Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Während viele Titel an der Wall Street zuletzt unter Druck gerieten, zeigt sich die Walmart-Aktie weiterhin in vergleichsweise stabiler Verfassung. Seit Jahresbeginn behauptet sich das Papier gut und hält an der übergeordnet intakten Aufwärtsstruktur fest.
Die Folge höherer Hochs und höherer Tiefs blieb bislang erhalten, auch wenn es in den vergangenen Wochen zu einer spürbaren Verschnaufpause kam. Diese Korrektur wirkt aus technischer Sicht bislang eher gesund. Im Bereich der 50-Tage-Linie fanden sich wieder Käufer, wodurch sich nun eine interessante Ausgangslage ergibt. Zwischen Unterstützung auf der Unterseite und einem klar definierten Widerstand nach oben baut sich zunehmend Druck auf. Damit nähert sich die Aktie einem Punkt, an dem die nächste Bewegung dynamischer ausfallen könnte.
Expertenmeinung: Die aktuelle Konsolidierung könnte sich als Basis für den nächsten Aufwärtsimpuls erweisen. Entscheidend wird sein, ob die Bullen den bestehenden Widerstand zeitnah überwinden können. Gelingt dieser Schritt, könnte sich das bullische Chartbild weiter festigen und die laufende Trendphase zusätzlichen Rückenwind erhalten.
Bleibt der Ausbruch hingegen vorerst aus, wäre auch eine Fortsetzung der Seitwärtsbewegung denkbar. Insgesamt wirkt das Gesamtbild weiterhin konstruktiv, weshalb ich der Aktie derzeit eher positive Aussichten zuschreibe.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.03.2026 um 7:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Walmart Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 21.11.2025 um 11:02 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Kaum ein anderes Unternehmen zeigt so klar, wie es um die US-Konsumenten steht. Die jüngsten Zahlen zeichnen ein überraschendes Bild.
Frühindikator für die US-Konsumlaune
Walmart ist nicht nur der größte Einzelhändler in den USA, das Unternehmen ist ein Indikator für den Zustand der gesamten US-Wirtschaft. Kein anderer Händler ist so tief verwurzelt, wird von allen Einkommensgruppen genutzt und kann daher Nachfrageveränderungen früher erkennen.
Die jüngsten Quartalszahlen und Aussagen des Vorstands liefern daher Informationen, die weit über das Geschäft von Walmart selbst hinausreichen.
Demnach zeigten sich die US-Konsumenten weiterhin ausgabebereit. Besonders im Lebensmittelgeschäft gewann Walmart Marktanteile, und zwar nicht nur im Kerngeschäft mit preisbewussten Haushalten, sondern zunehmend auch bei Kunden mit höheren Einkommen. Mittlere Einkommen blieben stabil, wohingegen einkommensschwächere Haushalte spürbar stärker unter Druck gerieten. („US customers still spending, middle-income is stable, but lower-income is under additional pressure“).
Niedrige Einkommen unter Druck
Diese Belastung spiegelte sich im Quartalsverlauf deutlich wider und wurde zusätzlich durch die zeitweise Pause der SNAP-Leistungen verstärkt. Während der Wochen ohne Auszahlung verzeichnete Walmart einen klaren Rückgang in den entsprechenden Warenkörben, der sich jedoch normalisierte, sobald die Zahlungen wieder aufgenommen wurden.
Die Schere zwischen den Einkommensschichten nahm weiter zu, ohne dass die grundsätzliche Konsumneigung insgesamt einbrach („there was a greater disparity between higher-income and lower-income shoppers“).
Gleichzeitig blieb der Einfluss der Zölle spürbar. Laut Walmart besteht ein realer Kostendruck, auch wenn das Unternehmen Wege fand, einen Teil der Belastung abzufedern, um Preissprünge für Kunden zu begrenzen. („When it comes to higher tariff costs, the pressure is real. Yet, Walmart’s team has been able to reduce the impact on customers by finding ways to absorb some costs“)
Erstaunlich
Der scheidende CEO hat mehrfach auf die starke Entwicklung im Online-Geschäft verwiesen. Walmart gewinnt demnach Marktanteile. Die Liefergeschwindigkeit wurde weiter verbessert. Damit stärkt Walmart eine strategische Säule, die sich zunehmend als Differenzierungsmerkmal gegenüber klassischen Wettbewerbern erweist.
Darüber hinaus handelt es sich um den größten Wachstumstreiber im Konzern. Der Umsatz im Online-Geschäft konnte im letzten Quartal um 27 % gesteigert werden.
Fazit: Die US-Konsumlaune ist erstaunlich stabil, die niedrigen Einkommen stehen jedoch spürbar unter Druck. Darauf deuten auch etliche Datenpunkte abseits von Walmart hin. Dass die niedrigen Einkommen durch Zölle und die jüngsten Änderungen der US-Gesetzgebung am härtesten getroffen werden, lag von vornherein nahe.
Prognose erhöht, aber reicht das?
Walmart scheint das jedoch nicht zu schaden. Der Gewinn lag in Q3 mit 0,62 USD je Aktie knapp über den Erwartungen von 0,61 USD. Mit einem Umsatz von 179,5 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 177,2 Mrd. USD ebenfalls übertroffen. Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 5,8 % und einem Anstieg des Gewinns von 6,9 %.
Darüber hinaus hat Walmart die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr von 3,75 – 4,75 % auf 4,80 – 5,10 % erhöht und die Gewinnerwartungen von 2,52 – 2,62 auf 2,58 – 2,63 USD je Aktie.
Bei Walmart herrscht business as usual, das Geschäft läuft gut, das lässt sich nicht in Abrede stellen. Daher ist die positive Kursreaktion auf die Quartalszahlen und die Erhöhung der Prognose im ersten Moment auch nachvollziehbar.
Das Problem ist allerdings, dass Walmart aktuell mit einer forward P/E von 41 bewertet wird. Selbst wenn der Gewinn im kommenden Jahr wie erwartet um 12 % steigen wird, läge die P/E Ende 2026 noch bei 36,3.
Aus meiner Sicht ist die Aktie deutlich überbewertet. In den letzten fünf Jahren lag die P/E durchschnittlich bei 24. Als die P/E von Walmart das letzte Mal bei über 40 lag, also um die Jahrtausendwende, dauerte es anschließend über zehn Jahre, um die Überbewertung abzubauen. Für Anleger war es ein verschenktes Jahrzehnt. Das muss nicht wieder geschehen, es wäre jedoch möglich.
Kurzfristig ist eine Fortsetzung der laufenden Bewegung immer wahrscheinlicher. Für langfristige Investoren ist das Chance-Risiko-Verhältnis auf dem aktuellen Niveau jedoch fragwürdig.
Über den Autor
Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.
Analysemethode
Die Aktienanalysen von TobiasKrieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der Supermarkt-Riese Walmart ist eine Kooperation mit OpenAI eingegangen, um seinen Kunden den Einkauf über ChatGPT zu ermöglichen. Die am Dienstag aufgetauchte Nachricht hat die Aktie über eine markante Widerstandszone auf neue Hochs gezogen. Zu Recht?
Walmart hatte vor Jahren frühzeitig verstanden, dass man auf Dauer mit reinen Supermärkten nicht mehr weit kommen würde, und hat auf eine Onlinepräsenz gesetzt. Mit beeindruckendem Erfolg. Jetzt will man auch die Ebenen der künstlichen Intelligenz nutzen. In den Bereichen Mode und Kundenservice sparen KI-Tools dem Konzern bereits erhebliche Produktions- und Bearbeitungszeit ein, hieß es. Jetzt will man auch den Kaufvorgang angehen und ChatGPT als Ebene nutzen. Klingt vielversprechend, sagten sich einige und griffen zu. Das Ergebnis:
Neue Rekorde. Die Aktie stieg mit Schwung über die Hochs der letzten Monate, die zwischen 104,72 und 106,11 US-Dollar den Weg nach oben verstellten. Der Ausbruch am Dienstag sah am Mittwoch Anschlusskäufe. Das passt charttechnisch einwandfrei. Und da die Aktie in den Wochen zuvor seitwärts lief, könnte da kurzfristig weitere Luft nach oben sein – falls dieser Gedanke, dass Käufe über ChatGPT Umsatz und Gewinn weiter ankurbeln, Bestand hat. Was er indes keineswegs muss, denn da tauchen einige Fragen auf.
Expertenmeinung: Es könnte zwar sein, dass Walmart da als „First Mover“ imstande sein könnte, Konkurrenten ein wenig Marktanteil abzunehmen. Doch das heißt nicht automatisch, dass der Gewinn dadurch nennenswert steigt und so ein höherer Kurs gerechtfertigt wäre. Denn relativ teuer ist die Aktie schon jetzt:
Auf Basis der laufenden Gewinne kommt man hier auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 34 – das ist für einen Einzelhändler in einem Markt mit insgesamt eher mäßigem Wachstumspotenzial teuer. Und diese Ansicht teilen recht viele Analysten. Denn auf der einen Seite stufen zwar fast alle Experten die Walmart-Aktie als kaufenswert ein. Aber das durchschnittliche Kursziel liegt nicht meilenweit über der Aktie, sondern bei 113 US-Dollar … und wäre bereits fast erreicht.
Daher steht die Frage im Raum, ob diese Kooperation mit OpenAI die Umsatz- und Gewinnperspektive wirklich deutlich nach oben verschieben könnte. Und das ist zumindest zweifelhaft. Denn der Konsumsektor bewegt sich in einem gesättigten Umfeld. Und viel mehr neue Dollars, die die Kunden ausgeben könnten, zeichnen sich momentan nicht gerade ab, zumal Walmart schon jetzt unter den hohen Zöllen für asiatische Produkte leidet. Sollte im Handelsstreit mit China jetzt die nächste Runde gegenseitigen Hochschaukelns begonnen haben, wäre das für Walmarts Gewinnmargen fatal – das könnte die Möglichkeit, via ChatGPT einkaufen zu können, nicht kompensieren.
Daher scheint hier jetzt, nachdem die Trader bereits auf diese neue Entwicklung reagiert haben, Vorsicht angebracht. Long zu sein ist hier absolut trendkonform, ohne Stoppkurs zu agieren, indes riskant. Wer aggressiv engagiert ist, sollte überlegen, sich gegen eine denkbare Bullenfalle abzusichern, indem ein Long-Trade mit einem Stop-Loss zwei, drei US-Dollar unter der jetzt überbotenen Chartzone 104,72/106,11 US-Dollar versehen wird.
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die Ergebnisse des letzten Geschäftsquartals waren ein Warnsignal. Der US-Supermarkt-Gigant Walmart setzte zwar mehr um als erwartet. Der Gewinn blieb aber klar hinter den Prognosen zurück. Und in Bezug auf die Gründe hierfür sprach der CEO Tacheles.
Was den Umsatz anging, passte dieser bei Walmart im zweiten Geschäftsjahresquartal des hier wie bei den meisten US-Einzelhändlern bis zum 31. Januar dauernden Geschäftsjahres. Der stieg um 4,8 Prozent zum Vorjahreszeitraum und lag damit sogar marginal über der Konsens-Prognose. Aber beim Gewinn sah das schon anders aus. Erwartet hatten die Experten einen Gewinn von 0,74 US-Dollar pro Aktie, heraus kamen 0,68 US-Dollar. Was zwar immerhin noch ein Cent mehr war als im Vorjahresquartal, aber eben auch deutlich weniger als gedacht.
Und beim Grund dafür nahm CEO McMillon kein Blatt vor den Mund: Die Importzölle, die die US-Regierung verhängt hat, sorgen bei Walmart Woche für Woche für steigende Kosten. Zugleich versucht das Unternehmen, die Preise für die Kundschaft trotzdem so niedrig wie möglich zu halten. Aber man beobachte, so der Vorstandschef, bereits ein verändertes Kaufverhalten bei Kunden mit niedrigen und mittleren Einkommen und gehe davon aus, dass dieser durch die Zölle verursachte Druck bis zum Ende des Geschäftsjahres anhalten werde.
Expertenmeinung: Die Aktie reagierte mit einem relativ kräftigen Minus, aber eigentlich ist der Abschlag am Tag der Bilanzvorlage noch als harmlos einzustufen. Zwar heben fast alle der zahlreichen Analysten, die Walmart auf dem Schirm haben, noch stur den Daumen. Zudem liegt das durchschnittliche Kursziel bei 111 US-Dollar und damit sogar noch ein gutes Stück über dem im Februar bei 105,30 US-Dollar markierten, bisherigen Rekordhoch, aber:
Die Aktie ist äußerst teuer bewertet. Für das laufende Geschäftsjahr kommt man auf Basis der durchschnittlichen Gewinnerwartung der Analysten derzeit auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 39. Das wäre für ein Hightech-Unternehmen mit konstantem, starkem Wachstum kein Problem. Aber für Walmart, wo man bislang noch hofft, dass der Gewinn pro Aktie in den kommenden Jahren jeweils um die zehn Prozent weiter zulegt, ist das fast doppelt so teuer, als es normal wäre. Das liegt auch daran, dass die Anleger sich auf die Einzelhändler stürzen, die noch wachsen. Die sind teuer, Costco beispielsweise ist mit einem KGV von 56 noch höher bewertet, Target hingegen, das Probleme hat, weist nur ein KGV von 12 aus.
Diese Konzentration des Kapitals auf die starken Aktien einer Branche erlebt man öfter. Die Sache wird indes sofort hochriskant, wenn die Wachstumsstory wackelt. Und bei Walmart wackelt sie, unverschuldet zwar, aber das ändert letztlich ja nichts. Und müsste man sich von der Erwartung verabschieden, dass der Gewinn in den kommenden Jahren solide weiter steigt, hätte die Aktie aufgrund der dermaßen teuren Bewertung viel Luft nach unten.
Hier sollte man sich daher zum einen zweimal überlegen, diesen Rücksetzer schon als Kaufgelegenheit zu sehen, und zum anderen sorgsam auf die Unterseite der Handelsspanne schauen. Wenn die – die 200-Tage-Linie mit einschließende – Unterstützungszone 91,89 zu 94,34 US-Dollar fallen sollte, wäre das aus charttechnischer Sicht ein Grund, um über das Ziehen der Reißleine nachzudenken.
Quellen: Ergebnis des 2. Geschäftsjahresquartals 2025/226, 21.08.2025: https://stock.walmart.com/_assets/_7a09ca044b2640f1e1f91ff50181283f/walmart/db/938/9959/earnings_release/Earnings+Release+%28FY26+Q2%29.pdf
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
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Die vergangene Woche vorgelegte Quartalsbilanz war nicht wirklich überzeugend, die Bewertung ist eigentlich viel zu teuer, trotzdem versucht sich die Walmart-Aktie gerade daran, das bisherige Rekordhoch anzugehen und zu überwinden. Das sieht sehr gewagt aus.
In den USA ist es üblich, bei den Quartalszahlen nur auf den Umsatz und den Gewinn zu schauen und das, was gemeldet wird, mit der durchschnittlichen Analystenschätzung zu vergleichen. Allein das ist hanebüchen leichtfertig, denn natürlich ist Analysten an einer insgesamt bullischen Marktstimmung gelegen. Daher schätzen sie im Zweifel lieber etwas zu tief als zu hoch, damit viele Unternehmen die Vergleichszahlen übertreffen und die Hausse weitergeht, weil die Anleger glauben, der Himmel hinge voller Geigen.
Aber was wirklich zählen würde, wäre der Vergleich mit dem Vorjahresquartal, so wie es bei uns auch üblich ist. Dann ließe sich sehen, ob etwas vorangeht. Beschränkt man sich auf die Prognosen, sieht man das nicht. Und würde man bei den Zahlen der Supermarktkette Walmart einen Blick auf das erste Quartal des Vorjahres werfen, das wegen des hier immer am 31.1. endenden Geschäftsjahres von Februar bis April läuft, würde man vermutlich anders urteilen, als man es am Donnerstag und Freitag tat.
Expertenmeinung: Denn ja, Walmart übertraf mit einem Gewinn von 0,61 US-Dollar pro Aktie die durchschnittliche Analystenprognose von 0,58 US-Dollar. Aber das gaukelt nur vor, dass Walmart auch mehr verdient hätte … denn im Vorjahreszeitraum lag der Gewinn bei 0,63 US-Dollar pro Aktie. Und ja, die Umsatzprognose wurde mit 165,5 Milliarden US-Dollar getroffen. Aber das waren nur etwa 2,5 Prozent mehr als im Vorjahresquartal. Rechnet man die Inflation heraus, ist das kein Wachstum, sondern Stillstand, aus dem weniger Gewinn gezogen wurde.
Das als bullisch einzuordnen, ist eher knifflig. Vor allem, wenn man zurückblickt und sich ansieht, wo die Aktie nach der Reaktion auf die Zahlen zum Vergleichsquartal vor einem Jahr notiert hatte: bei 64 US-Dollar. Am Freitag schloss sie über 50 Prozent darüber, obwohl man weniger verdient hat. Dass da dann ein Kurs/Gewinn-Verhältnis von 37 zu Buche steht, das für eine Supermarktkette viel zu hoch ist … auch, weil die Analysten nur Gewinnsteigerungen um die zehn Prozent pro Jahr erwarten … wundert nicht.
Zwar wird damit argumentiert, wie hervorragend sich Walmart angesichts des Zollstreits mit China gehalten habe. Aber erst der letzte Monat des berichteten Zeitraums Februar bis April hätte Probleme bringen können … die aber vermutlich sogar in einen Vorteil umschlugen, weil die Kunden wussten, dass aus China nichts kommt und Walmart daher womöglich gerade deswegen im April die Lager leerkauften.
Ein Ausbruch über das bisherige Allzeithoch der Aktie, das am 14. Februar bei 105,30 US-Dollar erreicht wurde, ist aus rein charttechnischer Sicht dann wahrscheinlich, wenn es gelingt, die Anfang Mai schon einmal, da noch vergebens, angegangene Widerstandslinie bei 100,12 US-Dollar zu bezwingen. Aber aus fundamentaler Sicht ist bereits der jetzt erreichte Kurs äußerst optimistisch, daher: So konservativ eine Supermarkt-Aktie an sich auch wirken mag, auf diesem Kursniveau ist Walmart derzeit das Gegenteil davon, nämlich ein spekulatives, heißes Eisen.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die Aktie des Supermarkt-Riesen Walmart hatte in den vergangenen Wochen drastisch verloren, nachdem den Anlegern klar wurde: Sehr, sehr vieles, was Walmart anbietet, kommt aus Asien. Deutlich höhere Zölle bedeuten für die Kette daher Gefahr. Jetzt nicht mehr – oder?
Ein Plus von 9,55 Prozent und die Rückeroberung der zuvor tagelang umkämpften, im Chart dick schwarz hervorgehobenen 200-Tage-Linie, das war die Reaktion der Trader auf die überraschende Entscheidung von Donald Trump, die gerade erst verkündeten und implementierten Zusatzzölle für viele Länder für 90 Tage auszusetzen, um ihnen Zeit für Verhandlungen zu geben. Warum?
Gute Frage. Denn dieser Kurssprung wäre nur dann rational unterfüttert, wenn Trump diese Zölle gestrichen hätte. Er hat sie aber nur ausgesetzt, so lange gilt der neue Basis-Satz beim Einfuhrzoll von zehn Prozent. Ob sie danach wieder eingesetzt werden, bei zehn Prozent bleiben oder wegfallen, das wird davon abhängen, ob die Trump-Administration damit zufrieden ist, was die betroffenen Länder anzubieten haben. Bedenkt man, dass diese Zölle auf höchst fragwürdige Weite zusammengerechnet wurden und da immaterielle Faktoren wie „Handelsbarrieren“ und „Währungsmanipulation“ eine Rolle spielten, fragt man sich schon, was Länder wie Vietnam oder Kambodscha denn überhaupt geben könnten, um Trump zufriedenzustellen. Und um diese Region geht es primär. Um sie und um China.
Expertenmeinung: Da Trump China im selben Moment die Zölle auf jetzt unglaubliche 125 Prozent erhöht hat, Walmart eine große Zahl an chinesischen oder in China produzierten Produkten anbietet und für den Rest der asiatischen Herstellerländer nur eine Galgenfrist gilt, fragt man sich schon, ob man bei Walmart selbst genauso jubelt wie man es gestern am Aktienmarkt tat. Denn was soll man denn jetzt konkret tun?
Diese 90 Tage Galgenfrist bringt die Planungssicherheit nicht zurück. Und hilft damit einem Unternehmen wie Walmart wenig bis gar nicht. Denn dort braucht man eine Antwort auf die Frage: Was wird am 91. Tag sein? Werde ich dann für meine Einfuhren aus Asien keinen Zoll zahlen müssen, zehn Prozent oder doch 30, 40 oder, was China betrifft, 125 Prozent?
Dann müsste man die Sache sein lassen und versuchen, alternative Lieferanten zu finden. Was, wenn es sie überhaupt gäbe, in 90 Tagen nicht zu machen ist, denn so schnell bekommt man die Waren für die weltgrößte Supermarktkette nirgends zusätzlich in die Produktion hinein gepackt. Und suche ich jetzt nach Alternativen, was tue ich, wenn einzelne Lieferländer dann doch einen Deal bekommen und man umsonst zu teureren Preisen mit anderen Verträge geschlossen hat? Andererseits: Kümmere ich mich nicht hier und heute um eine Lösung für ein „was wäre, wenn“, sind die Regale in drei, vier, fünf Monaten leer.
Der Gedanke, dass Walmart jetzt „gerettet“ ist, weil die Einfuhrzölle vielleicht doch weit niedriger sein werden als befürchtet, greift daher zu kurz. Gerettet sind Umsatz und Gewinn noch lange nicht, zumal die Käufer gestern womöglich ihre eigene Euphorie über diese Blitz-Hausse am US-Markt einfach auf die Verbraucher übertrugen. Aber werden die US-Bürger nach dieser erneuten, abrupten Kehrtwende des Präsidenten und dem vorherigen, tagelangen Wechselbad bei der Frage, ob die Zölle denn nun permanent sind oder nicht, wirklich von eben auf sofort wieder Vertrauen in die Zukunft haben und fleißig Geld ausgeben, gerne auf Kredit?
Hoffnung kann hartnäckig gegen eine weit weniger rosige Realität bestehen, das ist sicher richtig. Aber es darf nicht zu neuen Fakten kommen, die der Hoffnung den Teppich unter den Füßen wegziehen. Da diese US-Regierung bewiesen hat, dass sie Letzteres hervorragend beherrscht, sollte man daher nicht zu früh davon ausgehen, dass die Baisse bei der Walmart-Aktie wirklich schon vorbei ist.
Wer hier über den Einstieg nachdenkt, sollte vielleicht besser abwarten, ob die Aktie auch die jetzt fast erreichte Widerstandslinie bei 92,12 US-Dollar bezwingt und dadurch dann charttechnischen Spielraum bis 100,12 US-Dollar erhielte. Und wenn man dann einsteigen wollte, gehört unter das letzte Zwischentief bei 79,81 US-Dollar auf jeden Fall ein Stoppkurs!
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.