Die Sportartikelbranche steckt in der Krise, doch nicht alle Unternehmen leiden gleichermaßen. Ist Adidas längst wieder in der Erfolgsspur?
Branchengrößen in der Krise
Adidas, Nike und Puma galten als unangefochtene Marktführer. An der Börse waren die drei Aktien echte Dauerläufer, doch inzwischen stecken die Unternehmen in einer Art Dauerkrise. Oder wird dabei etwas übersehen?
Die Kurse sind meilenweit von den Hochs entfernt und das im Allgemeinen auch mit gutem Grund. Der Gewinn von Nike ist um mehr als die Hälfte eingebrochen und dürfte in diesem Jahr abermals sinken.
Bei Puma sind die Zeiten, in denen die Korken knallten, ebenfalls längst vorbei. Derzeit steckt das Unternehmen sogar in den roten Zahlen.
Dahinter stecken mehrere strukturelle Probleme der gesamten Sportartikelbranche. Ein zentrales Problem ist die Marktsättigung in den Kernmärkten.
In Nordamerika und Europa besitzen die meisten Konsumenten bereits mehr Sneaker und Sportkleidung, als sie benötigen, sodass das Wachstum zunehmend davon abhängt, dass Menschen häufiger neue Produkte kaufen oder sich für höherpreisige Modelle entscheiden.
Das funktioniert nicht dauerhaft, besonders wenn wirtschaftliche Unsicherheit herrscht.
Wettbewerb & Strukturwandel
Hinzu kommt ein fundamentaler Wandel im Wettbewerb. Früher dominierten wenige globale Marken, heute greifen spezialisierte Herausforderer gezielt profitable Nischen an. Marken wie Lululemon im Yogabereich oder On Running im Performance-Laufsport wachsen schnell, weil sie sich klar positionieren und eine starke Community aufbauen konnten.
Anta Sports dominiert in aufstrebenden Märkten wie China und Marken wie Skechers, New Balance und Asics konnten ihre Marktanteile in den zurückliegenden Jahren ebenfalls ausbauen.
In diesem trüben Fahrwasser ist der Kurs von Adidas in den letzten Monaten von etwa 260 auf 130 Euro eingebrochen und hat sich halbiert.
Womöglich wurde dabei übersehen, dass es bei Adidas inzwischen wieder wesentlich besser läuft und dass das Unternehmen im Gegensatz zu Puma und Nike die Krise überwunden hat.
Wie passt das zur Kursentwicklung?
Dafür sprechen die Geschäftszahlen bereits seit langer Zeit. Seit dem absoluten Tiefpunkt im Geschäftsjahr 2023, als auch Adidas kurzzeitig rote Zahlen schrieb, ging es wieder spürbar aufwärts.
Im Geschäftsjahr 2024 konnte ein Ergebnis von 4,28 Euro je Aktie erzielt werden und im darauffolgenden Jahr konnte Adidas mit einem Gewinnanstieg auf 7,51 Euro je Aktie an diesen Erfolg anknüpfen.
Zeitweise hat sich das auch in den Kursen niedergeschlagen. Zuletzt war die Stimmung unter Anlegern aber sehr negativ, sonst wäre der Kurs schließlich nicht in diesem Umfang eingebrochen.
Es wäre durchaus möglich, dass die heutigen Quartalszahlen ein Umdenken und somit auch eine Kurserholung einleiten.
Gewinnanstieg in Sicht
Denn im ersten Quartal konnte der Umsatz währungsbereinigt um 14 % auf 6,6 Mrd. Euro gesteigert werden.
Das Wachstum wurde vor allem durch ein starkes DTC-Geschäft („direct to customer“) getragen, also den direkten Verkauf an Endkunden. Für Adidas ist das das attraktivste Geschäft, da die Zwischenhändler umgangen und entsprechend höhere Margen erzielt werden.
Dadurch konnte die operative Marge von 9,9 % auf 10,7 % gesteigert werden. Das Betriebsergebnis verbesserte sich um 16 % auf 705 Mio. Euro und der Gewinn aus fortgeführten Geschäftsbereichen um 11 % auf 484 Mio. Euro.
Darüber hinaus steht die Fußball-WM vor der Türe, die das Geschäft in diesem Jahr zusätzlich befeuern sollte.
Dazu passen die Konsensschätzungen, die derzeit einen Gewinnsprung um 24 % auf 9,30 Euro je Aktie vorsehen. Für Adidas wäre es das drittbeste Ergebnis der Unternehmensgeschichte.
Sollte das eintreffen, entspricht das einem KGVe von 15,7. Im langjährigen Durchschnitt lag das KGV bei 25,9.

Gelingt jetzt ein Ausbruch über 150 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 160 oder 169 Euro einleiten. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 185 und 195 Euro.
Fällt die Aktie hingegen unter 137 Euro zurück, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 29.04.2026 um 14:52 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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