RWE hat jetzt nicht nur den massiven Deckel in Form der Hochs der Jahre 2022/2023 überwunden, sondern auch die bis 2009 zurückreichende Widerstandszone 46,17/48,94 Euro. Damit ist der höchste Kurs seit fast 15 Jahren erreicht. Aber auch das Kursziel der Analysten.
Richtig ist, dass der Energieversorger RWE im aktuellen Umfeld Rückenwind für die Gewinne verspürt. Der Konzern wächst – auch im Bereich der erneuerbaren Energien. Und die Stromversorgung braucht noch einiges mehr an Wachstum. Davon wird RWE wohl mittelfristig profitieren. Wie schnell, wie lange und wie stark, weiß man indes noch nicht. Der Chart zeigt nur: Die Erwartungen sind groß.

Das hat der Aktie jetzt zum Anstieg über die Tiefs der Jahre 2008 und 2009 verholfen, wie der Chart auf Monatsbasis zeigt. Grundsätzlich wäre jetzt, auf rein charttechnischer Ebene, Spielraum bis an das Jahreshoch 2011 bei 55,70 Euro. Und vermutlich sehen die bullischen Trader auch diese Wendemarke als Etappe und nicht als Ziel. Denn wenn ein derart lange seitwärts mäandernder Kurs endlich durchstartet, zieht das die Trader in Scharen an. Und schnell kommen dann Realismus und Vorsicht unter die Räder. Gold und Silber bieten da derzeit gute Beispiele. Wo lägen jetzt die Risiken bei RWE?
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Expertenmeinung: Vor allem darin, dass man eigentlich gar keine Ahnung hat, ob man in Relation zum realistisch zu erwartenden Gewinn pro Aktie für die kommenden Jahre nicht bereits überzogen hat. Momentan schätzen die Experten, dass RWE in diesem Jahr und in den darauffolgenden zwei Jahren zwischen 10 und 15 Prozent jährlich beim Gewinn pro Aktie zulegen könnte. Möglich, dass das nach oben revidiert wird, wenn RWE seinen Ausblick für 2026 vorlegt. Aber noch ist der nicht da – und die großen Hoffnungen der Bullen bleiben solange eben genau das: Hoffnungen.
Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt momentan bei knapp über 50 Euro. Jahr um Jahr durfte man sich fragen, wieso die Anleger die Aktie nicht einmal ansatzweise in die Nähe dieses Kursziels zogen, das zudem vor einem halben Jahr noch deutlich niedriger, bei 42,50 Euro, gelegen hatte. Und jetzt ist es in einer Hauruck-Kaufwelle auf einmal erreicht, obwohl zahlreiche Experten ihre Ziele gerade erst zu Jahresbeginn nach oben korrigiert hatten.
Die Anleger beginnen, bei einer Aktie, bei der sie so viele Jahre lang eher zu skeptisch waren und die Chancen einfach nicht sehen wollten, vorauszulaufen. Das ist ungewöhnlich genug, um hier schon jetzt, bevor das Konsens-Kursziel der Analysten überboten ist, das Risiko einer durchaus größeren Korrektur zu sehen. Charttechnisch kritisch würde es zwar erst, wenn die Aktie die jetzt als Support dienende, ehemalige Widerstandszone aus den Jahren 2022/2023 bei 41,83 zu 43,97 Euro durchbricht. Aber wer hier mit einem Hebel agiert, sollte seine Stopps besser an kurzfristigeren Chartmarken orientieren, denn bis 41,83/43,97 Euro wäre es für gehebelte Long-Positionen schon ein unerfreulich weiter Weg.
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