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Nemetschek Aktie Prognose Nemetschek: Es wird wieder spannend – Sekt oder Selters?

News: Aktuelle Analyse der Nemetschek Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Nemetschek Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.11.2025 um 22:29 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nemetschek vermeldet Wachstum, beim Umsatz, beim Gewinn, bei der Marge. Doch die Aktie hat den gesamten, zeitweise 48 Prozent ausmachenden Jahresgewinn wieder abgegeben und liegt jetzt gegenüber Ende 2024 im Minus. Ist die Korrektur nicht langsam überzogen?

Wäre die Aktie am Jahreshoch in Relation zum erwarteten Gewinn nicht ungewöhnlich teuer gewesen, könnte man bereits jetzt behaupten, dass der Kurs derart günstig geworden ist, dass man zumindest mit einem mittel- bis langfristigen Zeithorizont gelassen zugreifen könnte. Aber die Aktie war eben ungewöhnlich teuer.

Am im August erzielten Rekordhoch bei 138,50 Euro lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis auf Basis des seitens der Analysten im Schnitt bei 1,89 Euro pro Aktie für 2025 erwarteten Gewinns bei extremen 73. Jetzt notiert die Aktie deutlich niedriger, somit ist klar: Die Bewertung ist kräftig zurückgekommen. Und auf einen Level zurückgekommen, bei dem man das Wort „teuer“ durch „langsam interessant“ ersetzen könnte.

Jetzt sehen wir hier ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 46. Gelingt es dem Entwickler von Bau- und Architektur-Software, die Erwartungen der Analysten zu erfüllen und 2026 sowie 2027 den Gewinn pro Aktie um jeweils 20 bis 25 Prozent zu steigern, wäre dieser Bewegungslevel fair. Aber bevor man jetzt eilig eine Kauforder abgibt, sollte man zwei Haken bedenken:

Expertenmeinung: Zum einen kann man unmöglich sicher prognostizieren, wo der Gewinn eines Unternehmens in einem oder zwei Jahren liegen wird. Das ist schon in ruhigem, weltwirtschaftlichem Fahrwasser kaum drin, aktuell aber erst recht nicht. Diese den derzeitigen Bewertungslevel stützenden Prognosen könnten also auch zu hoch angesiedelt sein.

Zum anderen hieße eine faire Bewertung ja, dass, wer jetzt zugreift, darauf hoffen muss, dass sie sich wieder in die Regionen „hoch“ bis „zu hoch“ bewegt. Denn nur dann wären Kurssteigerungen drin, sofern sich die Gewinnerwartungen nicht kurzfristig erhöhen. Was aber zumindest fraglich ist, weil Nemetschek trotz der guten Ergebnisse des dritten Quartals die 2025er-Gesamtjahresprognose nicht angehoben hatte. Was manchem Trader offenbar nicht schmeckte.

Daher mag die Aktie jetzt zwar langsam auf einem Bewertungsniveau liegen, das es interessant machen könnte, sie „abzufischen“. Das heißt aber nicht, dass sie nicht zunächst noch weiter abrutschen kann, denn der Trend ist eben bislang klar abwärtsgerichtet, technisch orientierte Trader sind hier auf der Short-Seite und könnten weiter Druck machen. Aber, immerhin, eine mittelfristig bedeutsame Unterstützung wäre jetzt erreicht, wie unser Chart auf Wochenbasis zeigt:

Nemetschek Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 88,35 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 19.11.2025, Kurs 88,35 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Die im Herbst 2022 etablierte Aufwärtstrendlinie, die momentan um 86,50 Euro verläuft. Das ist zwar nahe, so dass man sich sagen könnte: Wegen der paar Prozent Restrisiko riskiere ich doch nicht, das Tief zu verpassen. Aber das gälte eben nur, wenn der Kurs spätestens an dieser Linie auch dynamisch nach oben dreht.

Und bei einer Aktie, der gerade erst das bisherige, markante Jahres-Verlaufstief, beim Zoll-Crash im April bei 88,90 Euro ausgebildet, durchbrochen hat, sollte man sich nicht darauf verlassen, dass die Anleger am nächsten Support dann schon zugreifen werden. Besser wäre abzuwarten, ob es gelingt, Widerstände zu überwinden, bei denen man annehmen könnte, dass sie vom bärischen Lage aktiv verteidigt werden. Das wäre im Fall Nemetschek dieses alte Jahres-Verlaufstief und das Zwischentief vom vergangenen Herbst bei 88,90/90,50 Euro. Ginge de Aktie da wieder deutlich drüber, wäre ein Trade mit einem engen Stop Loss etwas unter dem bis dahin generierten Tief zumindest für risikofreudige Akteure einen Gedanken wert.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 04.11.2025 um 23:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Entwickler von Bau- und Architektursoftware Nemetschek legte am Dienstag das Ergebnis des 3. Quartals vor. Es war ein Quartal mit solidem Wachstum, das nahtlos an ein gutes erstes Halbjahr anschloss. Trotzdem sackte die Aktie nach anfänglichen Gewinnen durch. Warum?

Der Umsatz legte um 15,8 Prozent zu. Der operative Gewinn, gerechnet als EBITDA, stieg um 24,9 Prozent, die EBITDA-Gewinnmarge von 30,1 auf 32,5 Prozent. Und das alles nominal, also ohne das Herausrechnen von Wechselkurseffekten. Das wirkte alles absolut erfreulich. Und die Aktie stieg anfangs ja auch, am Tageshoch standen da +4,6 Prozent zu Buche. Doch dann musste irgendetwas andere Akteure hinreichend irritiert haben, um in diesen Anstieg hinein zu verkaufen. Denn das Tagestief lag bei -5,8 Prozent, am Ende schloss der Kurs im regulären Handel mit einem Abschlag von 1,7 Prozent.

Nemetschek Aktie: Chart vom 04.11.2025, Kurs 98,30 Euro, Kürzel: NEM | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 04.11.2025, Kurs 98,30 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Ein Grund für die Verkäufe in den anfänglichen Anstieg hinein könnte gewesen sein, dass Nemetschek die Gesamtjahresprognose trotz übertroffener Analysten-Erwartungen nicht anhob. Immerhin gelang mit diesen Zahlen ein Gewinn pro Aktie von 0,48 Euro, die Prognose hatte bei 0,46 Euro gelegen. Ein wenig mehr hatte man da als Ausblick für das Gesamtjahr vermutlich erwartet. Aber das größere Problem dürfte sich hinter diesem Gewinn pro Aktie verborgen haben: dessen Höhe bzw. das, was Nemetschek bislang als Gewinn pro Aktie nach drei Quartalen vorweisen kann.

Expertenmeinung: Dieser Neun-Monats-Gewinn beläuft sich auf 1,32 Euro, für das Gesamtjahr erwarten die Analysten im Schnitt 1,89 Euro. Und das ist in Relation zum aktuellen Aktienkurs nicht gerade viel bzw. der Kurs im Licht dieser Gewinnerwartung teuer. So kommt man auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 52. Das ist, wenn das Unternehmen den Gewinn pro Aktie in den kommenden Jahren wie von den Experten im Schnitt erwartet um 20 Prozent steigert, eher teuer.

Zwar ließe sich argumentieren, dass das auch niemanden gestört hat, als die Nemetschek-Aktie im August bei 138,50 Euro ein Rekordhoch markierte. Aber es ist eher die Regel als die Ausnahme, dass zu hohe Bewertungen die Anleger in keiner Weise interessieren, solange der Trend einer Aktie aufwärts weist. Erst wenn man sich mit fallenden Kursen und ggf. Verlusten konfrontiert sieht, tauchen solche Aspekte im Bewusstsein auf … dann aber hartnäckig.

Und dass genug Anleger die Aktie als „noch nicht auskorrigiert“ einstufen, zeigte sich am Dienstag darin, dass der anfängliche Anstieg in einem Intraday-Turnaround nach unten endete. Dass die Aktie dabei auch noch ziemlich genau am Kreuzwiderstand aus der 20-Tage-Linie und dem Zwischentief des Septembers abdrehte, deutet zusätzlich an, dass hier bärische Trader aktiv sind und die Aktie derzeit noch im Griff haben. Die Fortsetzung der Korrektur an die Supportzone 88,90/91,20 Euro wäre damit denkbar. Dort wäre Nemetschek von der Bewertung her dann nicht mehr überzogen unterwegs, aber auch noch nicht „billig“, daher:

Auch dort sollte man lieber abwarten, ob der Kurs Unterstützung findet, statt allzu zuversichtlich ins fallende Messer zu greifen, denn solche Abwärtsschwenks nach eigentlich guten Quartalsergebnissen sind für das bullische Lager „Wirkungstreffer“, die durchaus auch längere Zeit abschrecken können.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nemetschek zeigt Wachstum. Und das in einer Größenordnung, die nicht zu einem Abwärtstrend passt – eigentlich. Aber die Aktie hat einen Haken in Bezug auf ihre Bewertung, daher sollte man hier genauer hinschauen, bevor man eine Entscheidung trifft.

Nemetschek Aktie: Chart vom 29.09.2025, Kurs 109,30 Euro, Kürzel: NEM | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 29.09.2025, Kurs 109,30 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

2021 gehörte die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek zu denen, von denen viele dachten: Die muss man haben, die steigt immer. Das stimmte bis Dezember 2021, dann ging es bergab – und wie: Vom damaligen Hoch bei 115,90 Euro bis auf ein Tief von 42,78 Euro im November 2022. Der Grund: Die Aktie war drastisch überbewertet gewesen. Das interessierte keinen, als der Aufwärtstrend noch intakt war. Aber als er erst einmal gebrochen war, störten sich auf einmal alle daran. Und es scheint, als würde sich die Geschichte, wieder einmal, wiederholen, denn:

Als die Nemetschek-Aktie im August das bisherige Rekordhoch von 138,50 Euro erreichte, war sie ebenfalls von der Bewertung her heiß gelaufen. Derzeit schätzen die Analysten im Schnitt, dass das Unternehmen in diesem Jahr 1,89 Euro pro Aktie Gewinn erzielen wird. Am Hoch lag das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) damit bei gut 73. Das wäre hinnehmbar, wenn es um ein rasant wachsendes Unternehmen geht, das pro Jahr zwischen 30 und 40 Prozent mehr Gewinn erzielt bzw. auch weiter erzielen dürfte. Doch genau da war der Haken, denn:

Den Anstieg des Gewinns pro Aktie sehen die Experten für das laufende Jahr sowie für 2026 und 2027 gegenüber dem Vorjahr jeweils bei 20 bis 25 Prozent. Nimmt man die Faustregel, dass das KGV in etwa beim Doppelten dieses durchschnittlichen Gewinnanstiegs liegen darf bzw. sollte, käme man auf eine „Wohlfühlzone“ des KGV von 40 bis 50.

Am Hoch war die Aktie also drastisch überbewertet. Zumal man zwar durch Zukäufe einigermaßen zügig wächst, aber eben nicht gerade rasant. Und im Zuge der bislang aktuellsten Bilanzdaten zum Ende des ersten Halbjahres wurde die Gesamtjahresprognose bestätigt, aus aktueller Sicht sieht man also weiterhin die bisher geschätzten 1,89 Euro. Was auch dazu führte, dass die Analysten-Kursziele mehrheitlich nicht mit der Hausse der Aktie mitzogen. Das höchste Ziel liegt zwar bei 161 Euro, der Schnitt aber „nur“ bei gut 124. Was indes mehr wäre als der aktuelle Kurs, also, warum zaudern die Käufer?

Expertenmeinung: Auch im Zuge der dramatischen Korrektur auf günstige Bewertungen im Jahr 2022 hielten viele Analysten zunächst stur an ihren extrem hohen Kurszielen fest. Das mag einige vorsichtig stimmen, zumal man damals, Ende 2022, dann bei einem KGV von 34 landete, was allemal eines war, bei dem man den Daumen heben konnte. Aktuell liegen wir aber immer noch bei 57. Da bleibt der Daumen unten.

Das heißt nicht, dass Nemetschek nicht drehen könnte, bevor die Bewertung niedriger ist, zumal eine positive Überraschung in Sachen Gewinn und Gewinnperspektive (die Zahlen zum dritten Quartal werden am 5.11. erwartet) das Bild entsprechend positiv verändern könnte. Aber sich darauf zu verlassen, wäre riskant, denn Stand hier und heute ist: Die Aktie ist immer noch teurer, als sie normalerweise sein sollte. Und derzeit sehen wir eben nur eine bärische Tendenz mit Ansätzen einer Stabilisierung, nicht aber einen Aufwärtstrend, der eine zu hohe Bewertung bei vielen Anlegern in den Hintergrund drängen könnte, daher:

Die Aktie ist eine, auf die man allemal ein Auge werfen könnte. Aber noch ist sie nicht in einer Position, in der sich ein sofortiger Einstieg aufdrängen würde. Entweder wir sehen Anfang November oder ggf. im Zuge von vorläufigen Ergebnissen eine höher als bislang erwartete Perspektive beim Unternehmensgewinn. Oder die Aktie generiert durch einen Rebreak über die aktuell bei 115,30 Euro verlaufende 200-Tage-Linie ein bullisches Signal im Chartbild. Dann wäre der Einstieg interessant. Oder, alternativ, wenn sie weiter abrutscht und dann in der Region zwischen 90 und 100 Euro eine günstige Bewertung als Einstiegs-Argument vorweisen könnte. Noch ist weder noch der Fall, daher: besser noch zuschauen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein Minus von 11,09 Prozent … und das ohne jegliche Nachrichten vom oder zum Unternehmen? Dieser Sell-off, den die Nemetschek-Aktie gestern sah, ist ungewöhnlich – aber nun einmal passiert. Die Frage ist, ob das am Ende in eine Einstiegschance mündet oder nicht.

Nemetschek Aktie: Chart vom 12.08.2025, Kurs 121,80 Euro, Kürzel: NEM | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 12.08.2025, Kurs 121,80 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek war 2021 schon einmal eine „Mode-Aktie“, von der viele dachten, dass man die zu jedem Preis kaufen könne. Am Ende war sie derart drastisch überbewertet, dass dieser Hype in eine Toppbildung und in einen Abwärtstrend mündete, der die Aktie auf einen tieferen Level schickte als den, auf dem die Hausse begann. Läuft es womöglich gerade genauso … oder war das nur eine Art „Missgeschick“, das diese Aktie am Dienstag zum Tagesverlierer in MDAX und TecDAX machte?

Der Weg zu einer tauglichen Antwort ist deswegen knifflig, weil die vordergründige Begründung der Verkäufe meiner Ansicht nach nicht viel hermacht. Es hieß, man habe die Aktie zuletzt deswegen so massiv eingesammelt, weil sie zum Kandidatenkreis für den DAX-Aufstieg beim nächsten Verkettungstermin im September gehöre. Deswegen eine Aktie auf Rekordhoch noch weiter zu kaufen, bewegt sich außerhalb jeder Vernunft, aber: Es ist trotzdem keine Seltenheit. Doch wenn der Kurs gestern auf einmal wegbrach, dann müsste das bedeuten, dass diese Sache mit dem Aufstieg vom Tisch ist. Und da wird die Sache dann noch abstruser, denn:

Wer in einen anderen Index aufsteigt oder absteigt, hängt von der Marktkapitalisierung im Streubesitz ab. Wenn die hoch genug ist, macht derjenige in einem Kopf-an-Kopf-Rennen, das sich Nemetschek derzeit am ehesten mit der Lufthansa-Aktie liefern würde, die entscheidenden Punkte, wer stärker steigt als der „Konkurrent“. Und da die Entscheidung erst Anfang September fallen würde, kann hier noch gar keine Vorentscheidung gefallen sein, die dazu führen würde, dass all diejenigen, die nur wegen des Aufstiegs-Effekts (der indes nicht selten zum Bumerang wird) eingestiegen sind, jetzt auf einmal alle zugleich das Handtuch werfen. Aber wenn es das nicht war, was dann?

Expertenmeinung: Aus meiner Sicht wäre eine Kombination aus großen Adressen, die ihre Exposition in dieser Aktie zurückfahren wollten, und aus dadurch ausgelösten Stop-Loss-Verkaufsorders eine wahrscheinlichere Antwort auf die Frage nach dem Warum. Denn um hier Kasse zu machen, gäbe es nun wirklich genug Argumente.

Nemetschek hatte Ende Juli zwar gute Ergebnisse vorgestellt und die Gesamtjahresprognose für den Umsatz auf 20 bis 22 Prozent angehoben, den Ausblick für die Gewinnmarge aber unverändert gelassen. Diese Anpassung des Ausblicks zeitigte am 24. Juli nur wenig Reaktionen. Und das Gesamtpaket der Halbjahres-Ergebnisse am 31. Juli führte zwar zu einem neuen Rekordhoch, aber schon da traten Gewinnmitnahmen auf, bevor es in den folgenden Tagen dann doch noch weiter aufwärts ging – bis gestern.

Das Problem ist, dass diese Aktie, wie schon 2021, sehr teuer bewertet ist. Für das laufende Jahr hatten wir hier auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung ein Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 72 am Rekordhoch der Aktie. Das ist viel zu viel für ein derzeit erwartetes Plus von 23 bis 25 Prozent beim Gewinn pro Aktie, das sich in dieser Größenordnung auch im kommenden Jahr zeigen soll. Das Doppelte des prozentualen Gewinnanstiegs, das ist die Faustregel für ein taugliches KGV – das wäre hier also der Bereich 45 bis 50 und nicht über 70. Was heißt: Die Aktie ist zu teuer … und das deutlich, denn um bei der derzeitigen Schätzung eines Gewinns von 1,88 Euro pro Aktie für das laufende Jahr auf ein KGV von 50 zu kommen, müsste der Kurs auf 94 Euro zurücksetzen.

Und die Analysten sind da keineswegs anderer Meinung. Zwar gibt es momentan ein einziges Kursziel, das mit 161 Euro noch deutlich über dem am Montag bei 138,50 Euro erzielten Verkaufsrekord der Aktie läge. Aber eben nur eines. Das zweithöchste bei 140 Euro wurde schon fast erreicht … und der Schnitt liegt bei 122 Euro. Da ist die Aktie jetzt gelandet. Und, das sollte man nicht übersehen: Das KGV, am Montag noch bei 72, ist dadurch auf 65 gefallen. Aber das wäre eben immer noch zu teuer.

Anders sähe die Sache aus, wenn Nemetschek jetzt weiter fallen würde. Denn im Bereich 109,50/113,10 Euro wartet eine solide wirkende Unterstützungszone aus dem Juni-Tief, dem markanten Zwischenhoch vom vergangenen November und der 200-Tage-Linie. Würde diese Zone getestet und verteidigt, wäre das durchaus eine Basis, um in eine nur noch „ein bisschen“ zu teure Aktie hinein zu kommen. Aber wird diese Zone überhaupt erreicht … oder dreht Nemetschek gleich heute wieder nach oben?

Da die Dimension des Abverkaufs durch ausgelöste Stop-Loss-Verkäufe unterhalb der beiden im Tagesverlauf gebrochenen Supportzonen um 126 und 131 Euro intensiviert worden sein dürfte, ist es zwar durchaus möglich, dass der Kurs auf dem Absatz kehrt macht. Aber dann sofort einzusteigen, wäre eben riskant, denn aktuell ist die Bewertung immer noch hoch genug, um andere Marktteilnehmer auf den Gedanken kommen zu lassen, in eine Erholung hinein dann selbst auch noch auszusteigen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Anfang des Monats brach die Nemetschek-Aktie über die Hochs vom Februar und Mai auf ein neues Rekordhoch aus. Doch statt Anschlusskäufen kamen zuerst Gewinnmitnahmen und jetzt steigender Abgabedruck. Das könnte problematisch werden.

Die Aktie des Bau- und Architektur-Software-Entwicklers Nemetschek gehörte im Boomjahr 2021 zu denen, die „man“ unbedingt haben musste, zumindest nach Lesart so mancher Foren. Doch dann brach sie unter dem Gewicht einer zu teuren Bewertung zusammen. Hohe Bewertungen sind meist so lange kein Problem, wie das Momentum des Aufwärtstrends hält. Doch jetzt wurde ein Ausbruch nach oben zur Bullenfalle. Und genau so etwas befördert das Wissen darum, dass eine Aktie „teuer“ ist, aus dem Hinterkopf ins aktive Bewusstsein. So scheint es momentan auch bei Nemetschek zu sein.

Das Risiko auf der Unterseite liegt hier darin, dass zwar Umsatz und Gewinn des Unternehmens in den letzten Jahren sehr konstant zulegten, die Aktie aber schneller stieg als der Gewinn pro Aktie. Das Ergebnis ist ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von derzeit um die 67 für die durchschnittliche 2025er-Gewinnschätzung der Analysten. Angesichts der Prognose, dass Nemetscheks Unternehmensgewinn in den kommenden Jahren im Schnitt um die 20 Prozent pro Jahr zulegen könnte, ist das zu viel: Ein KGV um die 40 bis 50 wäre da angemessener. Was rechnerisch bedeutet:

Expertenmeinung: Ein Kurs zwischen 72 und 90 Euro würde einer normalen Bewertung entsprechen. Ein weiter Weg nach unten … und daher aus aktueller Sicht eher eine Art Worst Case-Szenario. Wobei sich jetzt recht kurzfristig zeigen dürfte, ob es bei einer eher kleinen Korrektur bleibt oder sich diese Aktie tatsächlich auf den Weg zurück zu einer „normaleren“ Bewertung macht.

Es gibt ein früheres Rekordhoch aus dem Herbst 2021 bei 116,15 Euro, das jetzt als Support funktionieren könnte. Aber erstens ist das eine ziemliche Zeit her, so dass es keineswegs viele im Blick haben müssen. Zweitens ist die Aktie jetzt direkt dran an diesem Level, die Käufer müssten also sofort zugreifen. Und das hätten sie ja, eigentlich, dann auch schon gestern tun können bzw. müssen. So gesehen sollte man sich auch nicht darauf verlassen, dass das Mai-Verlaufstief bei 115,40 Euro hält.

Nemetschek Aktie: Chart vom 19.06.2025, Kurs 116,10 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nemetschek Aktie: Chart vom 19.06.2025, Kurs 116,10 Euro, Kürzel: NEM | Quelle: TWS

Eine Fortsetzung der Korrektur mit erstem Kursziel 106,75/109,50 Euro (200-Tage-Linie und November-Hoch) wäre daher derzeit das wahrscheinlichere Szenario. Bullisch würde die Nemetschek-Aktie in der aktuellen Konstellation erst wieder, wenn sie die Widerstandszone 125,50/126,00 Euro erneut überwindet und diesmal Anschlusskäufe statt Abgaben folgen. Aber dann wäre die Aktie eben auch wieder riskant teuer bewertet …

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.