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Am Donnerstagmorgen präsentierte Nemetschek, Spezialist für Bau- und Architektursoftware, sein vorläufiges Ergebnis des Vorjahres. Die Zahlen lagen solide im Rahmen der Erwartungen. Doch die Aktie, im Plus gestartet, schloss im Minus.
Nemetschek meldete gestern vor Handelsbeginn ein 2025er Umsatzplus von 22,6 Prozent auf 1,19 Milliarden Euro, einen Anstieg der EBITDA-Gewinnmarge von 30,2 auf 31,2 Prozent und ein entsprechend überproportional zum Umsatz um 28,9 gestiegenes EBITDA (Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) von 371,1 Millionen Euro.
Das lag zwar „nur“ ziemlich genau im Rahmen der Analystenerwartungen. Aber angesichts des massiven Abstiegs des Aktienkurses hätte man vermuten können, dass diese Zahlen (verbunden mit der mitgelieferten Aussage, dass man sehr zuversichtlich auf 2026 und darüber hinaus blicke und weiteres, nachhaltiges und profitables Wachstum erwartet) dafür sorgen könnten, dass der eine oder andere auch größere Akteur die Hand aufhält. Was zu Handelsbeginn auch der Fall war, aber:
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Expertenmeinung: Nachdem der Kurs am Morgen in der Spitze knapp 2,9 Prozent gestiegen war, setzten Abgaben ein, bereits nach einer Stunde war das Plus eliminiert. Und das war aus rein charttechnischer Sicht ein Beleg dafür, dass das bärische Lager „seine“ Baisse nicht nur verteidigen will, sondern auch kann.
Die Aktie war nach dem Bruch des im Herbst 2022 etablierten Aufwärtstrends auch zügig durch die nächstgelegene, potenzielle Auffangzone bei 79,30 zu 82,22 Euro gerutscht. Ende vergangener Woche wurde der Versuch unternommen, diesen Bereich zurückzuerobern – und schlug fehl. Gestern dann scheiterte die Aktie schon am unteren Ende dieser Zone.

Was im Vorfeld des heutigen, letzten Handelstages der Woche im Chart auf Wochenbasis zu sehen ist, ist damit eine klare Ansage der Bären. Die Aktie ist im Wochenhoch nicht nur nicht an dieser jetzt als Widerstand fungierenden, vorherigen Supportzone vorbeigekommen, sondern hat auch an der langfristig bedeutsamen 1.000-Tage-Linie, im Chart dick schwarz hervorgehoben, nach unten gedreht.
Aber müsste es denn mit diesen Verkäufen nicht langsam genug sein, jetzt, da der Kurs, gerechnet vom im letzten Sommer bei 138,50 Euro markierten Rekordhoch, seiner Halbierung entgegenrutscht? Zwei Aspekte sollten davor warnen, auf Basis solcher Gedanken allzu optimistisch ins fallende Messer zu greifen:
Zum einen war die Nemetschek-Aktie am Rekordhoch absurd überbewertet, so sehr, dass sie auch jetzt noch nicht als „billig“ anzusehen wäre. Zweitens geht gerade das Gespenst eines drohenden, allgemeinen Software-Niedergangs durch den Siegeszug der KI um. Und da bewegen wir uns auf einer emotionalen Ebene, die bekanntlich keine rationalen Grenzen kennt, daher: Hier sollte man vorerst noch nicht versuchen, den Bären mit Logik und/oder Optimismus einen Stock in Speichen werfen zu wollen!
Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 29.01.2026:
https://ir.nemetschek.com/nachrichten/nemetschek-group-schliesst-starkes-geschaeftsjahr-2025-sehr-erfolgreich-ab-und-erreicht-deutlich-die-bereits-angehobene/59445110-cfa8-4dca-a281-6f0f3dd0f6dd
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