Hätte die Aktie des Solar-Wechselrichterherstellers SMA Solar nicht genau an der Nackenline der Formation wieder leicht nach oben gedreht, wäre am Dienstag ein Doppeltopp vollendet worden. Doch noch ist das Risiko, dass diese Formation die Hausse beendet, nicht vom Tisch.

Zum Start ins Börsenjahr 2026 ging es mit SMA Solar erst einmal wieder kräftig aufwärts, aber am Zwischenhoch des Dezembers bei 38,54 Euro kam die Aktie nicht vorbei. Die Abgaben waren zwar zunächst nur mäßig, sodass es jederzeit einen zweiten Anlauf nach oben hätte geben können. Aber nachdem das US-Investmenthaus Jefferies seine Einschätzung am Dienstag von „Kaufen“ auf „Halten“ reduzierte, das Kursziel von 39 auf 37 Euro senkte und der Kurs daraufhin um 6,27 Prozent nachgab, wird es schwieriger für die Bullen, da nachzusetzen. Jetzt wäre für die bullische Seite erst einmal Defensivarbeit angesagt.
Am Tagestief war das Minus noch deutlich größer gewesen, bis zu 11,4 Prozent hatte der Kurs hinten gelegen. Dabei rutschte er bis auf vier Cent an das bei 31,90 Euro gelegene Zwischentief von Ende Dezember heran. Wäre es unterboten worden, hätte die Aktie ein Doppeltopp ausgebildet. Eines, dessen Vollendung keineswegs mit dem Eingrenzen der Verluste erledigt sein müsste, denn das Problem bei dieser Aktie, die 2025 so immens stark gelaufen war, ist:
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Expertenmeinung: Diese Käufe basieren auf vorsichtig optimistisch zu interpretierenden Zahlen des dritten Quartals, auf sonst nichts. Da war zwar das Ergebnis insgesamt wie befürchtet schwach gewesen, aber der Bereich Large Scale & Project Solutions verzeichnete einen überzeugenden Umsatzanstieg von 24,8 Prozent auf 953,4 Millionen Euro. Damit dominierte dieser gegenüber dem Bereich der kleineren Projekte margenträchtigere Sektor den Umsatz – ein grundsätzlich gutes Zeichen. Doch mehr war das eben noch nicht.
Weder weiß man, wie das vierte Quartal gelaufen ist, noch, wie SMA Solar die Perspektiven für 2026 einschätzt. Und der Blick zurück ist eben einer, bei dem Auftragsrückgang und Margenschwund zu Verlusten führten. Zwar schätzen die Analysten, dass SMA Solar 2026 wieder schwarze Zahlen schreiben und etwa 1,50 Euro Gewinn pro Aktie schaffen könnte. Aber das sind ohne neue Daten vom Unternehmen reine Vermutungen. Ein fragiles Fundament für eine Rallye, wie wir sie hier vor allem im vierten Quartal 2025 erlebt hatten.
Da wundert es nicht, dass kleine Irritationen die Bullen bereits nervös machen können. Wobei diese Kursziel- und Einstufungs-Senkung durch Jefferies nicht einmal eine Kleinigkeit ist. Denn damit geht einer von nur zwei Analysten, die für die Aktie bullisch waren, von der Fahne. Es bleibt nur noch das Bankhaus Metzler mit einem Kursziel von 40 Euro übrig. Und das war ja im Dezember schon beinahe erreicht worden. Alle anderen Experten haben ihre Einschätzung bislang nicht angehoben und bleiben bei „Halten“ bzw. in einem Fall sogar bei „Verkaufen“.
Damit bewegt sich der Kurs auf diesem Level auf dünnem Eis: Die Mehrzahl der Analysten sieht den Kurs niedriger, zugleich basiert die Erwartung eines Gewinns um die 1,50 Euro pro Aktie im neuen Jahr auf Annahmen, aber nicht auf Fakten, die vom Unternehmen gekommen wären. Fazit: Dieses potenzielle Doppeltopp sollte man besser mit dem Spruch „Was nicht ist, kann noch werden“ im Hinterkopf betrachten.
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