Als Reaktion auf die Aussagen des gestrigen Kapitalmarkttags landete die Wacker Chemie-Aktie auf der Liste der MDAX-Verlierer. Zwar entstand dadurch auf charttechnischer Ebene kein bärisches Signal. Aber vom Tisch wäre ein solches Signal dadurch noch nicht.
Die von Wacker Chemie am Donnerstag präsentierten neuen Zielsetzungen waren keine, mit denen man nach den Sternen greifen würde. Das bisher im Raum stehende Ziel, bis 2030 zehn Milliarden Euro Umsatz zu schaffen (2025: 5,5 Milliarden), kam nicht mehr vor. Und was die operative Gewinnmarge auf EBITDA-Basis angeht, sieht man da nicht mehr 20, sondern 15 Prozent, mit einer Spanne von +/- zwei Prozent. Das ist nichts, das die Marktteilnehmer überrascht hätte. Immerhin weiß man, dass man in Bezug auf die Wiederbelebung dynamischen Wachstums in der gesamten Chemiebranche kleinere Brötchen backen muss. Aber diese Ziele waren eben auch keine, bei denen man nach dem Motto „Es hätte schlimmer kommen können“ aufgeatmet hätte.
Was manch einen Akteur irritiert haben könnte, waren die Aussagen des Vorstandschefs, die in der Mitteilung zum Kapitalmarkttag zu lesen waren, Zitat (der Bericht ist zudem unten verlinkt): „Mit REFOCUS (Anmerkung: Das ist der Name des laufenden Effizienzprogramms) wollen wir das Potenzial von WACKER voll entfalten, indem wir unser Wachstum gezielt weiter ankurbeln und unsere Profitabilität nachhaltig steigern. Basis hierfür sind die bereits eingeleiteten Struktur- und Effizienzmaßnahmen zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Der Fokus liegt dabei auf selektivem Wachstum. Das beinhaltet eine noch stärker differenzierte und fokussierte Sicht auf Märkte, eigene Fähigkeiten und Potenziale.“
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Expertenmeinung: Das hieße in eine kürzere Aussage übertragen: Wir wollen profitabler werden, dafür sparen wir da, wo es geht, und legen unseren Schwerpunkt auf die Bereiche, die am erfolgversprechendsten sind. Dazu ließe sich als Anleger nur antworten: Klar, was sonst, das würde jeder so machen. Mit der Frage im Hinterkopf: Lief das denn vorher nicht so?
Unter dem Strich zeigt das moderate Minus der Aktie gestern, dass man zwar nicht enttäuscht wurde, es aber zugleich an einem Zündfunken fehlte, der den Marktteilnehmern das Gefühl geben könnte, dass diese neuen Ziele und Aussagen der Startschuss für einen neuen, größeren Aufwärtsimpuls sein könnten. Daher ist der Umstand, dass die Aktie ihre gerade erst zu Wochenbeginn getestete und mit Ach und Krach verteidigte 200-Tage-Linie am Donnerstag halten konnte, nichts, das in Stein gemeißelt sein müsste.
Denn es fehlt auch nach diesen neuen Zielen und Aussagen an Kaufargumenten, daher wäre es riskant, hier im Vorfeld eines charttechnisch bullischen Signals über einen Einstieg nachzudenken … und das reine Verteidigen einer Supportlinie ist noch keines. Der Wacker-Kurs müsste über die Widerstandszone 96,35/98,10 Euro, zusammengesetzt aus den Zwischenhochs des laufenden Quartals, hinauskommen, bevor das der Fall wäre.

Und da kurzfristige Trader gerne mal nach dem Motto „Wenn nach oben nichts geht, dann vielleicht nach unten“ vorgehen, sollte man das bisherige Wochen-Verlaufstief sowie das Juli-Tief im Auge behalten. Denn sollten diese Marken bei 82,95 und 81,60 Euro und mit ihnen dann auch die 200-Tage-Linie fallen, wäre das, was am Donnerstag auf dem Kapitalmarkttag kommuniziert wurde, nichts, das das bärische Lager zwingend davon abhalten müsste, Druck zu machen, sobald ein solches Chartsignal erst einmal generiert wäre.
Quellenangaben:
Informationen zum Kapitalmarkttag 2026, 17.09.2026: https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2026/press-releases-detail-2026-317760.html
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.09.2026 um 22:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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