Rheinmetall wird das 2025er-Ergebnis nebst Ausblick erst am 11. März vorlegen. Aber am Mittwochabend hielt der Konzern einen sogenannten „Pre-Close-Analystencall“ ab. Dadurch wussten einige mehr als andere – und die Aktie sackte durch. Wird es eng für die Bullen?
Ein solcher „Pre-Close-Analystencall“ ist eine für Großinvestoren und/oder Analysten abgehaltene Telefonkonferenz, in der ein Unternehmen im Vorfeld offizieller Zahlen einem ausgewählten Kreis vorläufige Ergebnisse und Perspektiven mitteilt. Was in den letzten Jahren bei einigen Unternehmen „Mode“ wurde, aber natürlich der BaFin, der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht, nicht gefallen kann. Aber ob das nun in nächster Zeit unterbunden wird oder nicht: Bei Rheinmetall gab es solche Vorab-Informationen am Mittwochabend. Und natürlich blieben diese Informationen nicht lange „geheim“, denn einige Analysten reagierten auf diese Aussagen umgehend und ließen auch durchblicken, wo es aus ihrer Sicht klemmt. Das zog auch bei den Händlern und automatisch danach bei den Anlegern Kreise … und sorgte für nachgebende Notierungen bei der Aktie.
Was da in diesem „Pre-Close-Call“ unangenehm aufstieß, war die Aussage, dass man bei Rheinmetall für 2026 mit einem Umsatz zwischen 13,2 und 14,1 Milliarden Euro rechne. Die bisherige, durchschnittliche Prognose der Analysten für den 2026er-Umsatz liegt aber mit 15,8 Milliarden deutlich höher. Zeigt das, dass die großen Erwartungen an ein rasantes Umsatzwachstum des Unternehmens, die entscheidend für die Hausse der Aktie waren, jetzt der Grundlage entbehren?
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Expertenmeinung: Laut Analysten, die hier dabei waren, betonte Rheinmetall, dass man diese Zahlen eher als eine erste Indikation und nicht als eine in Stein gemeißelte Prognose ansehen solle. Was hieße: Es könnte auch besser laufen … muss es aber nicht. Aber auch, wenn die da in den Raum gestellten 2026er-Umsätze nicht überzeugen konnten: Der genannte, erwartete Auftragseingang könnte es durchaus, wenn es so käme wie da avisiert. Denn da wurden 80 Milliarden als mögliche Größe genannt, 67 Milliarden davon durch Aufträge der Bundesregierung bzw. der Bundeswehr. Das hieße ein auf Jahre hinaus prall gefülltes Auftragsbuch und eine Grundlage, um mit planbaren Eckdaten die Produktion auszubauen.
Ein echtes Drama war dieser „Pre-Close-Call“ also eher nicht. Richtig ist zwar, dass mehrere Analysten am Donnerstag als Reaktion auf diese Vorab-Informationen ihre Kursziele senkten, so dass dadurch auch die Anleger auf diese Informationen aufmerksam wurden. Aber diese Kursziel-Senkungen lagen in einer Größenordnung zwischen 100 und 200 Euro. Und die neuen Kursziele lagen mit 2.000 bis 2.130 Euro trotzdem weit über dem derzeitigen Kurs.
Alleine deswegen daraus zu schließen, dass hier viel Rauch um nichts produziert wurde, wäre indes womöglich unklug. Denn in einem nervös wirkenden Gesamtmarkt kann es durchaus schon reichen, wenn große Erwartungen ein klein wenig zurechtgestutzt werden, um einen Aktienkurs auch über den Tag der ersten Reaktion hinaus unter Druck zu setzen. Zumal das Chartbild der Aktie jetzt wieder kritisch daherkommt:

Wir sehen, dass die Rheinmetall-Aktie bereits zum Handelsende des Mittwochs unter die 200-Tage-Linie gerutscht war und sich mit dem erneuten Abschlag des Donnerstags der Supportzone zwischen 1.410 und 1.500 Euro annähert, deren Bruch ein breit angelegtes Topp vollenden würde, was man Ende 2025 gerade noch hatte ausbügeln können. Und die Bewertung ist, gerade im Licht des unerwartet niedrig angesetzten Umsatzausblicks, hoch genug, dass auch auf dem jetzt bereits gedrückten Niveau genug „Risiko“ im Kurs enthalten ist, um weitere Abgaben argumentativ zu unterfüttern. Daher: Ob dieser Sturm wirklich in seinem Wasserglas bleibt, ist offen genug, um dieses Minus nicht direkt als Einstiegschance anzusehen.
Quellen:
Bericht der „Börsenzeitung“ zur Telefonkonferenz mit Analysten am 04.02.2026: https://www.boersen-zeitung.de/unternehmen-branchen/rheinmetall-kurssturz-nach-analystencall-alarmiert-bafin
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