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Nachdem Carl Zeiss Meditec im Januar eine Gewinnwarnung veröffentlichte und einbrach, gelang zwar eine Bodenbildung, aber zurück in den Fokus der Käufer gelangte die Aktie nicht mehr. Doch jetzt sieht man in der Branche seit einigen Tagen Käufe. Gelingt damit die Wende?
Das ist fraglich genug, um sich die Ausgangslage genauer anzusehen. Aus rein charttechnischer Sicht würden wir bei Carl Zeiss Meditec zwar ein bullisches Signal sehen, wenn es gelingen sollte, den jetzt bereits erreichten Widerstandsbereich zwischen 31,72 und 33,06 Euro zu überwinden und damit die bisherigen Zwischenhochs des zweiten Halbjahres unter sich zu lassen. Das nächste charttechnische Kursziel wäre dann das Hoch des 22. Januar (36,40 Euro), an dem Carl Zeiss Meditec seine oben erwähnte Gewinnwarnung veröffentlicht hatte.
Die Basis, von der aus sich in den vergangenen Tagen Käufe entwickelt haben, wirkt solide: Die Aktie drehte auf Höhe der Nackenlinien-Zone der zwischen Februar und Juli vollzogenen Bodenbildungsphase bei 28,30 zu 29,16 Euro und der knapp darüber verlaufenden 200-Tage-Linie nach oben. Das sieht gut aus, aber:

Eine gute, charttechnische Ausgangslage alleine reicht selten, um eine nachhaltige Wende zu erzeugen. Dazu sollten dann auch die Rahmenbedingungen positive Signale senden. Und da gibt es bei Carl Zeiss Meditec ein Problem: Seit Wochen gibt es zu dieser Aktie ebenso wie zur Branche an sich wenig bis gar nichts Neues. Und das, was wir derzeit an Fakten haben, würde eine Aufwärtswende nicht nur erschweren, sondern tendenziell sogar aussichtslos machen.
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Expertenmeinung: Man könnte argumentieren, dass diejenigen, die aktuell auf der Käuferseite stehen, sicher schon wissen, warum sie das tun. Selten wissen alle alles, vielleicht wissen die Käufer mehr als andere. So könnte man denken. Aber dass es mit Aktien mal auf- und mal abwärts geht, ist nicht zwingend mit einer veränderten Faktenlage verbunden. Das kann kurzfristiges Trading sein, Portfolio-Anpassungen und manches mehr. Und noch ist aus dem, wenngleich auffälligen, Anstieg ja auch kein bullisches Signal geworden.
Der entscheidende Faktor, der der Rückkehr der Carl Zeiss-Aktie in einen dynamischen Aufwärtstrend zuwiderläuft, ist die Gewinndynamik. Einen Gewinn pro Aktie, der zumindest in der Nähe des letzten, sehr starken Geschäftsjahres 2021/2022 lag, sehen die Analysten im Schnitt erst wieder 2030. Zwar liegt die Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis mit derzeit knapp 24 deutlich unter dem Level früherer Jahre. Aber das waren Jahre, in denen der Gewinn pro Aktie noch dynamisch zugelegt hatte. Jetzt blickt Carl Zeiss auf mehrere Jahre mit fallenden Unternehmensgewinnen zurück … und in Bezug auf das morgen endende Geschäftsjahr 2025/2026 erwarten die Analysten bislang nichts anderes als einen erneuten Gewinnrückgang.
Entsprechend ernüchternd fällt das Bild der Analysten-Einschätzungen aus. Von den 16 Experten, die diese Aktie derzeit einstufen, rät kein einziger zum Einstieg. 11 sagen „Halten“, die anderen empfehlen sogar, Carl Zeiss Meditec unterzugewichten oder gar zu verkaufen. Da wundert es nicht, dass der aktuelle Kurs bereits über dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten (derzeit bei 27,15 Euro) notiert.
Unmöglich ist eine nachhaltige Aufwärtswende zwar dennoch nicht. Aber sie ist fraglich genug, um selbst dann, wenn die Aktie aus rein charttechnischer Sicht mit einem Ausbruch über die Widerstandszone 31,72/33,06 Euro ein Zeichen setzt, äußerst vorsichtig vorzugehen, sofern man daraufhin reagieren wollte.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/AFX.DE/analyst-insights/
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.09.2026 um 21:50 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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