Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der Kursverlauf der vergangenen Monate spiegelt die derzeit fragile geopolitische Gesamtlage nahezu perfekt wider. Zwischen Bullen und Bären tobt ein intensiver Kampf um die kurzfristige Richtung, und bislang konnte sich die Rheinmetall-Aktie noch nicht klar festlegen.
Das Papier bewegt sich seit einiger Zeit innerhalb eines symmetrischen Dreiecks, und Anleger warten auf das nächste richtungsweisende Signal. Diese Formation deutet häufig auf eine bevorstehende stärkere Bewegung hin, sobald eine der beiden Begrenzungslinien nachhaltig überwunden wird. Auffällig war zuletzt vor allem ein erhöhtes Distributionsvolumen. Hier dürften sich einige größere Marktteilnehmer teilweise von Positionen getrennt haben. Das Gesamtbild bleibt neutral, wobei die Bären derzeit einen leichten Vorteil auf ihrer Seite haben.
Expertenmeinung:Konsolidierungsformationen wie ein symmetrisches Dreieck enden häufig mit einer dynamischen Bewegung, sobald sich eine Marktseite durchsetzt. Entscheidend dürfte sein, welche Seite den ersten klaren Impuls liefert.
Ein Ausbruch nach oben könnte schnell neues Momentum erzeugen und zusätzliche Käufer anziehen. Setzen sich hingegen die Verkäufer durch, könnte eine stärkere Korrekturbewegung folgen. In den kommenden Handelstagen dürfte sich daher entscheiden, ob sich aus der aktuellen Ruhephase eine neue Trendbewegung entwickelt.
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.03.2026 um 8:04 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Vorherige Analysen der Rheinmetall Aktie
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.03.2026 um 18:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Zu Beginn des Handels am Montag lag die Rheinmetall-Aktie zwar kräftig im Plus, aber dieser initiale Anstieg traf auf massive Abgaben. Dabei könnte man denken, dass eine militärische Eskalation wie im Iran Rüstungstitel deutlich befeuern müsste. Warum kam es nicht so?
Dass es eine unmittelbare Korrelation zwischen einer negativen geopolitischen Entwicklung und Rüstungsaktien gibt, ist zwar mittelfristig durchaus richtig. Aber es kommt sehr darauf an, wie sich diese Eskalation darstellt. Im Fall dieses Angriffs auf den Iran, dessen Gegenschläge und den Kurssprung beim Ölpreis kam zwar der konkrete Zeitpunkt überraschend. Dass die Sache aber genauso ausgehen würde, war weithin erwartet bzw. befürchtet worden.
Daher hatten die Ereignisse des Wochenendes keine vergleichbare Folge wie z. B. der Angriff Russlands auf die Ukraine Ende Januar 2022. Mit dem hatte man nicht allgemein gerechnet. Dementsprechend machte die Rheinmetall-Aktie damals einen gewaltigen Satz nach oben und baute diesen Kursanstieg in den darauffolgenden Wochen weiter aus. Heute sieht die Lage anders aus.
Wobei nicht nur das Überraschungselement fehlt, sondern auch die unmittelbare Verbindung dieser Entwicklung mit dem Wachstumspotenzial des Konzerns, denn:
Expertenmeinung: Auf Basis bisheriger Fakten seitens des Unternehmens rechnet man dort trotz deutlich gestiegenen Auftragseingangs mit einem hinter diesen Wachstumsraten zurückbleibenden Umsatzzuwachs. Erstens, weil sich diese Aufträge über Jahre ziehen, zweitens, weil man die Produktionskapazität nicht einfach in Windeseile und nach Belieben hochfahren kann, auch das braucht seine Zeit. Daher wäre es nicht realistisch, zu erwarten, dass diese Intensivierung der geopolitischen Spannungen eine unmittelbare Veränderung bei Umsatz, Marge und Gewinn für das laufende Jahr auslösen würde. Mehr dazu wird von Rheinmetall vermutlich im Rahmen eines Ausblicks auf 2026 kommen, den man zusammen mit der 2025er-Bilanz am 11. März erwarten darf.
So gesehen sah man am Markt keinen unmittelbaren Grund, hier jetzt massiver zuzugreifen. Der Blick auf den Chart zeigt dabei, dass bereits im Juni 2025, als die ersten Attacken Israels und der USA auf den Iran liefen, keine größere, positive Reaktion der Rheinmetall-Aktie zu erkennen war. Die „reflexartigen“ Käufe zum Handelsstart wurden daher abverkauft, der Kurs geriet in den Strudel des allgemeinen Abverkaufs im DAX … und ein bullisches Signal im Chartbild, das zu Handelsbeginn noch greifbar wirkte, blieb aus.
Würde es gelingen, die bereits in der vergangenen Woche angegangene, aber nicht überbotene 200-Tage-Linie auf Schlusskursbasis klar zu überwinden, würde das den Weg nach oben wieder freigeben. Aber an eben dieser momentan bei 1.740 Euro verlaufenden Linie drehte die Aktie am Montag erst einmal nach unten ab. Ein aktiv bärisches Signal wäre zwar erst gegeben, wenn die Aktie die massive Supportzone bei 1.481 zu 1.500 Euro durchschlagen würde. Aber solange die Bullen diese 200-Tage-Linie nicht als Barriere aus dem Weg räumen können, ist die Chance eines Befreiungsschlags wacklig genug, um diesem besser nicht vorzugreifen.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 12.02.2026 um 7:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die Rheinmetall-Aktie startete zum Jahreswechsel mit deutlicher Dynamik. Zuvor bewegte sich das Papier mittelfristig in einer bärischen Trendstruktur, geprägt von tieferen Hochs und tieferen Tiefs.
Der plötzliche Schub weckte Hoffnungen auf eine nachhaltige Trendwende. Mit der neuen Aufwärtsdynamik näherten sich die Kurse sogar wieder der psychologisch wichtigen Marke von 2.000 EUR. Doch genau dort fehlte den Bullen die entscheidende Durchschlagskraft. Das bisherige Allzeithoch blieb außer Reichweite, stattdessen setzten zunehmend Gewinnmitnahmen ein. Diese entwickelten sich mittlerweile zu einer deutlichen Korrektur, welche die gesamten Gewinne seit Jahresbeginn wieder auslöschte. Besonders schwer wiegt aus technischer Sicht, dass das beim Ausbruch entstandene Gap inzwischen vollständig geschlossen und damit relativiert wurde. Solche Bewegungen gelten häufig als Schwächesignal, da sie auf fehlende Anschlusskäufe hindeuten.
Expertenmeinung: Charttechnisch hat sich das Bild deutlich eingetrübt. Die Rückkehr unter wichtige Ausbruchsniveaus spricht dafür, dass der Markt den jüngsten Anstieg vorerst als mögliches Fehlsignal einstuft. Entscheidend wird nun sein, ob sich im Bereich der Unterstützungen von November/Dezember knapp über 1.400 EUR eine Stabilisierung zeigt. Ohne erkennbare Bodenbildung könnte das Risiko weiterer Abgaben erhöht bleiben. Die Aktie wirkt angeschlagen, und ich senke meine Einschätzung auf „bärisch“.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.02.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Rheinmetall wird das 2025er-Ergebnis nebst Ausblick erst am 11. März vorlegen. Aber am Mittwochabend hielt der Konzern einen sogenannten „Pre-Close-Analystencall“ ab. Dadurch wussten einige mehr als andere – und die Aktie sackte durch. Wird es eng für die Bullen?
Ein solcher „Pre-Close-Analystencall“ ist eine für Großinvestoren und/oder Analysten abgehaltene Telefonkonferenz, in der ein Unternehmen im Vorfeld offizieller Zahlen einem ausgewählten Kreis vorläufige Ergebnisse und Perspektiven mitteilt. Was in den letzten Jahren bei einigen Unternehmen „Mode“ wurde, aber natürlich der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, nicht gefallen kann. Aber ob das nun in nächster Zeit unterbunden wird oder nicht: Bei Rheinmetall gab es solche Vorab-Informationen am Mittwochabend. Und natürlich blieben diese Informationen nicht lange „geheim“, denn einige Analysten reagierten auf diese Aussagen umgehend und ließen auch durchblicken, wo es aus ihrer Sicht klemmt. Das zog auch bei den Händlern und automatisch danach bei den Anlegern Kreise … und sorgte für nachgebende Notierungen bei der Aktie.
Was da in diesem „Pre-Close-Call“ unangenehm aufstieß, war die Aussage, dass man bei Rheinmetall für 2026 mit einem Umsatz zwischen 13,2 und 14,1 Milliarden Euro rechne. Die bisherige, durchschnittliche Prognose der Analysten für den 2026er-Umsatz liegt aber mit 15,8 Milliarden deutlich höher. Zeigt das, dass die großen Erwartungen an ein rasantes Umsatzwachstum des Unternehmens, die entscheidend für die Hausse der Aktie waren, jetzt der Grundlage entbehren?
Expertenmeinung: Laut Analysten, die hier dabei waren, betonte Rheinmetall, dass man diese Zahlen eher als eine erste Indikation und nicht als eine in Stein gemeißelte Prognose ansehen solle. Was hieße: Es könnte auch besser laufen … muss es aber nicht. Aber auch, wenn die da in den Raum gestellten 2026er-Umsätze nicht überzeugen konnten: Der genannte, erwartete Auftragseingang könnte es durchaus, wenn es so käme wie da avisiert. Denn da wurden 80 Milliarden als mögliche Größe genannt, 67 Milliarden davon durch Aufträge der Bundesregierung bzw. der Bundeswehr. Das hieße ein auf Jahre hinaus prall gefülltes Auftragsbuch und eine Grundlage, um mit planbaren Eckdaten die Produktion auszubauen.
Ein echtes Drama war dieser „Pre-Close-Call“ also eher nicht. Richtig ist zwar, dass mehrere Analysten am Donnerstag als Reaktion auf diese Vorab-Informationen ihre Kursziele senkten, so dass dadurch auch die Anleger auf diese Informationen aufmerksam wurden. Aber diese Kursziel-Senkungen lagen in einer Größenordnung zwischen 100 und 200 Euro. Und die neuen Kursziele lagen mit 2.000 bis 2.130 Euro trotzdem weit über dem derzeitigen Kurs.
Alleine deswegen daraus zu schließen, dass hier viel Rauch um nichts produziert wurde, wäre indes womöglich unklug. Denn in einem nervös wirkenden Gesamtmarkt kann es durchaus schon reichen, wenn große Erwartungen ein klein wenig zurechtgestutzt werden, um einen Aktienkurs auch über den Tag der ersten Reaktion hinaus unter Druck zu setzen. Zumal das Chartbild der Aktie jetzt wieder kritisch daherkommt:
Wir sehen, dass die Rheinmetall-Aktie bereits zum Handelsende des Mittwochs unter die 200-Tage-Linie gerutscht war und sich mit dem erneuten Abschlag des Donnerstags der Supportzone zwischen 1.410 und 1.500 Euro annähert, deren Bruch ein breit angelegtes Topp vollenden würde, was man Ende 2025 gerade noch hatte ausbügeln können. Und die Bewertung ist, gerade im Licht des unerwartet niedrig angesetzten Umsatzausblicks, hoch genug, dass auch auf dem jetzt bereits gedrückten Niveau genug „Risiko“ im Kurs enthalten ist, um weitere Abgaben argumentativ zu unterfüttern. Daher: Ob dieser Sturm wirklich in seinem Wasserglas bleibt, ist offen genug, um dieses Minus nicht direkt als Einstiegschance anzusehen.
Quellen: Bericht der „Börsenzeitung“ zur Telefonkonferenz mit Analysten am 04.02.2026: https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/rheinmetall-kurssturz-nach-analystencall-alarmiert-bafin
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 22.01.2026 um 20:48 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Die erste Handelswoche des Jahres brachte beeindruckende Kursgewinne für die Rheinmetall-Aktie, dann aber fuhr sich der Kurs fest. Der gestrige Rücksetzer könnte jetzt sogar eine Korrektur einleiten … aber noch hätten die Bullen eine Chance, das abzuwenden.
Das gestrige Minus konnte nicht überraschen. Der US-Präsident kassierte nicht nur die am Wochenende angedrohten Zusatz-Zölle für diejenigen Länder in Europa, die ihm Dänemark in Sachen Grönland zu sehr unterstützt hatten. Er erklärte auch, dass er nicht vorhabe, seine Ambitionen in Bezug auf Grönland mit militärischen Mitteln durchzusetzen. Und dann folgte am Donnerstag auch noch die Mitteilung, dass man sich in Sachen Sicherheitsgarantien mit der Ukraine einig geworden sei. Kurz:
Es entstand der Eindruck, dass die geopolitischen Risiken gesunken seien. Und das führte zu der üblichen Reaktion bei Aktien aus dem Verteidigungssektor: Die Kurse gaben nach. Seit fast einem Jahr folgen Aktien wie Rheinmetall der Entwicklung der Nachrichtenlage recht engmaschig, obgleich man eigentlich festhalten müsste:
Es geht, was die geopolitischen Spannungen angeht, um die übergeordnete Tendenz, nicht um einzelne Schlagzeilen. Denn wollte man Letzteren folgen, würde dabei ein hektisches Auf und Ab herauskommen. Das wir, wie der Chart zeigt, allerdings auch im Kursbild sehen, eben weil offensichtlich viele Akteure tatsächlich dem Nachrichtenticker folgen. Dafür aber ist das Minus des Donnerstags als Reaktion auf Trumps Absage an militärische Aktionen in Sachen Grönland und die Einigung mit der Ukraine jedoch auffallend klein … vor einigen Monaten wäre dabei vermutlich ein deutlich größerer Abschlag herausgekommen als die -3,4 Prozent, die wir für den gestrigen Handelstag verbuchen.
Expertenmeinung: Eine Schwalbe macht zwar bekanntlich noch keinen Sommer. Aber der Eindruck entsteht, dass genug Marktteilnehmer dieses „Rein und Raus“ bei den Verteidigungstiteln hinreichend leid sind, um die Sache ruhiger und trendkonformer anzugehen … bezogen auf die Charttechnik und auf das, was seitens des Unternehmens tatsächlich an Umsatz und Gewinn gemeldet und/oder erwartet wird. Das würde für Rheinmetall nicht nur ruhigeres Fahrwasser bedeuten, sondern auch die Chance, dass die Aktie doch noch an und über das bisherige Rekordhoch, erreicht am 3. Oktober bei 2.008 Euro, laufen könnte.
Wir sehen im Chart, dass der Kurs zwar in der das Rekordhoch einschließenden Widerstandszone 1.889 zu 2.008 Euro hängengeblieben war und jetzt aus ihr herausgerutscht ist. Aber zum einen hat der gestrige Handelstag einen „Doji“ erzeugt: Der Schlusskurs lag nicht nennenswert unter dem Eröffnungskurs. Nach der Abwärts-Kurslücke kam also kaum Verkaufsdruck hinterher. Zweitens gelang es, die 20-Tage-Linie auf Schlusskursbasis zu verteidigen und so die wichtige, im Chart dick schwarz markierte 200-Tage-Linie (derzeit um 1.716 Euro) auf Distanz zu halten.
Das ist für einen Tag, an dem man sich nicht gewundert hätte, dass Rüstungs-Aktien wie Fallobst daherkommen, moderat … und bietet der bullischen Seite die Basis, ihre Chancen auf der Oberseite aufrechtzuerhalten. Dazu sollte der Kurs aber zügig zurück in die Widerstandszone 1.889/2.008 Euro gelangen. Klappt das nicht und würde im Gegenteil die 200-Tage-Linie klar unterboten, wäre diese jetzt noch realistische Chance für einen erneuten Aufwärtsimpuls indes vom Tisch.
Über den Autor
Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.
Analysemethode
Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.
Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Neutral
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 08.01.2026 um 7:54 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Die zuletzt gestiegenen geopolitischen Spannungen rund um Venezuela könnten der Käuferseite beim deutschen Rüstungskonzern zusätzlichen Rückenwind gegeben haben. Bis zum Jahreswechsel befand sich die Rheinmetall-Aktie noch in einem klar definierten Abwärtstrend, geprägt von tieferen Hochs und tieferen Tiefs. Seit November notierten die Kurse zudem unter der fallenden 50-Tage-Linie – ein überwiegend bärisches Umfeld.
Doch seit Wochenbeginn hat sich das Bild merklich aufgehellt. Die Aktie legte deutlich zu, begleitet von neuem Momentum und wachsendem Kaufinteresse. Damit wurde die zuvor dominante bärische Trendphase vorerst unterbrochen, auch wenn der übergeordnete Trend noch nicht eindeutig gedreht hat.
Expertenmeinung: Der dynamische Anstieg spricht für eine Trendunterbrechung und den Übergang in ein neutraleres Marktumfeld. Entscheidend wird nun sein, ob sich Rheinmetall oberhalb der zurückeroberten Marken etablieren kann. Ein nachhaltiges Verbleiben der Kurse über der 50-Tage-Linie wäre ein wichtiges Signal, um die Stabilisierung zu untermauern.
Ohne Anschlusskäufe bleibt jedoch das Risiko bestehen, dass es sich lediglich um eine kräftige Gegenbewegung innerhalb eines größeren Korrekturzyklus handelt. Vorerst passe ich meine Aussicht von bärisch auf neutral an.
Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.
Analysemethode
Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.