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Eine Dividendenrendite von über 4 %, ein KGV unter 10 und stabile Cashflows: Warum schaut kaum jemand auf Sonoco?
Ist Sonoco ein langweiliger Verpackungshersteller? Oder eine der spannendsten Dividendenchancen am Markt? Wie immer kommt es auf die Perspektive an.
Bei Sonoco scheiden sich die Geister derzeit genau an dieser Frage. Kritiker verweisen darauf, dass die Dynamik im laufenden Geschäftsjahr nachgelassen hat und der Gewinn nur um 2 % auf 5,82 USD je Aktie steigen soll.
Auf den ersten Blick wirkt das wenig beeindruckend.
Sonoco im Check
Die Gegenposition ist jedoch ebenso nachvollziehbar. Sonoco hat in den vergangenen Jahren von außergewöhnlich günstigen Marktbedingungen profitiert und zeitweise unnatürlich hohe Gewinne erzielt. Die aktuelle Entwicklung könnte daher weniger eine Schwächephase als vielmehr eine Rückkehr zu einem normalen Ertragsniveau darstellen.
Das hat der Markt eingepreist, weshalb die Kursentwicklung deutlich hinter dem Gewinnwachstum zurückgeblieben ist.
Dadurch ist das KGV von fast 20 auf unter 10 gesunken. Jetzt stellt sich die Frage, welche Perspektive die richtige ist.
Die laufende Normalisierung wird die Antwort bringen.
Um diese Frage zu beantworten, lohnt sich ein Blick auf das Unternehmen selbst. Sonoco zählt zu den weltweit führenden Herstellern von Verpackungslösungen und Papierprodukten. In den vergangenen Jahren hat der Konzern sein Portfolio durch Verkäufe und Übernahmen von Grund auf neu aufgestellt.
Vom Konglomerat zum fokussierten Verpackungsspezialisten
Aus einem komplexen Unternehmensverbund mit mehr als 20 Geschäftsbereichen entstand ein deutlich fokussierteres Unternehmen mit wenigen zentralen Sparten. Das Geschäftsjahr 2026 wird das erste vollständige Jahr nach dieser Konsolidierung sein.
Das Herzstück des Unternehmens ist das Konsumgütergeschäft, das künftig rund zwei Drittel des Umsatzes erwirtschaften dürfte. Besonders stark ist Sonoco im Bereich Metallverpackungen.
Das Unternehmen produziert Lebensmitteldosen für Konserven sowie Aerosoldosen für Produkte wie Deodorants, Sprays oder Haushaltsreiniger.
Durch die Übernahme von Eviosys ist Sonoco zum weltweit größten Hersteller von Lebensmitteldosen aus Metall aufgestiegen. Die Kundenbeziehungen sind in diesem Geschäft außergewöhnlich stabil.
Häufig laufen Verträge über fünf bis zehn Jahre, wobei Produktionslinien speziell für einzelne Kunden eingerichtet werden. Das sorgt für gut planbare Einnahmen.
Ein weiterer wichtiger Wachstumstreiber sind die sogenannten Rigid Paper Containers. Dabei handelt es sich um stabile Verpackungen aus Karton, zu denen unter anderem die bekannten Pringles-Dosen zählen.
Viele Konsumgüterhersteller setzen verstärkt auf solche Lösungen, um ihre Produkte im Regal hervorzuheben und gleichzeitig nachhaltigere Verpackungskonzepte anzubieten. Das Geschäft wächst daher schneller als die übrigen Konzernbereiche und profitiert von langfristigen Trends hin zu recycelbaren Materialien.
Weltweit größter Hersteller von Lebensmitteldosen
Neben dem Konsumgütersegment betreibt Sonoco ein bedeutendes Industriegeschäft, auf das etwa ein Drittel der Umsätze entfällt. In diesem Bereich produziert das Unternehmen unter anderem Papierhülsen für industrielle Rollen, Schutzverpackungen sowie weitere Verpackungslösungen.
Darüber hinaus verkauft Sonoco recyceltes Papier an andere Verpackungshersteller, die daraus Kartons und ähnliche Produkte fertigen. Dieses Geschäft wächst zwar ebenfalls kontinuierlich, ist jedoch konjunkturanfälliger.
Historisch hat Sonoco diese Schwankungen allerdings durch konsequentes Kostenmanagement gut abgefedert.
Die Wettbewerbsvorteile des Konzerns sind beachtlich. Als weltweit führender Anbieter von Lebensmitteldosen kann Sonoco internationale Kunden über mehrere Regionen hinweg aus einer Hand beliefern. Für große Markenhersteller vereinfacht das die Lieferkette erheblich.
Gleichzeitig stärkt die enorme Einkaufsgröße die Verhandlungsposition gegenüber Lieferanten. Durch die höheren Einkaufsvolumina, die durch die Übernahme von Eviosys realisiert werden können, erwartet das Unternehmen beispielsweise jährliche Einsparungen von 50 bis 55 Mio. USD beim Einkauf von Weißblechstahl.
Auch im Markt für stabile Papierverpackungen gehört Sonoco zu den globalen Marktführern. Viele Kunden arbeiten seit Jahren oder sogar Jahrzehnten mit dem Unternehmen zusammen und vergeben große Teile ihres Verpackungsvolumens exklusiv an Sonoco.
Darunter beispielsweise Nescafé, Nesquik oder Pedigree.
35 Jahre Dividendenerhöhungen
Unter dem Strich ist Sonoco sicherlich keine Wachstumsrakete, dafür aber ein grundsolides Unternehmen mit einem weitgehend vorhersehbaren Cashflow, der konsequent an die Anteilseigner ausgeschüttet wird.
Inzwischen hat Sonoco die Dividende mehr als 40 Jahre infolge erhöht und sich damit den Titel eines Dividendenaristokraten verdient.
Derzeit liegt die Dividendenrendite bei 4,26 % und ist gut finanziert – die Ausschüttungsquote liegt unter 40 %. Mit weiteren Dividendenerhöhungen ist daher zu rechnen.
Das eigentliche Potenzial ergibt sich jedoch durch die vergleichsweise niedrige Bewertung. Derzeit kommt Sonoco lediglich auf eine forward P/E von 8,7.
Diese Bewertung würde grundsätzlich in Ordnung gehen, wenn Sonoco in einer Stagnation gefangen wäre und auch keine Hoffnung auf Besserung bestünde. Doch das ist nicht der Fall. Der Gewinn ist heute etwa 60 % höher als vor fünf Jahren.
Sollte der Gewinn im kommenden Jahr wie erwartet um weitere 10 % auf 6,40 USD je Aktie steigen, würde die P/E auf 7,9 sinken.
Im langjährigen Durchschnitt lag die P/E bei 14,7.
Sonoco könnte sich daher als konservative Depot-Beimischung anbieten, vor allem für Dividendeninvestoren.
Daher hatte ich mich vor einiger Zeit positiv zur Aktie geäußert (Fast 5 % Dividende: Ist Sonoco derzeit einer der attraktivsten Dividendenaristokraten?). Danach konnte Sonoco wie erwartet ausbrechen und im Hoch um etwas mehr als 28 % zulegen.

Der jüngste Rücksetzer könnte sich daher als Gelegenheit herausstellen. Gelingt jetzt ein Anstieg über 52 USD, könnte das einen erneuten Angriff auf die Widerstandszone bei 55 – 57,75 USD und den dort verlaufenden Abwärtstrend einleiten.
Kann dieser Bereich überwunden werden, kommt es zu einem übergeordneten Kaufsignal und einer spürbaren Aufhellung des Chartbilds.
Fällt die Aktie jedoch unter 46,65 USD, kommt es zu einem Verkaufssignal mit möglichen Kurszielen bei 42,80 und 40 USD.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.06.2026 um 12:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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