Die am gestrigen Mittwoch vorgelegten Ergebnisse des ersten Geschäftsjahresquartals 2025/2026 waren beeindruckend. Die Siemens-Energy-Aktie quittierte die Zahlen mit einem neuen Verlaufsrekord … aber so langsam könnten der Hausse jetzt die Käufer knapp werden.
Das waren starke Zahlen, die der Energie-Ausrüster da vorlegte, keine Frage. Vor allem in Sachen Gewinnmarge. Denn obwohl der Umsatz im vergangenen Quartal (für Unternehmen der Siemens-Gruppe immer das erste in den jeweils am 30.9. endenden Geschäftsjahren) mit 9,7 Milliarden Euro zwar um 12,8 Prozent stieg, damit aber unter der durchschnittlichen Prognose von 9,87 Milliarden Euro blieb, lag der Gewinn solide über den Schätzungen. Das operative Ergebnis kam kaum auf 1,16 Milliarden Euro. Der Konsens der Experten hatte bei 0,98 Milliarden gelegen. Basis dieses so markant gestiegenen Gewinns war ein immenser Anstieg der operativen Gewinnmarge von 5,4 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 12,0 Prozent. Was klar macht:
Bei Siemens Energy läuft es. Und es wird wohl vorerst auch weiter gut laufen, denn was nicht minder zu beeindrucken vermochte, war der Auftragseingang. Das Volumen der Neuaufträge lag in diesem ersten Quartal 2025/2026 mit 17,6 Milliarden Euro weit über der Prognose von 14,4 Milliarden. Und setzt man diese neu eingelaufenen Orders mit dem Umsatz in Relation, liegt das Verhältnis von Umsatz zu Neuaufträgen bei gut 1,8 – eine Traumquote.
Angesichts solcher Zahlen könnte man sich glatt wundern, wieso der Kursanstieg der Aktie nicht noch ein gutes Stück größer ausgefallen ist. Aber ein Blick auf die zurückliegende Kursentwicklung lässt das Problem schon erahnen:
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Expertenmeinung: Auch wenn die Ergebnisse bis auf den Umsatz deutlich über den Analysenerwartungen lagen, darf man vermuten, dass viele Anleger ein Überbieten der offiziellen Prognosen bereits erwartet hatten und vorher eingestiegen sind. Wer im Vorfeld eines Ereignisses kauft, kauft vielleicht danach noch zu, aber tendenziell sind das dann eher Akteure, die für Gewinnmitnahmen infrage kämen. Denn jetzt hat man, worauf man setzte. Und erneute positive Überraschungen – und damit frische Kaufargumente – stehen jetzt, nachdem die aktuellen Zahlen gerade druckfrisch auf dem Tisch liegen, vorerst nicht mehr an.
Hinzu kommt, dass die im Licht dieser Quartalsergebnisse von Analysten am Mittwoch neu vergebenen Kursziele zwar alle mit „Kaufen“-Einschätzungen versehen waren, aber mit einer Spanne zwischen 130 und 175 Euro lag selbst das höchste, „frische“ Kursziel nicht weit über dem gestern markierten, neuen Verlaufshoch von 163,40 Euro.

Und Siemens Energy beließ es bei der vorbestehenden Geschäftsjahresprognose eines Umsatzwachstums zwischen 11 und 13 Prozent und einer operativen Marge zwischen 9 und 11 Prozent. Womöglich könnte auch das dazu führen, dass sich so mancher Akteur angesichts einer Aktie, die gerade auf das reagierte, worauf viele im Vorfeld gesetzt hatten und ein gutes Stück über dem durchschnittlichen Kursziel der Analysten bei derzeit knapp 143 Euro notiert, sagt: „Gut, das war es jetzt wohl erst einmal … Zeit, ein paar Gewinne mitzunehmen.“
Ein Rücksetzer wäre jetzt also keineswegs überraschend. Aber erst, wenn die Aktie die derzeit bei knapp 144 Euro verlaufende und der Hausse seit Ende November als Leitstrahl dienende 20-Tage-Linie auf Schlusskursbasis unterbieten sollte, wäre die Basis vorhanden, die mittlerweile weit zurückhängende, mittelfristige Aufwärtstrendlinie bei aktuell 119 Euro zu testen, so gesehen: „Ausatmen“ wäre jetzt jederzeit drin, ein „Umkippen“ eher nicht.
Quellen:
Ergebnis des 1. Geschäftsjahresquartals 2025/2026, 11.02.2026:
https://www.siemens-energy.com/de/de/home/investor-relations.html#accordion-ad09e14867-item-d2a28ce5f6
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/ENR.DE/analyst-insights/
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