Seit anderthalb Jahren bewegt sich die Thales-Aktie in einer Seitwärtsspanne, die immerhin so groß ist, dass Range-Trader hier ein lukratives Betätigungsfeld hätten. Aber wieso läuft eine derzeit eigentlich hoch spannende Aktie derart lange seitwärts?
Die Antwort auf diese Frage mag seltsam wirken, aber sie lautet: Gerade weil sie so spannend ist, läuft sie derzeit quasi nirgendwohin und pendelt in einer breiten Range seitwärts. Diese kryptisch wirkende Antwort löst sich auf, wenn man weiß, dass dieser französische, im dortigen Leitindex CAC 40 notierte Konzern sich in den Bereichen Rüstung, Luft- und Raumfahrt und Datensicherheit betätigt. Das sind alles Sektoren, die nach dem Beginn des Ukraine-Kriegs für Europa deutlich an Stellenwert gewannen. Und das führte zu dem Phänomen, das wir in unserem Chart auf Wochenbasis sehen:

Bereits mit dem Beginn des Ukraine-Konflikts Anfang 2022 zog die Aktie kräftig an. Viele Marktteilnehmer kauften umgehend, als klar wurde, dass sich die Sicherheitslage in Europa verändern würde. Danach blieb Thales zwar grundsätzlich im Aufwärtstrend, zeigte aber lange Seitwärtsphasen, einfach, weil bereits gekauft hatte, wer kaufen wollte. Anfang 2025 kam es noch extremer:
Als im Zuge des Regierungswechsels in Deutschland massiv steigende Verteidigungsausgaben nicht nur hierzulande, sondern in ganz Europa beschlossen wurden, kam es erneut dazu, dass sich zahlreiche Anleger binnen kürzester Zeit auf die Aktie stürzten. Zwischen Jahresbeginn 2025 und dem März-2025-Hoch lag ein über 80-prozentiger Kursanstieg. Und er ist es, der die Aktie bis heute in dieser Seitwärtsspanne hält, denn:
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Expertenmeinung: Durch diese Kaufwelle hat man am Aktienmarkt zukünftige Gewinne des Konzerns als Folge steigender Verteidigungsausgaben vorweggenommen, die Thales jetzt erst einmal liefern müsste. Und ebenso wie bei den deutschen Rüstungstiteln am Aktienmarkt stellt man auch hier fest, dass die Bäume nicht so schnell in den Himmel wachsen, wie man es sich im ersten Eifer des Gefechts Anfang 2025 gedacht hatte. Man könnte also sagen:
Thales ist ein Ausbruchskandidat im Wartestand – wobei die Wahrscheinlichkeit, dass dieser Ausbruch auf der Oberseite der Handelsspanne stattfindet, derzeit ein gutes Stück höher ist als die bärische Alternative. Denn die im Vorjahr noch immens teure Bewertung wird sich, wenn die Schätzungen der Analysten in etwa richtig liegen sollten, für den 2026er-Gewinn auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 22 bis 25 verringern. Das ist zwar immer noch etwas teurer als der Schnitt des KGVs in den vergangenen Jahren (wenn man die Corona-Verzerrung im Jahr 2020 herausrechnet), aber nicht mehr allzu viel. Für 2027 schätzt man in Expertenkreisen im Schnitt einen Gewinn pro Aktie von 11,50 bis 12,30 Euro. Wird das greifbar, wäre die Bewertung hinreichend zurückgekommen, um den nächsten Schritt zu gehen, indem die Aktie dann erneut ein wenig der Bewertung vorausläuft.
Aber dazu müssten sich auch die Rahmenbedingungen weiter so darstellen wie aktuell. Und Thales muss es gelingen, neben dem Umsatz auch die Marge zu steigern. Ob es so kommt, ist offen, daher wäre ein Vorgriff auf einen Ausbruch nach oben mit einem erhöhten Risiko behaftet. Besser wäre es, die Aktie erst einmal auf der Watchlist zu belassen (sofern man nicht auf kurzfristiger Ebene innerhalb der derzeitigen Handelsspanne von 212/218 Euro bis 271/280 Euro Range-Trading betreiben wollte) und erst dann über den Einstieg nachzudenken, wenn der Thales-Kurs diese Spanne klar nach oben verlassen hat. Was dauern könnte, aber keineswegs muss, daher: Den Thales-Chart immer mit einem Auge im Blick zu behalten, könnte nicht schaden.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.09.2026 um 22:15 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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