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Carl Zeiss Meditec Aktie Prognose Carl Zeiss Meditec: Wäre nicht langsam genug „Krise“ eingepreist?

News: Aktuelle Analyse der Carl Zeiss Meditec Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Carl Zeiss Meditec Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.01.2026 um 18:51 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Goldman Sachs wird skeptischer für Medizintechnik-Branche. Für Carl Zeiss Meditec wurde die Einschätzung von „Kaufen“ auf „Neutral“ und das Kursziel von 54 auf 42 Euro gesenkt. Die Aktie fiel umgehend … aber müsste es jetzt mit der Baisse nicht langsam genug sein?

Eine alte Börsenregel empfiehlt Anlegern, am besten dann auszusteigen, wenn alle gerade einsteigen wollen, und zu kaufen, wenn eine Aktie niemand haben will. So etwas kann, weil das viel zu pauschal daherkommt, böse daneben gehen. Vor allem, wenn es für die massiven Käufe oder im Gegenteil für die Abstinenz der Käuferseite gute Gründe gibt. Im Fall der Aktie des Medizintechnikunternehmens Carl Zeiss Meditec stellt sich aber durchaus die Frage, ob die Argumente der Bären auf diesem Kursniveau noch greifen.

Goldman Sachs argumentiert, dass die Nachfrage vorerst weiter schwach bleiben werde und das am 31.12. beendete, erste Quartal des Geschäftsjahres 2025/2026 schlecht gelaufen sein dürfte. Ob man damit richtig liegt, wird sich am 12. Februar zeigen. Da wird das Unternehmen seine Quartalsergebnisse vorlegen, aber:

Expertenmeinung: Die Frage ist weniger, ob der Turnaround beim Umsatz-, Margen- und Gewinn-Wachstum in Kürze beginnt oder noch eine Zeitlang auf sich warten lässt, wenn es um die Perspektive des Aktienkurses geht. Wichtiger wäre, ob dieser derzeitige, tiefste Kurs seit dem Jahr 2017 immer noch so viel Hoffnung einpreist, dass weiterhin Abwärtsspielraum bestünde, oder im Gegenteil schon derart viel „Krise“ im Kurs enthalten ist, dass die Luft nach unten langsam dünn, das Potenzial für steigende Kurse selbst durch nur kleine, positive Überraschungen aber groß ist.

Und Letzteres deutet sich durchaus an. Zum einen notiert die Aktie jetzt weit unterhalb des durchschnittlichen Analysten-Kursziels, das aktuell um die 48 Euro liegt, und rangiert zugleich nahe am tiefsten aller Kursziele von 35,10 Euro (das gestern intraday sogar unterboten wurde). Und das, obwohl die Experten insgesamt sehr wohl skeptisch sind. Nur 5 von 16 Analysten raten momentan zum Kauf.

Zum anderen ist die Aktie auffallend günstig bewertet, sofern die Analysten mit ihrer Erwartung richtig lägen, dass Carl Zeiss‘ Gewinn 2025/2026 zwar nur um die 10 Prozent, in den Folgejahren dann aber deutlich dynamischer in einer Größenordnung um die 20 Prozent aufholen wird. Eine solche Perspektive würde durchaus ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis um 25 bis 30 rechtfertigen, es liegt aber, auf Basis der durchschnittlichen Analysten-Gewinnschätzung für 2025/26, gerade einmal bei 19.

Damit entsteht in der Tat der Eindruck, dass in diesen Kurs momentan so viel Negatives eingepreist ist, dass man auf der Short-Seite langsam gefährlich lebt. Und damit wäre grundsätzlich Luft für auch intensivere Bewegungen nach oben, aber:

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs 35,46 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 20.01.2026, Kurs 35,46 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Blind darauf zu setzen, wäre hochriskant. Würden alle so denken und damit den eigenen Einstieg unterstützen, indem sie auch kaufen, wäre die Aktie gar nicht erst so weit abgerutscht. Daher wäre es unbedingt zu überlegen, hier erst dann auf der Long-Seite aktiv zu werden, wenn die Aktie im Chartbild zeigt, dass man mit seinen Käufen nicht allein auf weiter Flur steht und die Bären wichtige Widerstände entweder nicht mehr verteidigen können oder wollen.

In diesem Fall könnte man diesen Eindruck gewinnen, wenn es gelingt, mit Schlusskursen über 42 Euro zurück in die zwischen 40,30 und 48,36 Euro gelegene Seitwärtsspanne und über die mittelfristige Abwärtstrendlinie hinaus zu laufen. Was übrigens auch dann nur dem Ziel entsprechen würde, das Goldman Sachs am Dienstag ausgerufen hatte …und immer noch deutlich unter dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten läge.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.12.2025 um 22:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Carl Zeiss Meditec liefert die Bilanz 2024/2025 ab … und die Aktie bricht nach anfänglichen Gewinnen ein, markiert ein neues Jahrestief und ist seither nicht mehr in Gang zu bringen. Ein bärisches Szenario … aber wenn es erst mal so finster aussieht, könnte Besserung in Sicht sein?

In Bezug auf das am 30. September beendete Geschäftsjahr 2024/2025 hatten die Anleger nicht viel erwartet und noch einen Tick weniger bekommen, denn Umsatz und Gewinn pro Aktie lagen leicht unter den Prognosen. Und auch beim Ausblick 2025/2026 kam man über ein „geht so“ eher nicht hinaus:
Das Medizintechnik-Unternehmen sieht einen Umsatzanstieg im oberen, einstelligen Prozentbereich und eine Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge), die nach 10,0 Prozent im beendeten Geschäftsjahr in die Region 11,0 bis 11,5 Prozent vorstoßen soll. Wenn man sich erinnert, dass Carl Zeiss bis vor zwei Jahren eine EBIT-Marge um 20 Prozent erzielen konnte, ist das dünn, nur:

In diesen „goldenen Zeiten“ bewegte sich die Aktie auch in ganz anderen Kursregionen. 2021 wurden im Hoch zeitweise über 200 Euro erreicht. Jetzt sind es 40. Damals war die Aktie absurd überbewertet, weil man, wie so oft nach ein paar starken Jahren, das Wachstum mit dem Lineal in die Zukunft verlängert hatte … und damit schief lag. Heute aber ist die Bewertung so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. Aber was bringt das, wenn die Dynamik beim Gewinnwachstum fehlt?

Expertenmeinung: Das bringt nichts, wenn man darauf setzen wollte, dass der alte 2021er-Verlaufsrekord von 202 Euro in absehbarer Zeit wieder erreicht wird. Denn das ist unrealistisch. Aber würde man prüfen, ob die Carl-Zeiss-Meditec-Aktie ein solides Investment bei einem mittel- und langfristigen Zeithorizont sein könnte, sähe es schon anders aus: In dieser Hinsicht wird die Sache langsam interessant.

Für die derzeitige, durchschnittliche 2025/2026er-Gewinnschätzung der Analysten läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis aktuell um 20. Das geht für die derzeitige Wachstumsperspektive in Ordnung. Und die wird ja, zumindest aus aktueller Sicht, nicht so mager bleiben, die Medizintechnik dürfte ein Wachstumsmarkt bleiben. Was auch die Analysten so sehen. Zwar gibt es ein Analysten-Kursziel, das mit 35,10 Euro unter dem aktuellen Kurs der Aktie liegt, aber es ist das einzige. Die anderen Kursziele bewegen sich in der Spanne von 44 bis 68 Euro, der Schnitt liegt bei etwa 50 Euro … etwas über der jüngst nach unten verlassenen Handelsspanne und im Bereich der 200-Tage-Linie.

Immer dann, wenn eine Aktie derart von den Bullen „verlassen“ ist, zugleich aber auf rationaler Ebene nur noch wenig Spielraum nach unten vermuten lässt, lohnt es, sich die Sache genauer anzusehen. Und der Chart zeigt dabei etwas Interessantes:
Die Aktie wurde zwar als Reaktion auf die Jahresbilanz aus der vorbestehenden Handelsspanne 40,30 zu 48,36 Euro nach unten herausgedrückt, nimmt aber nach unten keine Fahrt auf.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 19.12.2025, Kurs 40,08 Euro, Kürzel: AFX | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 19.12.2025, Kurs 40,08 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Das alleine ist noch kein Argument, um hier die Hand aufzuhalten, zumal es möglich wäre, dass die am Freitag absolvierte Abrechnung an der Terminbörse den Kurs um den Options-Strike-Price von 40 Euro herum festgezurrt hatte. Aber sobald der Kurs mit Schlusskursen klar über 41 Euro in die alte Handelsspanne zurückkehrt und sich einige Zeit darin hält, wird die durch den Ausbruch nach unten unterbrochene Bodenbildung wieder aufgenommen … und das wäre allemal möglich. Die Carl-Zeiss-Aktie sollte man jetzt im Auge behalten.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als Reaktion auf die am Donnerstag vorgelegten Neun-Monats-Zahlen sackte die Carl Zeiss Meditec-Aktie zeitweise über 14 Prozent durch, bevor sie mit immer noch drastischen -9,52 Prozent aus dem Handel ging. Was war an den Zahlen so fatal?

Sie waren zumindest nicht das, was sich diejenigen erhofft haben dürften, die im Zuge der jüngsten Abwärtsbewegung seit Juni ins fallende Kurs-Messer gegriffen hatten. Wenn man den Umsatz um Akquisitionen und Währungsschwankungen bereinigt, legte der in den ersten drei Quartalen des hier am 30.9. endenden Geschäftsjahres zum Vorjahreszeitraum nur um 0,9 Prozent zu. Das ist mager. Und der operative Gewinn legte, um Sonderfaktoren bereinigt, zwar gut 17 Prozent zu. Aber netto nicht, der Gewinn pro Aktie lag unbereinigt 22,8, bereinigt um 8,3 Prozent unter dem der ersten drei Quartale des Geschäftsjahres 2023/2024.

Zwar hielt Carl Zeiss Meditec an der bisherigen Gesamtjahresprognose fest, nach der man mit einem leicht steigenden Umsatz und einem zum Vorjahr in etwa unveränderten operativen Gewinn, gerechnet als EBITA, plant. Aber das mit dem Hinweis, dass negative Entwicklungen am Devisenmarkt, sprich zum Euro fallende Währungen, nicht in der Prognose berücksichtigt sind und man davon ausgeht, die Kostenbelastung durch die US-Zölle über die Preise an die Kunden weiterreichen zu können. Da muss man konstatieren:

Aufbruchsstimmung sieht anders aus. Aber musste die Aktie deswegen auf neue Jahrestiefs abrutschen und mit 41 Euro gestern im Tagestief einen Level erreichen, den die Aktie zuletzt 2017 gesehen hatte?

Expertenmeinung: Es ist zumindest nicht komplett abwegig gewesen. Denn mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von um die 24 auf Basis der durchschnittlichen Gewinnerwartung für das am 30.9. endende Geschäftsjahr ist die Aktie eben nicht billig. Richtig ist zwar, dass diese Bewertung in den Geschäftsjahren 2018/19, 2019/20 und 2020/21 über 60 lag. Aber da hatte das Unternehmen auch noch beeindruckende Wachstumsraten vorzuweisen. Dann kann eine Aktie auch teuer sein. Aber in dem Moment, in dem in Sachen Gewinn pro Aktie nichts mehr vorangeht oder der sogar rückläufig ist, sind auch nur niedrige KGVs gerechtfertigt … falls man auch in den kommenden Jahren nicht mit kräftigem, neuem Schwung rechnen kann.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 07.08.2025, Kurs 43,32 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 07.08.2025, Kurs 43,32 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Hier sehen wir einen markanten Gegensatz zu der heute ebenfalls besprochenen Rheinmetall-Aktie. Die ist drastisch teurer bewertet, aber da wetten die Anleger eben darauf, dass der Gewinn über Jahre hinweg deutlich steigen wird. Hier, bei Carl Zeiss Meditec, hat man diese Vision nach drei mageren Jahren nicht mehr. Es bräuchte positive Indikationen, vor allem im Bereich der Zölle und der derzeit auch wegen dieses Themas schwachen Nachfrage in den USA. Dann könnte man diesen Optimismus, dass die Wende bei Umsatz und Gewinn nahe ist, zurückerlangen. Interessant dabei: Viele Analysten erwarten das nach wie vor.

Zwar verpasste JPMorgan der Aktie als Reaktion auf die Bilanz ein Kursziel von 41 Euro mit der Einstufung „Verkaufen“. Aber genau diese 41 Euro hatte der Kurs im Tagestief bereits erreicht. Und andere sehen die Sache deutlich positiver. Das höchste der gestern neu vergebenen oder bestätigten Kursziele kam von Bernstein Research mit 72 Euro, Einstufung „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt deutlich über dem derzeitigen Kursniveau, konkret bei gut 60 Euro. Und für das nächste Geschäftsjahr 2025/2026 sehen die Experten im Schnitt einen Gewinnanstieg auf Nettobasis von um die 30 Prozent.

Aber solange die Anleger diese Erwartungen nicht annehmen, bleibt der Weg der Aktie nach oben steinig. Ja, die Aktie wäre jetzt markttechnisch überverkauft, zudem ist die Supportzone 44,28/45,12 Euro nur knapp unterboten worden, so dass eine Gegenbewegung denkbar wäre. Aber erst, wenn zumindest die 20-Tage-Linie bei 49,70 Euro, die derzeit unübersehbar den Leitstrahl für die bärischen Trader darstellt, eindeutig überwunden würde, wäre die Aktie auf kurzfristiger Ebene bullisch. Für ein mittelfristig relevantes, charttechnisches Kaufsignal müsste sie sogar über 58 Euro hinaus. Wer hier also hier und jetzt über die Long-Seite nachdenkt, begibt sich auf höchst spekulatives, wackliges Terrain.

Quellenangaben: Ergebnis 3. Geschäftsjahresquartal 2024/2025, 07.08.2025:
https://www.zeiss.com/content/dam/med-ag/investor-relations/financial-publications/afx_quartalsmitteilung_9m202425.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Mit den gestern vorgelegten Vorab-Zahlen des Winterquartals hätte die Aktie des Medizintechnik-Unternehmens Carl Zeiss Meditec ein klar positives Signal im Chartbild hinterlassen können, wenn die Käufer mitgespielt hätten. Was sie aber nicht taten. Warum nicht?

Weil die Ergebnisse zwar auf den ersten blick wie ein großer Schritt Richtung Wachstum wirkten, dieser Eindruck einem genaueren Blick aber nicht standhielt. Denn der um 19 Prozent über dem Vorjahr liegende Umsatz im 1. Kalender- bzw. 2. Geschäftsjahresquartal (Geschäftsjahresende ist hier immer der 30. September) lag nur deswegen so deutlich über dem Vergleichszeitraum, weil erstmals der Umsatz eines Unternehmens-Zukaufs mit eingerechnet wurde. Ohne diesen Aspekt lag das Umsatzplus nur bei etwa 7,0 Prozent. Was trotzdem ein motivierender Schritt zum Positiven gewesen wäre, wenn der Gewinn entsprechend stark gestiegen wäre.

Was er zwar auf rein operativer Ebene vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen tat, da meldete Carl Zeiss Meditec einen Anstieg von 67,2 auf 78 Millionen Euro, also um gut 16 Prozent (inklusive des Zukaufs). Aber netto, als Gewinn pro Aktie gerechnet, kam man mit 0,52 Euro auf denselben Level wie ein Jahr zuvor. Kann man da nicht froh sein, dass die Aktie wenigstens nicht ins Minus drehte?

Expertenmeinung: Das kann man, aber das hatte auch Gründe. Denn so mager war das Zahlenwerk auch wieder nicht, es gab da durchaus Erfreuliches. Zum einen sieht man anhand der zugleich vorab gemeldeten Halbjahreszahlen (hier ist ja, wegen des am 1.10. beginnenden Geschäftsjahres, bereits ein Halbjahr um), dass das zweite Geschäftsjahresquartal sehr deutlich besser ausfiel als das erste, das am 31.12. geendet hatte. Denn rechnet man beide Quartale als Halbjahr zusammen, läge das Umsatzplus (inklusive des Zukaufs) nur bei 8,5 Prozent, der operative Gewinn weniger als ein Prozent höher und der Nettogewinn pro Aktie mit 0,70 Euro sogar unter den 0,94 Euro, die man im 1. und 2. Quartal des Geschäftsjahres 2023/2024 erzielt hatte.

Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 15.04.2025, Kurs 57,60 Euro, Kürzel: AFX | Online Broker LYNX
Carl Zeiss Meditec Aktie: Chart vom 15.04.2025, Kurs 57,60 Euro, Kürzel: AFX | Quelle: TWS

Voran geht es also durchaus. Und Carl Zeiss verwies dabei, auch das ist ein wichtiger Lichtblick, auf ein anziehendes Geschäft in China. Einen Grund, die Aktie auf diese Ergebnisse hin zu verkaufen, fand sich also nicht. Und dass der Konzern sich in Bezug auf das Gesamtjahr weiterhin vage ausdrückt, von einem moderat höheren Umsatz und einem gehaltenen bis leicht höheren operativen Gewinn schreibt, ist in dieser derzeit völlig offenen Lage – gerade in Bezug auf den US-Markt – absolut nachvollziehbar.

Doch „ganz okay mit einem Hauch Hoffnung“ war gestern eben zu wenig, um die Aktie über den Kreuzwiderstand aus 20-Tage- und 200-Tage-Linie zu befördern, der bei 58,90/59,40 Euro den nächstgelegenen Chartwiderstand von Bedeutung stellt. Nahe dran ist die Aktie, die sich von ihrem Tagestief gut hatte lösen können, aber schon. Sollte dieser Widerstand herausgenommen werden, wäre die nächste Zielmarke erst ein gutes Stück höher zu finden, was die Sache für kurzfristige Trader beobachtenswert macht, da ginge es um die Zwischenhochs bei 71,66 und 72,20 Euro. Sie stellen das obere Ende der seit Herbst geltenden Handelsspanne dar.

Erst, wenn die Carl Zeiss Meditec-Aktie diese gesamte Handelsspanne nach oben verlassen sollte, wäre hier ein bullisches Signal entstanden, das über rein kurzfristige Chancen hinausgeht … aber immerhin, die gestrigen Zahlen deuten an, dass der Weg dorthin sicherlich steinig, nichtsdestotrotz aber gangbar ist.

Quellenangaben: Vorläufiges Ergebnis des 2. Geschäftsjahresquartals, 15.04.2025: https://www.zeiss.com/meditec-ag/de/presse-und-aktuelles/pressemitteilungen/2025/15-04-2025.html

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.