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Seit Monaten wird darüber diskutiert, ob der KI-Boom seinen Höhepunkt bereits überschritten hat. Die neuesten Geschäftszahlen von TSMC sprechen dagegen.
Der wichtigste Chipfertiger der Welt
Taiwan Semiconductor Manufacturing Company, kurz TSMC, ist das wichtigste Auftragsfertigungsunternehmen der Halbleiterindustrie und nimmt eine Schlüsselrolle in der globalen Technologiebranche ein. Kaum ein anderes Unternehmen beeinflusst den digitalen Alltag so stark, obwohl die meisten Endkunden den Namen noch nie gehört haben.
Ohne TSMC würden viele der heute selbstverständlichen Technologien schlicht nicht existieren.
Die Produkte des Unternehmens stecken in nahezu jedem modernen Elektronikgerät. Ob Prozessoren für das iPhone, Grafikchips von NVIDIA, KI-Beschleuniger, WLAN- und Bluetooth-Chips oder Komponenten für das Energiemanagement in Smartphones – ein erheblicher Teil dieser Halbleiter wird in den Fabriken von TSMC gefertigt.
Der Grund für diese starke Marktstellung liegt im Geschäftsmodell. TSMC entwickelt keine eigenen Chips, sondern konzentriert sich ausschließlich auf deren Fertigung. Dieser sogenannte Pure-Play-Foundry-Ansatz vermeidet direkte Konkurrenz zu den eigenen Kunden.
Unternehmen wie Apple, AMD, NVIDIA, Qualcomm, Broadcom oder MediaTek können ihre modernsten Designs produzieren lassen, ohne befürchten zu müssen, dass TSMC mit eigenen Produkten in denselben Markt drängt.
Diese Neutralität und die Fertigungsqualität haben über Jahrzehnte Vertrauen geschaffen und immer mehr Kunden angezogen.
Warum TSMC praktisch konkurrenzlos ist
Gleichzeitig sind die Eintrittsbarrieren enorm. Der Bau einer modernen Chipfabrik kostet inzwischen viele Milliarden Dollar, hinzu kommen jahrelange Entwicklungsarbeit und ein enormes technologisches Know-how. Selbst finanzstarke Konzerne können diesen Vorsprung nicht kurzfristig aufholen.
Dadurch hat sich TSMC einen Wettbewerbsvorteil aufgebaut, der mit jeder neuen Fertigungsgeneration größer geworden ist.
Besonders deutlich wird das bei den modernsten Produktionsverfahren. Im Bereich der 5-Nanometer-Technologie fertigt TSMC den überwiegenden Teil aller weltweit produzierten Chips und erreicht einen Marktanteil von mehr als 80 Prozent. Bei der noch anspruchsvolleren 3-Nanometer-Fertigung liegt der Anteil sogar bei über 90 Prozent. In diesem technologischen Spitzenfeld spielt das Unternehmen praktisch in einer eigenen Liga.
Das Ende der Fahnenstange?
Daher stellt sich die Frage, ob langsam das Ende der Fahnenstange erreicht sein könnte. Es gibt sicherlich zahlreiche Argumente gegen die Aktie. Wer KI als Bubble betrachtet, wird sicherlich zu einem negativen Ergebnis kommen.
Aber keiner kann leugnen, dass die Investitionen in KI real sind und dass weltweit in nie dagewesenem Umfang Rechenzentren gebaut werden. Dafür werden Unmengen an Chips benötigt, vor allem Hochleistungschips – und die kommen vor allem von Taiwan Semi.
Bei Fertigungsgrößen von 5 Nanometern hält das Unternehmen einen weltweiten Marktanteil von über 80 %, und bei 3 Nanometern sind es sogar über 90 %.
Daher hat das Unternehmen in den letzten Jahren enorme Gewinnsprünge und ein Rekordergebnis nach dem anderen verzeichnet. Von 2023 bis 2025 hat sich das Ergebnis von 5,12 auf 10,49 USD je Aktie mehr als verdoppelt.
Im laufenden Geschäftsjahr dürfte sich dieser Trend konsequent fortsetzen. Den Konsensschätzungen zufolge dürfte das Ergebnis um 51 % auf 15,82 USD je Aktie steigen.
Taiwan Semi kommt demnach auf eine forward P/E von 26,6.
Sollte das Ergebnis im kommenden Jahr um 30 % auf 20,58 USD je Aktie steigen, würde die P/E dadurch auf 20,4 sinken.
Das Ende der Fahnenstange dürfte daher noch nicht erreicht sein. Die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass die Aktie in 12 oder 18 Monaten noch höher steht als heute – unter den gegebenen Schwankungen natürlich.
TSMC ist der Gradmesser
Daher habe ich mich in der Vergangenheit bereits vielfach positiv zum Unternehmen geäußert.
Zuletzt noch zu Kursen von 148 und 245 USD. Heute steht TSMC bei 420 USD.

Taiwan Semi und die monatlichen Updates des Unternehmens sind inzwischen ein Gradmesser für die Halbleiter-Industrie und den KI-Sektor.
Sie zeigen, wohin die Reise im Sektor in der näheren Zukunft gehen wird. Denn die Chips, die heute die Fabriken von TSMC verlassen, werden morgen in zahllosen Technologieprodukten verbaut.
Wer wissen will, wohin die Reise geht, sollte diesen Zwischenmeldungen daher Aufmerksamkeit schenken.
Die jüngsten Daten deuten darauf hin, dass der weltweite Hunger nach Computerchips nach wie vor ungebrochen ist. Es deutet sogar vieles darauf hin, dass die Dynamik zunehmen könnte.
Im Mai verzeichnete Taiwan Semi einen Umsatzsprung um 30,1 %, was für das Unternehmen relativ normal ist. Doch im Juni lag das Umsatzplus bei 67,9 %. Das ist der höchste monatliche Anstieg seit mindestens fünf Jahren.
Das Fazit fällt daher weiterhin positiv aus. Wer den KI-Boom bereits für beendet erklärt oder nie daran geglaubt hat, dürfte sich zu früh festgelegt haben.
Die aktuellen Geschäftszahlen von TSMC zeichnen vielmehr ein anderes Bild: Die Nachfrage nach Hochleistungschips nimmt weiter zu und die Investitionen der großen Technologiekonzerne bleiben auf Rekordniveau.
Operativ spricht derzeit wenig für ein Ende des Wachstumskurses. Im Gegenteil: Die jüngsten Umsatzzahlen deuten darauf hin, dass die nächste Wachstumsphase bereits begonnen haben könnte.
Der weltweite Ausbau der KI-Infrastruktur scheint ungebrochen weiterzugehen.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.07.2026 um 15:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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