Die Schweizer Großbank UBS hob das Kursziel für die Sartorius Vorzugsaktie am Donnerstag deutlich von 240 auf 300 Euro an, die Aktie reagierte umgehend positiv. Aber kann so etwas ausreichen, um die Aktie aus ihrer monatelangen Seitwärtsspanne herauszulösen?
Bei der UBS sah man lange nicht viel Luft nach oben für die Vorzugsaktie des Labor- und Medizintechnikkonzerns Sartorius. Zuletzt lautete die Einschätzung „Halten“, das Kursziel lag mit 240 Euro im Vergleich zum durchschnittlichen Kursziel aller Experten, die die Aktie einstufen (266 Euro), unter dem Schnitt. Doch jetzt stuft der Analyst die Aktie mit „Kaufen“ ein und liegt mit einem Kursziel von 300 Euro am oberen Ende der Analysten-Kursziel-Spanne, die von 190 bis 307 Euro reicht. Was hat diese markante Veränderung der Einschätzung ausgelöst?
Genau das könnte in Bezug auf die Chance, dass es diesmal für einen Befreiungsschlag nach oben reicht, problematisch sein. Denn eigentlich geht es dabei um nichts Neues. Bei der UBS erwartet man, dass insbesondere der Umsatz mit Verbrauchsmaterialien und mit Biosimilars ab 2027 deutlicher zulegen wird. Das ist durchaus zu vermuten, nur: Davon geht nicht allein die UBS aus, die Analysten erwarten im Konsens, dass der Gewinn pro Aktie im kommenden sowie im übernächsten Jahr jeweils um die 20 Prozent steigen wird.
Zu unterstellen, dass diese Gewinndynamik nennenswert höher ausfallen werde als aktuell im Konsens vermutet, wäre letztlich nur eine Wette. Und ob wirklich genug Marktteilnehmer eine solche Wette nur aufgrund der veränderten Meinung eines Analysten eingehen werden, ist zumindest fraglich, denn die Aktie hat ein Handicap:
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Expertenmeinung: Sie ist in Relation zu der aktuellen Erwartung in Bezug auf den Gewinnanstieg nicht günstig bewertet. Auf Basis der durchschnittlichen 2026er-Gewinnschätzung der Analysten kommt man hier derzeit auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 46. Bei vermuteten Steigerungen von jeweils 20 Prozent beim Gewinn pro Aktie in den kommenden zwei Jahren wäre das zwar gerade noch akzeptabel. Aber wenn die Aktie nennenswert weiter steigen soll, würde auch das KGV mitsteigen … und ab einem KGV über 50 wäre sie dann schon überbewertet. Zumindest, sofern sich dann keine neuen Fakten ergeben, die die Chance auf schneller steigende Gewinne erhöhen. Und würde die Sartorius-Aktie das UBS-Kursziel von 300 Euro erreichen, käme das KGV bei einer aktuellen Gewinnschätzung von 5,30 Euro pro Aktie für 2026 bereits auf 56!
Daher legte die Aktie auf diese jetzt deutlich positivere Aussage der UBS zwar zu, für einen entscheidenden Ausbruch nach oben reichte es aber, zumindest am gestrigen Donnerstag, noch nicht. Sie sehen im Chart, dass die Vorzugsaktie zwar am Tageshoch die seit Monaten das obere Ende der Kursspanne markierende Widerstandszone 250/256 Euro touchierte, dort aber auf Verkäufe traf, die den Kurs unter dieser Charthürde hielten.

Und selbst wenn die Aktie dort durchlaufen sollte, wäre der nächste Widerstand in Form des zu Jahresbeginn erzielten, bisherigen Jahres-Verlaufshochs bei 267,70 Euro nicht fern. Einem charttechnischen Befreiungsschlag vorgreifen zu wollen, wäre angesichts dieser Kombination aus teurer Bewertung und massiven Charthürden daher eine gewagte Idee.
Quellenangaben:
Meldung über die Kursziel-Anhebung durch die UBS, 20.08.2026: https://live.deutsche-boerse.com/nachrichten/ANALYSE-FLASH-UBS-hebt-Sartorius-auf-Buy—Ziel-hoch-auf-300-Euro-3f12aa65-95d8-4b2d-b0e4-a8388d02f14f
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/SRT3.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.08.2026 um 22:07 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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