Zscaler ist meilenweit von den Hochs entfernt und könnte gerade dabei sein, einen Boden auszubilden. Bricht die Aktie gerade aus?
Die Hälfte aller Aktien befindet sich im Crash-Modus
Die Börse hat eine mehrmonatige oder sogar mehrjährige Rallye hinter sich und der S&P 500 notiert nur knapp unter dem Allzeithoch. In der Regel ist das nicht der richtige Zeitpunkt, um zu investieren.
Doch gleichzeitig hat die Hälfte aller in den USA notierten Aktien einen Crash hinter sich und notiert unter dem SMA 200. Umgerechnet entspräche das für den S&P 500 einem Kurs von unter 6.000 Punkten.
Einerseits bedeutet das, dass die Marktbreite selten niedriger war. Auf der anderen Seite bedeutet das, dass es erstaunlich viele attraktiv bewertete Aktien gibt. Vielleicht ist Zscaler einer dieser Fälle.
Ich hatte in der Vergangenheit bereits mehrfach auf die Aktie hingewiesen, zuletzt bei einem Kurs von 154,67 USD:
ZScaler erhöht Prognose. Ist das die Kehrtwende?

Seitdem mehren sich die Zeichen, die für eine Bodenbildung sprechen. Gelingt jetzt ein nachhaltiger Ausbruch über 188 USD, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 200 und 215 USD. Darüber wäre sogar ein Anstieg in Richtung 230 oder 250 USD denkbar.
Fällt die Aktie jedoch unter 188 USD, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.
Wohin es mit dem Kurs langfristig gehen dürfte, wird jedoch an anderer Stelle entschieden:
“I don’t think people understand there’s a 100% correlation with what happens to a company’s earnings over several years and what happens to the stock“ – Peter Lynch.
Das Geschäft mit null Vertrauen
Zscaler bietet cloudbasierte Cybersicherheitslösungen an und setzt dabei auf das Prinzip des „Zero Trust“.
Die Plattform ermöglicht direkte und sichere Verbindungen nach dem Prinzip der minimalen Rechtevergabe. Dabei wird weder einem Nutzer noch einer Anwendung automatisch vertraut.
Stattdessen wird der Zugriff anhand der Identität des Nutzers und verschiedener Kontextdaten kontrolliert. Dazu zählen beispielsweise der Standort des Nutzers, der Sicherheitsstatus des verwendeten Geräts, die ausgetauschten Inhalte und die angeforderte Anwendung. Die Zero Trust Exchange verbindet auf Basis unternehmensspezifischer Richtlinien den jeweils richtigen Nutzer mit der jeweils richtigen Anwendung.
Zscaler fungiert dabei als Sicherheitsebene zwischen Nutzer und Anwendung beziehungsweise dem Internet. Der Datenverkehr wird nicht einfach direkt zwischen Nutzer und Ziel ausgetauscht, sondern zunächst über die Zscaler-Plattform geleitet, wo er überprüft und anhand der geltenden Sicherheitsrichtlinien freigegeben oder blockiert wird.
Cybersecurity-Star vor dem Comeback?
Unternehmen bezahlen für die Nutzung der Cloud-Plattform, typischerweise abhängig von der Zahl der Nutzer und teilweise vom Nutzungsvolumen. Die Verträge laufen meist ein bis fünf Jahre und werden häufig jährlich im Voraus bezahlt.
Nahezu der gesamte Umsatz stammt inzwischen aus Abonnements und damit verbundenen Supportleistungen.
Ursprünglich war Zscaler vor allem dafür bekannt, den Internetzugang von Mitarbeitern abzusichern. Heute versucht das Unternehmen, immer mehr Bereiche über dieselbe Plattform abzudecken.
Dafür betreibt Zscaler ein weltweites Netzwerk von mehr als 200 Rechenzentren. Der Datenverkehr wird dort zentral überprüft. Dadurch kann Zscaler Informationen aus sehr vielen Transaktionen sammeln.
Erkennt die Plattform einen neuen Angriff, können dadurch unmittelbar das gesamte Netzwerk und alle Kunden geschützt werden.
Die Börse zweifelt, das Geschäft wächst
All diese Faktoren haben dazu beigetragen, dass Zscaler in der Vergangenheit stark gewachsen ist. In den letzten fünf Geschäftsjahren ist der Umsatz von 1,09 auf 3,53 Mrd. USD gestiegen.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität deutlich verbessert, wodurch sich der freie Cashflow von 1,06 auf 4,71 USD je Aktie vervielfacht hat. Das operative Ergebnis kletterte in dieser Zeit von 0,52 auf 3,28 USD je Aktie.
Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr (7/2026) hat sich dieser Trend fortgesetzt. Zscaler hat die Erwartungen durchweg übertroffen.
Im letzten Quartal lag der Gewinn mit 1,19 USD je Aktie über den Erwartungen von 1,08 USD. Mit einem Umsatz von 898,2 Mio. USD wurden die Analystenschätzungen von 878 Mio. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 25 % und einem Gewinnsprung um 34 %.
Der freie Cashflow konnte im letzten Geschäftsjahr von 726,7 auf 779,1 Mio. USD gesteigert werden. Die vergleichsweise schwache Entwicklung ist auf gezielte Investitionen in die Infrastruktur zurückzuführen.
Zscaler investiert derzeit aggressiv in den Ausbau seiner Rechenzentren und Cloud-Kapazitäten, um die rechenintensive Nachfrage nach neuen KI-Sicherheitslösungen (Security for AI) und agentenbasierten Plattformen zu bedienen.
Ausblick
Das soll sich im angebrochenen Geschäftsjahr entsprechend auszahlen. Zscaler stellt einen Anstieg der Umsätze von 3,35 auf 3,91 – 3,94 Mrd. USD und einen Gewinnsprung von 4,21 auf 4,86 – 4,90 USD je Aktie in Aussicht.
Die annualisierten wiederkehrenden Umsätze (ARR) sollen auf 4,41 Mrd. USD und der freie Cashflow auf etwa 900 Mio. USD steigen.
Den Konsensschätzungen zufolge wird ein Gewinnsprung um 16 % auf 4,88 USD je Aktie erwartet. Der freie Cashflow soll sogar auf 5,65 USD je Aktie steigen.
Zscaler kommt demnach auf eine forward P/E von 40,5.
Damit geht die Aktie sicherlich nicht als klassisches Schnäppchen durch. Das ist in der Branche und bei hochprofitablen Abo-Geschäftsmodellen aber auch selten der Fall. Tatsächlich war Zscaler seit dem Börsengang fast durchweg höher bewertet.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.09.2026 um 11:05 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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