Bis Januar hatte ich bei Analysen zur AUTO1 Group darauf hingewiesen, dass die Bewertung gefährlich hoch wurde. Doch dann halbierte sich der Kurs, der Übertreibung nach oben folgte eine nach unten. Gestern kamen Zahlen, die den Weg nach oben zumindest nicht verbauen.
Der Gebrauchtwagenhändler AUTO1 Group wächst stetig weiter. Im ersten Quartal 2026 lag die Zahl der verkauften Fahrzeuge 21,9 Prozent höher als im Vorjahreszeitraum, der Umsatz stieg um 25,4 Prozent. Das ist beeindruckend. Und das Unternehmen hält an seiner Prognose fest, im Gesamtjahr ein um Sonderfaktoren bereinigtes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 250 bis 275 Millionen Euro zu erreichen (2025: 197,5 Millionen).
Im ersten Quartal 2026 kam das EBITDA auf 59,8 Millionen, mit ein wenig Steigerung käme man also durchaus in der gesetzten Zielregion an. Was aber auffiel, war, dass dieses EBITDA in den ersten drei Monaten nur 3,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal zulegte, ohne dass in der Pressemeldung erläutert wurde, was genau dazu geführt hat, dass der operative Gewinn derart unterproportional zum Umsatzanstieg ausfiel. Was womöglich auch mit dazu beitrug, dass die AUTO1-Aktie eingangs nicht durchstartete, sondern bis zu 6,4 Prozent nachgab. Was sich indes, wie Sie im Chart sehen, im weiteren Verlauf des Mittwochs-Handels änderte – und zwar deutlich.

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Expertenmeinung: Am Ende des Tages führte ein markanter Aufwärts-Turnaround dazu, dass der Kurs satte 12,9 Prozent höher ins Handelsende ging. Gut möglich, dass der Optimismus auch deswegen siegte, weil die Aktie jetzt eben nicht mehr brenzlig teuer war, sondern – nachdem sich der Kurs in der Spitze zwischen Januar und März mehr als halbiert hatte – mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 30 einem Wachstum, wie man es hier avisiert, angemessen bewertet wäre.
Hinzu kommt, dass die Analysten großenteils trotz der Korrektur bullisch blieben. 11 von 14 Analysten werten hier mit „Kaufen“, das Kursziel liegt mit gut 30 Euro weit über dem aktuellen Kursniveau und nahe am jüngsten Hoch. Das motiviert zum Einstieg. Das Chartbild aber noch nicht.
Und das aktuelle KGV von 30 ist zwar nicht mehr überzogen … aber wirklich billig wäre diese Aktie damit noch nicht. Daher kann die Antwort, ob es nach dem Aufwärtsschwenk des Mittwochs nur noch eine Pflichtübung wäre, das Hoch der Anfang April gestarteten und zuletzt zur Hälfte abverkauften Relief-Rallye bei 21,60 Euro zu überwinden und damit den Weg aus charttechnischer Sicht nach oben freizuräumen, nur „nein“ lauten.
Nein, das ist keineswegs sicher. Ob diejenigen, die am Morgen noch zweifelten und verkauften, durch diesen Turnaround überzeugt wurden, werden erst die kommenden Tage zeigen. Diese Hürde bei 21,60 Euro ist eine, die man gerne klar überboten sehen möchte, bevor man sich über die Long-Seite Gedanken macht. Und es wäre allemal zu überlegen, das dann, wenn, auch nur als charttechnisch geführten Trading-Buy zu tun, denn zwischen 22,56 und 23,16 Euro würde schon die nächste Widerstandszone warten.
Quellenangaben:
Bilanz des 1. Quartals 2026, 13.05.2026:
https://ir.auto1-group.com/de/nachrichten/auto1-group-erzielt-rekordergebnisse-in-q1-2026/3b1a2ed8-9712-4d8d-b9e0-3aa692bd95b6#
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AG1.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.05.2026 um 22:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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