Kaum ein anderer Sektor bringt so viele Dividendenaristokraten hervor wie die Wasserbranche. Wer auf langfristige Stabilität setzt, könnte hier fündig werden.
Ein Sektor voller Dividendenaristokraten
Nahezu alle großen Wasserversorger sind Dividendenaristokraten. Kaum ein anderer Sektor kann da auch nur annähernd mithalten.
Wer nach einer vergleichsweise sicheren Beimischung für das eigene Depot sucht, für den könnte der Sektor interessant sein.
Es ist kein Zufall, dass die Branche eine ganze Reihe von Dividendenaristokraten hervorgebracht hat und in diesem elitären Club stark überrepräsentiert ist.
Sieben der acht größten börsennotierten Wasser-Versorger sind Dividendenaristokraten, nur der bedeutende Anbieter American Water Works nicht.
American Water Works zahlt zwar seit 1931 durchgängig eine Dividende, hat sie aktuell aber „nur“ 16 Jahre in Folge erhöht.
American States Water, California Water und Middlesex Water haben die Dividende mehr als 50 Jahre in Folge erhöht.
Essential Utilities kommt auf 34 Jahre und York Water auf 29.
Die Gründe für diese Erfolge sind simpel: Wasser wird immer benötigt und daran wird sich nichts ändern.
Darüber hinaus handelt es sich bei all diesen Wasser-Versorgern um regionale Monopole. In der Regel gibt es in einem Gebiet nur einen Anbieter für Wasser- und Abwasserleitungen und allen damit verbundenen Aktivitäten wie Kläranlagen.
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Aktuell interessiert sich niemand für den Sektor
Daher war der Sektor für lange Zeit beliebt. Trotz der moderaten Wachstumsraten war es vollkommen normal, dass die Unternehmen mit einer P/E von 40 und mehr gehandelt wurden.
Wohl jeder erfahrene Börsianer weiß, wie diese Geschichte enden musste. Mit der Zeit ist das Interesse der Anleger verflogen und die Bewertungen sind deutlich gesunken. Heute liegt die P/E der großen Wasserunternehmen bei 20 – 25.
An der Qualität hat sich unterdessen nichts Wesentliches geändert. Wasser ist unerlässlich und die Versorger erhöhen regelmäßig den Preis. Da dem nur marginal steigende Kosten entgegenstehen, steigt das Ergebnis langfristig – und solange sich daran nichts ändert, dürften diese Unternehmen auch in Zukunft die Dividende erhöhen.
Nachdem American States Water die Ausschüttung 71 Jahre infolge erhöht hat, dürfte das Unternehmen nicht einfach damit aufhören. Dafür sind derzeit keine greifbaren Gründe ersichtlich, denn die Dividende ist gut finanziert.
Die Ausschüttungsquote von American States Water liegt nur bei etwas mehr als 50 %.
30 % Kurspotenzial?
Ganz ähnlich ist die Situation bei American Water Works, California Water, Middlesex Water und York Water.
Interessanterweise ist die Dividendenrendite bei allen Titeln im Sektor nahezu identisch und liegt zwischen 2,5 und 2,9 %.
Die Bewertungen sind moderat, liegen unter dem historischen Niveau und gleichzeitig setzt sich das Wachstum ungemindert fort. Früher oder später dürften die Aktien im Sektor daher wieder anspringen – und sobald das geschieht, ist eine ordentliche Rendite möglich.
Nehmen wir beispielsweise American Water Works. Das Unternehmen erwartet im laufenden und den kommenden Geschäftsjahren jeweils Gewinnsteigerungen von 6 – 8 % per annum.
Das Potenzial für Kurssteigerungen ist entsprechend hoch. Hinzu kommt eine Dividendenrendite von derzeit 2,5 % und die Möglichkeit einer Neubewertung. Aktuell liegt die forward P/E (2026) mit 21,9 unter dem historisch üblichen Niveau in Höhe von 29 (Durchschnittswert der letzten zehn Jahre).
Sollte die Bewertung bis Ende des Jahres wieder auf dieses Niveau steigen, ergibt sich daraus ein Kursziel von 176,90 USD, was einem Kurspotenzial von mehr als 30 % entspricht – zuzüglich Dividende.
Für ein vergleichsweise sicheres Geschäftsmodell mit begrenztem Abwärtspotenzial ist das erstaunlich viel. Es dürfte nur eine Frage der Zeit sein, bis der Sektor mal wieder anspringt.

Vielleicht ist gerade der Startschuss gefallen. Gelingt jetzt ein Anstieg über 135 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 145 – 150 USD.
Darüber würde sich das Chartbild nachhaltig aufhellen.
Wird jedoch das Jahrestief unterschritten, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.
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