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Zum Wochenstart wurden Siltronic, SUSS MicroTec und Elmos Semiconductor neu in den MDAX aufgenommen. Doch wer dachte, dass der Index angesichts dieser zusätzlichen sechs Prozent Index-Aktien aus dem Halbleitersektor durchstarten würde, lag falsch. Warum?
Seit sechs Handelstagen tritt der MDAX jetzt schon auf der Stelle. Nach dem Kurssprung als Reaktion auf Fortschritte in Bezug auf den Iran-Konflikt kam nichts mehr nach. Und das, obwohl das bisherige Jahreshoch (33.547 Punkte) in Reichweite liegen würde.
Es würde nicht überraschen, wenn viele davon ausgegangen wären, dass dieses „frische“ Blut, das durch diese drei dem Halbleitersektor zuzuordnenden Neuzugänge entsteht, genau den Impuls auf der Oberseite bringen würde, auf den man bislang gewartet hat. Immerhin machen diese drei Aktien sechs Prozent der 50 Aktien aus und gehören zu der Branche, die derzeit den Gesamtmarkt fast alleine ziehen muss. Dass es nicht so kam, dürfte an zwei Dingen gelegen haben:
Zum einen kamen zwar diese drei dem Halbleiterbereich zuzuordnenden Titel in den MDAX hinein, zugleich wanderte aber Hochtief in den DAX ab. Und die Gewichtung des Baukonzerns im Index war immens … SUSS, Elmos und Siltronic zusammen liegen von der Marktkapitalisierung her nur bei einem Viertel von Hochtief. Die Verkäufe von Hochtief seitens explizit den MDAX abbildender Fonds oder ETFs haben die Zugkraft des Einstiegs in die drei Neuen vermutlich mehr als ausgeglichen.
Zum anderen wusste man ja seitens der spekulativen Trader bereits seit Anfang des Monats, dass diese drei Aktien in den MDAX aufsteigen würden. Wer auf einen „Aufstiegs-Effekt“ setzen wollte, hat das also vermutlich längst getan. Erst am Tag 1 der faktischen Listung im Index zu kaufen, wäre ungewöhnlich.
Expertenmeinung: Und dann wäre da ja noch das Problem, dass das bisherige Jahreshoch nicht einfach aus sich selbst heraus einen Widerstand darstellt. Der Index drehte dort an einer in das Jahr 2021 zurückreichenden, markanten Widerstandszone zwischen 33.200 und 33.410 Punkten nach unten, die damals die Nackenlinien-Zone eines großen Topps darstellte. Um diese Widerstandszone zu überwinden, bräuchte es wohl mehr Argumente als einen höheren Anteil an Halbleiter-Aktien im MDAX.

Ein gesunkener Ölpreis alleine trug den Index in den aktuellen „Wartestand“ für einen Ausbruch nach oben … würde der Rohöl-Kurs auf die Levels vor dem Iran-Krieg zurückkommen und glaubhafte Argumente dafür vorliegen, dass es dort auch bleiben könnte, wäre das womöglich ein Aspekt, der den MDAX über diesen Widerstandsbereich bzw. das bei 33.547 Punkten liegende, bisherige Jahreshoch tragen könnte. Was die Bullen sehen wollen, sind einfach glaubwürdige, frische Argumente dafür, dass das Wachstum wieder anläuft. Kommen sie, wäre der Weg nach oben gangbar.

Kommen sie aber nicht oder trübt sich die Gesamtsituation wieder deutlicher ein, wird die Supportzone zwischen 31.647 und 32.384 Punkten wichtig. Über diesem Bereich „schleicht“ der Index derzeit seitwärts. Solange diese Zone nicht unterboten würde, wäre der Weg nach oben grundsätzlich der leichtere. Käme es indes dazu, wäre ein Test der momentan bei knapp 30.600 Punkten verlaufenden 200-Tage-Linie ein wahrscheinliches Szenario … auch mit den jetzt sechs Prozent mehr Anteil an Halbleiter-Aktien im Index.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 23.06.2026 um 7:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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