Ein Chartbild wie das der Allianz bekommt man selten zu sehen. Dabei fällt vor allem die Dynamik der jüngsten Aufwärtsbewegung auf. Ein Blick auf den längerfristigen Verlauf ordnet diese Entwicklung zusätzlich ein.
In den letzten 21 Handelstagen gelangen der Allianz-Aktie 20 grüne Kerzen, d. h. 20-mal lag der Schlusskurs über dem Eröffnungskurs. Und das mehrere Male, nachdem die Aktie gegenüber dem Vortag niedriger gestartet war. Das deutet auf eine Konsequenz auf der Käuferseite hin, wie man sie selten sieht. Und auch die Basis dieser Kaufwelle ist bemerkenswert:
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Nachdem der Kurs Mitte April und Anfang Mai zweimal daran gescheitert war, das bisherige Jahreshoch zu überwinden, schickte der Dividendenabschlag die Aktie auf die 200-Tage-Linie zurück. Dort drehte die Aktie des Versicherungs- und Finanzkonzerns umgehend nach oben, scheiterte aber erneut am Jahreshoch. Die Zone 396/397 Euro wurde zu einem brettharten Widerstand, das Risiko, dass die Bullen das Handtuch werfen, stieg. Doch dann wendete sich das Blatt … und das deutlich:

Expertenmeinung: Auch diesem erneuten Test der 200-Tage-Linie hielt die Allianz-Aktie stand. Und diesmal ließen sich die Käufer nicht abweisen. Das war der Beginn dieser bereits gut vier Wochen währenden Kaufwelle, die nicht nur mit einem Doppeltief über der 200-Tage-Linie ein ideales Fundament bekam, sondern auch diese bisherigen Jahreshochs überbot. Und nicht nur die.
Ob diese Marke noch viele auf dem Schirm hatten, sei mal dahingestellt, nicht viele verfügen über Charts, die bis ins Jahr 2000 zurückreichen. Aber damals war eine Marke entstanden, die es in sich hatte: das bisherige Rekordhoch, ausgebildet im Frühjahr 2000 bei 402,68 Euro. Und auch diese alte und letztlich aus charttechnischer Sicht ultimative Widerstandslinie wurde mittlerweile überboten. Damit wäre die Aktie nach oben aus rein charttechnischer Sicht frei. Aber ist sie durch diesen für diese meist eher gemächlich laufende Aktie untypisch dynamischen Sturmlauf nicht schon so teuer bewertet, dass man jederzeit mit einer womöglich auch scharfen Korrektur rechnen müsste?
Darauf zu wetten, dass eine solche Korrektur kommt, wäre verwegen. Sie auszuschließen aber erst recht. Denn so bullisch der Chart auch daherkommt, die Analysten sind es zu einem nicht unwesentlichen Teil jetzt eher nicht mehr. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 414 Euro und ist damit jetzt knapp überboten. Das Kurs-Gewinn-Verhältnis auf Basis der 2026er-Gewinnschätzung liegt mit knapp 14 über der für die letzten zehn Jahre üblichen Range zwischen 10 und 13. Und nur noch die Hälfte der Analysten ist für die Allianz derzeit bullisch, der Rest sieht sie nur noch als Halteposition, zwei raten sogar zum Ausstieg.
Damit ist das Risiko, dass die Luft nach oben jetzt dünn ist, nicht zu unterschätzen. Allerdings würde hier erst etwas anbrennen, wenn der Kurs die jetzt als wichtigen Support dienende Zone 396/397 Euro deutlicher unterbieten sollte. Solange dieser Bereich hält, bliebe die Chance erhalten, dass neue, positive Impulse, wie sie ggf. seitens der Bilanz des zweiten Quartals am 7. August kommen könnten, den Weg nach oben offenhalten. Geht es jedoch signifikant unter 396/397 Euro, wäre das derzeit klar bullische Setup vom Tisch.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ALV.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 03.07.2026 um 23:17 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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