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Wacker Chemie Aktie Prognose Wacker Chemie: Balanceakt auf der 200-Tage-Linie

News: Aktuelle Analyse der Wacker Chemie Aktie

In diesem Artikel
Wacker Chemie
ISIN: DE000WCH8881
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Ticker: WCH -,-- %
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Zur Wacker Chemie Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Als Reaktion auf die Aussagen des gestrigen Kapitalmarkttags landete die Wacker Chemie-Aktie auf der Liste der MDAX-Verlierer. Zwar entstand dadurch auf charttechnischer Ebene kein bärisches Signal. Aber vom Tisch wäre ein solches Signal dadurch noch nicht.

Die von Wacker Chemie am Donnerstag präsentierten neuen Zielsetzungen waren keine, mit denen man nach den Sternen greifen würde. Das bisher im Raum stehende Ziel, bis 2030 zehn Milliarden Euro Umsatz zu schaffen (2025: 5,5 Milliarden), kam nicht mehr vor. Und was die operative Gewinnmarge auf EBITDA-Basis angeht, sieht man da nicht mehr 20, sondern 15 Prozent, mit einer Spanne von +/- zwei Prozent. Das ist nichts, das die Marktteilnehmer überrascht hätte. Immerhin weiß man, dass man in Bezug auf die Wiederbelebung dynamischen Wachstums in der gesamten Chemiebranche kleinere Brötchen backen muss. Aber diese Ziele waren eben auch keine, bei denen man nach dem Motto „Es hätte schlimmer kommen können“ aufgeatmet hätte.

Was manch einen Akteur irritiert haben könnte, waren die Aussagen des Vorstandschefs, die in der Mitteilung zum Kapitalmarkttag zu lesen waren, Zitat (der Bericht ist zudem unten verlinkt): „Mit REFOCUS (Anmerkung: Das ist der Name des laufenden Effizienzprogramms) wollen wir das Potenzial von WACKER voll entfalten, indem wir unser Wachstum gezielt weiter ankurbeln und unsere Profitabilität nachhaltig steigern. Basis hierfür sind die bereits eingeleiteten Struktur- und Effizienzmaßnahmen zur Stärkung unserer Wettbewerbsfähigkeit. Der Fokus liegt dabei auf selektivem Wachstum. Das beinhaltet eine noch stärker differenzierte und fokussierte Sicht auf Märkte, eigene Fähigkeiten und Potenziale.“

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Wacker Chemie Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das hieße in eine kürzere Aussage übertragen: Wir wollen profitabler werden, dafür sparen wir da, wo es geht, und legen unseren Schwerpunkt auf die Bereiche, die am erfolgversprechendsten sind. Dazu ließe sich als Anleger nur antworten: Klar, was sonst, das würde jeder so machen. Mit der Frage im Hinterkopf: Lief das denn vorher nicht so?

Unter dem Strich zeigt das moderate Minus der Aktie gestern, dass man zwar nicht enttäuscht wurde, es aber zugleich an einem Zündfunken fehlte, der den Marktteilnehmern das Gefühl geben könnte, dass diese neuen Ziele und Aussagen der Startschuss für einen neuen, größeren Aufwärtsimpuls sein könnten. Daher ist der Umstand, dass die Aktie ihre gerade erst zu Wochenbeginn getestete und mit Ach und Krach verteidigte 200-Tage-Linie am Donnerstag halten konnte, nichts, das in Stein gemeißelt sein müsste.

Denn es fehlt auch nach diesen neuen Zielen und Aussagen an Kaufargumenten, daher wäre es riskant, hier im Vorfeld eines charttechnisch bullischen Signals über einen Einstieg nachzudenken … und das reine Verteidigen einer Supportlinie ist noch keines. Der Wacker-Kurs müsste über die Widerstandszone 96,35/98,10 Euro, zusammengesetzt aus den Zwischenhochs des laufenden Quartals, hinauskommen, bevor das der Fall wäre.

Wacker Chemie Aktie: Chart vom 17.09.2026, Kurs 86,80 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Wacker Chemie Aktie: Chart vom 17.09.2026, Kurs 86,80 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS

Und da kurzfristige Trader gerne mal nach dem Motto „Wenn nach oben nichts geht, dann vielleicht nach unten“ vorgehen, sollte man das bisherige Wochen-Verlaufstief sowie das Juli-Tief im Auge behalten. Denn sollten diese Marken bei 82,95 und 81,60 Euro und mit ihnen dann auch die 200-Tage-Linie fallen, wäre das, was am Donnerstag auf dem Kapitalmarkttag kommuniziert wurde, nichts, das das bärische Lager zwingend davon abhalten müsste, Druck zu machen, sobald ein solches Chartsignal erst einmal generiert wäre.

Quellenangaben:
Informationen zum Kapitalmarkttag 2026, 17.09.2026: https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2026/press-releases-detail-2026-317760.html

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.09.2026 um 22:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Wacker Chemie Aktie

12.03.2026
08:06 Uhr

Wacker Chemie: Ein Plus auf recht dünnen Beinen — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.03.2026 um 21:35 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die gestern von Wacker Chemie gemeldeten Ergebnisse des Vorjahres waren schlecht, aber keine Überraschung. 2026 soll es zwar besser werden, aber den Ausblick als „verhalten“ zu bezeichnen, wäre keine Untertreibung. Trotzdem legte die Aktie zu – kann das von Dauer sein?

Handelskonflikte und geopolitische Krisen haben 2025 enormen Druck auf die Chemiebranche ausgeübt, erklärte Wacker-CEO Hartel in der Mitteilung zum Gesamtjahr 2025. Bestellungen wurden zurückgehalten, Investitionen verschoben – dass Wacker Chemie in einem solchen Umfeld „nur“ vier Prozent weniger Umsatz erzielte als 2024, klingt da glatt robust.

Aber der Gewinn brach deutlich stärker ein, der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, ging um 29 Prozent auf 529 Millionen Euro in die Knie, unter dem Strich stand netto sogar ein Verlust. Das soll 2026 zwar besser werden. Aber nicht viel besser.

Denn das Unternehmen sieht bislang keine Wende zum Guten im Markt. Dementsprechend wolle man die Hebel einsetzen, die man selbst in der Hand habe, um die Rentabilität zu steigern. Wozu auch gehört, die Dividende für 2025 zu streichen.

Wacker plant derzeit mit einem Umsatzanstieg im niedrigen einstelligen Prozentbereich und einem EBITDA in der Spanne von 550 bis 700 Millionen Euro. Das ist mehr als 2025, aber eben nicht viel mehr. Und die Entwicklung, die wir gerade im Nahen Osten sehen, ist in diese Planungen noch nicht eingearbeitet. Wie sollte man auch, immerhin ist ja absolut offen, wie sich die Lage dort mittelfristig darstellen wird. Wichtig ist das, was dort passiert, aber trotzdem, denn:

Expertenmeinung: Die Chemiebranche braucht immens viel Energie. Und die wird gerade deutlich teurer, Öl und Gas gleichermaßen. Sollten diese Energiepreise nicht bald auf Levels sinken, die man vor dem Iran-Krieg gesehen hat, könnten selbst diese eher kleinen Wachstumspläne schnell Makulatur sein. So gesehen erstaunt es ein wenig, dass die Wacker Chemie-Aktie gestern im Nachgang dieses 2026er-Ausblicks zulegte.

Natürlich könnte man argumentieren, dass das Ergebnis des Vorjahres, vor allem aber der Ausblick auf das laufende Jahr durchaus hätte schlimmer ausfallen können. Aber das wäre eher ein Argument für Leerverkäufer, die Aktien zurückzukaufen, weil man erst einmal keine neuen Argumente für die Unterseite bekam. Das wäre dann aber nicht automatisch eine Basis für eine Aufwärtswende, zumal die Analysten die Aktie momentan ziemlich zurückhaltend beurteilen. Nur 4 von 14 Experten stufen sie als kaufenswert ein…
Und das durchschnittliche Analysten-Kursziel von aktuell 71,57 Euro wäre mit dem kräftigen Plus der vergangenen zwei Handelstage bereits überboten. Wobei sich die Motivation der Käufe auch daraus erklären könnte, dass die Aktie bereits am Dienstag und damit vor den Zahlen zulegte, denn:

Wacker Chemie Aktie: Chart vom 11.03.2026, Kurs 73,20 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Wacker Chemie Aktie: Chart vom 11.03.2026, Kurs 73,20 Euro, Kürzel: WCH | Quelle: TWS

Das korreliert mit einem Abstieg der Energiepreise seit Montagabend, der darauf basiert, dass am Energiemarkt die Hoffnung herrscht, die Kampfhandlungen in Nahost seien bald vorüber und dann sei wieder eine normale Gemengelage bei Öl und Gas zu erwarten.

Wer daran glaubt, obgleich es dafür keine Belege, sondern nur sich oft nicht deckende Aussagen aus Washington gibt, könnte auch bei Wacker darauf setzen, dass der parallel mit dem Ölpreis-Anstieg abgelaufene, drastische Abverkauf der Aktie bald keine Grundlage mehr hat. Was indes eine Wette ist, die allemal auch schiefgehen könnte. Solange das Risiko, dass Öl und Gas auch mittelfristig teurer bleiben, nicht aus dem Markt ist, bliebe diese Aktie daher hoch riskant.

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 11.03.2026:
https://www.wacker.com/cms/de-de/press-and-media/press/press-releases/2026/press-releases-detail-2026-310080.html

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/WCH.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.