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Überraschend werden vom US-Präsidenten Aussagen berichtet, nach denen er dazu tendiert, den Iran-Krieg vorerst zu beenden. Gestern traute man dem Braten beim Euro Stoxx 50 noch nicht – aber das könnte sich mit Blick auf die Vorlagen der Wall Street heute womöglich ändern.
Ein Ende der Kampfhandlungen, ohne sichergestellt zu haben, dass die Straße von Hormus wieder passierbar ist, weil man das Hauptziel, den Iran am Besitz von Atomwaffen zu hindern, erreicht habe? Solche angeblichen Ansichten von Donald Trump kommen überraschend, zumal laut den USA doch Verhandlungen laufen, eine Frist bis zum 6. April ausgerufen wurde und mehr und mehr US-Bodentruppen in der Region ankommen. Zwar sind es bislang auch keine expliziten Entscheidungen, sondern offenbar nur Erwägungen des US-Präsidenten. Aber es sind natürlich verheißungsvolle Erwägungen.
Sollte sich Mr. Trump auf diese Weise aus der verzettelten Situation herauslösen, würden wichtige Anlagen und Häfen intakt bleiben. Und da der Iran die Straße von Hormus eigentlich selbst braucht, wäre es denkbar, dass wieder deutlich mehr Tanker die Meerenge passieren könnten. Wenn es denn so kommt. Denn dass die Börsen dieser Sache eher misstrauisch begegnen, kann, nach den zahlreichen Richtungswechseln bei den Entscheidungen und Zielen der USA, nicht überraschen. Andererseits: Alleine die Hoffnung auf ein wieder positives Bild an den Märkten könnte viel bewegen. Und eine lukrative Ausgangslage hätten die Trader beim Euro Stoxx 50 dafür jetzt durchaus, denn:
Expertenmeinung. Das erste Quartal war eines zum Vergessen, das zeigt unser Chart auf Monatsbasis deutlich.

Aber man sollte das Wort „war“ nicht zu klein schreiben. Jetzt ist das erste Quartal vorbei und in Sachen Performance abgerechnet. Ein neues Vierteljahr beginnt, die Chance, dass seitens der Sparer trotz der problematischen Gesamtsituation frisches Geld zufließt, ist vorhanden und mit ihr die Möglichkeit, dass der Strom an zurück an den Aktienmarkt fließenden Geldes stärker wird, wenn, ja wenn Mr. Trump seine teils kolportierten, teils öffentlich ausgesprochenen neuen Ansichten in die Tat umsetzen sollte.
Weise wäre es natürlich, erst einmal abzuwarten, ob es dazu kommt. Aber in einem hochvolatilen, von blanken Nerven geprägten Aktienmarkt greifen viele nach jedem Strohhalm. Gut möglich also, dass man der Sache vorgreift. Das war, wie wir im Chart auf Tagesbasis sehen, zwar beim Euro Stoxx 50 am Dienstag noch nicht der Fall, der europäische Leitindex legte nur ein halbes Prozent zu und schloss unterhalb der steilen März-Abwärtstrendlinie und am oberen Ende der Supportzone 5.467 zu 5.568 Punkten. Er wäre also dran an einer wichtigen Hürde, aber noch nicht darüber.

Aber werden viele zum Start ins neue Quartal auch so skeptisch bleiben wie gestern, angesichts eines Ölpreises, der zumindest einige Prozentpunkte nachgab? Es wäre allemal denkbar, dass man beim Euro Stoxx 50 nachzieht und dann im Fall eines Schlusskurses über 5.622 Punkten auch noch die 200-Tage-Linie bezwingt. Das wäre ein Szenario, das die Bullen anlocken würde, aber:
Es wäre keines, das ungefährlich daherkommen würde. Denn auch, wenn ein solcher Ausbruch nach oben womöglich bei vielen das Eis brechen und die Nerven restaurieren würde: Erst, wenn der Index auch den Widerstandsbereich 5.795/5.818 Punkten überboten hätte, wäre wirklich ein Befreiungsschlag auf charttechnischer Ebene zu unterstellen. Und erst, wenn das von einer wirklich glaubhaften Befriedung der Lage um den Iran begleitet wäre, wäre das ein Signal, das nicht mit dem Etikett „Vorsicht, dünnes Eis“ versehen werden müsste. Eine Chance hätte der Index also, wenn er heute kräftig durchstarten sollte … ein komfortables Polster aus vertrauenerweckend klaren Rahmenbedingungen indes würde vorerst fehlen.
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