Skip to main content
DAX
SX5E
SPX
NDX
EUR.USD
MDAX
TDX
INDU
Bitte wählen Sie:

S&P Global Aktie Prognose S&P Global: Kaufen, wenn die Kanonen donnern?

News: Aktuelle Analyse der S&P Global Aktie

In diesem Artikel
S&P Global
ISIN: US78409V1044
|
Ticker: SPGI --- %

--- USD
---% (1D)
1 W ---
1 M ---
1 J ---
Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur S&P Global Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Wer Kapital benötigt oder investieren will, kommt an S&P Global kaum vorbei. Das Unternehmen verdient an Entscheidungen, die andere treffen müssen.

Eine Seltenheit

Früher oder später korrigiert jede Aktie, doch bei manchen kommt es besonders selten vor. S&P Global ist eine davon. Ist der jüngste Rücksetzer eine Gelegenheit?

S&P Global ist eines der stillen Machtzentren der Finanzwelt. Das Fundament bildet das Ratinggeschäft. Gemeinsam mit Moody’s dominiert S&P diesen Markt nahezu vollständig.

Das Prinzip ist einfach: Emittenten zahlen dafür, dass ihre Schuldtitel bewertet werden. Investoren nutzen diese Bewertungen als Entscheidungsgrundlage. In der Praxis geht es jedoch um weit mehr als Orientierung.

Das Unternehmen bewertet Staaten, Unternehmen und Finanzprodukte – und setzt damit Standards, an denen sich ganze Märkte ausrichten.

Ein Rating ist oft Voraussetzung, um überhaupt Kapital zu erhalten. Viele Fonds, Versicherungen und Banken dürfen ohne entsprechende Bonitätsnote nicht investieren.

Die ökonomische Logik dahinter ist klar. Anleihen mit Rating sind günstiger zu finanzieren als solche ohne. Die Kosten für das Rating fallen im Vergleich dazu kaum ins Gewicht. Für Emittenten entsteht sofort ein Vorteil, der sich über die gesamte Laufzeit vervielfacht. Entsprechend groß ist die Bereitschaft, für diese Dienstleistung zu zahlen.

Ratings zahlen sich von selbst

Eine Untersuchung (Quelle) der Federal Deposit Insurance Corporation zeigt, dass Kommunalanleihen ohne Bewertung im Schnitt deutlich höhere Renditen bieten müssen – rund 48 Basispunkte mehr als vergleichbare Papiere mit Rating.

Demgegenüber stehen Kosten von etwa 8 Basispunkten für ein Rating. Selbst bei der Beauftragung von zwei Agenturen zahlen sich die Ratings bereits im ersten Jahr von selbst. Langfristig entsteht ein erheblicher Vorteil.

Doch das ist längst nicht der einzige Vorteil. Ratings sind heute tief in das Finanzsystem integriert. Sie stecken in Anlagerichtlinien, Kreditverträgen und regulatorischen Vorgaben. Selbst wenn neue Technologien bessere Analysen ermöglichen würden, ändert das wenig. Entscheidend ist nicht nur die Qualität der Bewertung, sondern ihre Akzeptanz im System.

Genau hier liegt der Burggraben. Es gibt zahlreiche Anbieter, die ebenfalls Bonitätsanalysen erstellen könnten. Doch ohne die Anerkennung durch Regulatoren und Marktteilnehmer bleiben sie bedeutungslos. Der Name S&P ist die eigentliche Währung.

Ein elegantes Geschäft

Das Geschäft endet jedoch nicht bei Kreditbewertungen. S&P verkauft Daten, Analysen und Softwarelösungen, die tief in die Prozesse von Banken, Fonds und Unternehmen integriert sind. Entscheidungen werden datengetrieben, und S&P liefert die Grundlage dafür.

Hinzu kommt Beratung. Große Konzerne und Regierungen greifen über Jahre hinweg auf die Expertise zurück. Es geht um Marktanalysen, Risikoabschätzung und strategische Planung. Diese langfristigen Beziehungen sorgen für stabile Einnahmen und verstärken die Bindung an das Unternehmen.

Die vielleicht eleganteste Einnahmequelle ist jedoch der Indexbereich. Der S&P 500 ist der globale Referenzmaßstab für Aktien. Unzählige ETFs und Fonds bilden ihn nach und zahlen dafür Lizenzgebühren.

Das bedeutet: S&P verdient jedes Mal mit, wenn Kapital passiv investiert wird. Ohne eigenes Risiko.

Das spricht für sich selbst

Dass dieses System aufgeht, zeigen die Zahlen. In den zurückliegenden zehn Jahren konnte S&P Global den Umsatz von 5,66 auf 15,34 Mrd. USD mehr als verdoppeln.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität etwas verbessert, zuletzt lag die operative Marge bei etwa 40 %.
Der Gewinn hat sich in dieser Zeit von 5,35 auf 17,83 USD je Aktie mehr als verdreifacht.

Darüber hinaus kauft das Unternehmen konstant eigene Aktien zurück. Eine Verwässerung fand nur im Zuge der Übernahme von IHS Markit statt. Abseits von Zukäufen sinkt die Zahl der ausstehenden Aktien stetig – im letzten Jahr beispielsweise von 315 auf 306 Millionen Stück.

All das hat S&P zu einem langfristigen Outperformer gemacht und darf man den derzeitigen Prognosen Glauben schenken, dürfte sich das in ähnlicher Weise fortsetzen.

Derzeit wird erwartet, dass der Gewinn in diesem Jahr um 10 % auf 19,60 USD je Aktie steigen wird.
S&P Global kommt demnach auf eine forward P/E von 21,3. Damit ist die Bewertung auf einem ähnlichen Niveau wie am Tief von 2022 oder 2020 angekommen.

Enttäuschendes Rekordergebnis

Darüber hinaus wäre es möglich, dass die Erwartungen zu niedrig sind. Nachdem S&P im letzten Quartal „enttäuschende“ Zahlen und einen „enttäuschenden“ Ausblick vorgelegt hat, dürften die Prognostiker verhalten sein.

In der Realität lag der Gewinn in Q4 mit 4,30 USD minimal unter den Erwartungen 4,33 USD je Aktie und der Umsatz mit 3,92 Mrd. USD minimal über den Schätzungen von 3,90 Mrd. USD.

Für 2026 stellt S&P einen Gewinnsprung auf 19,40 – 19,65 USD je Aktie in Aussicht. Bisher war man von 19,82 USD je Aktie ausgegangen.

Im großen Kontext waren diese Neuigkeiten aus meiner Sicht geradezu belanglos. Dass an der Börse aus jeder Fliege ein Elefant gemacht wird, ist jedoch nicht neu.

S&P Global Aktie: Chart vom 31.03.2026, Kurs: 417,59 USD – Kürzel: SPGI | Online Broker LYNX
S&P Global Aktie: Chart vom 31.03.2026, Kurs: 417,59 USD – Kürzel: SPGI | Quelle: TWS

S&P Global scheint an der Unterstützungszone bei 404 – 413 USD auf Interesse zu stoßen. Gelingt auf diesem Niveau eine Bodenbildung, könnte das eine Erholung in Richtung 450 – 455 USD einleiten. Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal.

Fällt die Aktie hingegen per Wochenschluss unter 404 USD, müssen weitere Kursverluste bis 390 oder 370 USD eingerechnet werden.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 31.03.2026 um 10:44 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nachricht schicken an Tobias Krieg
  • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Mehr als 13.000 Investoren & Trader folgen mir und meinen täglichen Ausführungen auf Guidants.

Probleme mit Ihrem Broker? Ich bin bei LYNX.

Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
Wie hilfreich fanden Sie den Artikel?(erforderlich)
Wenig hilfreichSehr hilfreich
Ab jetzt täglich die neuesten Börsenblick-Analysen per E-Mail erhalten
Loading ...
Alle Börsenblick Artikel

Vorherige Analysen der S&P Global Aktie

04.08.2025

S&P Global: Das profitabelste Uhrwerk der Welt? — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

S&P verdient Milliarden damit, die Welt zu bewerten. Das Unternehmen verdient aber auch jedes Mal mit, wenn irgendwer einen S&P-500-ETF kauft.

Wie Kreditratings Märkte bewegen

S&P Global gehört zu den weltweit führenden Unternehmen im Bereich Finanz- und Wirtschaftsinformationen. Im Bereich Kreditratings bildet man gemeinsam mit Moody’s ein faktisches Duopol.

Kreditratings sind für Investoren und Banken von entscheidender Bedeutung, da sie auf der Grundlage dieser Bewertungen entscheiden, ob sie Kapital bereitstellen oder ihre Investitionen neu bewerten. Viele Fonds und Investoren unterliegen regulatorischen Bestimmungen, die es überhaupt nicht zulassen, zu investieren, solange kein entsprechend gutes Rating von S&P oder Moody’s vorliegt.

Für Unternehmen hat dieses Rating weitreichende Konsequenzen, denn es beeinflusst maßgeblich die Kreditkosten. Ein gutes Rating kann die Finanzierungskosten senken, indem es den Zugang zu günstigeren Krediten erleichtert, während ein schlechtes Rating zu höheren Zinsen und erschwertem Kapitalzugang führen kann.
Dadurch entsteht eine gewisse Abhängigkeit der Unternehmen – sie sind regelrecht dazu gezwungen, ein Rating einzuholen.

Datenanalyse und Beratung

Neben den Kreditratings bietet S&P Global umfassende Marktinformationen und Analysen, die Investoren und Unternehmen dabei unterstützen, informierte Entscheidungen zu treffen.

Das Unternehmen nutzt hochentwickelte Datenanalyse-Tools und arbeitet mit Experten aus verschiedenen Branchen zusammen, um relevante Einblicke zu liefern. Diese Analysen sind oft entscheidend für Investitionsentscheidungen, Risikomanagement und die Bewertung von Markttrends.

Darüber hinaus tritt S&P Global als Berater für Großunternehmen und Regierungen auf und hilft bei der Identifikation von Risiken und Chancen in globalen Märkten. In der Regel laufen diese Beratertätigkeiten über Jahre.

Lizenzgebühren für den bekanntesten Index der Welt

Am bekanntesten ist das Unternehmen aber sicherlich für den S&P 500 und andere Indizes. Finanzprodukte wie Exchange Traded Funds (ETFs) und Investmentfonds verwenden den S&P 500 als Basis und zahlen Lizenzgebühren an S&P Global. Dieser Index-Bereich stellt somit eine wertvolle und kontinuierliche Einnahmequelle dar, die weit über die bloße Bereitstellung von Daten hinausgeht.

Mit dem S&P 500 hat sich das Unternehmen eine Einnahmequelle gesichert, die einem Monopol gleicht. Es gibt natürlich auch andere Indizes, aber nur einen S&P 500 – und ein Großteil aller Anleger hat einen Sparplan auf den Index.

Die Zahlen sprechen für sich

Doch genug der schönen Worte, jetzt lassen wir die Zahlen sprechen. In den zurückliegenden zehn Jahren konnte S&P Global den Umsatz von 5,31 auf 14,21 Mrd. USD mehr als verdoppeln.
Gleichzeitig hat sich die Profitabilität etwas verbessert, zuletzt lag die operative Marge bei etwa 39 %.
Der Gewinn hat sich in dieser Zeit von 4,54 auf 15,70 USD je Aktie mehr als verdreifacht.

Darüber hinaus kauft man konstant eigene Aktien zurück. Eine Verwässerung fand nur im Zuge der Übernahme von IHS Market statt. Die scheint sich jedoch auszuzahlen, denn seit dem Zukauf im Jahr 2022 ist der Gewinn mit hohem Tempo angezogen.

Strategischer Fokus

Darüber hinaus hat S&P eine strategische Neuausrichtung beschlossen und wird sich zukünftig stärker auf das Kerngeschäft konzentrieren.
Alle wichtigen Informationen dazu finden Sie hier:
Verlässlichkeit und stetiges Wachstum

Abgesehen vom Verkauf von Aktivitäten außerhalb des Kerngeschäfts setzt S&P aber auch auf gezielte Zukäufe.
Am 21. Juli hat das Unternehmen bekanntgegeben, dass die Tochtergesellschaft S&P Dow Jones Indices ARC Research übernehmen wird.

Dabei handelt es sich um einen bedeutenden strategischen Schritt, mit dem der Indexanbieter seine Position im Markt für private Vermögensverwaltung deutlich stärkt.

ARC Research verfügt über eine einzigartige, proprietäre Datenbank mit mehr als 500.000 privaten Kundenportfolios, die sich über einen Zeitraum von über zwanzig Jahren erstreckt. Diese Datentiefe und -breite ist im Private-Wealth-Markt nahezu konkurrenzlos und bietet eine solide Grundlage für anspruchsvolle Analysen und präzises Benchmarking.
Besonders hervorzuheben ist, dass etwa 200 der weltweit größten Vermögensverwalter zu den Kunden von ARC gehören.

Erwartungen übertroffen, Prognose erhöht

Ferner hat S&P Quartalsergebnisse vorgelegt. Der Gewinn lag in Q2 mit 4,43 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 4,25 USD. Mit einem Umsatz von 3,76 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 3,68 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 6 % und einem Gewinnsprung von 10 %.

Zum Wachstum haben alle Sparten beigetragen, wobei sich das Rating-Geschäft mit einem Umsatzplus von nur 1 % mit Abstand am schwächsten entwickelt. Das spricht für eine gedämpfte wirtschaftliche Aktivität.
Das stärkste Wachstum verzeichnete das Index-Geschäft mit einem Anstieg um 15 %.

Darüber hinaus wurde die Prognose für das Umsatzwachstum von 4 – 6 % auf 5 – 7 % und die Gewinnerwartungen von 16,75 – 17, 25 auf 17,00 – 17,25 USD je Aktie erhöht.

S&P Global Aktie: Chart vom 04.08.2025, Kurs: 545,66 USD - Kürzel: SPGI | Online Broker LYNX
S&P Global Aktie: Chart vom 04.08.2025, Kurs: 545,66 USD – Kürzel: SPGI | Quelle: TWS

S&P kommt demnach auf eine forward P/E von 31,7. Langjährig pendelt die P/E um einen Wert von 27,2. Aus dieser Warte wäre die Aktie demnach leicht überbewertet. Größere Rücksetzer dürften sich jedoch als Gelegenheit herausstellen, denn sowohl im laufenden als auch in den kommenden Geschäftsjahren werden jeweils Gewinnsteigerungen um 10 – 12 % p. a. erwartet.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.