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Salzgitter Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der Salzgitter Aktie

11.02.2026 | 08:22 Uhr
In diesem Artikel
Salzgitter
ISIN: DE0006202005
|
Ticker: SZG --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Salzgitter Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).

Salzgitter überbot gestern eine charttechnische Widerstandslinie, von der man vor ein, zwei Jahren nicht einmal hätte träumen können. Da der Kursanstieg die Reaktion auf die vorläufigen 2025er-Zahlen war, könnte man meinen, der Ausbruch stünde auf soliden Füßen. Ist das so?

Die am Dienstagmorgen vorgelegten, noch ungeprüften Ergebnisse des Jahres 2025 lasen sich nicht gerade wie ein Grund, um diese Aktie umgehend einzusammeln. Der Umsatz fiel von zehn auf neun Milliarden Euro. Der operative Gewinn auf EBITDA-Basis fiel von 445 auf 376 Millionen Euro. Nur der Gewinn vor Steuern, das EBT, der fiel beeindruckend weniger schwach aus als seitens des Konzerns selbst noch im November geschätzt. Hier stand „nur“ ein Verlust von 28 Millionen zu Buche. Im Jahr 2024 lag das EBT noch bei -296 Millionen Euro. Salzgitter selbst hatte im Herbst eine Range von -50 bis -100 Millionen Euro avisiert.

Das klang gut. Und auch der Ausblick war einigermaßen erfreulich: Der Umsatz soll wieder in den Bereich von 9,5 Milliarden Euro steigen, das EBITDA von den für 2025 berichteten 378 Millionen auf 500 bis 600 Millionen Euro zulegen, beim Vorsteuergewinn (EBT) soll wieder ein Plus, konkret zwischen 75 und 175 Millionen, erzielt werden. Am Ende reichte das für ein solides Plus, das dazu führte, dass die Salzgitter-Aktie die Nackenlinien-Zone einer sich seit 2011 (!) hinziehenden Bodenbildung bei 48,76 zu 52,48 Euro überwand. Alles klar, freie Bahn nach oben? Wer genauer hinschaut, könnte da skeptisch sein, denn:

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Salzgitter Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die Sache lief am Dienstag keineswegs so klar ab, wie man das angesichts der aktuellen grünen Kerze im Chart auf Monatsbasis denken würde.

Salzgitter Aktie: Monats-Chart vom 10.02.2026, Kurs 54,00 Euro, Kürzel: SZG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Salzgitter Aktie: Monats-Chart vom 10.02.2026, Kurs 54,00 Euro, Kürzel: SZG | Quelle: TWS

Wenn Sie sich den Chart auf Tagesbasis ansehen, erkennen Sie:

Salzgitter Aktie: Tages-Chart vom 10.02.2026, Kurs 54,00 Euro, Kürzel: SZG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Salzgitter Aktie: Tages-Chart vom 10.02.2026, Kurs 54,00 Euro, Kürzel: SZG | Quelle: TWS

Die Aktie hatte im Handelsverlauf auch mal im Minus notiert. Und das nicht nur ein bisschen, sondern sie lag am Tagestief ganze 8,8 Prozent hinten und wäre, hätte die Aktie da geschlossen, an dieser vorgenannten, so entscheidenden Widerstandszone im Chart abgeprallt. Und dass einige die Sache angesichts des zeitweiligen Minus offenbar deutlich weniger positiv werteten, hat Gründe.

Denn dass das EBT deutlich weniger im Minus landete als im Vorfeld von allen Seiten vermutet, basierte auf einem markanten, bei 150 Millionen liegenden positiven Beitrag durch die knapp 30-prozentige Beteiligung von Salzgitter am Kupferkonzern Aurubis. Dort gingen Gewinn und Kurs durch die Decke, getragen von der Hausse beim Kupferpreis. Das aber bedeutet: Für den Moment bietet das Rückenwind, aber das muss nicht so bleiben. Zwar lagen auch die 378 Millionen im operativen Geschäft besser als der Analysten-Konsens, der 334 Millionen Euro gesehen hatte. Aber ob das reicht, um die Aufwärtsbewegung der Aktie fortzusetzen und die Vollendung dieser riesigen Bodenbildung dadurch zu zementieren?

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten lag im Vorfeld der Bilanzdaten bei 48,23 Euro. Nur vier von neun die Aktie regelmäßig einschätzenden Analysten plädierten zuletzt dafür, hier einzusteigen. Jetzt notiert der Kurs ein gutes Stück höher … und das auf dem Unterbau von Gewinnen einer Beteiligung, die auf hoch volatilen Rohstoffpreisen fußt. Das ist wacklig genug, um bei dieser markttechnisch bereits überkauften Aktie zumindest eine Absicherung bestehender Positionen unter der im Tageschart zu sehenden Supportzone 42,20/43,70 Euro anzustreben und sich Zukäufe oder sogar den Neueinstieg genau zu überlegen.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzung: https://finance.yahoo.com/quote/SZG.DE/analyst-insights/

Vorläufiges Ergebnis 2025 und Ausblick 2026, 10.02.2026: https://www.salzgitter-ag.com/fileadmin/footage/MEDIA/presse/szag_ad_hoc/pdf/2026/20260210_Salzgitter_AG_Insiderinformation_gemaess_Artikel_17_MAR_DE.pdf

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.02.2026 um 19:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der Salzgitter Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.11.2025 um 13:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Salzgitter senkt die Prognose und erwartet einen höheren Verlust, doch das ist wohl das kleinste Problem. Der Countdown läuft.

Was feiert die Börse da eigentlich?

Salzgitter hat Quartalszahlen vorgelegt und die Börse feiert mit einem Kurssprung von 6,5 %. Endlich die Trendwende?

Die Börse reagiert begeistert auf die vorgelegten Quartalszahlen. Doch bei näherem Hinsehen stellt sich die Frage, was hier eigentlich gefeiert wird. Zwar hat der Stahlkonzern seine Verluste im Vergleich zum Vorjahr verringert, doch die Bilanz bleibt tiefrot.

Das Vorsteuerergebnis (EBT) für die ersten neun Monate liegt bei minus 72,7 Mio. Euro nach minus 141,2 Mio. Euro im Vorjahr.

Das Ergebnis hat sich auf Jahressicht zwar verbessert, lag aber dennoch bei -0,93 Euro je Aktie.

Der Umsatz ist auf Jahressicht von 7,73 auf 6,87 Mrd. Euro eingebrochen. Der Rückgang erstreckt sich über alle Geschäftsbereiche, der Umsatz war in den Bereichen Stahlerzeugung, Stahlverarbeitung, Handel, Technologie und bei den Beteiligungen rückläufig.

Die stille Erosion

Das Eigenkapital war rückläufig, das Fremdkapital ist weiter gestiegen. Die Nettofinanzposition lag bei -810,9 Mio. Euro.

Die Umsatzprognose für das laufende Geschäftsjahr wurde von 9,0–9,5 Mrd. Euro auf „leicht oberhalb von 9,0 Mrd. Euro“ gesenkt.

Der erwartete Verlust wurde von „zwischen -100 Mio. € und 0 Mio. €“ auf „zwischen -100 Mio. € und -50 Mio. €“ angepasst.

Im Klartext bedeutet das, dass bisher noch die Hoffnung auf eine schwarze Null bestand, jetzt rechnet man mit einem Verlust von mindestens 50 Mio. Euro – vermutlich werden es aber eher 75 Mio. Euro.

Die schwachen Ergebnisse sind weniger ein Spiegel interner Fehler als vielmehr Ausdruck der schwierigen Rahmenbedingungen in Deutschland. Die Bürokratie lähmt, Energiepreise bleiben untragbar hoch, und die regulatorischen Auflagen sind im internationalen Vergleich kaum zu bewältigen. Wie soll ein Stahlhersteller unter diesen Umständen im globalen Wettbewerb bestehen?

ETS II – das Gesetz, das den Stahl brechen könnte

Auch der Blick in die Zukunft lässt wenig Hoffnung zu. Die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen, insbesondere der deutschen Stahlindustrie, schwindet weiter. Steigende CO₂-Preise und immer schärfere Klimavorgaben machen den Standort zunehmend unattraktiv. Der kommende Emissionshandel ETS II, der ab 2027 gelten soll, könnte für viele Betriebe zum Wendepunkt werden – oder zum Todesstoß.

Merken Sie sich meine Worte. Salzgitter ist angezählt, nicht aus eigenem Verschulden, sondern politisch.

Vielleicht fehlt mir die Kreativität, aber ich sehe nicht, wie Salzgitter die Herausforderungen durch ETS II meistern soll, ohne massiven Schaden davonzutragen. Schwarze Zahlen? Sehr unwahrscheinlich.

Wie lange hält der Bürger das noch aus?

ETS II, Teil des europäischen „Fit for 55“-Pakets, wird den Preis für den Ausstoß von Kohlendioxid voraussichtlich drastisch erhöhen – von heute rund 80 Euro auf bis zu 200 Euro pro Tonne.

Das wird nicht nur Stahlwerke treffen, sondern die gesamte Wirtschaft. Ein CO₂-Preis in dieser Höhe würde etwa den Liter Benzin um 32 Cent verteuern, zuzüglich Mehrwertsteuer. Damit steigen nicht nur die Kosten für Mobilität, sondern auch für Transport, Produktion und Heizen.

Kurz gesagt: Alles wird teurer – für Unternehmen wie für Verbraucher.

Diese Entwicklung gefährdet nicht nur Arbeitsplätze, sondern auch den Klimaschutz selbst. Wenn deutsche Industriebetriebe ihre Produktion ins Ausland verlagern, entstehen nicht weniger Emissionen, sondern mehr – nur eben woanders.

Wir verlieren Industrie, Wohlstand und Einfluss und schaden damit obendrein dem Klima.

Salzgitter Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs: 29,79 EUR - Kürzel: SZG | Online Broker LYNX
Salzgitter Aktie: Chart vom 10.11.2025, Kurs: 29,79 EUR – Kürzel: SZG | Quelle: TWS

Der Kursanstieg der Salzgitter-Aktie ist weniger Ausdruck einer echten Trendwende, sondern vielmehr ein kurzer Moment der Erleichterung. Die fundamentalen Probleme sind nicht gelöst – vielmehr dürfte das dicke Ende erst noch kommen.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der deutsche Stahlproduzent konnte in diesem Jahr an der Börse einen soliden Start hinlegen. Bis Mitte März zeigte die Salzgitter-Aktie einen klaren Aufwärtstrend, wobei die Bullen das Geschehen dominierten. Die Marktkorrektur im April setzte jedoch auch hier ein vorläufiges Ende der Aufwärtsbewegung – das Papier ging in eine Korrekturphase über.

Aktuell wichtige Unterstützungszonen liegen bei 19.50 EUR und 20.22 EUR – hier bildeten sich zuletzt markante Pivot-Tiefs im Chart. Im gestrigen Handel konnte die Aktie mit erhöhtem Handelsvolumen zulegen – ein Signal, das in der Vergangenheit häufig auf positive Tendenzen hinwies.

Expertenmeinung: Es deutet einiges darauf hin, dass gestern das mögliche Ende der Korrektur eingeleitet worden sein könnte. Zwar notieren die Kurse noch unterhalb der 50-Tage-Linie, doch ein weiterer positiver Handelstag könnte für einen Durchbruch sorgen.

Die Bullen könnten versuchen, das gestrige Kaufsignal für weitere Kursanstiege zu nutzen. Die Bären hingegen konzentrieren sich auf die im Chart eingezeichnete Unterstützungslinie und könnten auf einen Bruch in Richtung Süden setzen. Solange sich die Aktie über der Marke von 20 EUR hält, bleiben die Aussichten vorerst positiv.

Aussicht: BULLISCH

Salzgitter Aktie: Chart vom 19.05.2025, Kurs: 22.90 EUR Kürzel: SZG | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Salzgitter Aktie: Chart vom 19.05.2025, Kurs: 22.90 EUR Kürzel: SZG | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.