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ASML Aktie Prognose ASML: Der ultimative KI-Gewinner? Oder?

News: Aktuelle Analyse der ASML Aktie

von |

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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Vorherige Analysen der ASML Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

34 Prozent Kursanstieg binnen drei Wochen: Das sind nicht nur Wunschträume bullischer Anleger, das ist bei der ASML Holding tatsächlich passiert. Aber stellt sich da nicht die Frage, ob das womöglich jetzt zu viel des Guten war und man vielleicht besser Kasse macht?

Diese Frage kann und muss man sich stellen. Aber nur, weil diese zu Anfang des Monats gestartete Rallye ungewöhnlich schnell und weit geführt hat, muss die Antwort nicht automatisch lauten, dass die Luft nach oben verbraucht ist und man daher besser aussteigt. Denn auch, wenn die große Abrechnung an der Terminbörse der ASML-Aktie zum Ende der vergangenen Woche noch einen „Extra-Boost“ verpasst haben könnte: Diese Käufe sind nicht einfach eine wilde Zockerei, befeuert von einem immer stärker werdenden Momentum der Aufwärtsbewegung, sondern haben durchaus ein robustes Fundament.

ASML stellt Produktionsanlagen für die Halbleiterindustrie her, sprich: für Computerchips. Dass die Aktie seit Sommer 2024 deutlich fiel, nachdem sie im Juli 2024 mit 1.022 Euro ein Rekordhoch erzielt hatte, basierte auf der Wahrnehmung, dass die weiter flaue Nachfrage in China und ab Jahresbeginn 2025 auch noch die US-Einfuhrzölle nebst Exportbeschränkungen für KI-Chips stärkeren Druck auf die Halbleiterbranche ausüben würden als zuvor vermutet. Und dass das zugleich Probleme für die Zulieferer von Produktionsanlagen und Basismaterialien nach sich ziehen wird. Was auch grundsätzlich zutraf. Nur dauert keine Flaute ewig. Was es dann braucht, ist ein Weckruf, um den zuvor eingeschlafenen Optimismus wiederzubeleben. Und bei ASML kam der Anfang des Monats:

Die ASML Holding beteiligt sich mit etwa elf Prozent an der europäischen KI-Hoffnung Mistral. Ein bemerkenswerter Brückenschlag zwischen einem Unternehmen, das die Basis für die Chipherstellung liefert, und einem, das damit arbeitet, was die Chiphersteller produziert haben. Das suggeriert Rührigkeit, eine breitere, zukunftsorientierte Aufstellung und damit, wenngleich nicht in Euro und Cent ausdrückbare, Wachstumschancen.

Darüber hinaus sehen einige Analysten die Versuche der Halbleiterbranche, insgesamt wieder Fahrt aufzunehmen – nötigenfalls auch ohne die derzeit fehlende Zugkraft Chinas – positiv und leiten daraus auch für die Zulieferer neues Potenzial ab. So bewertete beispielsweise die Bank of America das Zusammenrücken von Intel und Nvidia auch für die Zulieferer wie ASML als belebendes Element. Die Anleger sehen das offenbar auch so und kaufen die Aktie weiter.

Aber irgendwann ist auf der Oberseite ja mal Schluss. Sollte man also nicht zumindest kurzfristig verkaufen und nach einer Korrektur günstiger wieder einsteigen?

Expertenmeinung: Eine Korrektur könnte angesichts der beeindruckend heiß gelaufenen markttechnischen Indikatoren wie dem hier im Chart gezeigten RSI jederzeit kommen, das ist wahr. Aber wahr ist auch, dass ein Rücksetzer, der einen zeitweiligen Verkauf lohnen könnte, nicht zwingend kommen muss. Denn es ist nicht die Hoffnung auf neuen Schwung alleine, die die Aktie trägt:

ASML Holding Aktie: Chart vom 22.09.2025, Kurs 811,00 Euro, Kürzel: ASML | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ASML Holding Aktie: Chart vom 22.09.2025, Kurs 811,00 Euro, Kürzel: ASML | Quelle: TWS

Der Chart zeigt, dass der Kurs bereits zu Beginn der vergangenen Woche eine Aufwärts-Trendwendeformation in Form einer umgekehrten Schulter-Kopf-Schulter vollendet hatte, und das mit großer Dynamik. Dadurch hat die Aktie jetzt mehrere recht markante Chartlinien als Unterstützungen unter sich, die einen Rücksetzer auffangen könnten. Das auffällige Zwischenhoch vom Oktober 2024 bei 804 Euro liegt zwar noch zu nahe, um schon jetzt als Basis für Käufe nach einem Rücksetzer dienen zu können. Aber das Hoch des ersten Quartals 2025 bei 753 Euro wäre ein naheliegendes Korrekturziel, was hieße: So wirklich viel Luft nach unten muss hier, sofern nicht auf einmal „Bad News“ auftauchen, nicht sein, ein Pullback an die derzeit knapp unter 700 Euro verlaufende Nackenlinie der Trendwendeformation wäre eher überraschend, zumal:

Weder ist die ASML-Aktie bereits ungewöhnlich teuer – ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit 33 ist angesichts des grundsätzlich weiterhin hohen Wachstumspotenzials nicht zu viel. Noch werden die Analysten bereits nervös, im Gegenteil läuft die Aktie gerade erst in die Richtung dessen, was die Experten im Schnitt für machbar halten: Fast alle Analysten sehen die Aktie zumindest als haltenswert an, wobei über zwei Drittel mit „Kaufen“ werten, das durchschnittliche Kursziel liegt mit momentan 932 Euro noch ein gutes Stück über dem momentanen Level. Also:

Ausgerechnet jetzt, bei heiß gelaufener Markttechnik, noch neu einzusteigen oder zuzukaufen wäre sicher riskant, da wartet man besser eine Korrektur ab. Und kommt sie nicht, sucht man sich andere Ziele für sein Geld. Aber auszusteigen wäre ebenfalls gewagt, denn ob es dann wirklich gelingt, nennenswert günstiger wieder in die Aktie hineinzukommen, ist unsicher genug, um sich das zweimal zu überlegen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

ASML hatte ein überraschend starkes Quartal, doch der Auftragseingang enttäuscht. Der Weltmarktführer schwächelt.

Technik vom Feinsten

ASML ist der weltweit führende Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie. Das Unternehmen spielt eine entscheidende Rolle in der Herstellung von integrierten Schaltkreisen (Mikrochips). ASML entwickelt und produziert hochkomplexe Maschinen, die für die Produktion von Chips unverzichtbar sind.

Das Geschäftsmodell von ASML basiert auf zwei Hauptsäulen: Dem Verkauf von Lithographiesystemen und der Bereitstellung von Dienstleistungen für die bereits installierten Lithographiesysteme.
Das Servicegeschäft umfasst die Wartung, Upgrades und technische Unterstützung.

Die Kernprodukte von ASML sind Lithographiesysteme, die in zwei Hauptkategorien unterteilt werden können: Extreme Ultraviolet (EUV)-Lithographiesysteme und Deep Ultraviolet (DUV)-Lithographiesysteme.

Die EUV-Systeme stellen die Spitze der Technologie dar und sind entscheidend für die Herstellung der modernsten und kleinsten Mikrochips, die in Geräten wie Smartphones, Computern und anderen hochentwickelten Technologien verwendet werden.

Faktisches Monopol

Diese Maschinen ermöglichen es Halbleiterherstellern, Strukturen im Nanometerbereich zu erzeugen, was für die fortschreitende Miniaturisierung von Chips unerlässlich ist.
Egal ob KI, Rechenzentren, Hochleistungscomputer, autonomes Fahren oder moderne Smartphones – überall stecken Chips drin, die auf EUV-Basis hergestellt wurden.
ASML ist der einzige Anbieter von EUV-Lithographiesystemen weltweit.

Hinzu kommt das Servicegeschäft, auf das inzwischen ein bedeutender Teil der Umsätze entfällt. Im letzten Quartal waren es 2,10 Mrd. Euro. Der Gesamtumsatz lag bei 7,69 Mrd. Euro.
Durch diese Kombination kann ASML sowohl von der Nachfrage nach neuen Systemen als auch von der langfristigen Betreuung bestehender Kunden profitieren.

Zuletzt läuft das Geschäft dennoch eher schleppend. Die Exportbeschränkungen gegenüber China belasten den Auftragseingang, gleiches gilt für die allgemeine Unsicherheit und die Zoll-Drohungen der USA.

Sinnbefreit

ASML ist ein gutes Beispiel dafür, wie sehr Zölle die US-Wirtschaft schädigen könnten. Nehmen wir beispielsweise an, die USA würden Zölle in Höhe von 30 oder 300 % gegen die EU verhängen.
In diesem Szenario würde kein Konkurrent von ASML in den USA gestärkt, da es keinen gibt.

Stattdessen würden die Maschinen von ASML für die Chiphersteller in den USA schlichtweg teurer und da es keinen heimischen Hersteller für EUV-Systeme gibt, könnte man nicht ausweichen.
Das würde eine wettbewerbsfähige Herstellung von Hochleistungschips in den USA geradezu unmöglich machen und die gesamte Branche schädigen.

Die damit einhergehende Unsicherheit hat dazu beigetragen, dass Investitionen zurückgestellt wurden.
Daher entwickelt sich der Auftragseingang von ASML mittelprächtig. Langfristig könnte das zu einem Problem werden. Steigen die Produktionskapazitäten nicht ebenso schnell, wie die Nachfrage, könnte das zu steigenden Halbleiter-Preisen führen, was wiederum den globalen Konsum belasten würde.

Gemischtes Bild

Im zweiten Quartal lag der Gewinn mit 2,29 Mrd. Euro weit über den Erwartungen von 2,02 Mrd. Euro. Mit einem Umsatz von 7,69 Mrd. Euro hat man die Analystenschätzungen von 7,38 Mrd. Euro ebenfalls übertroffen.

Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 23 % und einem Gewinnsprung von 45 %.
Da ASML gleichzeitig eigene Aktien zurückkauft, ist das Ergebnis um 47 % auf 5,90 USD je Aktie gestiegen.

Das Problem ist jedoch der Auftragseingang, der im letzten Quartal nur bei 3,94 Mrd. Euro lag und in diesem Quartal bei 5,54 Mrd. Euro, also jeweils weit unter dem Umsatz. Noch reicht der Auftragsbestand aus, aber sollte sich das nicht zeitnah ändern, wird ASML nicht wachsen können.

Dem CEO zufolge soll der Umsatz in diesem Jahr um 15 % steigen und das zweite Halbjahr wesentlich stärker ausfallen als das erste Halbjahr. Ein besonders hoher Anteil der Auslieferungen fällt voraussichtlich auf das vierte Quartal.
Das Geschäft mit EUV-Systemen soll dabei um etwa 30 % wachsen und die installierte Basis um 20 %.

Schwächelnder Auftragseingang: Ein Warnsignal?

Trotz geopolitischer Unsicherheiten, insbesondere durch Zölle und makroökonomische Faktoren, hält ASML an seiner Wachstumsstrategie fest. Der CEO zeigt sich verhalten optimistisch für 2026, auch wenn eine konkrete Wachstumsprognose aufgrund der Unsicherheiten derzeit nicht möglich sei. Man bereite sich dennoch weiterhin auf Wachstum vor, vorwiegend getragen durch die starke Nachfrage aus dem KI-Sektor.

Trotz der Exportbeschränkungen bleibe China ein wichtiger Markt, auf den mehr als 25 % der Umsätze entfallen. Der CEO betont, dass die Auswirkungen der Zölle bislang weniger negativ ausgefallen seien als zunächst befürchtet. Dennoch bestehe weiterhin eine erhebliche Unsicherheit.

Technologisch schreitet ASML weiter zügig voran. Die NXE 3800 (EUV-Hochleistungsmodell für 2 Nanometer) erreicht bereits die geplante Leistung, und die EXE 5200 (EUV-Hochleistungsmodell für Fertigungsgrößen unter 2 Nanometern, Kaufpreis etwa 400 Mio. USD) wird bereits für den Hochvolumenbetrieb installiert und hat eine rund 60 % höhere Leistung als das Vorgängermodell.

Auch im DUV-Bereich sieht ASML eine starke Dynamik, insbesondere durch den Übergang zu HBM- und DDR5-Produkten bei DRAM-Herstellern, wodurch mehr Schichten in EUV gefertigt werden.

Dem CEO zufolge strebt ASML bis 2030 einen Jahresumsatz von 44 bis 60 Mrd. Euro und eine Bruttomarge von 56–60 % an. Insgesamt sieht man sich trotz kurzfristiger Unsicherheiten klar auf Wachstumskurs.

An der Börse kamen diese Neuigkeiten nicht besonders gut an. Aktuell notiert die Aktie 7,39 % im Minus bei 653,90 Euro. ASML kommt demnach auf ein KGVe von 27,5. Langjährig schwankt das KGV um einen Wert von 35.

ASML Aktie: Chart vom 16.07.2025, Kurs: 653,90 EUR - Kürzel: ASML | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ASML Aktie: Chart vom 16.07.2025, Kurs: 653,90 EUR – Kürzel: ASML | Quelle: TWS

ASML ist übergeordnet bullisch, kurzfristig jedoch angeschlagen. Die Aktie ist mehrfach am Widerstand bei 713 Euro abgeprallt. Unter 650 Euro drohen weitere Kursverluste in Richtung 626 Euro, oder möglicherweise sogar 605 Euro.

Gelingt hingegen eine Rückkehr über 670 Euro, würde sich die Lage wieder entspannen.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bearish
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bearish
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Konzern meldete auf USD-Basis letzte Woche einen Umsatz von 8,14 Milliarden USD, was einem Wachstum von +41,8 % entspricht. Auch der Gewinn je Aktie lag mit 6,31 USD über den Erwartungen der Analysten. Laut Unternehmensangaben nehmen jedoch die Wachstumsrisiken zu. Dennoch sollen die Umsatzprognosen für 2025 in der Spanne von 32,71 bis 38,16 Milliarden USD erreicht werden.

Trotz dieser eigentlich recht positiven Quartalsergebnisse geriet die Aktie des Halbleiterunternehmens zum Ende der vorigen Woche unter Druck. Anleger scheinen sich verstärkt auf die herausfordernde Auftragslage zu konzentrieren, was den Kursrückgang der ASML Holding-Aktie erklären könnte. Insgesamt bleibt das Papier in einem bärischen Trendverlauf.

Expertenmeinung: Mitte April versuchte die Aktie, die zuvor gebrochene Unterstützungslinie bei rund 625 EUR zurückzuerobern. Dieser Versuch scheiterte jedoch, was zu einem technischen Fehlausbruch und in Folge zu zusätzlichen Kursverlusten führte. Sollte der Kaufdruck nicht bald zunehmen, könnte ein erneuter Test des Tiefs von Anfang April bei 508,40 EUR bevorstehen.

Solange sich die Serie von tieferen Hochs und tieferen Tiefs fortsetzt, bleibt das Papier hochgradig risikobehaftet. Die Bullen müssten schon bald Stärke zeigen – andernfalls dürfte sich die Abwärtsbewegung weiter fortsetzen.

Aussicht: BÄRISCH

ASML Holding Aktie: Chart vom 17.04.2025, Kurs: 564.20 EUR Kürzel: ASML | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ASML Holding Aktie: Chart vom 17.04.2025, Kurs: 564.20 EUR Kürzel: ASML | Quelle: TWS

Quelle:
https://www.earningswhispers.com/epsdetails/ASML

Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es war eine äußerst ungünstige Kombination aus Nachrichten, die die Aktie der ASML Holding am Mittwoch in die Knie zwang. Zum einen war es der eigene Quartalsbericht mit einem dicken Haar in der Suppe, zum anderen „bad news“ von Nvidia. Die Bullen werden es schwer haben.

Verglichen mit dem ersten Quartal des Vorjahres standen solide Wachstumsraten zu Buche. So stieg der Umsatz um 46 Prozent auf 7,74 Milliarden, der Auftragseingang um gut neun Prozent auf 3,94 Milliarden Euro. Wobei man da schon auf das erste Haar in der Suppe stößt: Ein so weit unter dem Umsatz liegender Auftragseingang ist problematisch. Dem zweiten, größeren Haar begegnet man, wenn man die Ergebnisse mit denen des Vorquartals, also des vierten Quartals 2024 vergleicht.

Denn in diesem direkt davor liegenden Zeitraum lag der Umsatz ein gutes Stück höher, bei 9,26 Milliarden Euro. Der Auftragseingang hatte da noch bei 7,09 Milliarden gelegen, jetzt waren es nur die vorgenannten 3,94 Milliarden Euro. Und auch, wenn die Bruttomarge leicht von 51,7 auf 54,0 Prozent stieg, der Gewinn pro Aktie fiel: Er lag für das erste Quartal bei 6,00 Euro, im Vorquartal hatte ASML 6,85 Euro erreicht.

Das Hauptproblem war der deutlich unter Druck geratene Auftragseingang. Die Analysten hatten zwar mit Druck auf die Bestellungen gerechnet, lagen aber mit im Schnitt geschätzten 4,84 Milliarden Euro deutlich zu hoch. Natürlich konnte man das auf die jetzt überall zu spürende Verunsicherung durch Donald Trumps Zollpolitik zurückführen und daraus folgern, dass man das ja bereits geahnt und eingepreist habe. Aber der dann denkbare „buy on bad news“-Effekt blieb aus. Warum?

Expertenmeinung: Weil in diese schwachen Zahlen hinein zu kaufen nur dann einen Sinn ergeben würde, wenn man unterstellen könnte, dass die Gründe, die das Problem verursachen, nicht noch massiver werden. Aber genau das kann man derzeit nicht, im Gegenteil: Eine am Vorabend lancierte Meldung des Chip-Riesen Nvidia bestärkte viele Investoren zweifellos in ihrer Sorge, dass es zwar bereits schlimm aussieht, aber noch viel schlimmer werden könnte.

Denn Nvidia teilte mit, dass man aufgrund der erneuten Verschärfung der Export-Regelungen für China den extra auf die bis dahin geltenden Vorschriften ausgerichteten H20 KI-Chip nicht mehr dorthin exportieren könne. Was einen Umsatzverlust von etwa 5,5 Milliarden US-Dollar ausmachen würde. AMD folgte mit der Berechnung eines Umsatzverlustes von 0,8 Milliarden in Bezug auf China-Exporte. Dies in Kombination mit dem so schwachen Auftragseingang führte dazu, dass viele Trader, die überlegten, in diese „bad news“ des Halbleiter-Anlagenbauers hinein zu kaufen, diese Gedanken umgehend auf Eis gelegt haben dürften.

Trotzdem wirkt das Minus von 5,19 Prozent, das die ASML-Aktie in Amsterdam am Mittwoch verbuchte, im Vergleich zu den erratischen Schwankungen im Vorfeld eher moderat. Und solange die mit Ach und Krach in der vergangenen Woche verteidigte Zone 534,40 zu 544,80 Euro (ein im Herbst 2023 entstandener Supportbereich) nicht unterboten wird, halten sich die Bullen die Tür für einen Befreiungsschlag offen.

ASML Holding Aktie: Chart vom 16.04.2025, Kurs 574,00 Euro, Kürzel: ASML | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ASML Holding Aktie: Chart vom 16.04.2025, Kurs 574,00 Euro, Kürzel: ASML | Quelle: TWS

Der dann zu unterstellen wäre, wenn es gelingt, die Aktie über den Kreuzwiderstand aus der Widerstandszone 657 zu 669 Euro und der mittelfristigen Abwärtstrendlinie hinaus zu bekommen, die aktuell von dieser Widerstandszone eingeschlossen wird.

Möglich wäre ein solcher Ausbruch, vorausgesetzt, es gäbe neue, wieder positivere Argumente. Aber da die derzeit zumindest als „höchst ungewiss“ eingeordnet werden müssen, wäre der Gedanke, einem solchen, charttechnischen Befreiungsschlag vorgreifen zu wollen, äußerst verwegen!

Quellenangaben: Quartalsbericht Q1, 16.04.2025: https://www.asml.com/en/news/press-releases/2025/q1-2025-financial-results

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bearish
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der niederländische Zulieferer für die Halbleiterindustrie steht an der Börse seit geraumer Zeit unter Druck. Zwar kam es zum Jahreswechsel zu einer mittelfristigen Erholung, doch diese wurde spätestens im März wieder negiert.

Mittlerweile notieren die Kurse seit Wochen unter der 50-Tage-Linie, was für die Aktie kein positives Zeichen ist. Langfristige Anleger achten vor allem auf die 200-Tage-Linie, doch auch diese hat die ASML-Holding-Aktie bereits unterschritten. Die Gesamtlage bleibt vorerst angeschlagen.

Expertenmeinung: Eigentlich deuteten die letzten Monate eher auf eine mögliche Bodenbildung hin. Nun aber scheinen die Bären den Verkaufsdruck erneut zu erhöhen.

Zu Beginn der Woche wurde die im Chart eingezeichnete Unterstützungslinie nach unten durchbrochen. Dies könnte als weiteres Verkaufssignal gedeutet werden und führt den Trend wieder in eine bärische Gesamtlage zurück. Falls die Bullen es nicht schnell schaffen, diese Ebene zurückzuerobern, könnte sich der Abverkauf in den kommenden Tagen weiter beschleunigen.

Aussicht: BÄRISCH

ASML Holding Aktie: Chart vom 01.04.2025, Kurs: 618,60 EUR, Kürzel: ASML | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
ASML Holding Aktie: Chart vom 01.04.2025, Kurs: 618,60 EUR, Kürzel: ASML | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.