Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

XAUUSD Prognose Gold: Derzeit nichts für schwache Nerven

News: Aktuelle Gold Analyse des London Gold Spot

von | |

Nachricht schicken an Ronald Gehrt
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des London Gold Spot

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.02.2026 um 10:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Freitagabend war noch offen, ob es zu militärischen Aktionen gegen den Iran kommt. Damit gingen die Gold-Trader mit offenen Fragen ins Wochenende – aber nicht mit einer offenen Ausgangslage im Chart. Zudem wurde am Samstag klar: Die Angriffe haben begonnen.

So, wie sich der Gold-Chart zum Ende des Februars präsentierte, könnte man ohnehin infrage stellen, ob es zu dieser erneuten militärischen Eskalation kommen musste, um den Kurs des Edelmetalls weiter im Aufwärtstrend zu halten. Denn wichtiger als solche Argumente für steigende Kurse, die ja letztlich immer subjektiv sind, sind klare Fakten im Chartbild. Und die sprachen per Freitagabend sehr klar für das bullische Lager.

Besonders bemerkenswert ist die Lage im langfristigen Bild auf Monatsbasis. Wenn wir uns ansehen, wie kritisch der Januar ablief, kann man jetzt vor einem eindeutigen Signal dahingehend sprechen, dass die Käuferseite bislang imstande ist, die Kohlen aus dem Feuer zu holen. Sehen wir uns das mal an:

Expertenmeinung: Der Januar zeigte eine fulminante, deutlich über die normale Aktivität bei Gold hinausgehende Hausse, nur: Zum Monatsende brach die da entstandene Fahnenstange, in etwa die Hälfte der Monatsgewinne gingen per Ende Januar verloren … und im Februar fehlte anfangs nicht viel, dann wäre sogar das komplette, bisherige Plus des Jahres dahin gewesen. Aber die jetzt vollendete Monatskerze des Februars zeigt, dass die Käufer die kritische Lage tadellos zu bereinigen vermochten. Einziges, aber nicht unwichtiges Problem: Markttechnisch bleibt Gold damit auf Monatsbasis so heiß gelaufen wie womöglich noch nie, wie der extrem tief in der überkauften Zone notierende RSI-Indikator zeigt.

Goldpreis: Monats-Chart vom 27.02.2026, Kurs 5.260,10 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Goldpreis: Monats-Chart vom 27.02.2026, Kurs 5.260,10 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Dieser Turnaround im Februar schlägt sich natürlich auch entsprechend positiv im Chart auf Tagesbasis nieder. Hier sehen wir, dass es den Käufern gelang, den Goldpreis nach dem knappen, aber am Ende eben doch erfolgreichen Test der Kreuzunterstützung aus 50-Tage-Linie und August-Aufwärtstrendlinie zu Monatsbeginn in einen neuen, kurzfristigen Aufwärtstrend zu bugsieren. Der zwar hochvolatil abläuft, aber bislang klar aufwärts weist.

Goldpreis: Chart vom 27.02.2026, Kurs 5.260,10 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tages-Chart vom 27.02.2026, Kurs 5.260,10 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Bis zum Verlaufsrekord bei 5.608 US-Dollar wären es zwar noch einige Prozentpunkte, aber das Februar-Verlaufstief liegt deutlich weiter entfernt. Ein Chartbild wie dieses könnte auch ohne Argumente, die einen erneuten Zustrom von Kapital in einen angeblich „sicheren Hafen“ befeuern würden, ausreichen, um die Bullen bei der Stange zu halten. Bei derart emotionalen Kursbewegungen muss man das Wort „könnte“ zwar dick rot unterstreichen, nicht zuletzt mit einem besorgten Seitenblick auf die überhitzte Markttechnik. Aber grundsätzlich bleibt als Fazit des Februars: Die Tür nach oben steht weiter offen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.01.2026 um 0:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass dynamische Aufwärtstrends mit größeren Schwankungen einhergehen, ist normal. Aber einen Handelstag wie den gestrigen hat es beim Goldpreis im Rahmen dieser Hausse noch nicht einmal ansatzweise gegeben. Und er sollte als Warnung verstanden werden.

Pünktlich zu Beginn des regulären US-Aktienhandels um 15:30 Uhr kamen dort kräftige Verkäufe auf, die sich zuvor im Futures-Handel nicht angedeutet hatten. Genau eine halbe Stunde später begannen massive Verkäufe bei Gold, aber auch bei den anderen Edelmetallen. Der einzige, denkbare und zeitlich passende Auslöser könnte der US-Präsident gewesen sein, der zum einen durchblicken ließ, dass es wieder einmal eng werden dürfte, den nächsten „Shutdown“ der US-Behörden, der in der Nacht zum Samstag ausgelöst würde, zu verhindern. Und der zum anderen andeutete, dass ein militärisches Vorgehen gegen den Iran zumindest nicht auszuschließen sei.

Aber auch, wenn man angesichts solcher Meldungen am Aktienmarkt nervös werden könnte: Wieso bei den Edelmetallen, wieso bei Gold, das viele doch grundsätzlich als eine Art „sicheren Hafen“ ansehen wollen?

Expertenmeinung: Da stünde in der Tat zumindest keine zwingende Logik dahinter. Zumal die Reaktion auch angesichts von Nachrichten, die grundsätzlich problematisch sind, viel zu heftig ausfiel. Da hat Gold in den vergangenen Monaten noch ganz andere Meldungen weggesteckt, ohne eine derartig extreme Handelsspanne und vor allem ein solches Tempo bei der Abwärtsbewegung zu zeigen.

Sie sehen im Chart auf 15-Minuten-Basis nur die Kursbewegungen von Mittwoch und Donnerstag. Wir sehen da, dass der Goldpreis innerhalb von einer halben Stunde um 400 US-Dollar einbrach. Ein Teil dieses Kurseinbruchs wurde zwar im weiteren Tagesverlauf wieder aufgeholt.

Goldpreis: 15-Minuten-Chart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: 15-Minuten-Chart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Aber was im Tageschart bleibt, ist ein „Long Legged Doji“ mit zwei extrem langen Dochten und einer Tagesspanne von 512 US-Dollar. Wenn jemand nach einem Beispiel für einen Hexenkessel suchen würde: Dieser Chart wäre dafür ideal.

Goldpreis: Tageschart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tageschart vom 29.01.2026, Kurs 5.376,74 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Ein solcher „Long Legged Doji“ kann nach einem vorangegangenen, starken Trendimpuls eine Trendwende einleiten. Das muss nicht so kommen, aber wenn man sich ansieht, dass Gold am Donnerstag mit 5.608 US-Dollar einen Verlaufsrekord markiert, dann in der Spitze um über neun Prozent zurückfällt und das dabei ausgebildete Tagestief gerade mal in der Spanne des Dienstags landet, wird klar:

Diese Hausse hat das normale Maß längst verloren. Und das bedeutet: Immer mehr kurzfristige Trader sind hier unterwegs … und das tun sie, erfahrungsgemäß mit Blick auf ähnliche Situationen bei anderen Assets in der Vergangenheit, immer riskanter. Das kann viel dazu beigetragen haben, dass dieser „Mini-Crash“ derart schnell und heftig ablief, denn:

Wer mit hohem Kapitaleinsatz und hohem Hebel agiert, hat eine geringe Risikotoleranz. Nicht dünner Nerven wegen, sondern weil die Margins (zu hinterlegende Sicherheitsleistungen) in z.B. Futures bei starken Kursbewegungen schnell aufgezehrt sind. Wer zu viel riskiert, hat aber zu wenig Barreserve, um Nachforderungen der Broker wegen einer unter das Limit gefallenen Margin sofort zu befriedigen. Die Folge: Man muss verzugslos die Position reduzieren … oder der Broker verkauft die Position, um nicht selbst ins Risiko zu geraten. Passiert das zu vielen gleichzeitig, kann so etwas herauskommen, wie wir es gestern gesehen haben.

Dass eine aus dem Ruder gelaufene Risikobereitschaft bei zu vielen Marktteilnehmern entscheidend für diesen extremen Handelstag gewesen sein könnte, ist denkbar genug, um hier, wenn, dann mit allergrößter Vorsicht zu agieren. Zumal der Umstand, dass die Käufe sofort nach dem Kursabsturz wieder losgingen, den Eindruck erweckt, dass dieser Tag noch nicht ausgereicht hat, um der Spekulation das Mütchen zu kühlen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.01.2026 um 23:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Mit 4.820 US-Dollar erzielte Gold am Mittwoch einen erneuten Schlussrekord. Es scheint, als könnten die Bullen die Füße hochlegen und gelassen darauf warten, dass die 5.000-US-Dollar-Marke erreicht wird. Aber der Tag war brisanter, als es auf den ersten Blick wirken könnte.

Am frühen Mittwochmorgen hatte der Goldpreis knapp 4.900 US-Dollar erreicht und lag damit gut 2,6 Prozent im Plus. Das immense Momentum der laufenden Hausse, die nahe, lockende 5.000er-Marke und die Sorge vor einer Eskalation in Bezug auf Grönland und/oder den Iran im Zuge von Donald Trumps Besuch beim Weltwirtschaftsforum in Davos waren da die wohl entscheidenden, treibenden Kräfte. Doch am Ende des Tages betrug das Plus gegenüber dem Vortag nur noch 1,2 Prozent.

Immerhin, könnte man sagen, wenn man bedenkt, dass der US-Präsident eine militärische Variante zur Erlangung Grönlands ausschloss, später von einer Rahmenvereinbarung mit den NATO-Partnern zu diesem Thema sprach und dann auch noch die am Wochenende angedrohten, zusätzlichen Einfuhrzölle für mehrere europäische Länder zurücknahm. Da hätte Gold ja auch leicht im Minus landen können. So aber blieb ein Zugewinn, der suggeriert, dass das bullische Lager weiterhin fest im Sattel sitzt. Aber das Wort „suggeriert“ könnte da wichtig werden, denn:

Expertenmeinung. Der Blick auf den Intraday-Chart, der Gold ab Montagnacht im Zeitraster von 15 Minuten pro Kerze abbildet, zeigt, dass infolge der Rücknahme der angekündigten, zusätzlichen Strafzölle der Goldpreis am Abend um bis zu 100 US-Dollar binnen einer halben Stunde einbrach. Wir sehen zwar auch, dass es gelang, diese Abschläge großenteils wieder wettzumachen. Aber warum wurde da so engagiert zurückgekauft?

Goldpreis: Intradaychart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Intradaychart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Gold schloss am Dienstagabend bei 4.763 US-Dollar. Am gestrigen Tagestief, gut eine Stunde vor US-Handelsende, erreichte der Kurs 4.756 US-Dollar, bevor er rasant wieder zulegte. Angenommen, diese Käufe vor dem Handelsende in den USA wären ausgeblieben, hätte das bedeutet, dass Gold im Chart auf Tagesbasis einen „Gravestone Doji“ ausgebildet hätte.

Eine Doji-Tageskerze also, die mit einem langen unteren Docht und einem Schlusskurs im Bereich der Eröffnung insbesondere nach einer Rallye wie dieser ein massives Warnsignal bedeutet hätte. Denn ein solcher Doji zeigt plakativ, dass am Hoch so starker Abgabedruck aufkam, dass am Ende der gesamte Gewinn dahin ist, und dies wiederum andeutet, dass den Bullen die Puste ausgegangen ist.

Das wurde durch diese Käufe zum Handelsende zwar verhindert. Aber alle Marktteilnehmer können den Intraday-Verlauf des Edelmetalls sehen und erkennen, dass diese Käufe zum Handelsende tendenziell „Rettungskäufe“ der Bullen waren, um einen solchen, kritischen „Gravestone Doji“ zu verhindern.

Goldpreis: Tageschart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tageschart vom 21.01.2026, Kurs 4.820,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Und die Käuferseite hat eben auch das Problem, dass mit der Rücknahme der militärischen Drohung und den avisierten „Grönland-Strafzöllen“ ein Argument, in diesen angeblich „sicheren Hafen“ Gold zu flüchten, an Substanz verloren hat. Ob Donald Trump jetzt für längere Zeit auf einen versöhnlichen Kurs einschwenkt, darf man sicherlich bezweifeln. Aber nach einem solchen Kursanstieg wäre ein „Da kommt sicher bald etwas Neues“ womöglich zu wenig, um eine Korrektur zu verhindern. Die nicht kommen muss und, wenn sie kommt, das bullische Setup nicht ruinieren müsste, aber:

Solange man den Eindruck haben kann, dass diese Hausse argumentativ eher auf Treibsand ruht, wäre eine konsequente Absicherung nach unten unbedingt zu überlegen. Die heute um 4.480 US-Dollar notierende und zur Jahreswende als Support bestätigte August-Aufwärtstrendlinie wäre dahingehend für Stoppkurse eine gute Orientierung.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.12.2025 um 22:19 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Bei 4.381,30 US-Dollar erzielte der Goldpreis am 20.10. seinen bisherigen Verlaufsrekord. An dieser aktuell einzigen charttechnischen Hürde war der Kurs am Donnerstag dran, kam aber nicht vorbei. Doch noch könnten die Käufer nachsetzen. Kann das gelingen?

Das könnte es ohne Weiteres, denn es gibt keine Fundamentaldaten, die Gold an irgendeinem Punkt als „überbewertet“ einordnen würden. In dieser Hinsicht sind Gold ebenso wie Silber „Börse pur“: Die Kurse werden ausschließlich durch Angebot und Nachfrage gebildet, die reale Nachfrage nach Gold als Industrie- und Schmuck-Rohstoff bzw. als Anlagegut in Barren oder Münzen kann dabei eine Rolle spielen, tut es aber, vor allem in Phasen wie derzeit, oft nicht. Was bedeutet:

Gelingt es, Verkaufsorders, die auf Höhe des bisherigen Rekords vom Oktober oder knapp darüber im Markt liegen, abzuarbeiten, kann der Goldpreis einfach weiter zulegen, so lange, bis es zu einem deutlicheren Ungleichgewicht zwischen Kauf- und Verkaufsvolumen kommt. Dann stünde erneut eine Korrektur an. Ob die dann vergleichbar läuft wie diese eher gelassen abgewickelte und nie wirklich an Dynamik gewinnende Korrektur im Vorfeld dieses neuen Anlaufs in Richtung neuer Rekorde oder ob ein schneller, weitreichender Selloff anstünde, kann niemand seriös abschätzen.

Bei hoch volatilen Kursverläufen steigt der Anteil sehr kurzfristiger Trader. Die einen handeln dabei hoch diszipliniert und entlang chart- und markttechnischer Signale, andere wiederum komplett aus dem Bauch heraus, „nach Gefühl“. Eine Mixtur, die, wenn sie einen hohen Anteil am Gesamt-Handelsvolumen hat, die Risiken erhöht … aber auch die Chancen. Vorausgesetzt, man gehört zur ersten, zur diszipliniert agierenden Gruppe.

Expertenmeinung: Und dafür wäre der erste Schritt, sich beim Trading eines Assets wie Gold, bei dem es weder ein „zu billig“ oder „zu teuer“ noch den Kurs zwingend in eine Richtung bewegende Fundamentaldaten gibt, konsequent einer „Marktmeinung“ zu enthalten. Man sollte einfach emotionslos dem Chartbild folgen und nie ohne regelmäßig hinterfragte und ggf. angepasste Stoppkurse agieren … wobei sich bei einer hohen Volatilität wie dieser Stop Loss-Verkaufsorders als „Automatik-Fallschirme“ anbieten würden.

Geht man so vor, wird klar: Die derzeit besseren Karten hätten die Bullen. Die Korrektur nach dem Rekordhoch war schnell und weitreichend, wurde aber zeitnah aufgefangen. Seither steigt der Kurs fast gemächlich, was andeutet, dass die Spekulanten hier noch keineswegs außer Rand und Band sind. Dabei fällt auf, dass die 20-Tage-Linie wieder die Rolle als Leitstrahl zurückbekommen hat, sie bildet zusammen mit der kurzfristigen Aufwärtstrendlinie im Bereich von 4.220 US-Dollar einen Kreuzsupport. Der muss halten, soll die Chance, sich nach oben abzusetzen, bestehen bleiben.

Goldpreis: Chart vom 18.12.2025, Kurs 4.335,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Goldpreis: Chart vom 18.12.2025, Kurs 4.335,52 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Doch man sieht auch, dass durchaus Gegenwehr zu existieren scheint: Der Goldpreis lief zuletzt nach jedem starken Tag mehrere Tage lang seitwärts, so auch jetzt. Aber diesmal ist man eben unmittelbar dran an der „letzten Hürde“, gestern erreichte der Kurs im Tageshoch 4.374,78 US-Dollar, da fehlten also nur noch etwa 0,2 Prozent zur Bestmarke. Also:

Ja, das könnten die Bullen schaffen. Aber ein „Muss“ kann es da nie geben, daher wäre es zu überlegen, erst bei einem faktischen Ausbruch nach oben zuzukaufen oder neue Long-Trades zu erwägen. Wobei man auf stabilerem Boden stünde, wenn man erst kurz vor Handelsende aktiv wird, um die Gefahr zu reduzieren, in eine Bullenfalle zu geraten. Und man hätte dann auch die Möglichkeit, engere Stop Loss zu setzen, je nach Aggressivität der Position 20, 30 US-Dollar unter dem alten Hoch oder ein Stück unter der vorgenannten, sukzessiv nachlaufenden Kreuzunterstützung aus Aufwärtstrendlinie und 20-Tage-Linie.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 30.10.2025 um 22:26 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Es war weniger die Rückkehr von Risiken als die enttäuschte Erwartung von deren Wegfall nach dem Treffen Xi/Trump, die Gold am Donnerstag wieder ins Rampenlicht der Märkte brachte. Aber ist das jetzt die Geburtsstunde eines neuen, großen Hausse-Schubs?

Es kam, wie viele es wohl auch befürchtet hatten: Nach dem persönlichen Gespräch der „Bosse“ verkündete Donald Trump den „Deal“, Xi Jinping hingegen sprach von einem Konsens zur Lösung wichtiger Handels- und Wirtschaftsfragen. Zwar erklärte der US-Präsident, der Zoll für Einfuhren aus China werde jetzt um zehn Prozentpunkte gesenkt. Aber selbst der im Zuge der Verhandlungen (die keineswegs abgeschlossen sind) geltende, „ermäßigte“ Einfuhr-Zollsatz für chinesische Waren lag bei 57 Prozent. Jetzt sind es dann eben 47 Prozent: Das ist alles andere als ein entscheidender Schritt.

Der Weg ist noch lang, das wurde den Investoren am frühen Donnerstagmorgen klar. Und wohin er führt, weiß man nicht. Kurz:
Die Unsicherheit bleibt. Und das ist ein guter Nährboden für Gold und die anderen Edelmetalle, die daraufhin auch prompt Boden gutmachten.

Die Frage ist, was das hinsichtlich der Chancen auf der Oberseite bedeutet. War das gestrige, solide Plus des Goldpreises bereits der Start einer neuen Rallye, die das bisherige Rekordhoch zu überwinden vermag?

Goldpreis: Tageschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Tageschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Das könnte es natürlich sein, aber das, was der Kurs da zeigte, war noch deutlich zu wenig, um dahingehend den Daumen zu heben.

Zwar generierte der Kurs einen nicht ganz formvollendeten „Morning Star“ durch die rote Tageskerze des Dienstags, den Inverted-Umbrella-Doji vom Mittwoch und die grüne Kerze des Donnerstags. Nicht formvollendet, weil der Doji in der Mitte idealerweise ein „echter“ Doji mit etwa gleich langen Dochten sein sollte und die Tagesspanne des Doji-Tages außerhalb der des Vortages und des Tages danach liegen sollte, um einen perfekten Morning Star zu bilden, aber davon abgesehen:
Erstens bedarf ein Morning Star einer Bestätigung, sprich, es müsste idealerweise gleich heute eine weitere grüne Kerze mit entsprechenden Kursgewinnen zum Vortag folgen, um die Formation zu bestätigen.

Zweitens sollte zumindest der nächstliegende Widerstand, hier die bei derzeit 4.081 US-Dollar verlaufende 20-Tage-Linie, bezwungen sein, um zu zeigen, dass das bärische Lager dort nicht effektiv dagegenhält. Denn dass die Bären eine reine Gegenreaktion in Ruhe laufen lassen, ist normal. Erst wenn die Käufer da durchkommen, wo die Short-Seller üblicherweise ihre Verteidigung aufbauen, hätte man eine taugliche Chance, dass auf der Oberseite mehr drin ist.

Zudem sollte man sich auch den Chart auf Monatsbasis ansehen, bevor man die Korrektur bereits nach nur einem starken Tag für beendet erklärt. Denn der zeigt eine grüne Kerze mit langem, oberem Docht, sprich einen Monat mit Kursgewinnen, die zum Ende hin deutlich zusammengestaucht wurden. Und das bei einer weiterhin dramatisch heiß gelaufenen Markttechnik, wie der im Monatschart unten mit eingeblendete RSI-Indikator zeigt.

Goldpreis: Monatschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Online Broker LYNX
Goldpreis: Monatschart vom 30.10.2025, Kurs 4.023,53 US-Dollar, Kürzel: XAUUSD | Quelle: TWS

Ja, das gestrige Plus könnte der Start eines neuen Aufwärtsimpulses bei Gold gewesen sein. Aber das „könnte“ muss man so lange dick rot unterstreichen, bis man dafür durch weitere Kursgewinne erste Belege bekommt. Bis dahin kann die Korrektur jederzeit weitergehen … und sich ggf. sogar bis an den Supportbereich um 3.439/3.500 US-Dollar ausdehnen.

Die kommenden Tage werden es zeigen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.