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Workday vervielfacht seine KI-Umsätze, baut sein Produktangebot aus und stellt steigende Margen in Aussicht. Aktienkurs unbeeindruckt.
Auf einer Investorenveranstaltung hat Workday seine aktuellen Geschäftsaussichten und die langfristige Strategie erläutert. Dabei gab das Management spannende Einblicke in die Entwicklung des KI-Geschäfts, neue Wachstumstreiber und die finanziellen Ziele für das laufende und kommende Geschäftsjahr.
Wird KI zum Wachstumsmotor?
Workday entwickelt cloudbasierte Software für Personalmanagement und Finanzplanung. Die Lösungen helfen Unternehmen, ihre Mitarbeiter, Prozesse und Ressourcen zu verwalten. Damit verfügt der Konzern über einen großen Datenschatz und eine etablierte Position in zentralen Unternehmensbereichen. Genau das könnte sich im KI-Zeitalter als entscheidender Vorteil erweisen.
Die Dynamik ist bereits sichtbar. Der jährlich wiederkehrende Umsatz mit KI-Produkten nähert sich 600 Mio. USD und hat sich innerhalb eines Jahres mehr als verdreifacht. Rund 25 % der Bestandskunden bezahlen inzwischen für mindestens ein KI-Produkt. Vor einem Jahr lag der Anteil erst bei etwa 10 %.
Auch die Bedeutung für das Neugeschäft nimmt zu. Im zweiten Quartal entfiel bereits mehr als die Hälfte des zusätzlichen Umsatzes mit bestehenden Kunden auf KI-Angebote. Für das Geschäftsjahr 2027 erwartet Workday einen ähnlich hohen Anteil, für 2028 sogar rund 70 %.
Die bisherigen Ergebnisse zeigen, dass Kunden durchaus bereit sind, für die neuen Funktionen mehr Geld auszugeben. Knapp 900 Unternehmen, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate mindestens einen KI-Agenten erworben haben, steigerten ihren jährlich wiederkehrenden Vertragswert im Durchschnitt um etwa 12 %. Bei zwei umfassenderen Einführungen lag der Zuwachs sogar zwischen 40 und 50 %.
Die Monetarisierung hat gerade erst begonnen
Trotz dieser Entwicklung wäre es verfrüht, unmittelbar einen explosionsartigen Wachstumsschub zu erwarten. Viele Unternehmen wollen KI-Agenten einsetzen, sorgen sich aber um die Kosten der Nutzung. Workday muss deshalb nicht nur überzeugende Anwendungen anbieten, sondern auch die wirtschaftlichen Vorteile nachweisen.
Hier kommen Flex Credits ins Spiel. Das verbrauchsabhängige Modell ermöglicht es, KI-Leistungen über den klassischen Softwarevertrag hinaus abzurechnen. Bislang haben sich knapp 300 Kunden dafür entschieden, nahezu 200 davon allein im letzten Quartal.
Der Großteil der KI-Umsätze wird allerdings weiterhin über herkömmliche Abonnements erzielt. Zudem werden Flex-Credit-Verträge häufig mit Laufzeiten von einem bis drei Jahren abgeschlossen. Das erhöht die Planbarkeit, erschwert aber kurzfristige Prognosen über die tatsächliche Nutzung.
Eine ganze Reihe neuer Produkte
Mit Sana, einer KI-Plattform für die Arbeit mit Unternehmenswissen, will Workday seine Position zusätzlich stärken. 18 ausgewählte Referenzkunden erhalten die Lizenz zunächst ein Jahr kostenlos. Dahinter steckt eine langfristige Strategie: Workday will sich als bevorzugter Anbieter für KI-Agenten in Unternehmen etablieren, bevor die Nutzung umfassend monetarisiert wird. Das Management sieht dafür ein Zeitfenster von zwölf bis 18 Monaten.
Zusätzliche Chancen versprechen Data Cloud und Extend AI. Data Cloud wurde erst vor wenigen Wochen eingeführt und konnte bereits rund 20 Kunden gewinnen. Die Lösung soll Unternehmensdaten besser zusammenführen und für KI-Anwendungen nutzbar machen. Das Management sieht darin einen möglichen zusätzlichen Wachstumstreiber, der in den bisherigen Planungen noch nicht berücksichtigt war.
Auch Extend AI eröffnet neue Möglichkeiten. Bestehende Kunden, die ihre Plattformlizenz auf die KI-Version erweitern, erhöhen den Lizenzwert im Durchschnitt um rund 20 %.
Noch wichtiger könnten allerdings Unternehmen sein, die durch eine dieser Innovationen zu Workday wechseln, um bestimmte Agenten und Werkzeuge zu nutzen.
Ein weiterer Hebel ist der Zugriff über Programmierschnittstellen. Künftig müssen Nutzer nicht mehr zwingend über die klassische Workday-Oberfläche arbeiten, sondern können Funktionen direkt über KI-Agenten ansteuern. Darüber hinaus erweitert der Konzern sein Angebot in Richtung Identitätsverwaltung und Sicherheit.
Effizienz und Profitabilität im Blick
Neben den Produktchancen arbeitet Workday an seiner operativen Aufstellung. Ein Stellenabbau von rund 2,5 % der Belegschaft zielte vor allem darauf ab, Managementebenen zu reduzieren und Entscheidungen zu beschleunigen. Die Mitarbeiterzahl soll insgesamt weitgehend stabil bleiben.
Gleichzeitig soll der verstärkte Einsatz eigener KI-Anwendungen den Personalbedarf bei Neueinstellungen begrenzen und die Produktivität erhöhen.
Im Idealfall könnten die neuen Produkte und KI also dazu führen, den Umsatz je Kunde zu erhöhen, und gleichzeitig würde Workday die Kosten weitgehend stabil halten.
Geht dieser Plan auf, könnte die Profitabilität perspektivisch deutlich zunehmen.
Für das laufende Geschäftsjahr hat Workday seine Prognose bestätigt und erwartet Abonnementumsätze von 9,94 bis 9,95 Mrd. USD. Das entspricht einem Wachstum von rund 13 %. Die bereinigte operative Marge soll von 29,6 % auf 31 % steigen und der freie Cashflow von 2,78 Mrd. auf etwa 3,18 Mrd. USD.
Den Konsensschätzungen zufolge dürfte der FCF in diesem Jahr um 25 % auf 12,90 USD je Aktie zulegen.
Workday kommt demnach auf einen forward P/FCF von 14,8.
Für das kommende Geschäftsjahr stellt das Management ein Wachstum der Abonnementumsätze von 11 % in Aussicht. Die bereinigte operative Marge soll auf über 33 % steigen.
Der freie Cashflow je Aktie soll auf 15 USD je Aktie steigen. Sollte das eintreffen, würde der P/FCF dadurch auf 12,7 sinken.

Gelingt jetzt ein nachhaltiger Ausbruch über 200 USD, kommt es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 210 und 220 USD. Darüber wäre der Weg in Richtung 244 bis 250 USD offen.
Fällt die Aktie hingegen unter 176 USD, muss mit einem Rücksetzer in Richtung 159 USD gerechnet werden.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.10.2026 um 11:12 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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