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 RWE Aktie Prognose

RWE: Vom Mauerblümchen ins Rampenlicht … kann das gutgehen?

News: Aktuelle Analyse der RWE Aktie

16.03.2026 | 08:14 Uhr
In diesem Artikel
RWE
ISIN: DE0007037129
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Ticker: RWE --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur RWE Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Die Analysten konnten die Daumen heben, wie sie wollten, über Jahre hinweg ignorierten die Anleger Kaufempfehlungen sowie hohe Kursziele der Experten und ließen RWE links liegen. Jetzt scheint es plötzlich, als wollten alle die Aktie haben. Ist das nicht langsam zu viel des Guten?

RWE notiert jetzt auf dem höchsten Kursniveau seit 2016. Nach dem langen, weitreichenden Abstieg früherer Jahre, der die Aktie 2015 zeitweise unter zehn Euro drückte, und der jahrelangen Seitwärtsbewegung zu Beginn der Zwanzigerjahre ist das eine Entwicklung, mit der manche wohl nicht mehr gerechnet hatten. Wer hier schon länger dabei ist, kann also nur erfreut sein. Aber steht man mit dieser Freude auch auf festem Boden … oder ist diese derzeitige Hausse eine eher wacklige Angelegenheit?

Schaut man sich an, was die Analysten denken, könnte man zumindest eine Augenbraue heben. Denn 15 der 19 aktiven Einschätzungen haltenden Experten haben RWE zwar mit „Übergewichten“ oder „Kaufen“ eingestuft. Aber diese Einschätzungen sind ja nicht alle brandneu, was man daran erkennt, dass das durchschnittliche Kursziel momentan bei 55,87 Euro liegt … und somit aktuell bereits überboten ist.

Das wäre kein Problem, wenn der vergangene Woche mit der 2025er-Bilanz vorgelegte Ausblick auf das laufende Jahr einen deutlichen Anstieg beim Gewinn pro Aktie indiziert, der so nicht erwartet wurde und daher zur Erwartung berechtigt, dass viele Experten ihre Kursziele anheben. Ist das so?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur RWE Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Eher nicht. 2025 erzielte der Energieversorger einen Nettogewinn von 1,8 Milliarden Euro und einen Gewinn pro Aktie von 2,48 Euro. Für 2026 plant man mit einer Nettogewinn-Spanne zwischen 1,55 und 2,05 Milliarden. Die Mitte dieser Spanne liegt mit 1,8 Milliarden genau auf Höhe des Vorjahres-Ergebnisses. Und beim Gewinn pro Aktie läge die Mitte der Spanne bei 2,55 Euro, nur sieben Cent über dem 2025er-Gewinn. Was bedeuten würde: Bereits jetzt, im März, wird diese Gewinnerwartung mit einem Kurs/Gewinn-Verhältnis (KGV) von über 22 bezahlt. Zwar prognostiziert RWE dann für 2027 einen Gewinn pro Aktie von 3,05, da käme das KGV dann auf dem derzeitigen Kursniveau auf 18,7, aber:

RWE Aktie: Tages-Chart vom 13.03.2026, Kurs 57,02 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Tages-Chart vom 13.03.2026, Kurs 57,02 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Erstens muss dieses Ziel auch erst einmal erreicht werden. Zweitens wäre ein KGV von gut 22 für dieses und knapp 19 für nächstes Jahr höher, als das in der Branche üblich wäre. Da ist ein KGV von 15 in etwa die Standardgröße. Höheres Wachstumstempo würde zwar auch höhere KGVs ermöglichen. Aber nimmt man die 3,05 Euro, die RWE für 2027 sieht, als Basis, wäre das gegenüber 2025 im Schnitt ein Anstieg von knapp über zehn Prozent pro Jahr. Und das würde eine Bewertung, wie wir sie jetzt sehen, in die Region „eher teuer“ platzieren. Hinzu kommt: Wer jetzt einsteigen würde, müsste ja darauf setzen, dass diese Bewertung noch höher steigen kann, denn die Gewinnprognose bleibt als der eine Faktor der KGV-Berechnung ja erst einmal fix. Wenn der Kurs weiter anzieht, steigt das KGV also.

Und das ist fraglich genug, um das jetzt erreichte Kursniveau als eher dünnes Eis einzuordnen, was hieße: Solange der Trend weiter aufwärts weist, spräche zwar nichts dagegen, in diesem Zug sitzenzubleiben. Aber man sollte besser den doppelten Leitstrahl aus 30-Tage-Linie und September-Aufwärtstrendlinie im Auge behalten. Sollte dieser aktuell zwischen 50,80 und 52,10 Euro verlaufende Unterstützungsbereich brechen, könnte das durchaus zum Ausgangspunkt einer Korrektur werden, die, mit Blick auf das stattliche KGV, dann auch ihre Berechtigung hätte.

RWE Aktie: Monats-Chart vom 13.03.2026, Kurs 57,02 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Monats-Chart vom 13.03.2026, Kurs 57,02 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Quellenangaben: Ergebnis des Geschäftsjahres 2025, 12.03.2026:
https://www.rwe.com/presse/rwe-ag/2026-03-rwe-erzielt-starkes-geschaeftsergebnis-2025

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/RWE.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.03.2026 um 15:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Vorherige Analysen der RWE Aktie

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.01.2026 um 22:09 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

RWE hat jetzt nicht nur den massiven Deckel in Form der Hochs der Jahre 2022/2023 überwunden, sondern auch die bis 2009 zurückreichende Widerstandszone 46,17/48,94 Euro. Damit ist der höchste Kurs seit fast 15 Jahren erreicht. Aber auch das Kursziel der Analysten.

Richtig ist, dass der Energieversorger RWE im aktuellen Umfeld Rückenwind für die Gewinne verspürt. Der Konzern wächst – auch im Bereich der erneuerbaren Energien. Und die Stromversorgung braucht noch einiges mehr an Wachstum. Davon wird RWE wohl mittelfristig profitieren. Wie schnell, wie lange und wie stark, weiß man indes noch nicht. Der Chart zeigt nur: Die Erwartungen sind groß.

RWE Aktie: Chart vom 14.01.2026, Kurs 49,36 Euro, Kürzel: RWE | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 14.01.2026, Kurs 49,36 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Das hat der Aktie jetzt zum Anstieg über die Tiefs der Jahre 2008 und 2009 verholfen, wie der Chart auf Monatsbasis zeigt. Grundsätzlich wäre jetzt, auf rein charttechnischer Ebene, Spielraum bis an das Jahreshoch 2011 bei 55,70 Euro. Und vermutlich sehen die bullischen Trader auch diese Wendemarke als Etappe und nicht als Ziel. Denn wenn ein derart lange seitwärts mäandernder Kurs endlich durchstartet, zieht das die Trader in Scharen an. Und schnell kommen dann Realismus und Vorsicht unter die Räder. Gold und Silber bieten da derzeit gute Beispiele. Wo lägen jetzt die Risiken bei RWE?

Expertenmeinung: Vor allem darin, dass man eigentlich gar keine Ahnung hat, ob man in Relation zum realistisch zu erwartenden Gewinn pro Aktie für die kommenden Jahre nicht bereits überzogen hat. Momentan schätzen die Experten, dass RWE in diesem Jahr und in den darauffolgenden zwei Jahren zwischen 10 und 15 Prozent jährlich beim Gewinn pro Aktie zulegen könnte. Möglich, dass das nach oben revidiert wird, wenn RWE seinen Ausblick für 2026 vorlegt. Aber noch ist der nicht da – und die großen Hoffnungen der Bullen bleiben solange eben genau das: Hoffnungen.

Das durchschnittliche Kursziel der Analysten liegt momentan bei knapp über 50 Euro. Jahr um Jahr durfte man sich fragen, wieso die Anleger die Aktie nicht einmal ansatzweise in die Nähe dieses Kursziels zogen, das zudem vor einem halben Jahr noch deutlich niedriger, bei 42,50 Euro, gelegen hatte. Und jetzt ist es in einer Hauruck-Kaufwelle auf einmal erreicht, obwohl zahlreiche Experten ihre Ziele gerade erst zu Jahresbeginn nach oben korrigiert hatten.

Die Anleger beginnen, bei einer Aktie, bei der sie so viele Jahre lang eher zu skeptisch waren und die Chancen einfach nicht sehen wollten, vorauszulaufen. Das ist ungewöhnlich genug, um hier schon jetzt, bevor das Konsens-Kursziel der Analysten überboten ist, das Risiko einer durchaus größeren Korrektur zu sehen. Charttechnisch kritisch würde es zwar erst, wenn die Aktie die jetzt als Support dienende, ehemalige Widerstandszone aus den Jahren 2022/2023 bei 41,83 zu 43,97 Euro durchbricht. Aber wer hier mit einem Hebel agiert, sollte seine Stopps besser an kurzfristigeren Chartmarken orientieren, denn bis 41,83/43,97 Euro wäre es für gehebelte Long-Positionen schon ein unerfreulich weiter Weg.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 07.01.2026 um 19:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Das Börsenjahr 2026 ist erst vier Tage alt, da kann man noch nicht von einer Weichenstellung sprechen, wenn man sieht, dass RWE zu den Top-Gewinnern im DAX gehört. Aber dass nach dem starken Vorjahr nicht direkt Gewinne mitgenommen werden, ist schon bemerkenswert.

2022 und 2023 wurde ein jahrelanger Aufwärtstrend der RWE-Aktie in einer bis knapp 44 Euro reichenden Widerstandszone gestoppt. Ein ums andere Mal rannten die Käufer gegen diesen Bereich an. Und obwohl die Analysten durch die Bank bullisch waren und weiter zum Einstieg rieten, war nichts zu wollen: Die Aktie drehte 2024 nach unten ab. Anfang 2025 startete ein erneuter Anlauf … und diesmal war er erfolgreich. RWE zählte 2025 zu den Top-Gewinnern im DAX und startet bislang überzeugend ins neue Börsenjahr.

Die Argumente, die man dafür ins Feld führt, hätte man zwar auch vorher schon bringen können. Aber jetzt hören bzw. schauen offenbar mehr Anleger hin, nicht zuletzt, weil es durch diesen dynamischen Aufwärtstrend auch mehr Grund gibt, sich eine gerne mal als „langweilig“ abgetane Versorger-Aktie genauer anzusehen. Was steigt, erzeugt Aufmerksamkeit. Und Aufmerksamkeit generiert Käufe. Es ist also nicht so ganz verkehrt, wenn einige meinen, die Börse ist eigentlich vor allem „Kopfsache“. Die Frage ist aber:

Expertenmeinung: Kann das denn einfach so weitergehen? könnte der RWE-Kurs womöglich sogar die jetzt bereits erreichte Widerstandszone 46,18 zu 48,94 Euro überbieten und dadurch auf 15-Jahres-Hochs steigen?

RWE Aktie: Chart vom 07.01.2026, Kurs 47,97 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 07.01.2026, Kurs 47,97 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Die Aktie ist bereits stark gelaufen. Sogar in der hier abgebildeten Monatsbasis ist der RSI-Indikator überkauft, das kommt eher selten vor. Zugleich ist sie zwar mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 21 für die 2025er-Gewinnschätzung noch nicht überbewertet, viel würde dazu aber nicht fehlen. Und das durchschnittliche Kursziel der Analysten ist, obwohl es sich in den letzten zwei Quartalen von 42,50 auf jetzt gut 49 Euro ein gutes Stück nach oben verlagert hat, fast erreicht. Wäre es da nicht doch besser, zügig den Gewinn mitzunehmen?

Dass die Luft angesichts der vorstehenden Aspekte dünner wird, ist sicher richtig, aber das muss den Anstieg nicht zwingend stoppen. Vorausgesetzt, die Argumente, die diese Wiederbelebung Anfang 2025 ausgelöst hatten, ziehen weiter: Mehr Energiebedarf durch KI-Rechenzentren und der gezielte, umfassende Ausbau der Energieversorgung im Rahmen der Infrastrukturprojekte des Bundes. Und möglich wäre es durchaus, dass diese Faktoren weiter die Wahrnehmung der Anleger bestimmen. Immerhin geht es dabei durchweg um sich über Jahre hinziehende Aspekte, so dass die sich nicht schnell „verbrauchen“ müssten.

„Möglich“ ist indes nicht „sicher“. Gerade die Jahre des Wassertretens 2022/2023 und dieser so drastische Wandel der Sichtweise auf die Aktie seit 2025 machen klar, dass diese „Kopfsache“ ein wankelmütiger Begleiter eines Trends ist. Dranzubleiben wäre daher sicherlich zu überlegen, aber dann sollte man sich für den Fall eines Falles knapp unter der jetzt als Support dienenden Zone 41,83/43,96 Euro konsequent mit einem Stoppkurs absichern.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

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Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.11.2025 um 23:11 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Manch einer mag sich gestern die Augen gerieben haben. Aber danach stand weiter da, was man fast nicht glauben mag: RWE hat nicht nur 9,13 Prozent zugelegt und wurde dadurch stärkste DAX-Aktie. Sie hat auch eine Widerstandszone überboten, die unbezwingbar schien.

Sie sehen es im Chart auf Wochenbasis: In den Jahren 2022 und 2023 rannte die RWE-Aktie immer wieder gegen die Zone 42 zu 44 Euro an. Immer wieder drehte sie ab, so oft, dass die Anleger es 2024 gar nicht erst versuchten, den Kurs nach oben zu bringen. Zugleich bot sich seitens der Analysten eine geschlossene Phalanx gehobener Daumen. Durchweg „Kaufen“-Einstufungen und durchschnittliche Kursziele, die immer an oder über dieser so brettharten Widerstandszone zwischen 42,33 und 43,97 Euro lagen. Es half alles nichts. Auch nicht, dass die Aktie eher günstig bewertet war und eine grundsolide Dividendenrendite zu bieten hatte.

Und jetzt, auf einmal, geht der Kurs durch diese Widerstandszone durch wie Butter und lässt sie, quasi im Handstreich, deutlich unter sich. Hat man beim Energieversorger auf einmal Gold im Keller gefunden?

Expertenmeinung: Nein, aber die Ergebnisse waren besser als von den Analysten im Vorfeld durchschnittlich erwartet. Und die Investitionen des Energieversorgers deuten auf neue Gewinndynamik hin.

Der Umsatz kam von 15,95 Milliarden in den ersten neun Monaten 2024 auf 13,26 Milliarden Euro zurück. Das um Sonderfaktoren bereinigte Ergebnis von Zinsen, Steuern und Abschreibungen sank von 3,976 auf 3,476 Milliarden. Das klingt nicht gut, der Rückgang war aber erwartet worden. Nur war er eben deutlich größer erwartet worden, im Schnitt hatte die Prognose der Analysten hier bei nur 3,14 Milliarden Euro gelegen. Dito der Gewinn nach Steuern: Der sank von 1,64 Milliarden im Vorjahreszeitraum auf 1,29 Milliarden, lag damit aber sehr weit über den 0,98 Milliarden des Analysten-Konsens.

Und man investiert in die Zukunft. In den ersten drei Quartalen hat RWE 4,6 Milliarden Euro investiert und unterstrich im Zuge der Bilanzvorlage die bedeutenden Chancen, die der steigende Energiebedarf durch den Ausbau der KI für den bei RWE erheblich im Ausbau befindlichen Bereich der erneuerbaren Energien bedeutet.

RWE Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 46,86 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 12.11.2025, Kurs 46,86 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

Die Anleger waren begeistert und griffen zu. Das führte zum Ausbruch über diese so viele Jahre unbezwingbar wirkende Widerstandszone 42,33 zu 43,97 Euro und damit grundsätzlich zu einem auch langfristig relevanten Kaufsignal, aber:

Während die Bullen begeistert waren, waren die Bären natürlich nicht nur entsetzt, sondern auch gezwungen, leer verkaufte Aktien umgehend einzudecken. Der Anstieg über diese Widerstandszone dürfte sich alleine dadurch erheblich intensiviert haben. Und jetzt, auf diesem deutlich höheren Kursniveau, ist die im Frühjahr noch hoch lukrativ günstige Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis mit aktuell knapp 22 auf Basis der 2025er-Gewinnschätzung der Analysten eben nicht mehr günstig. Und das durchschnittliche Kursziel der Experten bei derzeit 46,30 Euro, lange Zeit ein unerreichbar hoher Level, ist überboten. Darauf zu setzen, dass das einstige Aschenputtel erst jetzt richtig durchstartet, wäre daher verwegen, nicht zuletzt mit Blick auf die durch diesen Kurssprung sogar auf Wochenbasis überkaufte Markttechnik, siehe der im Chart unten mit eingeblendete RSI.

Position halten, Stop Loss knapp unter die jetzt als Support dienende Zone 42,33/43,97 Euro nachziehen, das ließe sich vertreten. Jetzt erst über den Einstieg nachzudenken eher nicht.

Quellenangaben: Neun-Monats-Zahlen 2025, 12.11.2025:
https://www.rwe.com/investor-relations/finanzkalender-und-veroeffentlichungen/news-und-ad-hoc-mitteilungen/news/news-2025-11-12/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
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Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die RWE-Aktie hatte 2024 ein ausnehmend schlechtes Jahr und war bis Februar 2025 eines der Aschenputtel des DAX. Doch dann ging die Party los. Derzeit liegt die 2025er-Performance der Aktie etwa doppelt so hoch wie die des DAX. Und nähert sich einer markanten Chartzone.

Es geht um den Kursbereich, in dem die Aktie des Energieversorgers 2022 und 2023 ein ums andere Mal nach unten abdrehte, obwohl die Analysten damals durch die Bank den Daumen hoben, zum Kauf rieten und weit höhere Kursziele ausgelobt hatten. Wir reden von der Region zwischen 42,33 und 43,97 Euro. Könnte sie womöglich diesmal nicht nur angelaufen, sondern überwunden werden … oder endet die Hausse der RWE-Aktie erneut in diesem Bereich?

RWE Aktie: Chart vom 13.10.2025, Kurs 41,00 Euro, Kürzel: RWE | Online Broker LYNX
RWE Aktie: Chart vom 13.10.2025, Kurs 41,00 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Analysten sind für RWE schon seit Jahren fast durch die Bank bullisch, aber die Anleger mochten ihren Kurszielen und Einstufungen einfach nicht folgen. RWE war lange eines der Aschenputtel im DAX. Aber jetzt ist in der Aktie wieder Schwung drin. Was könnte da möglich sein?

Der Energieversorger RWE ist auf einem nicht gerade rasanten, aber soliden Wachstumskurs. Die Bewertung ist mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von gut 17 für die 2025er-Gewinnschätzung moderat, die Erwartung für das Gewinnwachstum pro Aktie liegt für die kommenden Jahre bei zehn bis fünfzehn Prozent pro Jahr. Die Dividendenrendite liegt über drei Prozent und damit über dem DAX-Durchschnitt und die Analysten sind nahezu durch die Bank bullisch. Von den 17 Analysten, die in den vergangenen Monaten ein Kursziel angepasst oder bestätigt haben, stufen 16 RWE als kaufenswert ein.

Und das durchschnittliche Kursziel? Das liegt mit derzeit 43,25 Euro weit über dem aktuellen Niveau. Wobei die Aktie erst in der vergangenen Woche am niedrigsten aller Kursziele (36,40 Euro) vorbeigezogen ist. Da fragt man sich: Worauf wartet man noch, um einzusteigen?

RWE Aktie: Chart vom 26.09.2025, Kurs 37,91 Euro, Kürzel: RWE | Quelle: TWS | Online Broker LYNX

Zumal die Aktie jetzt mit dem Freitags-Schlusskurs ein neues Jahreshoch markiert und den höchsten Level seit Anfang 2024 erreicht hat. Und damit grundsätzlich, aus rein charttechnischer Sicht, freie Bahn bis an die Widerstandszone zwischen 42,33 und 43,97 Euro hätte, an welcher der Kurs in den Jahren 2022 und 2023 ein ums andere Mal nach unten abgewiesen wurde. Und deren Erreichen vom durchschnittlichen Kursziel der Experten, wie gesagt bei 43,25 Euro, ja abgedeckt würde. Aber genau da kommt man zum Punkt:

Expertenmeinung: Die Analysten sind nicht erst seit vorgestern bullisch. Dass das Konsens-Kursziel weit über dem aktuellen Kursniveau liegt, ist nicht neu: Das war auch schon so, als die Bullen 2022/2023 an diesem damaligen und natürlich auch jetzt noch als Widerstand relevanten „Deckel“ zwischen 42,33 und 43,97 Euro verzweifelten.

Die Anleger wollten die Aktie einfach nicht richtig annehmen, trauen dem Braten nicht. Und das ist bislang nicht wirklich anders geworden. Der Wochenchart zeigt, dass der mittelfristige, im Februar etablierte Aufwärtstrend Anfang September zeitweise gebrochen wurde, so dass eine flachere Linie ihn ersetzen musste. Der Ausbruch über die Widerstandslinien bei 36,35 und 37,36 Euro wurde im ersten Anlauf im Juli zur Bullenfalle. Diesmal hat die Aktie zwar eine tadellose Woche auch am oberen Ende der Handelsspanne beendet, so dass diese Wochenkerze nicht wie ein Symbol des Scheiterns daherkommt wie die Bullenfalle des Sommers. Aber wirklich sicher ist und bleibt hier nichts, dazu kommen die Trends bei RWE seit Langem einfach zu unstet daher.

Grundsätzlich haben wir hier ein bullisches Signal, das Spielraum in die Region 42,33 zu 43,97 Euro generiert hat. Aber wer diesem Trend folgt, sollte sich auf Schwankungen einstellen und auf der Hut bleiben. Denn ja, die Sicht der Anleger in ihrer Gesamtheit könnte sich zum Positiven wandeln. Aber ob das passiert ist bzw. passieren wird, weiß man immer erst im Nachhinein, daher: Bullisch ja, aber mit der nötigen Vorsicht.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.