Mehr als die Hälfte aller US-Aktien steckt im Bärenmarkt. Viele davon wohl zu Unrecht. Könnte ZScaler eine davon sein?
Unter der Oberfläche brodelt es
Der S&P 500 ist nur einen Steinwurf vom Allzeithoch entfernt. Gleichzeitig notieren mehr als die Hälfte aller US-Aktien unter dem SMA 200. Im S&P 500 würde das einem Kurs von unter 5.100 entsprechen.
Daher mangelt es nicht an Aktien, die zuletzt massiv abgestürzt sind. Bei vielen stellt sich zunehmend die Frage, ob das berechtigt ist.
Es wurde mehr als genug über eine mögliche Disruption durch KI diskutiert. Doch was, wenn sich herausstellt, dass viele vermeintliche KI-Verlierer keine sind?
An der Börse läuft das immer auf dieselbe Art und Weise ab. Ein Schreckgespenst geht um und die Kurse stürzen ab. Anschließend stellt sich heraus, dass alles halb so wild war.
Jeder erfahrene Anleger kennt genügend Beispiele, die das belegen.
Wir haben erst 2022 einen breiten Einbruch von Technologie-Aktien erlebt, nur um den Sektor anschließend zu neuen Höhen aufsteigen zu sehen.
Bei Einzelaktien sieht es nicht anders aus. Als Amazon in das Frachtgeschäft eingestiegen ist und sich selbst Transportflugzeuge zugelegt hat, implodierte der Kurs von FedEx. Heute steht die Aktie am Allzeithoch.
Warum Fundamentaldaten am Ende immer gewinnen
Am Ende werden derartige Schreckgespenster durch eine Sache bestätigt oder eben vertrieben: Fundamentaldaten.
Je öfter ein Unternehmen nach einem Absturz überzeugende Quartalszahlen vorlegt, umso mehr verfliegt die Angst.
Oft reicht ein Quartalsbericht nicht, aber der zweite, dritte oder vielleicht auch erst der fünfte, bringt die Kehrtwende. Langfristig folgen die Kurse der fundamentalen Realität.
Und bisher deutet die fundamentale Realität bei ZScaler nicht auf irgendwelche Probleme hin. Dafür sprechen jedenfalls die aktuellen Quartalszahlen.
Der Gewinn lag im letzten Quartal mit 1,01 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 0,90 USD. Mit einem Umsatz von 816 Mio. USD wurden die Analystenschätzungen von 798 Mio. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 26 % und einem Gewinnsprung von 30 %.
Der freie Cashflow konnte um 18 % auf 169,1 Mio. USD gesteigert werden. Der annualisierte Umsatz kletterte um 25 % auf 3,36 Mrd. USD.
Ausblick und Bewertung
In ähnlicher Weise dürfte sich das fortsetzen. Daher hat ZScaler die Prognose für das Umsatzwachstum im laufenden Geschäftsjahr von 23% auf 24% erhöht. Beim Ergebnis stellt das Unternehmen einen Anstieg um 22–23% in Aussicht, bisher waren es 15–16%.
Es handelt sich demnach um eine substanzielle Erhöhung der Prognose.
Das Ergebnis dürfte in diesem Geschäftsjahr, das noch bis Ende Juli läuft, auf etwa 4,00 USD je Aktie steigen.
ZScaler kommt demnach auf eine forward P/E von 38,7. Da der freie Cashflow substanziell über dem gemeldeten Gewinn liegt, ergibt sich ein P/FCF von 27,7.
Das ist keine ausufernd hohe Bewertung, vor allem in Anbetracht der hohen Wachstumsraten, dem steigenden Bedarf für Cybersecurity und den Charakteristiken des Geschäftsmodells – das als gut skalierbar, potenziell hochprofitabel beschrieben werden kann. Obendrein ist es durch wiederkehrende Einnahmen geprägt.

Vielleicht befindet sich ZScaler heute wieder in einer ähnlichen Situation wie 2022/2023. Die Bewertung ist heute sogar niedriger als am absoluten Tief der damaligen Zeit, auch wenn der Kurs fast doppelt so hoch ist.
Das zeigt für sich genommen bereits, welche operativen Fortschritte das Unternehmen gemacht hat.
Das Geschäft mit null Vertrauen
ZScaler bietet cloudbasierte Cybersicherheitslösungen an und setzte dabei auf „Zero Trust“.
Die Plattform ermöglicht direkte und sichere Verbindungen gemäß dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe. Das bedeutet, dass keinem User und keiner Anwendung automatisch vertraut wird.
Stattdessen basiert Vertrauen auf der Identität des Users sowie auf Kontextdaten (Standort des Users, Security Posture des Geräts, ausgetauschte Inhalte und angeforderte Anwendungen).
Die Zero Trust Exchange verbindet anhand von unternehmensspezifischen Richtlinien den richtigen User mit der richtigen Anwendung.
Obendrein ist ZScaler zwischengeschaltet. Die Daten gehen also nicht direkt von einer möglichen Gefahrenquelle an den Nutzer, sondern durchlaufen erst die Systeme von ZScaler.
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