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Als der Medizintechnik-Spezialist Carl Zeiss Meditec am Donnerstag das Ergebnis des ersten Geschäftsjahresquartals 2025/26 vorlegte, fiel die Aktie um 6,7 Prozent. Kein Wunder, könnte man denken, denn die Zahlen waren schlecht. Doch die Ergebnisse waren für niemanden neu!
Das Ergebnis des vierten Quartals 2025, bei Carl Zeiss Meditec aufgrund des hier immer am 30.9. endenden Geschäftsjahres das erste im Geschäftsjahr 2025/2026, war düster, das lässt sich nicht wegdiskutieren. Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 4,8 Prozent auf 467 Millionen Euro. Die um Sondereffekte bereinigte EBITDA-Gewinnmarge (vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen) fiel drastisch von 6,7 auf 2,2 Prozent zurück. Und der Gewinn pro Aktie reduzierte sich, ebenfalls um Sondereffekte bereinigt, von 0,18 Euro im Vorjahresquartal auf nur noch 0,03 Euro.
Natürlich ist das düster. Aber diese Zahlen kannte man bereits seit dem 22. Januar. Das war der Tag, an dem Carl Zeiss Meditec das vorläufige Ergebnis des Quartals vorlegte, bei dem man sogar nur ein EBITDA-Ergebnis von 8,0 Millionen Euro avisierte, das, immerhin, jetzt in den endgültigen Zahlen auf 8,1 Millionen kam. Und wo man, weil die Lage problematisch ist, die Prognose für das Geschäftsjahr aussetzte. Und das war der Tag, an dem der Kurs daraufhin drastisch wegbrach.
Hier war also nichts neu. Warum fiel die Aktie also schon wieder, auf Basis bekannter Fakten? Die Antwort dürfte sein: Weil a) das bärische Lager hier mit seinen Leerverkäufen nicht auf Widerstand trifft und b) diejenigen, die hier auf gut Glück eingestiegen waren, ihre Hoffnung, es könnte vielleicht doch ein Lichtblick gemeldet werden, der zu einem Kurssprung führt, nicht erfüllt sahen.
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Expertenmeinung: Aber wenn man sich ansieht, dass die Analysten hier zwar großenteils nur „Halten“ empfehlen, das durchschnittliche Kursziel aber mit aktuell 37,80 Euro meilenweit über dem letzten Kurs liegt, stellt sich natürlich die Frage: Müsste diese Aktie nicht langsam derart „verprügelt“ sein, dass das Restrisiko nach unten so klein ist, dass man beruhigt die Hand aufhalten und mit tauglicher Wahrscheinlichkeit in ein, zwei Jahren mit satten Gewinnen belohnt wird? Antwort:

Nein, so einfach ist es nicht. Denn es mag zwar richtig sein, dass der Carl Zeiss Meditec-Kurs in Relation zum „Ist“ schon eher zu niedrig steht. Aber das Unternehmen hat seine Prognose im Januar nicht umsonst nicht einfach gesenkt, sondern ausgesetzt. Es könnte durchaus noch schlimmer kommen. Und dann wäre selbst der jetzt so „billig“ wirkende Kurs möglicherweise noch zu hoch, daher:
In dem Moment, in dem man ein fallendes Messer identifiziert, sollte man nie einfach hineingreifen. Wenn sich die Lage stabilisiert, käme es zwar zweifelsohne zu einem großen Satz der Aktie nach oben. Aber wenn die Wende zurück zum Wachstum trägt, ist das Aufwärtspotenzial nicht an einem Tag ausgereizt. Daher: Beobachten kann man diese Aktie auf jeden Fall, denn hier könnten sich zweifelsohne Chancen auftun. Aber solange da weder Ross noch Reiter zu erkennen sind, sollte man sich auf eben dieses Beobachten beschränken.
Quellenangaben: Ergebnis des 1. Geschäftsjahresquartals 2025/2026, 12.02.2026:
https://www.zeiss.com/meditec-ag/de/presse-und-aktuelles/pressemitteilungen/2026/quartalsmitteilung-q1.html
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AFX.DE/analyst-insights/
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