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Thales Aktie Prognose Thales: Eine Aktie für Range-Trader … aber nicht auf ewig

News: Aktuelle Analyse der Thales Aktie

In diesem Artikel
Thales
ISIN: FR0000121329
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Zur Thales Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Seit anderthalb Jahren bewegt sich die Thales-Aktie in einer Seitwärtsspanne, die immerhin so groß ist, dass Range-Trader hier ein lukratives Betätigungsfeld hätten. Aber wieso läuft eine derzeit eigentlich hoch spannende Aktie derart lange seitwärts?

Die Antwort auf diese Frage mag seltsam wirken, aber sie lautet: Gerade weil sie so spannend ist, läuft sie derzeit quasi nirgendwohin und pendelt in einer breiten Range seitwärts. Diese kryptisch wirkende Antwort löst sich auf, wenn man weiß, dass dieser französische, im dortigen Leitindex CAC 40 notierte Konzern sich in den Bereichen Rüstung, Luft- und Raumfahrt und Datensicherheit betätigt. Das sind alles Sektoren, die nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs für Europa deutlich an Stellenwert gewannen. Und das führte zu dem Phänomen, das wir in unserem Chart auf Wochenbasis sehen:

Thales Aktie: Chart vom 08.09.2026, Kurs 232,70 Euro, Kürzel: HO | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Thales Aktie: Chart vom 08.09.2026, Kurs 232,70 Euro, Kürzel: HO | Quelle: TWS

Bereits mit dem Beginn des Ukraine-Konflikts Anfang 2022 zog die Aktie kräftig an. Viele Marktteilnehmer kauften umgehend, als klar wurde, dass sich die Sicherheitslage in Europa verändern würde. Danach blieb Thales zwar grundsätzlich im Aufwärtstrend, zeigte aber lange Seitwärtsphasen, einfach, weil bereits gekauft hatte, wer kaufen wollte. Anfang 2025 kam es noch extremer:

Als im Zuge des Regierungswechsels in Deutschland massiv steigende Verteidigungsausgaben nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa beschlossen wurden, kam es erneut dazu, dass sich zahlreiche Anleger binnen kürzester Zeit auf die Aktie stürzten. Zwischen Jahresbeginn 2025 und dem März-2025-Hoch lag ein über 80-prozentiger Kursanstieg. Und er ist es, der die Aktie bis heute in dieser Seitwärtsspanne hält, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Thales Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Durch diese Kaufwelle hat man am Aktienmarkt zukünftige Gewinne des Konzerns als Folge steigender Verteidigungsausgaben vorweggenommen, die Thales jetzt erst einmal liefern müsste. Und ebenso wie bei den deutschen Rüstungstiteln am Aktienmarkt stellt man auch hier fest, dass die Bäume nicht so schnell in den Himmel wachsen, wie man es sich im ersten Eifer des Gefechts Anfang 2025 gedacht hatte. Man könnte also sagen:

Thales ist ein Ausbruchskandidat im Wartestand – wobei die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Ausbruch auf der Oberseite der Handelsspanne stattfindet, derzeit ein gutes Stück höher ist als die bärische Alternative. Denn die im Vorjahr noch immens teure Bewertung wird sich, wenn die Schätzungen der Analysten in etwa richtig liegen sollten, für den 2026er-Gewinn auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 22 bis 25 verringern. Das ist zwar immer noch etwas teurer als der Schnitt des KGVs in den vergangenen Jahren (wenn man die Corona-Verzerrung im Jahr 2020 herausrechnet), aber nicht mehr allzu viel. Für 2027 schätzt man in Expertenkreisen im Schnitt einen Gewinn pro Aktie von 11,50 bis 12,30 Euro. Wird das greifbar, wäre die Bewertung hinreichend zurückgekommen, um den nächsten Schritt zu gehen, indem die Aktie dann erneut ein wenig der Bewertung vorausläuft.

Aber dazu müssten sich auch die Rahmenbedingungen weiter so darstellen wie aktuell. Und Thales muss es gelingen, neben dem Umsatz auch die Marge zu steigern. Ob es so kommt, ist offen, daher wäre ein Vorgriff auf einen Ausbruch nach oben mit einem erhöhten Risiko behaftet. Besser wäre es, die Aktie erst einmal auf der Watchlist zu belassen (sofern man nicht auf kurzfristiger Ebene innerhalb der derzeitigen Handelsspanne von 212/218 Euro bis 271/280 Euro Range-Trading betreiben wollte) und erst dann über den Einstieg nachzudenken, wenn der Thales-Kurs diese Spanne klar nach oben verlassen hat. Was dauern könnte, aber keineswegs muss, daher: Den Thales-Chart immer mit einem Auge im Blick zu behalten, könnte nicht schaden.

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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.09.2026 um 22:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der Thales Aktie

27.07.2026
16:02 Uhr

Thales: Aufrüstung, Cybersecurity und digitale Souveränität — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.07.2026 um 15:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Peter Lynch war überzeugt, dass interessante Investmentideen oft direkt vor unserer Nase liegen. Gute Aktien entdeckt man oft nicht am Schreibtisch, sondern im Alltag.

Ein Unternehmen, das im Alltag immer präsenter wird

Man sollte immer ein offenes Auge haben, das wusste schon Peter Lynch. Sein Anlagestil beruhte maßgeblich darauf, seine Umwelt zu beobachten.
Ist ein Laden in einem Shoppingcenter immer überfüllt? Expandiert ein Unternehmen ständig? Sie oder Ihre Lieben sind von einem Produkt begeistert?

Jeder beobachtet im Alltag solche Vorgänge, doch die wenigsten werden darüber nachdenken, ob man hier auf ein mögliches Investment gestoßen ist. Sie unterscheiden sich hier von der breiten Masse, sonst würden Sie diese Analyse nicht lesen.

Man könnte zahllose weitere Beispiele nennen und die ganz großen Trends sind vollkommen offensichtlich. Denken Sie nur an ihr eigenes Verhalten. Nutzen Sie ständig Google, Amazon oder Visa? Verschenken Sie an Ostern jedes Mal wieder Lindt-Schokolade? Haben Sie das auch schon vor zehn Jahren getan? Wo stand diese Aktie damals und wo heute?

Ich denke quasi unentwegt in diesen Mustern und in diesem Zusammenhang ist mir Thales in den letzten Jahren immer wieder aufgefallen.
Angefangen mit dem Bau der Niederlassungen in Ditzingen, Nähe Stuttgart. Auf einem rund 50.000 m² großen Grundstück entstand das moderne Headquarter für ca. 1.800 Beschäftigte.

Wie Thales die digitale Souveränität Europas stärkt

Seitdem hat das Unternehmen am Standort massiv in die Erweiterung der Fertigungs- und Instandhaltungskapazitäten investiert – unter anderem aufgrund eines anhaltenden Auftragsbooms in der Verteidigungsindustrie (unter anderem durch Großaufträge der Bundeswehr für modernste optoptronische Sicht- und Nachtsichttechnologie).

Darüber hinaus erfolgt in Kooperation mit Google der Aufbau einer „Sovereign Cloud“. Thales treibt dieses strategische Großprojekt voran, um eine neue, von den USA unabhängig operierende Daten-Cloud-Infrastruktur für den deutschen Markt aufzubauen.
Das Projekt wird maßgeblich von der deutschen Thales-Rüstungs- und Cybersicherheitssparte in Ditzingen gesteuert, um behördliche Anforderungen und höchste Sicherheitsstandards zu erfüllen.

Im Zuge dieser Kooperation wird seit kurzer Zeit ein maßgeschneiderter Cloud-Dienst für deutsche Behörden angeboten. Damit reagiert das Unternehmen auf das Bestreben der Europäischen Union, die Abhängigkeit von außereuropäischen Cloud-Anbietern drastisch zu verringern.

Während die technologische Basis vom US-Konzern Google Cloud stammt, behält Thales das alleinige Eigentum und die volle Kontrolle über die dedizierte Infrastruktur. Das Betriebsmodell erfüllt sämtliche gesetzlichen Anforderungen an die digitale Souveränität in Deutschland.
Das Betriebsmodell ist mit dem französischen Cloud-Dienst S3NS von Thales identisch.

Ein Technologiekonzern mit außergewöhnlicher Breite

Und natürlich landet Thales auch immer wieder auf meinem Schreibtisch, wenn ich mich mit Unternehmen aus dem Luft- und Raumfahrtsektor beschäftige.

Thales ist einer der weltweit führenden Technologiekonzerne für Verteidigung, Luft- und Raumfahrt sowie Cybersicherheit. Das französische Unternehmen entwickelt unter anderem Radarsysteme, militärische Kommunikationstechnik, Luftverteidigungssysteme, Avionik, Satelliten, digitale Identitätslösungen und Verschlüsselungstechnologien.

Besonders bemerkenswert ist die außergewöhnliche Breite des Geschäftsmodells. Thales ist in nahezu allen sicherheitskritischen Bereichen vertreten und profitiert von langfristigen Trends wie steigenden Verteidigungsausgaben, der Digitalisierung staatlicher Infrastruktur sowie dem wachsenden Bedarf an Cybersicherheit.

Ein großer Teil der Umsätze stammt aus mehrjährigen Regierungsaufträgen und langfristigen Serviceverträgen, was dem Unternehmen eine hohe Planungssicherheit verschafft.

Hinzu kommt ein außergewöhnlich hoher Auftragsbestand von mehr als 50 Milliarden Euro, der die Produktion über Jahre auslastet und für eine gute Vorhersehbarkeit sorgt.

Gleichzeitig profitiert Thales von hohen Markteintrittsbarrieren. Die Entwicklung sicherheitskritischer Systeme erfordert jahrzehntelange Erfahrung, umfangreiche Zertifizierungen und enge Beziehungen zu Regierungen und Streitkräften.
Dadurch ist der Wettbewerb in vielen Bereichen begrenzt, was dem Unternehmen eine starke Marktposition und eine hohe Preissetzungsmacht verleiht.

Auftragsboom treibt das Wachstum an

In diesem Umfeld sticht Thales nach wie vor positiv heraus. Im Branchenvergleich ist die Bewertung mit einem KGVe von 26,5 eher niedrig.

Im ersten Halbjahr konnte Thales den Umsatz um 7 % auf 10,9 Mrd. Euro steigern. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität verbessert, wodurch das bereinigte EBIT um 11,4 % geklettert ist.
Das Nettoergebnis verbesserte sich sogar um 13 % auf 990 Mio. Euro. Der freie Cashflow lag bei 1,87 Mrd. Euro.

Besonders erfreulich hat sich der Auftragseingang entwickelt, der um 22 % auf 12,5 Mrd. Euro gestiegen ist.
Dadurch ist der Auftragsbestand auf 52,4 Mrd. Euro gestiegen.

Den Konsensschätzungen zufolge dürfte Thales im laufenden Geschäftsjahr einen Gewinnsprung um 11 % auf 8,90 Euro je Aktie erzielen und wird demnach mit einem KGVe von 26,5 bewertet.
Da der gemeldete Gewinn jedoch systematisch unter dem freien Cashflow liegt, stellt sich die Frage, ob der Gewinn die beste Kennzahl zur Bewertung ist. Der forward P/FCF dürfte in diesem Jahr bei 20,1 liegen.

Thales Aktie: Chart vom 27.07.2026, Kurs: 236,40 EUR – Kürzel: HO | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Thales Aktie: Chart vom 27.07.2026, Kurs: 236,40 EUR – Kürzel: HO | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein Anstieg über das Widerstandsband bei 242 Euro, könnte das einen erneuten Anlauf in Richtung Allzeithoch auslösen.
Darüber ergibt sich ein extrapoliertes Kursziel bei 300 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter das bisherige Jahrestief, muss mit einem Abverkauf in Richtung 200 Euro gerechnet werden.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.