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 Sartorius Aktie Prognose

Comeback-Kandidat Sartorius mit Momentum

News: Aktuelle Analyse der Sartorius Aktie

25.03.2026 | 10:49 Uhr
In diesem Artikel
Sartorius
ISIN: DE0007165607
|
Ticker: SRT --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Sartorius Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Jetzt mehren sich die Zeichen für ein Comeback, das der Markt noch nicht eingepreist hat. Sartorius hat bereits einen Gewinnsprung erzielt und erwartet den nächsten.

Warum der Markt noch zweifelt

Es gab Zeiten, in denen gehörte Sartorius zu den absoluten Kursraketen am deutschen Börsenhimmel. Über Jahre hinweg erreichte der Kurs ein Allzeithoch nach dem anderen. Das vorläufige Finale dieser Geschichte wurde 2021 erreicht.
Die Branche verzeichnete einen historischen Boom, da weltweit Laborkapazitäten geschaffen wurden und große Mengen von Laborzubehör und Verbrauchsmaterialien benötigt wurden.

Doch wie so oft folgt auf Ebbe Flut und umgekehrt. Nachdem massiv investiert worden war, fand sich die Branche in einer Situation wieder, in der plötzlich Überkapazitäten vorhanden waren.

Bis wieder ein Gleichgewicht hergestellt war, würde es Jahre dauern. Der Gewinn von Sartorius brach daher ein. Die Probleme waren aus meiner Sicht nicht hausgemacht, die Aktie wurde dennoch massiv abgestraft.
Doch im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr konnte der Turnaround vollzogen werden. Sartorius hat einen Gewinnsprung hingelegt, doch die Börse traut dem Braten noch nicht recht. In den Kursen spiegeln sich die Fortschritte noch nicht wider. Sollte sich jedoch herausstellen, dass Sartorius das Tal wirklich durchschritten hat, wird sich das jedoch irgendwann ändern müssen.

Zwei Säulen, ein klarer Fokus

Die Sartorius AG wirkt auf den ersten Blick wie ein klassischer Laborzulieferer. Das ist ein einträgliches Geschäft, doch tatsächlich steckt etwas mehr dahinter.

Sartorius verdient sein Geld vor allem mit Ausrüstung und Verbrauchsmaterialien für die Herstellung von Biopharmazeutika. Das sind Medikamente, die nicht chemisch, sondern mit lebenden Zellen produziert werden – etwa Antikörpertherapien gegen Krebs.

Das Unternehmen liefert die Werkzeuge, mit denen diese Medikamente entwickelt und produziert werden. Daher wird Sartorius gerne als Schaufelverkäufer der Branche bezeichnet.

Das Geschäft teilt sich im Kern in zwei Bereiche. Im Segment Bioprocess Solutions geht es um alles, was bei der Produktion von Biopharmazeutika gebraucht wird. Dazu gehören Einweg-Bioreaktoren, Filtersysteme und spezielle Systeme, in denen Zellkulturen wachsen.
Diese Einwegprodukte sind besonders attraktiv, weil sie regelmäßig nachgekauft werden müssen. Hat sich ein Pharmaunternehmen einmal für ein System entschieden, bleibt es meist dabei – ein klassischer Lock-in-Effekt.

Der zweite Bereich, Lab Products & Services, ist breiter aufgestellt. Hier verkauft Sartorius Laborwaagen, Pipetten und Analysegeräte. Das ist weniger margenstark, sorgt aber für Stabilität, weil die Produkte in vielen Forschungslabors weltweit gebraucht werden.

Das eigentliche Erfolgsgeheimnis liegt in der Kombination aus Hardware und Verbrauchsmaterialien. Während Geräte einmalig verkauft werden, bringen die dazugehörigen Verbrauchsmaterialien wiederkehrende Umsätze.

Sartorius eine starke Nischenposition erarbeitet, insbesondere bei Einwegtechnologien für die Bioproduktion. Sie gelten als schneller, flexibler und kosteneffizienter als die Produkte der Konkurrenz – die wichtigsten Wettbewerber sind Thermo Fisher Scientific und Danaher.

Hat der Turnaround längst begonnen?

Mit diesem Ansatz konnte Sartorius den Umsatz in den letzten zehn Jahren von 1,30 auf 3,54 Mrd. Euro erheblich steigern.
Das Ergebnis verbesserte sich von 1,94 auf 4,78 Euro je Stammaktie, obwohl das Unternehmen gerade erst eine Flaute hinter sich hat.

Die operative Marge kletterte in dieser Zeit von etwa 19 auf 27 %. Derzeit ist das Unternehmen noch weit von den Bestwerten entfernt, doch das zeigt, was perspektivisch möglich sein könnte.

Der Vorstand drückt es wie folgt aus: „Das Jahr 2025 war in der gesamten Branche geprägt von einer Rückkehr zu normalem Nachfrageverhalten bei Verbrauchsmaterialien, einer hohen Innovationsdynamik bei etablierten Therapien […].“

Im Geschäftsjahr 2025 konnte der Umsatz organisch um 7,6 % auf 3,54 Mrd. Euro gesteigert werden. Gleichzeitig hat sich die Profitabilität deutlich verbessert, trotz negativer Währungseffekte und der US-Zölle.
Der Jahresüberschuss kletterte um 18,2 % auf 331 Mio. Euro. Das Ergebnis verbesserte sich von 4,05 auf 4,78 Euro je Stammaktie.

Ein Spezialfall

Für das Geschäftsjahr 2026 zeigt sich der Vorstand ebenfalls optimistisch und stellt ein Umsatzwachstum um 5–9 % und einen Anstieg der EBITDA-Marge von 29,7 % auf „etwas über 30 %“ in Aussicht.

Den Konsensschätzungen zufolge wird das Ergebnis um 15 % auf 5,50 Euro je Stammaktie steigen. Sartorius kommt demnach auf ein KGVe von 31,7. Auf den ersten Blick wirkt das nicht gerade wie ein Schnäppchen. Für die Branche und das Geschäftsmodell von Sartorius ist das aber keine ungewöhnlich hohe Bewertung.

Darüber hinaus ist Sartorius im doppelten Sinn ein Spezialfall. Zunächst hält das Unternehmen eine Beteiligung in Höhe von 71,5 % an Sartorius Stedim. Diese Beteiligung hat einen Wert von 11,65 Mrd. Euro, was wiederum den Großteil des Börsenwerts von Sartorius selbst entspricht, denn der liegt bei etwa 13 Mrd. Euro.

Diese Beteiligung ist konsolidiert und stellt weitgehend die Sparte Bioprocess Solutions dar. Doch das bedeutet auch, dass für die Sparte Lab Products & Services nur ein Börsenwert von 1,35 Mrd. Euro bleibt. Der Bereich hat im letzten Jahr einen Umsatz von 673 Mio. Euro und ein EBITDA von 145 Mio. Euro erzielt.

Sartorius ST. Aktie: Chart vom 25.03.2026, Kurs: 174,40 EUR - Kürzel: SRT | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sartorius ST. Aktie: Chart vom 25.03.2026, Kurs: 174,40 EUR – Kürzel: SRT | Quelle: TWS

Der zweite Spezialfall sind die Aktiengattungen. Die Vorzugsaktie ist im DAX gelistet und daher wesentlich teurer. Der Kurs liegt aktuell bei 213,00 Euro.

Die Stammaktie notiert hingegen bei 174,40 Euro. Sie ist demnach günstiger, hat eine höhere Dividendenrendite und obendrein ein Stimmrecht. Wäre der Markt effizient, wäre das unmöglich.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.03.2026 um 10:33 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Sartorius Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nachdem der Auftragseingang Ende 2024 sprunghaft angestiegen ist, zieht jetzt auch wieder der Gewinn an. Sartorius unmittelbar vor dem Comeback?

Vom Boom in die Talsohle – und jetzt zurück?

Sartorius ist eine Art Schaufelverkäufer der Biotech- und Pharmaindustrie, von der Pipette bis zu einer kompletten Ausstattung von Labors. Das ist unter normalen Rahmenbedingungen ein sicheres und planbares Geschäft, ganz im Gegenteil zur Forschung.

Darüber hinaus ist man bei einer ganzen Reihe von Produkten weltweit führend. Beim Flüssigkeitsmanagement hat man einen Marktanteil von rund 50 %, bei der Fermentation dürften es 30 % sein. Und das sind nur einige Beispiele.

Der Markt wächst grundsätzlich, viele Produkte sind zur einmaligen Verwendung und dementsprechend müssen die Kunden immer wieder ordern.

Ab 2020 kam es jedoch zu Verwerfungen, wie sie die Welt selten erlebt – zum Glück, denn darauf hätten sicherlich alle verzichten können.
Bei Sartorius kam es zu einem explosionsartigen Anstieg der Nachfrage für Laborausrüstung und Verbrauchsmaterialien, gefolgt von einem regelrechten Kollaps.

Sartorius Aktie: Chart vom 22.04.2025, Kurs: 177 EUR - Kürzel: SRT | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Sartorius Aktie: Chart vom 22.04.2025, Kurs: 177 EUR – Kürzel: SRT | Quelle: TWS

Die Aktie hat sich ähnlich verhalten. Zuerst gingen die Kurse komplett sinnbefreit durch die Decke, darauf folgte ein bis heute anhaltender Abwärtstrend.
Der Chart stellt den Kursverlauf der Stammaktie mit dem Tickersymbol SRT dar. Die Stammaktie ist günstiger, hat eine höhere Dividendenrendite und ein Stimmrecht.

Nachdem die Laborkapazitäten weltweit stark ausgebaut wurden, hat es einige Jahre gedauert, bis sich dieses Ungleichgewicht wieder ausgeglichen hat.
Inzwischen scheint dieser Punkt überschritten zu sein.

Die Laborsparte scheint das Tal durchschritten zu haben und das Geschäft mit Verbrauchsmaterialien zieht wieder spürbar an. Womöglich ist das ein Vorbote für das, was mittelfristig auch in der Laborsparte geschehen wird.

Das Comeback nimmt Fahrt auf

Der Auftragseingang ist im abgelaufenen Geschäftsjahr um 10,1 % auf 3,378 Mrd. Euro gestiegen
Fast ein Drittel davon, mehr als eine Milliarde Euro, flatterten im Schlussquartal herein.

Der Vorstand kommunizierte das im Januar explizit und stellte ein profitables Wachstum über dem Marktniveau in Aussicht. Sartorius gewinnt demnach weiter Marktanteile, was abermals unterstreicht, dass die zwischenzeitlichen Probleme nicht hausgemacht waren.

Kurstechnisch spiegelt sich das in keiner Weise wider, ganz im Gegenteil. Die Aktie hat kürzlich ein neues Mehrjahrestief erreicht.

Das neuste Update vom 16. April hat kurzzeitig zu einem Kursfeuerwerk geführt, die Gewinne wurden aber wieder zu einem großen Teil abgegeben. Der allgemeine Druck auf der Börse, die vor allem durch die neue US-Regierung verursacht wird, überschattet alles andere.

Die Börse ignoriert es – und das ist gut so

Das ist allerdings keine schlechte Nachricht, denn das eröffnet disziplinierten Investoren die Möglichkeit, Perlen einzusammeln, die zu Unrecht abgestraft wurden oder bei denen die gute Entwicklung bereits seit einiger Zeit ignoriert wird.

Sartorius könnte so ein Fall sein. Nachdem der Auftragseingang bereits Ende 2024 stark angezogen ist, konnte der Umsatz im ersten Quartal 2025 um 6,5% gesteigert werden.
Das operative Ergebnis kletterte um 12,2% und das Konzernergebnis sogar um 21,4% auf 85 Mio. Euro.
Der bereinigte Gewinn je Stammaktie belief sich auf 1,22 Euro (VJ 1,01 Euro), der bereinigte Gewinn je Vorzugsaktie auf 1,23 Euro (VJ 1,02 Euro).

Der operative Cashflow hat sich von 45 auf 139 Mio. Euro sogar mehr als verdreifacht.

Die Book-to-Bill-Ratio, das Verhältnis von Auftragseingang zu Umsatz, lag deutlich über 1. Die Zeichen stehen also weiterhin auf Wachstum.

Ausblick und Bewertung

Für 2025 stellt Sartorius ein Umsatzplus von 6% und eine zunehmende Profitabilität in Aussicht.
Die Konsensschätzungen sind ungewöhnlich breit gefächert und reichen von etwa 3,00 bis 5,00 Euro je Aktie. Die Prognostiker scheinen sich uneinig zu sein, wohin die Reise gehen wird.

Nachdem das Unternehmen im ersten Quartal jedoch 1,22 Euro je Stammaktie verdient hat, scheinen 3,00 Euro je Aktie im gesamten Jahr sehr pessimistisch zu sein.
Ich tendiere daher eher zur Oberseite der Prognosespanne, dafür spricht auch der starke Cashflow.

In einer Sache sind sich die Prognostiker jedoch einig. Das Geschäftsjahr könnte erst der Auftakt einer längeren Erholung sein, denn auch in den beiden darauffolgenden Geschäftsjahren werden jeweils Gewinnsprünge um 17 – 39 % erwartet. Die langfristigen Schätzungen liegen also auch weit auseinander, doch sie zeigen alle in dieselbe Richtung.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.