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Der Goldpreis konnte am Donnerstag die wichtige Unterstützungszone im Bereich 4.382 zu 4.405 US-Dollar verteidigen. Aber dass es überhaupt zu einem Test dieser Zone kam, ist ein Warnsignal, das unterstreicht, dass der Goldmarkt derzeit nichts für schwache Nerven ist.
Die Börsen hängen seit Wochen an den Lippen eines einzigen Menschen. Das ist absurd genug, zumal man nie weiß, wann der US-Präsident was sagt oder beschließt und ob, wann und inwieweit er es dann wieder zurücknimmt oder abändert. Das kostet diejenigen, die sich nicht aus dem Getümmel des hektischen Intraday-Handels zu lösen vermögen, im besten Fall Nerven, im schlechtesten Fall Geld. Dass der Goldpreis davon ebenfalls erfasst wird, mag manche überraschen. Aber auch hier wird nonstop gehandelt, auch hier tummeln sich spekulative Trader mit sehr kurzem Zeithorizont. Warum also sollte der Goldpreis nicht ebenso hoch volatil daherkommen wie die Aktienmärkte oder der Ölpreis?
Dabei kann man nicht behaupten, dass die Tendenz vom Nimbus eines „sicheren Hafens“ bestimmt wäre. Der bisherige Verlauf dieser Handelswoche zeigt Gold eher als eine Art Schatten der Aktienmärkte. Die wiederum meist sehr engmaschig am Ölpreis hängen. Steigt Letzterer, fallen die Aktienindizes meist. Und Gold fällt mit. Wie kann das angehen?
Expertenmeinung: Das liegt eben daran, dass der Anteil am Handelsvolumen, der durch extrem kurzfristiges Trading bestimmt wird, in Phasen wie diesen steigt. Und solche Daytrader agieren primär nach der charttechnischen Tendenz des Augenblicks. Darüber hinaus sind die Kapitalströme großer Adressen oft über verschiedenste Assets gekoppelt, sodass Geld nicht nur innerhalb des Aktienmarkts kursiert, sondern zeitgleich auch in andere Bereiche, wie z. B. die Edelmetalle, hineinfließt oder abgezogen wird.
Das Problem ist natürlich in dieser derzeitigen Situation: Man weiß nie, wann die Kurse wegrutschen oder nach oben schießen, der gestrige Abend bietet ein typisches Beispiel. Nachdem der US-Präsident eigentlich eine 48-Stunden-Frist für die völlige Freigabe der Straße von Hormus für den Schiffsverkehr gesetzt hatte, verlängerte er diese Frist am Montag auf einmal um fünf Tage. Gestern Abend dann packte er, angeblich auf Ersuchen des Irans, zehn Tage obendrauf und verkündete, die Verhandlungen, bezüglich derer der Iran daran festhält, dass es sie bislang gar nicht gibt, liefen sehr gut. Der Goldpreis schoss auf diese kurz nach US-Handelsende lancierte Trump-Nachricht Hand in Hand mit den Aktien nach oben. Aber ob der Kurs nach der Reaktion des Augenblicks weiter zulegt, ließe sich in keiner Weise vorhersagen, der Wochenverlauf unterstreicht das.

Denn wir sehen im Chart, dass Gold als Reaktion auf die erste Fristverlängerung am Montag kräftig anzog und dabei perfekt auf der 200-Tage-Linie nach oben drehte. Noch am selben Tag gelang es dadurch auch, über der Zone 4.382 zu 4.405 US-Dollar zu schließen, die zuvor schon klar gebrochen zu sein schien. Das hätte in einem normalen, ruhigeren Umfeld eine hohe Wahrscheinlichkeit für Anschlusskäufe und eine gute Chance geboten, der Endpunkt der Korrektur zu werden. Doch in diesem Fall bleiben Anschlusskäufe aus – und gestern testete der Goldpreis diese Supportzone erneut.
Fällt sie? Hält sie? Es kommt auf die Nachrichtenlage an und die ist, wir wissen es ja, unberechenbar. Für den Augenblick wurde so die Chance, sich nach oben zu lösen, gewahrt … aber das könnte heute, während Sie diesen Beitrag lesen, schon anders sein. Daher sollte, wer hier kurzfristig agiert, unbedingt die nötige Erfahrung und Trading-Disziplin mitbringen, mit überschaubarem Kapitaleinsatz agieren und niemals ohne einen Stop Loss. Für Marktteilnehmer, auf die das nicht zutrifft, gälte der Rat: Warten Sie, bis sich diese derzeit äußerst hohen Wogen wieder geglättet haben!
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