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Brent Crude Oil Prognose Brent Crude Oil: Fahnenstange? Ja, aber das allein hilft nicht weiter!

News: Aktuelle Analyse des Brent Crude Oil Futures

von | |

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen des Brent Crude Oil Futures

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.03.2026 um 18:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Dass der Preis für Rohöl zum Wochenstart deutlich höher liegen würde als am Freitag, war klar. Was indes in keiner Weise klar ist: Wo wäre jetzt ein „korrekter“ Preis anzusiedeln? Denn niemand kann abschätzen, wie deutlich und wie lange sich die Angebotssituation verändert.

Brent Crude Oil als die für Europa wichtigste Rohöl-Sorte, startete mit über 80 US-Dollar pro Barrel in die Woche, kam dann erst einmal in die Region um 76 US-Dollar zurück, stieg dann aber wieder an und ging in ein hektisches Auf und Ab über. Ausgelöst wurde dieser Veitstanz der Kurse durch die erneuten militärischen Aktionen Israels, der USA und des Irans, soweit besteht Klarheit. Aber damit erschöpft sich der Bereich dessen, den man einschätzen kann, bereits.

Was sich auch daran erkennen lässt, dass einige Großbanken zwar schon am Wochenende mit Einschätzungen aufwarteten, dabei aber mehrere Szenarien präsentierten. Die Frage ist, ob die Straße von Hormus als immens wichtige Transportroute für Rohöl nur kurzfristig nicht zu nutzen ist oder ob sie durch den Iran blockiert wird und längere Zeit als Route ausfällt. Die Frage ist zudem, wie schnell ein dadurch ausgelöstes, zu geringes Angebot an Rohöl durch andere Förderländer ausgeglichen werden kann bzw. ob diese das auch wollen. Denn eines sollte man natürlich im Hinterkopf haben:

Expertenmeinung: Deutlich höhere Ölpreise bedeuten für die Förderländer deutlich höhere Gewinnmargen. Und die Nachfrage sinkt ja nicht. Warum also sollten z. B. die OPEC-Länder allzu sehr darauf bedacht sein, den Preis schnell zu drücken, indem sie den Hahn massiv aufdrehen? Dass man seitens der OPEC am Wochenende mitteilte, man werde die Fördermenge ab April um 206.000 Barrel pro Tag anheben, macht das schon deutlich. Denn angesichts einer derzeitigen, weltweiten Fördermenge von um die 100 Millionen Barrel pro Tag ist diese Größenordnung nicht einmal ein Tropfen auf den heißen Stein.

Hinzu kommt, dass man einen solchen höheren Output ja auch erst einmal zu den Abnehmern bringen müsste, wodurch die Straße von Hormus als aktuell brandgefährliches Nadelöhr erneut ins Spiel kommt.

Grundsätzlich muss man davon ausgehen, dass es in Bezug auf die Veränderung der Angebot-/Nachfrage-Relation vorerst keine klaren Fakten geben wird. Die weitere Entwicklung dieses Konflikts ist offen, der Ölpreis damit unberechenbar … und sollte mit immenser Vorsicht oder, wenn man nicht explizit ein erfahrener Trader mit hoher Risikobereitschaft ist, sogar gar nicht angegangen werden, denn:

Der (Stand am frühen Montagabend) gelungene Sprung über die beiden markantesten Hochs des Vorjahres bei 72,73 und 74,74 US-Dollar, bezogen auf den hier abgebildeten, aktuellsten Futures-Liefertermin Mai, ist zwar aus charttechnischer Sicht ein eindeutig bullisches Signal. Aber je nachdem, welche Nachrichten in den kommenden Tagen und Wochen kommen, kann die Charttechnik da ganz schnell ins zweite Glied zurücktreten und eine im Normalfall solide Unterstützung wie dieser Bereich 72,73 bis 74,74 US-Dollar problemlos brechen. Man kann es nicht vorhersagen, daher ist hier derzeit größte Vorsicht geboten!

Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.03.2026, Kurs 77,05 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.03.2026, Kurs 77,05 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.02.2026 um 22:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Brent Crude Oil hat die Handelsspanne der letzten Wochen noch nicht nach oben verlassen, schloss aber genau an deren oberem Ende – was so noch nicht gelungen war. Das bullische Lager steht bereit für den Ausbruch – und alles steht und fällt dabei mit der Iran-Thematik.

Die Zwischenhochs vom September dienten in den vergangenen drei Wochen als effektiver Support. Es gab zu keinem Zeitpunkt den ernsthaften Versuch einer Korrektur, die den Ölpreis (hier die für Europa wichtigste Sorte Brent Crude) an die mittelfristig zwischen bullisch und bärisch trennende Scheidemarke in Form der gleitenden Durchschnitte der letzten 50, 100 und 200 Börsentage hätte drücken können. Der Grund:

Man setzt zum einen darauf, dass das Ende vergangenen Jahres von mehreren Institutionen für 2026 vermutete Überangebot nicht zum Tragen kommen wird, weil das Wirtschaftswachstum weltweit höher ausfallen könnte, da größere, negative Folgen der US-Einfuhrzölle bislang ausgeblieben sind. Und zum anderen, weil die Situation im Nahen Osten weit von einer nachhaltigen, vertrauenerweckenden Beruhigung entfernt ist. Wofür derzeit nicht zuletzt die USA sorgen, denn:

Expertenmeinung: Weiterhin wartet man auf klare Aussagen zum Stand der Dinge bei den Atomverhandlungen mit dem Iran. Und je länger es dauert, desto größer wird in den Augen der Trader die Wahrscheinlichkeit einer militärischen Intervention durch die USA. Gerade erst sagte US-Vizepräsident Vance, dass die bisherigen Gespräche zwar teilweise gut verlaufen seien, der Iran aber die „roten Linien“ des US-Präsidenten weiterhin nicht anerkennen. Das ist „Futter“ für das bullische Lager am Rohöl-Markt.

Und man bringt sich schon mal in Position … ein Signal dafür, dass ein neuer Impuls unmittelbar vor der Tür steht und die Bullen diejenigen sind, die die Sache für sich entscheiden wollen. Wir sehen im Chartbild, dass Brent Crude Oil zwar am Mittwochabend „nur“ am oberen Ende der aktuellen Handelsspanne geschlossen hat. Aber erstmals gelang es, über der Widerstandslinie in Form des Ende Juli entstandenen Peaks bei 69,77 US-Dollar zu schließen. Bei den beiden vorangegangenen Anläufen wurde Brent Crude in beiden Fällen zum Handelsende wieder unter diese Linie gedrückt – diesmal nicht. Aber:

Damit ist die Wahrscheinlichkeit eines Ausbruchs nach oben mit nächstem Kursziel bei 75,15 US-Dollar (das Jahres-Verlaufshoch 2025) zwar höher als die eines Wassertretens an dieser charttechnischen Entscheidungsmarke oder als eines Abdrehens nach unten.

Aber unmöglich sind diese beiden alternativen Szenarien keineswegs – es wird schlicht davon abhängen, wie sich die Lage in den kommenden Tagen darstellt. Ohne entsprechenden Rückhalt auf der Nachrichtenseite einem Ausbruch nach oben vorzugreifen, wäre daher ein unkalkulierbar hohes Risiko. Besser wäre, diese sich anbahnende Richtungsentscheidung abzuwarten, um dann abwägen zu können, ob einem das charttechnische Potenzial nach einer ersten, meist ja binnen Minuten vollzogenen Reaktion noch ausreichend erscheint, um selbst aktiv zu werden. Da könnte, wenn einem die Sache eher vage vorkommt, ein gezieltes Wegbleiben durchaus die beste Lösung sein.

Aussicht: neutral

Brent Crude Oil Future: Chart vom 18.02.2026, Kurs 70,19 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 18.02.2026, Kurs 70,19 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.02.2026 um 21:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Momentan hat das bullische Lager starke Argumente für einen steigenden Ölpreis. Und das Chartbild von Brent Crude Oil zeigt, dass man auch vorhat, das umzusetzen. Aktuell ringt man um eine Widerstandslinie, deren Bruch den Weg in Richtung 75 US-Dollar freigeben würde.

Eigentlich rechnete man in den vergangenen Wochen damit, dass es 2026 ein letztlich auf den Preis drückendes Überangebot an Rohöl geben würde. Doch die Nachrichtenlage dieser Woche wirkt, als könnte man mit dieser Einschätzung danebenliegen.

So hob die US-Energiebehörde EIA die Öl-Verbrauchsprognose für die USA für 2026 leicht an. Die OPEC beließ die bisherige Prognose für den Bedarf an OPEC-Öl unverändert bei 42,6 Millionen Barrel pro Tag, lag aber bei der Produktion im Januar mit 42,45 Millionen Barrel leicht darunter. Und, wichtiger noch, der US-Präsident scheint den Gedanken, erneut in Bezug auf den Iran militärisch aktiv zu werden, wieder aufgegriffen zu haben.

Vor allem dann würde ein solches Szenario wieder greifbar, falls die Gespräche über ein Atomabkommen nicht in seinem Sinne laufen sollten. Gemäß dem „Wall Street Journal“ soll ein zweiter Flugzeugträger-Verband bereits auslaufbereit bereitstehen, um in die Region verlegt zu werden. Die Konsequenz bei Brent Crude Oil, der für Europa wichtigsten Rohöl-Sorte, ist im Chartbild unübersehbar:

Expertenmeinung: Die Bullen machen Druck. Es geht um die Linie bei 69,76 US-Dollar, das Hoch aus dem vergangenen August im Liefertermin April des Brent Crude-Futures. Wir sehen, dass man dort bereits zweimal versuchte, durchzukommen. Und auch der gestrige, dritte Anlauf ist erst einmal nicht gelungen, Brent Crude fiel zum Handelsende unter diese Linie zurück. Aber daran, dass das bullische Lager derzeit klar das Geschehen dominiert, ändert das nichts:

Brent Crude Oil Future: Chart vom 11.02.2026, Kurs 69,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 11.02.2026, Kurs 69,40 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Die Rücksetzer nach den ersten beiden Anläufen an diese bei knapp 70 US-Dollar verlaufende Charthürde trafen schnell wieder auf Käufe, wobei die kleinen Zwischentiefs zuletzt sukzessiv über den jeweils vorherigen lagen. Es wirkt wie eine Belagerung, bei der versucht wird, die Mauern der Verteidiger marode zu schießen … und sollte es in Sachen Iran zu neuen militärischen Aktionen kommen, dürfte das genau die Bresche sein, durch die die Bullen hindurchmarschieren.

Das unmittelbar nächste charttechnische Kursziel wäre dann das 2025er-Verlaufshoch bei 75,15 US-Dollar. Ein Hoch, das entstand, als im vergangenen Juni zwischen Iran und Israel gekämpft wurde und sich die USA einmischten. Sollte sich Ähnliches wiederholen, wäre ein schneller Anstieg in diesen Kursbereich daher nicht überraschend … es wird hier also in den kommenden Tagen spannend werden, wobei es definitiv die Politik sein wird, die diesmal die Kurse „macht“.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.02.2026 um 23:30 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Rohölpreis ging mit einem potenziell sehr bullischen Chartbild ins Wochenende, doch zum Start in die neue Handelswoche waren die Argumente, die Brent Crude Oil zuvor rasant höher gezogen hatten, vom Tisch. Die Frage ist: endgültig … oder nur vorübergehend vom Tisch?

Genau diese Antwort ist noch nicht greifbar. Werden die USA auch weiterhin nicht unmittelbar militärisch im Iran aktiv? Was wird Israel tun oder nicht tun? Und, vor allem, wie geht die Entwicklung im Iran selbst weiter? Man weiß es nicht. Das Einzige, womit man zum Wochenstart aufwarten konnte, war die Erkenntnis, dass die Gerüchte, Donald Trump könnte an eben diesem Wochenende neue Militärschläge gegen den Iran anordnen, nicht Realität wurden. Aber ist die Sache damit aufgehoben oder nur aufgeschoben?

Expertenmeinung: Das ist noch völlig ungewiss. Und damit sind auch alle Reaktionen auf die Nachrichtenlage bei Brent Crude Oil – in beide Richtungen – keine verlässlichen Wegweiser für die kommenden Tage und Wochen. Erst einmal mussten die Bullen zwar mit dem kräftigen Minus des Montags einen Rückschlag hinnehmen, aber die aus charttechnischer Sicht besseren Karten haben sie bislang trotzdem.

Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.02.2026, Kurs 66,42 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil Future: Chart vom 02.02.2026, Kurs 66,42 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

Wir sehen im Chart, dass Brent Crude Oil die „Grenzzone“ zwischen bullischem und bärischem Terrain in Form der gleitenden Durchschnitte der letzten 50, 100 und 200 Handelstage im Januar überwand. Danach gelang ein erfolgreicher Pullback an diesen, da dann als Support dienenden Bereich. Von dort aus lief Brent Crude an das nächste Kursziel in Form des Juli-Hochs bei 69,77 US-Dollar … und blieb hängen, nachdem ein Militärschlag gegen den Iran ausblieb und auch in Teheran versucht wurde, die Wogen (etwas) zu glätten.

Aber solange diese entscheidende Unterstützungszone in Form der zwischen 62,20 und 63,00 US-Dollar verlaufenden, gleitenden Durchschnitte nicht unterboten ist, bleibt das übergeordnete Bild bullisch, was hieße: Ein Ausbruch über diese bei knapp 70 US-Dollar wartende nächste Charthürde wäre aus aktueller Sicht nicht aufgehoben, sondern tatsächlich erst einmal nur aufgeschoben.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.01.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der erste Rallyeschub des Jahres basierte auf dem erneuten Säbelrasseln zwischen den USA und dem Iran. Als sich die Gemüter beruhigten, kam Brent Crude Oil zwar zurück, blieb aber über einer entscheidenden Supportzone, die die Bullen jetzt effektiv als Sprungbrett nutzten.

Die Argumente, die man für den aktuellen Aufwärtsschub bei Rohöl vorbringt, der die Sorte Brent Crude binnen vier Handelstagen um in der Spitze fast sieben Prozent nach oben befördert hat, sind neben den üblicherweise genannten geopolitischen Spannungen auch das besonders kalte Wetter in den USA. Die Kälte erhöht den Energiebedarf. Und auch, wenn andere Weltregionen mit deutlich weniger kalten Füßen dastehen: Die USA sind nun einmal nach Kanada und Saudi-Arabien die Nation mit dem dritthöchsten Energieverbrauch pro Kopf. Im Prinzip wäre diese Argumentation also schlüssig, aber:

Diese ungewöhnlich eisige Phase mit ihren Winterstürmen ist ja nicht von Dauer. Und eine kurzzeitig höhere Nachfrage kann die US-Ölindustrie problemlos stemmen. Und was, so fragt man sich, ist mit den Argumenten, die den Ölpreis bis vor drei Wochen in einer Abwärtstendenz hielten, nämlich zusätzliches Angebot aus Venezuela und eine laut Schätzungen der IEA im Jahr 2026 sinkende weltweite Nachfrage?

Expertenmeinung: Diese Argumente sind natürlich weiter gültig, nur werden sie im Augenblick beiseitegeschoben. Was am Ölmarkt auch nichts Ungewöhnliches ist. Die kurzfristige Spekulation wird meist von der Charttechnik geleitet. Neue fundamentale Faktoren werden bisweilen zwar logisch in den Kursverlauf eingearbeitet, aber keineswegs immer. Was hier zählt, ist das Chartbild und kein „müsste eigentlich“. Und dieses Chartbild zeigt, dass es das bullische Lager ist, das dieser Tage den Taktstock schwingt.

Brent Crude Oil: Chart vom 28.01.2026, Kurs 67,55 US-Dollar, Kürzel: COIL | Online Broker LYNX
Brent Crude Oil: Chart vom 28.01.2026, Kurs 67,55 US-Dollar, Kürzel: COIL | Quelle: TWS

In der letzten Analyse hatte ich bereits darauf hingewiesen, dass der Abverkauf des vorherigen Kurssprungs vom 15. Januar noch keine Entwarnung bedeutet, weil dieser Rücksetzer zwar an, aber nicht unter die hier seit Monaten dominierende Chartzone geführt hatte. Sie besteht aus den gleitenden Durchschnittslinien der letzten 50, 100 und 200 Handelstage und bewegt sich wie eine Trennwand zwischen bullischem und bärischem Territorium in der Zone zwischen 61,85 und 62,90 US-Dollar nahezu seitwärts.

Und diese Zone wurde auch nicht unterboten. Brent Crude Oil testete diesen Unterstützungsbereich tagelang, ohne dass erkennbar wurde, dass genug Kraft für einen Durchbruch nach unten vorhanden ist. Und kurzfristige Trader, die hier zahlreich unterwegs sind, reagieren da ganz pragmatisch, indem sie sich sagen: Wenn nach unten nichts geht, dann eben nach oben. Brent Crude zog an und bestätigte damit diesen Supportbereich. Aktuell ist die Widerstandszone 67,15 zu 67,85 US-Dollar pro Barrel erreicht. Gelingt es, diese zu überbieten, läge das nächste Kursziel im hier abgebildeten Futures-Frontmonat April (d. h., das ist der Kontrakt mit der als nächstes endenden Laufzeit) bei knapp 70 US-Dollar.

Rein von der Logik her muss Brent Crude Oil dieses denkbare Kursziel zwar nicht unbedingt erreichen oder gar überbieten. Aber wie gesagt: Hier dominieren kurzfristige, eng am Chartbild agierende Trader, daher wäre es äußerst verwegen, oberhalb dieser entscheidenden Zone 61,85 zu 62,90 US-Dollar auf der Short-Seite dagegenhalten zu wollen!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.