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Mit einem Crash von 18,65 Prozent reagierte die Rheinmetall-Aktie auf die Entscheidung des Bundesverteidigungsministeriums, acht sogenannte MEKO-Schiffe bei TKMS bauen zu lassen. Was steckt dahinter? Und ist die Reaktion womöglich überzogen?
Es ging gestern durch alle Medien: Aufgrund von gegenüber der Planung weit höheren Kosten und von Verzögerungen beim niederländischen Auftragnehmer DSNS hat das Verteidigungsministerium entschieden, das Projekt der F126-Fregatten abzubrechen und stattdessen acht Mehrzweck-Kampfschiffe bei thyssenkrupp Marine Systems (TKMS) bauen zu lassen. Dass die TKMS-Aktie davon profitierte, war klar, wenngleich dieses Projekt nicht neu war, sondern auf diese Weise nur ausgebaut wurde. Aber was hat Rheinmetall damit zu tun?
Unmittelbar gar nichts, mittelbar schon. Denn dass es mit den F126-Fregatten, die der Bund bei DSNS bauen lassen wollte, nicht rund lief, war seit Monaten bekannt. Rheinmetall hatte sich dahingehend angeboten, in die Bresche zu springen, zumal man Anfang April die Übernahme einer Marinewerft (NVL) bekanntgegeben hatte. Das Bundesverteidigungsministerium hatte die Variante, bei der NVL bzw. Rheinmetall die Funktion des Generalunternehmers von NSDS übernommen hätte, zwar geprüft, sich mit dieser Entscheidung für TKMS aber dagegen entschieden. Und das war es, was Rheinmetall gestern auf die Bretter schickte. Die Frage ist aber, ob dieser Rückschlag in Form eines ja noch gar nicht real vorhandenen Auftrags einen derartigen Kurseinbruch rechtfertigt.
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Expertenmeinung: Das ist tatsächlich schwer zu sagen, weil man nicht wissen kann, wie viele Analysten und Anleger diese im Fall der Übernahme des F126-Fregattenprojekts auflaufenden Umsätze und Gewinne für die kommenden Jahre bereits in ihre Prognosen und Einschätzungen eingebaut hatten. Was auch für Rheinmetalls eigenen Ausblick gilt. Aber es war vermutlich auch weniger der zählbare, sondern mehr der psychologische Aspekt, der hier dramatisch negativ wirkte, denn:
Seit die aktuelle Bundesregierung Anfang 2025 einen massiven Ausbau der Verteidigungsausgaben angekündigt hatte und es zugleich immer deutlicher wurde, dass Europa eilig dafür sorgen muss, im Notfall auch ohne die USA auszukommen, hatte man für Rüstungsunternehmen eine Auftragsflut erwartet und entsprechend in den Kursen eingepreist. Was zu sehr hohen Bewertungen führte, die z.B. bei Rheinmetall Anfang des Jahres bis über 50 beim Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) reichten. Jetzt läge dieses KGV nach dem massiven Abwärtsimpuls nur noch bei 25. Woraus man ableiten könnte, dass die gestrige Reaktion endgültig die Luft aus der spekulativen Blase herausgelassen hat. Was wohl auch zutrifft, nur:
„Billig“ ist Rheinmetall dadurch ja noch nicht, sondern würde jetzt eher im Bereich einer fairen Bewertung rangieren. Ein deutlicher Schub nach oben würde also bedeuten, dass die Bewertung schon wieder eher teuer wäre. Und es hieße, davon auszugehen, dass die Anleger diesen Aspekt trotz dieser herben Ernüchterung des Mittwochs ignorieren würden. Zwar würde die charttechnische Gemengelage jetzt eine Chance suggerieren, aber:
Der Rücksetzer auf dieses markante, im April 2025 bei 933 Euro ausgebildete „Zoll-Schock-Tief“ und der Umstand, dass diese Linie mit einem gestrigen Tagestief von 930 Euro und einem Schlusskurs bei 949 Euro erst einmal gehalten wurde, ist alles, nur kein Kaufsignal. Es wäre eine Chance, hier erst einmal den Abstieg zu stoppen, mehr nicht. Und ob die wahrgenommen wird, ist, Stand jetzt, eben noch völlig offen, wobei der Umstand, dass sich die Aktie gestern kaum von ihrem Tagestief lösen konnte, nicht gerade ein psychologischer Anschub für die Bullen ist.
Die Rheinmetall-Aktie läuft in einem völlig intakten Abwärtstrend. Die zu Jahresbeginn etablierte Trendlinie wurde bereits mehrfach bestätigt; da der Kurs im Vorfeld des Crashs nahe dran war, geschah das gestern erneut. Hier zu glauben, die Hand aufhalten zu können, hieße, gegen einen sehr klaren Trend zu agieren – und das ist grundsätzlich nicht zu empfehlen, auch wenn es in Einzelfällen auch mal gut gehen kann. Aber unter dem Strich bleibt: Bevor die Aktie diese derzeit um 1.210 Euro laufende Abwärtstrendlinie nicht bezwungen hat, bleibt sie bärisch.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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