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RWE Aktie Prognose RWE: Chartbild top, aber die Bewertung wird zum Risiko

News: Aktuelle Analyse der RWE Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der RWE Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.01.2026 um 19:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Börsenjahr 2026 ist erst vier Tage alt, da kann man noch nicht von einer Weichenstellung sprechen, wenn man sieht, dass RWE zu den Top-Gewinnern im DAX gehört. Aber dass nach dem starken Vorjahr nicht direkt Gewinne mitgenommen werden, ist schon bemerkenswert.

2022 und 2023 wurde ein jahrelanger Aufwärtstrend der RWE-Aktie in einer bis knapp 44 Euro reichenden Widerstandszone gestoppt. Ein ums andere Mal rannten die Käufer gegen diesen Bereich an. Und obwohl die Analysten durch die Bank bullisch waren und weiter zum Einstieg rieten, war nichts zu wollen: Die Aktie drehte 2024 nach unten ab. Anfang 2025 startete ein erneuter Anlauf … und diesmal war er erfolgreich. RWE zählte 2025 zu den Top-Gewinnern im DAX und startet bislang überzeugend ins neue Börsenjahr.

Die Argumente, die man dafür ins Feld führt, hätte man zwar auch vorher schon bringen können. Aber jetzt hören bzw. schauen offenbar mehr Anleger hin, nicht zuletzt, weil es durch diesen dynamischen Aufwärtstrend auch mehr Grund gibt, sich eine gerne mal als „langweilig“ abgetane Versorger-Aktie genauer anzusehen. Was steigt, erzeugt Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit generiert Käufe. Es ist also nicht so ganz verkehrt, wenn einige meinen, die Börse ist eigentlich vor allem „Kopfsache“. Die Frage ist aber:

Expertenmeinung: Kann das denn einfach so weitergehen? könnte der RWE-Kurs womöglich sogar die jetzt bereits erreichte Widerstandszone 46,18 zu 48,94 Euro überbieten und dadurch auf 15-Jahres-Hochs steigen?

RWE Aktie: Chart vom 07.01.2026, Kurs 47,97 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 07.01.2026, Kurs 47,97 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Die Aktie ist bereits stark gelaufen. Sogar in der hier abgebildeten Monatsbasis ist der RSI-Indikator überkauft, das kommt eher selten vor. Zugleich ist sie zwar mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 21 für die 2025er-Gewinnschätzung noch nicht überbewertet, viel würde dazu aber nicht fehlen. Und das durchschnittliche Kursziel der Analysten ist, obwohl es sich in den letzten zwei Quartalen von 42,50 auf jetzt gut 49 Euro ein gutes Stück nach oben verlagert hat, fast erreicht. Wäre es da nicht doch besser, zügig den Gewinn mitzunehmen?

Dass die Luft angesichts der vorstehenden Aspekte dünner wird, ist sicher richtig, aber das muss den Anstieg nicht zwingend stoppen. Vorausgesetzt, die Argumente, die diese Wiederbelebung Anfang 2025 ausgelöst hatten, ziehen weiter: Mehr Energiebedarf durch KI-Rechenzentren und der gezielte, umfassende Ausbau der Energieversorgung im Rahmen der Infrastrukturprojekte des Bundes. Und möglich wäre es durchaus, dass diese Faktoren weiter die Wahrnehmung der Anleger bestimmen. Immerhin geht es dabei durchweg um sich über Jahre hinziehende Aspekte, so dass die sich nicht schnell „verbrauchen“ müssten.

„Möglich“ ist indes nicht „sicher“. Gerade die Jahre des Wassertretens 2022/2023 und dieser so drastische Wandel der Sichtweise auf die Aktie seit 2025 machen klar, dass diese „Kopfsache“ ein wankelmütiger Begleiter eines Trends ist. Dranzubleiben wäre daher sicherlich zu überlegen, aber dann sollte man sich für den Fall eines Falles knapp unter der jetzt als Support dienenden Zone 41,83/43,96 Euro konsequent mit einem Stoppkurs absichern.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.11.2025 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Manch einer mag sich gestern die Augen gerieben haben. Aber danach stand weiter da, was man fast nicht glauben mag: RWE hat nicht nur 9,13 Prozent zugelegt und wurde dadurch stärkste DAX-Aktie. Sie hat auch eine Widerstandszone überboten, die unbezwingbar schien.

Sie sehen es im Chart auf Wochenbasis: In den Jahren 2022 und 2023 rannte die RWE-Aktie immer wieder gegen die Zone 42 zu 44 Euro an. Immer wieder drehte sie ab, so oft, dass die Anleger es 2024 gar nicht erst versuchten, den Kurs nach oben zu bringen. Zugleich bot sich seitens der Analysten eine geschlossene Phalanx gehobener Daumen. Durchweg „Kaufen“-Einstufungen und durchschnittliche Kursziele, die immer an oder über dieser so brettharten Widerstandszone zwischen 42,33 und 43,97 Euro lagen. Es half alles nichts. Auch nicht, dass die Aktie eher günstig bewertet war und eine grundsolide Dividendenrendite zu bieten hatte.

Und jetzt, auf einmal, geht der Kurs durch diese Widerstandszone durch wie Butter und lässt sie, quasi im Handstreich, deutlich unter sich. Hat man beim Energieversorger auf einmal Gold im Keller gefunden?

Expertenmeinung: Nein, aber die Ergebnisse waren besser als von den Analysten im Vorfeld durchschnittlich erwartet. Und die Investitionen des Energieversorgers deuten auf neue Gewinndynamik hin.

Der Umsatz kam von 15,95 Milliarden in den ersten neun Monaten 2024 auf 13,26 Milliarden Euro zurück. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank von 3,976 auf 3,476 Milliarden. Das klingt nicht gut, der Rückgang war aber erwartet worden. Nur war er eben deutlich größer erwartet worden, im Schnitt hatte die Prognose der Analysten hier bei nur 3,14 Milliarden Euro gelegen. Dito der Gewinn nach Steuern: Der sank von 1,64 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 1,29 Milliarden, lag damit aber sehr weit über den 0,98 Milliarden des Analysten-Konsens.

Und man investiert in die Zukunft. In den ersten drei Quartalen hat RWE 4,6 Milliarden Euro investiert und unterstrich im Zuge der Bilanzvorlage die bedeutenden Chancen, die der steigende Energiebedarf durch den Ausbau der KI für den bei RWE erheblich im Ausbau befindlichen Bereich der erneuerbaren Energien bedeutet.

RWE Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 46,86 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 46,86 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Die Anleger waren begeistert und griffen zu. Das führte zum Ausbruch über diese so viele Jahre unbezwingbar wirkende Widerstandszone 42,33 zu 43,97 Euro und damit grundsätzlich zu einem auch langfristig relevanten Kaufsignal, aber:

Während die Bullen begeistert waren, waren die Bären natürlich nicht nur entsetzt, sondern auch gezwungen, leer verkaufte Aktien umgehend einzudecken. Der Anstieg über diese Widerstandszone dürfte sich alleine dadurch erheblich intensiviert haben. Und jetzt, auf diesem deutlich höheren Kursniveau, ist die im Frühjahr noch hoch lukrativ günstige Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis mit aktuell knapp 22 auf Basis der 2025er-Gewinnschätzung der Analysten eben nicht mehr günstig. Und das durchschnittliche Kursziel der Experten bei derzeit 46,30 Euro, lange Zeit ein unerreichbar hoher Level, ist überboten. Darauf zu setzen, dass das einstige Aschenputtel erst jetzt richtig durchstartet, wäre daher verwegen, nicht zuletzt mit Blick auf die durch diesen Kurssprung sogar auf Wochenbasis überkaufte Markttechnik, siehe der im Chart unten mit eingeblendete RSI.

Position halten, Stop Loss knapp unter die jetzt als Support dienende Zone 42,33/43,97 Euro nachziehen, das ließe sich vertreten. Jetzt erst über den Einstieg nachzudenken eher nicht.

Quellenangaben: Neun-Monats-Zahlen 2025, 12.11.2025:
https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/news-und-ad-hoc-mitteilungen/news/news-2025-11-12/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die RWE-Aktie hatte 2024 ein ausnehmend schlechtes Jahr und war bis Februar 2025 eines der Aschenputtel des DAX. Doch dann ging die Party los. Derzeit liegt die 2025er-Performance der Aktie etwa doppelt so hoch wie die des DAX. Und nähert sich einer markanten Chartzone.

Es geht um den Kursbereich, in dem die Aktie des Energieversorgers 2022 und 2023 ein ums andere Mal nach unten abdrehte, obwohl die Analysten damals durch die Bank den Daumen hoben, zum Kauf rieten und weit höhere Kursziele ausgelobt hatten. Wir reden von der Region zwischen 42,33 und 43,97 Euro. Könnte sie womöglich diesmal nicht nur angelaufen, sondern überwunden werden … oder endet die Hausse der RWE-Aktie erneut in diesem Bereich?

RWE Aktie: Chart vom 13.10.2025, Kurs 41,00 Euro, Kürzel: RWE | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 13.10.2025, Kurs 41,00 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Diesmal hätten die Käufer Argumente, die sie 2022/2023 noch nicht hatten: Zum einen die von der Bundesregierung angeschobenen und für weitere Jahre avisierten Investitionen. Zum anderen der KI-Hype.

Man weiß, dass in den letzten Jahren zu wenig in die Energieinfrastruktur investiert wurde. Das lag nicht zuletzt am „Investitionsstau“ der öffentlichen Hand. Aber wenn jetzt in die allgemeine Infrastruktur hohe Milliardenbeträge fließen sollen, muss die Energieinfrastruktur mitziehen. Das ist ein Grund, warum die beiden DAX-Energieversorger RWE und E.ON seit Verkündung der Milliardenpläne der derzeitigen Regierung so gut laufen. Darüber hinaus weiß man, dass ein Ausbau der Kapazitäten künstlicher Intelligenz immensen Energiebedarf mit sich bringt, auch da würden die Stromkonzerne also profitieren.

Das sehen auch die Analysten so. Das einstmals vor Jahren so bullische Votum hat sich nicht geändert: Absolut alle 17 die Aktie regelmäßig beobachtenden Analysten stufen die Aktie als kaufenswert ein, das durchschnittliche Kursziel liegt derzeit bei 43,98 Euro und damit genau am oberen Ende der „Zone“. Zugleich liegt die Bewertung mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis im Vergleich zu den letzten Jahren zwar eher am oberen Ende der Spanne. Aber wenn die Experten recht behalten, würde RWE den Gewinn pro Aktie in den kommenden zwei Jahren so solide steigern, dass diese Bewertung für 2026 wiederum günstig, für 2027 sogar billig wäre. Hinzu kommt eine im Vergleich zum DAX-Schnitt überdurchschnittliche Dividende.

RWE könnte also weiterlaufen und es zumindest in diese Widerstandszone zwischen 42,33 und 43,97 Euro hineinschaffen, ohne dass wir hier bereits von einer Übertreibung sprechen müssten. Könnte heißt aber nicht, dass man sich darauf verlassen darf. Eine Absicherung nach unten wäre für Long-Positionen also sinnvoll.

Wobei man da derzeit ein kleines Problem hätte. Denn der obenstehende Chart auf Wochenbasis zeigt, dass sich zwischen der zuletzt überbotenen und jetzt als Support dienenden Charthürde bei 37,78 Euro und dem unteren Ende der Widerstandszone bei 42,33 Euro keine Wendepunkte finden, die sich als Unterstützung anbieten. Und durch die Intensivierung der Hausse in den vergangenen Wochen sind auch die mittelfristigen Aufwärtstrendlinien noch nicht hinterhergekommen. Selbst die (hier nicht abgebildete) 20-Tage-Linie liegt erst bei 38,12 Euro und ist damit für einen angenehm engen Stopp zu weit entfernt.

Hier müsste man die Position also in einer Größenordnung halten, die einem keine schlaflosen Nächte bereitet, wenn es kurzfristig zu einem Rücksetzer kommt, der allemal in den Bereich um 38 Euro führen könnte, ohne das grundsätzliche Potenzial auf der Oberseite zu gefährden.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
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Die Analysten sind für RWE schon seit Jahren fast durch die Bank bullisch, aber die Anleger mochten ihren Kurszielen und Einstufungen einfach nicht folgen. RWE war lange eines der Aschenputtel im DAX. Aber jetzt ist in der Aktie wieder Schwung drin. Was könnte da möglich sein?

Der Energieversorger RWE ist auf einem nicht gerade rasanten, aber soliden Wachstumskurs. Die Bewertung ist mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 17 für die 2025er-Gewinnschätzung moderat, die Erwartung für das Gewinnwachstum pro Aktie liegt für die kommenden Jahre bei zehn bis fünfzehn Prozent pro Jahr. Die Dividendenrendite liegt über drei Prozent und damit über dem DAX-Durchschnitt und die Analysten sind nahezu durch die Bank bullisch. Von den 17 Analysten, die in den vergangenen Monaten ein Kursziel angepasst oder bestätigt haben, stufen 16 RWE als kaufenswert ein.

Und das durchschnittliche Kursziel? Das liegt mit derzeit 43,25 Euro weit über dem aktuellen Niveau. Wobei die Aktie erst in der vergangenen Woche am niedrigsten aller Kursziele (36,40 Euro) vorbeigezogen ist. Da fragt man sich: Worauf wartet man noch, um einzusteigen?

RWE Aktie: Chart vom 26.09.2025, Kurs 37,91 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Zumal die Aktie jetzt mit dem Freitags-Schlusskurs ein neues Jahreshoch markiert und den höchsten Level seit Anfang 2024 erreicht hat. Und damit grundsätzlich, aus rein charttechnischer Sicht, freie Bahn bis an die Widerstandszone zwischen 42,33 und 43,97 Euro hätte, an welcher der Kurs in den Jahren 2022 und 2023 ein ums andere Mal nach unten abgewiesen wurde. Und deren Erreichen vom durchschnittlichen Kursziel der Experten, wie gesagt bei 43,25 Euro, ja abgedeckt würde. Aber genau da kommt man zum Punkt:

Expertenmeinung: Die Analysten sind nicht erst seit vorgestern bullisch. Dass das Konsens-Kursziel weit über dem aktuellen Kursniveau liegt, ist nicht neu: Das war auch schon so, als die Bullen 2022/2023 an diesem damaligen und natürlich auch jetzt noch als Widerstand relevanten „Deckel“ zwischen 42,33 und 43,97 Euro verzweifelten.

Die Anleger wollten die Aktie einfach nicht richtig annehmen, trauen dem Braten nicht. Und das ist bislang nicht wirklich anders geworden. Der Wochenchart zeigt, dass der mittelfristige, im Februar etablierte Aufwärtstrend Anfang September zeitweise gebrochen wurde, so dass eine flachere Linie ihn ersetzen musste. Der Ausbruch über die Widerstandslinien bei 36,35 und 37,36 Euro wurde im ersten Anlauf im Juli zur Bullenfalle. Diesmal hat die Aktie zwar eine tadellose Woche auch am oberen Ende der Handelsspanne beendet, so dass diese Wochenkerze nicht wie ein Symbol des Scheiterns daherkommt wie die Bullenfalle des Sommers. Aber wirklich sicher ist und bleibt hier nichts, dazu kommen die Trends bei RWE seit Langem einfach zu unstet daher.

Grundsätzlich haben wir hier ein bullisches Signal, das Spielraum in die Region 42,33 zu 43,97 Euro generiert hat. Aber wer diesem Trend folgt, sollte sich auf Schwankungen einstellen und auf der Hut bleiben. Denn ja, die Sicht der Anleger in ihrer Gesamtheit könnte sich zum Positiven wandeln. Aber ob das passiert ist bzw. passieren wird, weiß man immer erst im Nachhinein, daher: Bullisch ja, aber mit der nötigen Vorsicht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Long / Buy
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Long / Buy
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Energietitel erfreuen sich nicht nur an der Wall Street großer Beliebtheit – auch am deutschen Aktienmarkt stehen Versorger derzeit hoch im Kurs. Die positive Stimmung innerhalb des Sektors hat auch die RWE-Aktie erfasst, die aktuell eine solide Performance zeigt.

Zuletzt konnte der Titel aus einer trendbestätigenden Formation nach oben ausbrechen – bereits das dritte potenzielle Kaufsignal in diesem Jahr. Die laufende Aufwärtsbewegung wird dabei mustergültig von der 20-Tage-Linie begleitet, welche als dynamische Unterstützung fungiert und dem Kurs Stabilität verleiht. Der gleichmäßige Trendverlauf deutet auf eine intakte Aufwärtsstruktur hin. Solange dieses Muster bestehen bleibt, scheinen die Bullen weiterhin im Vorteil zu sein.

Expertenmeinung: Ein Rücklauf an die 20-Tage-Linie wäre aus technischer Sicht unproblematisch, solange das jüngste Ausbruchsniveau verteidigt werden kann. Damit bleibt RWE weiterhin eine der aussichtsreicheren Aktien innerhalb des deutschen Energiesektors.

Solange es zu keinen Schlusskursen unter dem genannten gleitenden Durchschnitt kommt, könnten die kurzfristigen Aussichten weiterhin positiv bleiben.

Aussicht: BULLISCH

RWE Aktie: Chart vom 22.07.2025, Kurs: 37.80 EUR, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 22.07.2025, Kurs: 37.80 EUR, Kürzel: RWE | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.