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Im November verteidigte die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek eine wichtige, mittelfristige Aufwärtstrendlinie. Doch das war noch nicht die Entscheidung: Jetzt hat der Kurs erneut auf dieser Linie aufgesetzt. Damit heißt es erneut: Sekt oder Selters!
Unser Chart auf Wochenbasis zeigt das übergeordnete Bild, mit dem wir es bei Nemetschek zu tun haben. Die Aktie gehörte im sehr bullischen, von großen Hoffnungen und großem Leichtsinn dominierten Börsenjahr 2021 zu den großen Gewinnern. Und Nemetschek war eine der eher wenigen Aktien, die 2021 „in“ waren und 2025 ihr damaliges Hoch relativ deutlich überbieten konnten. Im August wendete sich das Blatt jedoch. Es begann eine scharfe Korrektur, die den Kurs im November an die im Herbst 2022 etablierte, mittelfristige Aufwärtstrendlinie drückte. Die hielt, aber:

Effektiv nach oben absetzen konnte sich die Aktie nicht. Aktuell testet der Kurs diese Linie erneut, die, um die Sache noch bedeutsamer zu machen, aktuell bei knapp 89 Euro mit dem „Zoll-Crash“-Tief vom April 2025 bei 88,90 eine Kreuzunterstützung bildet. Das November-Tief lag, da die Trendlinie da noch auf niedrigerem Niveau unterwegs war, bei 87,20 Euro. Das wäre dann eine Art „Sprungtuch“ für die Bullen, wenn die Linie nicht halten sollte. Aber darunter wäre der Weg grundsätzlich frei in den Bereich 74,54 bis 75,32 Euro. Eine für bärische Trader lukrative Größenordnung.
Aber auch auf der Oberseite gäbe es charttechnisch interessantes Potenzial. Würde es gelingen, diese Aufwärtstrendlinie erneut zu verteidigen und das Zwischenhoch bei 96,80 Euro zu überwinden, wäre damit ein kleines Doppeltief entstanden und die Trendlinie wäre damit perfekt verteidigt … was den Weg aus rein charttechnischer Sicht an das nächste Kursziel im Bereich 109,50 bis 113,10 Euro freigeben würde. Wer wird das Rennen machen?
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nemetschek Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Rein von den Fundamentals her ist das völlig offen, denn es gibt gute Argumente für beide Lager. Die Bullen könnten argumentieren, dass Nemetschek über Jahre hinweg stetig den Umsatz und, von einer „Delle“ 2020 abgesehen, auch den Gewinn gesteigert hat. Man könnte ins Feld führen, dass die Aktie gerade auf Höhe des niedrigsten aller Analysten-Kursziele (90 Euro) und damit weit unter dem Kursziel-Schnitt von momentan 121 Euro notiert. Aber all das würde nur zählen, wenn diese Linie dem zweiten Test standhält und der Kurs klar nach oben dreht.
Das Bären-Lager hätte die weiterhin mit einem 2025er-KGV von 40 teure Bewertung als Argument im Rücken. Und die Verteilung der Analysten-Einschätzungen, denn auch, wenn das Kursziel im Schnitt klar über dem Aktienkurs liegt, empfehlen dennoch aktuell nur 10 von 18 die Aktie regelmäßig überwachenden Experten den Kauf. Argumente, die die Aktie aber wohl nur drücken, wenn die Bären die „Kärrner-Arbeit“ erledigt, sprich Aufwärtstrendlinie und November-Verlaufstief durchbrochen hätten. Also, was tun?
Die sinnvollste Vorgehensweise ergibt sich fast zwangsläufig aus Vorstehendem: Abwarten, welcher Seite es gelingt, charttechnische Fakten zu schaffen. Rein aus charttechnischer Sicht würde Nemetschek bei Schlusskursen über 96,80 Euro ein bullisches, unter 87,20 Euro ein bärisches Signal auslösen. Einen solchen Ausbruch zu traden, wäre eine Überlegung wert, dem vorzugreifen, aber nicht.
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