Spotify hat die Prognosen deutlich übertroffen. Doch auf die erste Freude folgte ein starker Rücksetzer. Jetzt einsteigen, oder doch die Reißleine ziehen?
Zwischen Kurskapriolen und Rekordzahlen
Die Börse zeigt sich mal wieder von ihrer wankelmütigen Seite. Nach den Quartalszahlen ist der Kurs von Spotify zwei Tage in die Höhe geschossen, nur um gestern wieder um mehr als 8 % einzubrechen.
Was ist davon zu halten und wie könnte es langfristig für die Aktie aussehen?
Wer schon länger mitliest, wird sich vielleicht daran erinnern, dass ich mich bereits mehrfach positiv zum Unternehmen geäußert habe. Allerdings lag der Kurs damals auch noch um die 100 USD.
Anschließend ging die Aktie stark nach oben. Doch die Bäume wachsen eben nicht in den Himmel – und da es an der Börse ständig in beide Richtungen zu Übertreibungen kommt, hat sich der Kurs zuletzt von über 750 auf etwa 400 USD nahezu halbiert.
Die Kursschwankungen entsprechen dem Vielfachen dessen, was sich fundamental verändert hat. Tatsächlich ist die Entwicklung an dieser Front vergleichsweise gleichmäßig.
Spotify erreicht von Quartal zu Quartal neue Höchstwerte.
Meilenweit übertroffen
Im letzten Quartal lag der Gewinn mit 4,43 Euro je Aktie deutlich über den Erwartungen von 2,50 Euro. Mit einem Umsatz von 4,50 Mrd. Euro wurden die Analystenschätzungen von 4,34 Mrd. Euro ebenfalls übertroffen.
Die erste Freude und der damit einhergehende Kurssprung waren demnach nachvollziehbar.
Auf Jahressicht konnte der Umsatz um 7 % gesteigert werden. Gleichzeitig verbesserte sich die operative Marge von 11,2 auf 15,5 %, was zu einem Gewinnanstieg um 35 % geführt hat.
Langsam aber sicher nähern sich das operative und das gemeldete Ergebnis dem freien Cashflow an. Das operative Ergebnis lag im Schlussquartal bei 701 Mio. Euro und der freie Cashflow bei 834 Mio. Euro.
Der Umstand, dass der gemeldete Gewinn in der Vergangenheit weit unter dem freien Cashflow lag, war das zentrale Argument, das ich in früheren Analysen pro Spotify angeführt hatte. Dadurch erschien Spotify auf den ersten Blick wesentlich höher bewertet, als es tatsächlich der Fall war.
Das Wachstum wird nach wie vor von einer breiten Basis getragen. Die Zahl der monatlich aktiven Nutzer konnte um 11 % auf 713 Millionen gesteigert werden. Sowohl im Premium-Segment als auch im Bereich Ad-Supported lag das Wachstum in etwa auf diesem Niveau.
Starker Ausblick
Die gute Entwicklung dürfte sich auch in der näheren Zukunft fortsetzen. Für das erste Quartal stellt Spotify einen Umsatz von 4,50 Mrd. Euro, eine Bruttomarge von 32,8 % und ein operatives Ergebnis von 660 Mio. Euro in Aussicht, obwohl das Unternehmen von erheblichen negativen Währungseffekten ausgeht.
Erwartet wurden ein Umsatz von 4,44 Mrd. Euro, eine Bruttomarge von 32,3 % und ein operatives Ergebnis von 645 Mio. Euro.
Für 2026 erwartet der Vorstand ein anhaltendes und gesundes Wachstum der monatlich aktiven Nutzer (MAUs) sowie der Abonnentenzahlen und eine gleichzeitige Verbesserung der Bruttomarge.
(„Expected continued healthy MAU and subscriber growth in 2026 with consistently low churn, driving further topline expansion and gross margin improvement.“)
Den Konsensschätzungen zufolge soll der freie Cashflow im laufenden Geschäftsjahr um 26 % auf 19,60 USD je Aktie steigen.
Spotify kommt demnach auf einen forward P/FCF von 22,7. Für ein gut skalierbares, globales Oligopol mit nennenswertem Wachstum scheint das vertretbar zu sein.
Sinnvolle historische Vergleichswerte gibt es nicht, da Spotify in der Vergangenheit mit einem P/FCF von etwa 100 gehandelt wurde.

Gelingt jetzt eine nachhaltige Rückkehr über 450 USD, könnte das eine Erholung in Richtung 500 USD einleiten. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 550 und 600 USD.
Wird hingegen das bisherige Jahrestief unterschritten, muss mit einem Rücksetzer zu den Unterstützungen bei 388 und 347 USD und dem dort verlaufenden Aufwärtstrend gerechnet werden.
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