Am Donnerstagabend kam eine Meldung, die angesichts der Reaktion der Aktie am Freitag offenbar nicht allzu viele erwartet hatten: Die Lage bei HelloFresh ist noch unerfreulicher als bislang angenommen. Die Aktie fiel auf ein neues Rekordtief. Könnte das eine Chance sein?
Um es gleich vorwegzunehmen: Das ist fraglich genug, um nicht einfach beherzt zuzugreifen, weil die HelloFresh-Aktie jetzt, zumindest rein vom Kurswert her, noch billiger ist als zuvor. Denn das Chartbild belegt ja die uralte Börsenregel, dass etwas, das billig scheint, noch viel billiger werden kann. Warum sollte es ausgerechnet jetzt damit vorbei sein?
Richtig ist zwar, dass diese „Bad News“ in Form einer nach unten korrigierten 2026er-Prognose zu einer großen Abwärtskurslücke geführt haben, deren Ursache vermutlich vor allem darin liegt, dass im Verlauf dieses Monats der Anschein einer Bodenbildung entstand, daraufhin gekauft wurde und die Stop-Loss-Absicherungen dieser Käufe durch den überraschenden Abgabedruck als Reaktion auf eine erneute Senkung der Gesamtjahresprognose nicht auf Kauforders trafen.
Dadurch setzte der Handel deutlich tiefer ein. Und ja, man könnte denken, dass diejenigen, die im Vorfeld spekulativ eingestiegen waren, jetzt in derart großer Zahl aus dem Rennen geworfen wurden, dass der Verkaufsdruck jetzt schnell nachlassen könnte, weil der Aktie schlicht die Verkäufer ausgehen.

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Expertenmeinung: Aber ob das wirklich der Fall sein wird, muss man abwarten, letzten Endes geht es ja, selbst wenn wir hier von einem „Ausverkauf“ sprechen, der theoretisch den Schlusspunkt einer Baisse darstellen könnte, weniger darum, wie weit die Aktie noch fallen kann. Es geht um die Frage, ob es realistisch betrachtet so viel Aufwärtspotenzial geben würde, dass die Chancen die Risiken übersteigen, wollte man jetzt kaufen. Und dahingehend könnte es problematisch werden.
Denn bislang zeichnet sich nicht ab, dass die bereits lange laufenden Maßnahmen zur Steigerung der Profitabilität funktionieren. HelloFresh meldete, dass die Neukundengewinnung im laufenden Quartal hinreichend deutlich unter den eigenen Erwartungen lag, sodass man die bestehende Prognose nicht mehr halten könne. Für das Gesamtjahr 2026 sieht das Unternehmen jetzt beim Umsatz einen Rückgang zwischen 9 und 11 Prozent (bislang maximal -6 Prozent), beim um Sondereffekte bereinigten operativen Gewinn wird die Prognosespanne auf 350 bis 370 Millionen Euro (bislang 375 bis 425 Millionen) nach unten korrigiert.
Grundsätzlich könnte die Wende jederzeit eintreten. Grundsätzlich könnte sich auch das Reduzieren des Marketingaufwands, die Schaffung des zweiten Standbeins der Fertiggerichte und die Versuche, sich mit dem Angebot enger an Kundenwünschen zu orientieren, auszahlen. Aber je mehr Zeit vergeht, desto mehr sind Zweifel dahingehend berechtigt.
Und da das Chartbild angesichts des am Freitag erreichten neuen Allzeittiefs sehr klar macht, dass ein billig wirkender Kurs bislang kein gutes Argument war, um hier einzusteigen, gibt es keinen Grund zu unterstellen, dass sich das jetzt umgehend ändert. Das, was am Freitag passiert ist, war definitiv ein Selloff. Aber ob es der „finale“ Selloff war, ist offen genug, um hier weiterhin außen vor zu bleiben.
Quellenangaben:
Anpassung der Gesamtjahresprognose 2026, 24.09.2026: https://ir.hellofreshgroup.com/de/nachrichten/hellofresh-se-erwartet-umsatz-fuer-das-dritte-quartal-2026-unter-der-markterwartung-und-passt-prognose/65180626-314c-44b8-9ed1-78dc8638581c
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.09.2026 um 22:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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