne, laufen, wäre sie schnell teuer bis ggf. zu teuer bewertet.
Was es bräuchte, wären frische Zahlen seitens des Unternehmens, die das erhoffte, konstante Wachstum bestätigen, idealerweise sogar stark genug sind, um eine Anhebung der Gesamtjahresprognose auszulösen. Aber die Ergebnisse des zweiten Quartals bzw. des ersten Halbjahres stehen erst am 29. Juli an … werden die Trader wirklich so lange die Füße stillhalten?
Wohl kaum, das müssen sie aber auch nicht, denn bereits am 17. Juni steht bei der AUTO1 Group ein Kapitalmarkttag an. Da wird man brandaktuelle Einschätzungen aus der Vorstandsetage zu hören bekommen … und damit wäre die Chance groß, dass sich die offene Situation an dieser wichtigen Chartzone schnell löst. Charttechnisch bullisch wäre die Aktie im Fall von Schlusskursen über 24 Euro, ein bärisches Signal wäre der Bruch der April-Aufwärtstrendlinie, aktuell bei 19 Euro, ebenfalls auf Basis des Handelsendes.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AG1.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 09.06.2026 um 22:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.





