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Oracle Aktie Prognose

News: Aktuelle Analyse der Oracle Aktie

13.03.2026 | 10:32 Uhr
In diesem Artikel
Oracle
ISIN: US68389X1054
|
Ticker: ORCL --- %

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Oracle Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Die Börse ist ein Karussell aus Angst und Gier, das sich ständig dreht. Wer das erkennt, könnte Gelegenheiten ergreifen, wenn andere in Panik verkaufen.

Gier, Angst und Schlagzeilen

Die Börse gleicht einer gesprungenen Schallplatte. Alles scheint sich zu wiederholen, nur die Namen der Unternehmen und die Schlagzeilen ändern sich.
Euphorie, Angst, Übertreibung, Ernüchterung. Danach beginnt alles von vorn.

Der Grund dafür liegt weniger in der Wirtschaft als in der Psychologie der Anleger. Und menschliche Verhaltensmuster ändern sich nicht. Gier treibt Kurse nach oben, Angst drückt sie nach unten. Zwischen diesen beiden Polen pendelt die Börse.

Nachrichten und Schlagzeilen wirken dabei wie ein Verstärker. Angst verkauft sich besser als Nüchternheit. Deshalb dominieren häufig extreme Narrative. Eine Woche wird der Untergang einer Branche ausgerufen, dann zieht die Karawane weiter.

Dieses Muster lässt sich immer wieder beobachten. Zuletzt waren Software-Titel die großen Verlierer.
Davor stand die Bau- und Immobilienbranche angeblich vor dem Kollaps. Steigende Zinsen, fallende Preise und drohende Insolvenzen dominierten die Diskussion.

Heute erscheint das zwar absurd, vor ziemlich genau einem Jahr standen ausgerechnet Chip-Aktien auf der Abschussliste. Zyklischer Einbruch, Lagerüberhänge und schwache Nachfrage lauteten die Argumente.

Das wahre Spiel der Märkte

Seitdem sind die Kurse von Aktien wie Nvidia, Broadcom, Seagate oder Micron stark gestiegen.

Diese ständigen Stimmungswechsel haben wenig mit der realen Entwicklung der Unternehmen zu tun. Geschäftsmodelle verändern sich langsam, Investitionszyklen dauern Jahre. An der Börse hingegen drehen sich Narrative oft im Wochentakt.

Der Mechanismus dahinter ist einfach. Anleger reagieren stark auf neue Informationen, besonders wenn sie dramatisch formuliert sind. Sie extrapolieren kurzfristige Trends in die Zukunft und übertreiben sowohl nach oben als auch nach unten. Steigen die Kurse, entsteht schnell der Eindruck eines unaufhaltsamen Trends. Fallen sie, scheint der Niedergang unausweichlich.

Medien, Analysten und soziale Netzwerke verstärken diese Dynamik. Extreme Aussagen erzeugen Aufmerksamkeit. Aufmerksamkeit erzeugt Klicks. Und Klicks erzeugen wiederum mehr Schlagzeilen. So entsteht ein sich selbst verstärkender Kreislauf.

Für langfristige Investoren ist genau das die zentrale Erkenntnis. Die Börse bewertet selten nüchtern. Sie übertreibt regelmäßig. Mal in Richtung Euphorie, mal in Richtung Panik.

Der Schlüssel

Wer dazu in der Lage ist, die Panik für sich zu nutzen, könnte dafür fürstlich belohnt werden.

Die letzte Gelegenheit dafür gab es im April 2025, doch die wenigsten dürften sie genutzt haben. Denn kaum jemand ist dazu in der Lage, mitten im Chaos auch wirklich und obendrein reihenweise den Kaufbutton zu drücken.

Doch keine Sorge. Die Chancen stehen nicht schlecht, dass Sie bald noch eine Gelegenheit bekommen, um dieses Mal auch wirklich zuzuschlagen.

Schauen Sie sich das ganz genau an

Oracle ist ein Paradebeispiel für das, was ich zuvor beschrieben habe. Das Unternehmen wurde zeitweise als großer KI-Gewinner gehandelt. Der Markt entdeckte, dass das Unternehmen mit seiner Cloud-Infrastruktur und seinen Rechenzentren eine wichtige Rolle beim Training von KI-Modellen spielen könnte.

Der Kurs stieg stark und lag am Hoch bei 345 USD. Doch dann drehte das Narrativ erneut. Plötzlich wurde diskutiert, ob Oracle zu viel investieren würde und ob OpenAI den gigantischen Verpflichtungen nachkommen könne.
Selbst eine mögliche Insolvenz von Oracle wurde in den Medien diskutiert.

Kaum etwas davon dürfte in 6 – 12 Monaten noch irgendjemanden interessieren, denn zu diesem Zeitpunkt wird in irgendeiner anderen Branche gerade die Welt untergehen. Keine Sorge, es wird sich eine finden lassen. Es lässt sich immer eine finden.

Oracle wird in dieser Zeit mehrfach Quartalszahlen vorlegen, die offenbaren werden, ob das Unternehmen wirklich den Bach runtergeht oder nicht.

Das jüngste Quartal sah nicht nach Untergang aus. Der Gewinn lag mit 1,79 USD je Aktie weit über den Erwartungen von 1,70 USD. Mit einem Umsatz von 17,2 Mrd. USD wurden die Analystenschätzungen von 16,9 Mrd. USD ebenfalls übertroffen.
Auf Jahressicht entspricht das einem Umsatzplus von 22 % und einem Gewinnsprung um 21 %.

Ist Oracle dem Untergang geweiht?

Dazu haben nahezu alle Konzernsparten beigetragen. NetSuite Cloud ERP verzeichnete ein Wachstum von 14 %, Fusion Cloud ERP 17 %, Cloud Application 13 % und Cloud Database 35 %.
Oracle wächst also auch abseits vom allseits zitierten Infrastruktur-Geschäft, welches ein Umsatzplus um 84 % auf 4,9 Mrd. USD verzeichnet hat und inzwischen fast ein Drittel des Konzerngeschäfts ausmacht.

Auf den Auftragsbestand muss man nicht weiter eingehen, denn er hat inzwischen kaum noch eine Aussagekraft. Was bedeutet es schon, wenn man einen langfristigen Auftragsbestand von 553 Mrd. USD hat, wenn ein Großteil davon an OpenAI hängt und unklar ist, ob OpenAI jemals auch alles abnehmen und zahlen kann, was bestellt wurde?
Die Bären sollten bei dieser Argumentationslinie allerdings auch Vorsicht walten lassen. Denn man sollte nicht vergessen, dass OpenAI keineswegs der einzige Kunde ist. Die Nachfrage ist auch abseits von OpenAI enorm und übersteigt das Angebot bei Weitem.

Das Argument zieht nicht

Dasselbe gilt für die Kritik an den hohen Investitionen. Würden sie sich nicht auszahlen, würde der operative Cashflow nicht stetig steigen. In den ersten 9 Monaten des laufenden Geschäftsjahres konnte der operative Cashflow von 14,66 auf 17,3 Mrd. USD gesteigert werden.

Und da es alles doch nicht ganz so schlecht läuft, hat Oracle eine aufsehenerregende Umsatzprognose vorgelegt.
Im laufenden Geschäftsjahr, das nur noch bis Ende Mai läuft, wird ein Umsatz von 67 Mrd. USD erwartet und im kommenden Geschäftsjahr 90 Mrd. USD. Damit dürfte bisher niemand gerechnet haben, denn die Konsensschätzungen lagen bei 85 Mrd. USD.

Darüber hinaus kommen wohl Massenentlassungen auf uns zu. Presseberichten zufolge könnte Oracle bis zu 45.000 Mitarbeiter entlassen, was mehr als einem Viertel der Belegschaft entsprechen würde.
An der Börse wird das sicherlich gut ankommen, ein Grund zur Freude ist es aus meiner Sicht nicht.

Mehr zum Thema finden Sie hier:
Die ersten Massenentlassungen durch KI: Block streicht 40 % der Stellen

Oracle Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs: 159,16 USD – Kürzel: ORCL | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 13.03.2026, Kurs: 159,16 USD – Kürzel: ORCL | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein Anstieg über 175 USD, kommt es zu einem Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 195 und 215 – 220 USD.

Fällt die Aktie hingegen unter 140 USD, muss mit weiteren Kursverlusten in Richtung 127 und 100 – 105 USD gerechnet werden.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.03.2026 um 10:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Oracle Aktie

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bärisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bärisch
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.12.2025 um 7:58 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Trotz eines deutlichen Gewinnanstiegs von +58,6 % gegenüber dem Vorjahr konnte das US-Technologieunternehmen die Erwartungen der Investoren zuletzt nicht erfüllen. Statt Erleichterung folgte Enttäuschung: Die Oracle-Aktie setzte ihren Rückgang fort und fiel zum Ende der vergangenen Woche auf das zuletzt gebildete Pivot-Tief von Ende November zurück. Ausschlaggebend dafür dürften die leicht unter den Prognosen liegenden Umsätze gewesen sein. Der Abwärtstrend, der Ende September begann, bleibt somit intakt. Ein Großteil der zuvor erzielten Jahresgewinne wurde mittlerweile wieder abgegeben, und derzeit scheint das bärische Lager den Ton anzugeben. Solange der Kurs unterhalb der fallenden 50-Tage-Linie notiert, bleibt das technische Bild angespannt und eine vorsichtige Einschätzung ist geboten.

Expertenmeinung: Der Trend bleibt weiterhin schwach. Die Rückkehr zum letzten Pivot-Tief unterstreicht, dass bisherige Erholungsversuche durch Verkäufe begrenzt wurden. Erst eine nachhaltige Stabilisierung über diesem Niveau sowie ein anschließender Bruch der fallenden 20- und 50-Tage-Durchschnitte könnten das technische Bild etwas aufhellen. Bis dahin bleibt die Aktie anfällig für weitere Rücksetzer. Kurzfristige Gegenbewegungen sind möglich, dürften jedoch ohne klaren Trendwechsel wohl eher korrektiver Natur bleiben.

Aussicht: BÄRISCH

Oracle Aktie: Chart vom 12.12.2025, Kurs: 189.97 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 12.12.2025, Kurs: 189.97 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS

Quelle: Earningswhispers.com
https://www.earningswhispers.com/epsdetails/ORCL

Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Von der Cloud-Revolution bis hin zu einem Mega-Deal mit OpenAI: Oracle hat ein Comeback hingelegt, das kaum jemand erwartet hätte.

Der Wendepunkt

Seitdem Oracle im Jahr 2022 ein technologischer Durchbruch bei Heatwave gelungen ist, spielt das Unternehmen wieder in der ersten Liga mit und ist im Cloudgeschäft konkurrenzfähig.
Ich hatte auf Lynx frühzeitig auf diese Entwicklung hingewiesen und etliche Analysen zum Unternehmen veröffentlicht.

Zuletzt hat das Unternehmen immer wieder für Schlagzeilen gesorgt, denn der Auftragsbestand im Cloud-Segment ging regelrecht durch die Decke.
Als die Schwelle von über 100 Milliarden Dollar überschritten wurden hätte man vermuten können, dass langsam das Ende der Fahnenstange erreicht wird. Denn Oracle kann die Aufträge natürlich nicht von heute auf morgen erfüllen – es wird Jahre dauern, bis sie abgearbeitet sind.
Wer weitere Aufträge platziert, muss also mit einer entsprechenden Wartezeit rechnen. Ab einem gewissen Punkt ergibt das keinen Sinn mehr.

Absolut einmalig

Was allerdings im letzten Quartal geschehen ist, hätte wohl selbst der glühendste Bulle kaum erwartet:
Der Auftragsbestand ist kurzerhand von 138 auf 455 Mrd. USD explodiert. Damit dürfte Oracle wohl den weltweiten Spitzenplatz einnehmen. Kein anderes Unternehmen kann einen ähnlichen Auftragsbestand vorweisen.

Der Großteil des Umsatzsprungs ist auf einen Auftrag von OpenAI (ChatGPT) mit einem Gesamtwert von 300 Mrd. USD und einer Laufzeit von fünf Jahren zurückzuführen.

Bei OpenAI geht man ganz offensichtlich davon aus, dass man mit astronomischem Tempo wachsen wird, denn derzeit kommt das Unternehmen auf einen annualisierten Umsatz von etwa 12 Mrd. USD.

Bewertung am Limit: Ist die Rallye noch gerechtfertigt?

Der enorme Auftragsbestand von Oracle, auch abseits von OpenAI, dürfte dazu führen, dass die Wachstumsdynamik in der Zukunft weiter zunimmt – das war die Grundaussage jeder Analyse, die ich seit 2022 zu Oracle verfasst habe.

Im gerade angebrochenen Geschäftsjahr, welches seit Juni läuft, soll das Ergebnis um 13 % steigen. Im kommenden Jahr wird ein Plus von 18 % erwartet und dann ein weiterer Gewinnsprung um 38 %.
Ob das alles so kommen wird, werden wir sehen. Dass die Dynamik aber zunimmt, dürfte so gut wie sicher sein.

Oracle Aktie: Chart vom 16.09.2025, Kurs: 302,14 USD - Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 16.09.2025, Kurs: 302,14 USD – Kürzel: ORCL | Quelle: TWS

Das rechtfertigt aber längst nicht jede beliebige Bewertung. Inzwischen kommt Oracle auf eine forward P/E von etwa 44. Das ist selbst bei zweistelligen und zunehmenden Wachstumsraten grenzwertig – vielleicht ist es auch zu viel.

Mit dem Wachstum im KI-Geschäft alleine lässt sich das kaum mehr rechtfertigen. Doch Oracle könnte bald noch einen weiteren Wachstumstreiber erhalten.

Geopolitische Dimension

Bereits seit einiger Zeit schwelt ein Konflikt um TikTok. Der US-Administration ist es ein Dorn im Auge, dass sich die beliebte Video-App in chinesischen Händen befindet.

Die Sorge, dass chinesische Behörden Zugriff auf Daten von mehr als 170 Millionen US-Nutzern erlangen könnten oder bereits haben, ist zum Politikum geworden. Seit Jahren gilt TikTok in Washington als Sicherheitsrisiko.
Daher wurden bereits die entsprechenden Gesetze auf den Weg gebracht, um TikTok zur Abspaltung vom chinesischen Mutterkonzern ByteDance zu zwingen – sonst droht eine Abschaltung in den USA.

Berichten zufolge haben Unterhändler jetzt ein Rahmenabkommen erzielt. Der Kern des Deals ist die Übertragung der Kontrolle über das US-Geschäft von TikTok an ein Konsortium unter Beteiligung von Oracle, vorbehaltlich einer finalen Zustimmung durch Washington und Peking.

Für Oracle wäre das ein echter Gamechanger. Bisher ist TikTok Großkunde bei Oracle, bald könnte es Teil des Konzerns sein.
Das würde die Wahrnehmung von Oracle komplett ändern. Vor wenigen Jahren war das Unternehmen noch ein verstaubter Tech-Konzern, der scheinbar den Anschluss verloren hatte.

Heute ist Oracle führend im Cloud- und KI-Geschäft und könnte obendrein auch noch zu den führenden Social-Media-Konzernen der Welt werden. Gleichzeitig positioniert sich das Unternehmen zunehmend als sicherheitspolitischer Partner des US-Staates im digitalen Raum.

Warum Oracle plötzlich systemrelevant ist

Die jüngste Einigung über die Zukunft von TikTok in den Vereinigten Staaten zeigt, wie sehr Technologieunternehmen mittlerweile Teil geopolitischer Auseinandersetzungen geworden sind. Oracle steht im Zentrum dieses Machtspiels, doch das eigentliche Thema reicht weit über Unternehmensstrategien hinaus.

Es geht um den technologischen Wettlauf zwischen den USA und China – und um die Frage, wer in einer zunehmend fragmentierten Welt die Kontrolle über Daten, Algorithmen und digitale Plattformen ausübt.

Die geopolitische Dimension darf dabei nicht unterschätzt werden. Peking hatte sich lange geweigert, Kontrolle über TikTok abzugeben, insbesondere im Hinblick auf die sensiblen Empfehlungstechnologien, die den Kern des Geschäftsmodells bilden. Dass nun Bewegung in die Verhandlungen kommt, wird von Beobachtern als Zugeständnis an Washington gedeutet.

Die geopolitische Tragweite wird auch daran sichtbar, dass der Deal weit über TikTok hinausweist. Er berührt Fragen wie Exportkontrollen für Halbleiter, gegenseitige Sanktionen und die Regelung des globalen Datenverkehrs. TikTok wird so zur Symbolfigur in einer breiteren Auseinandersetzung um digitale Souveränität.

Oracle könnte der große Gewinner dieser Entwicklungen sein.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Da war mal so richtig was drin in der Wundertüte der Quartalsbilanzen: Das, was Oracle am Dienstagabend nach US-Handelsende meldete, überbot selbst die optimistischsten „Whisper Numbers“ bei Weitem. Die Aktie reagierte … aber damit könnte die Show bereits vorbei sein.

Oracle Aktie: Chart vom 10.09.2025, Kurs 328,62 US-Dollar, Kürzel: ORCL | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 10.09.2025, Kurs 328,62 US-Dollar, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS

Böse Überraschungen wie Gewinnwarnungen aus dem Nichts können überzogene Kurseinbrüche hervorrufen, oft intensiviert durch kaskadenartig ausgelöste Stop-Loss-Verkaufsorders und die Angst vor massiveren Verlusten, falls man sich zu viel Zeit nimmt, um die Sache erstmal durchzudenken. Vergleichbares kann auch auf der Gegenseite passieren:

Unerwartete und sehr positive Meldungen wie unverhoffte Übernahmegerüchte oder, wie im Fall von Oracle, meilenweit über den Prognosen liegende Bilanzdaten, können einen Kurssprung nach sich ziehen, der womöglich nicht nur binnen Sekunden durch eine Aufwärts-Kurslücke die neue Gemengelage einpreist, sondern auch überzieht. Einfach, weil viele Angst haben, etwas zu verpassen (neudeutsch FOMO für „fear of missing out“), wenn sie erst denken und dann handeln. Was indes meistens, nicht nur im realen Leben, sondern auch an der Börse, nur die zweitbeste Idee ist.

Dass Oracles Zahlen verblüffend waren, steht außer Frage. Wobei es gar nicht die Ergebnisse des hier am 31.8. endenden, ersten Geschäftsjahresquartals 2025/2026 waren, die erfreulich waren. Mit 1,47 US-Dollar Gewinn pro Aktie lag man sogar einen Cent unter der durchschnittlichen Analystenprognose, der Umsatz verfehlte mit 14,93 Milliarden US-Dollar die Prognose von 15,03 Milliarden ebenfalls. Es war der Blick nach vorne, der dafür sorgte, dass die Aktie des Soft- und Hardwarespezialisten am Mittwoch in der Spitze um gut 43 Prozent in die Höhe schoss:

Expertenmeinung: Oracle prognostizierte für das am 1.6. begonnene Geschäftsjahr 2025/2026 einen Anstieg des Umsatzes im Wachstumssektor Cloud-Infrastruktur um sagenhafte 77 Prozent. Und noch grandioser war die Mitteilung, wie sich die Auftrags-Pipeline entwickelt hat: Hier wurden alleine im letzten Quartal Multi-Milliarden-Cloud-Verträge mit KI-Unternehmen wie OpenAI, xAI, Meta und anderen abgeschlossen, die den Auftragsbestand um fast 360 Prozent auf 455 Milliarden US-Dollar steigerten … und laut Oracle-Vorstandschefin Catz will man bald die 500-Milliarden-Dollar-Marke erreichen.

Damit kann und muss man Oracle in Bezug auf das Kurspotenzial der Aktie neu einordnen, keine Frage. Nur passierte das aufgrund dieser absolut nicht erwarteten Zahlen nach dem „FOMO“-Prinzip: Erst schnell zu jedem Preis einsteigen, dann die Sache überdenken. Zwar führte Letzteres nur dazu, dass die Aktie ein wenig von ihrem Tages- und Rekordhoch abrückte, insgesamt aber trotzdem mit einem extremen Plus von 36,1 Prozent aus dem Handel ging, aber:

Die Analysten, die der Aktie im Licht dieses immensen, anstehenden Umsatzwachstums neue Kursziele gaben, lagen damit zwischen 270 und 410 US-Dollar, im Schnitt kamen die neuen Ziele auf 351 US-Dollar. Und dieser Level wurde am Mittwoch mit einem Tageshoch bei 345,69 US-Dollar nahezu erreicht. Eine Neubewertung, die vom Markt binnen eines Tages bereits umgesetzt wurde. Was hieße:

Auf diesen quasi nahe an den Zielbahnhof teleportierten Zug noch aufspringen zu wollen, wäre eher riskant. Denn dass die Aktie in der zweiten Sitzungshälfte des US-Handels bereits Gewinnmitnahmen sah, deutet an, dass genug Trader die Sache jetzt bereits als „erledigt“ ansehen, um weitere Kursgewinne womöglich zu einer eher zähen Angelegenheit zu machen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Spätestens seit den letzten Quartalsergebnissen, die das bekannte Soft- und Hardwareunternehmen Mitte Juni veröffentlicht hatte, kennt die Oracle-Aktie kaum noch eine Pause – wir haben darüber berichtet. Daher wurden dem Titel auch positive Perspektiven mit auf den Weg gegeben. Die Aufwärtsbewegung setzte sich auch in der vorigen Woche fort. Seit den Tiefs im April hat sich der Kurs nahezu verdoppelt – eine beachtliche Entwicklung. Der Trend befindet sich derzeit in einer klar bullischen Phase.

Expertenmeinung: Dennoch scheint es nun an der Zeit zu sein, etwas Vorsicht walten zu lassen. Zwar könnte sich die Rallye noch weiter fortsetzen, doch gleichzeitig steigt die Wahrscheinlichkeit einer baldigen, schärferen Korrektur. Der Abstand zur 50-Tage-Linie ist inzwischen überdurchschnittlich groß – ein typisches Zeichen für eine überkaufte Marktsituation. Ein konkretes Verkaufssignal liegt zwar noch nicht vor, doch könnte ein solches die Aktie schnell wieder auf ein realistischeres Bewertungsniveau bringen. Anleger sollten in den kommenden Tagen vor allem auf mögliche Umkehrkerzen in Verbindung mit erhöhtem Handelsvolumen achten. Solche Signale könnten auf ein nahendes Ende der dynamischen Aufwärtsbewegung hindeuten.

Aussicht: NEUTRAL

Oracle Aktie: Chart vom 03.07.2025, Kurs: 237.32 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 03.07.2025, Kurs: 237.32 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.

Chart-Betrachtungszeitraum: 6 Monate
Charttrend: Bullisch
Gültigkeit der Analyse: 2 Wochen
Erwartung: Bullisch
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Trendbetrachtung auf Basis 6 Monate: Der US-amerikanische Datenspezialist sorgte im gestrigen Handel für einen markanten Kurssprung. Auslöser waren vom Markt positiv aufgenommene Quartalsergebnisse, die das Unternehmen am Mittwoch nach Börsenschluss präsentierte.

Der Gewinn je Aktie konnte im Vergleich zum Vorjahr um +25,9 % gesteigert werden. Der Umsatz belief sich auf 15,9 Milliarden USD und lag damit um +11,3 % über dem Vorjahreswert. Die Erwartungen der Analysten wurden somit übertroffen. Die Oracle-Aktie legte deutlich zu und beendete den Handelstag mit einem Plus von über 13 %.

Expertenmeinung: Insgesamt wurden im gestrigen Handel an der Wall Street über 50 Millionen Oracle-Aktien gehandelt – ein außergewöhnlich hohes Volumen, das darauf hindeutet, dass sich hier auch institutionelle Investoren positioniert haben könnten. Gleichzeitig markierte die Aktie ein neues Allzeithoch und bestätigt damit den positiven charttechnischen Trend der letzten Wochen.

Die Bullen scheinen aktuell klar die Oberhand zu haben. Solange die entstandene Kurslücke offenbleibt, dürfte sich an diesem Bild vorerst wenig ändern. Auch wenn sich die Aktie derzeit in einer überkauften technischen Lage befindet, bleiben die Aussichten aus aktueller Sicht weiterhin positiv.

Aussicht: BULLISCH

Oracle Aktie: Chart vom 12.06.2025, Kurs: 199.86 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Oracle Aktie: Chart vom 12.06.2025, Kurs: 199.86 USD, Kürzel: ORCL | Quelle: TWS
Über den Autor

Der renommierte Börsenjournalist Achim Mautz ist professioneller Day- und Swingtrader mit besonderem Fokus auf die US Märkte. Außerdem ist er Vorstand des Börsenclubs ratgebergeld.at und gerichtlich beeidigter Sachverständiger für den Bereich Wertpapierdienstleistungen in Österreich. Seit über 10 Jahren ist er für den Online-Broker LYNX als Börsenexperte tätig und wird unter anderem für seine täglichen Wertpapieranalysen in unserem Börsenblick geschätzt.

Analysemethode

Die Analysen von Achim Mautz basieren überwiegend auf der Technischen Analyse. Dabei nutzt der Autor, gestützt auf seine langjährige Handelserfahrung, bewährte Methoden der Chartanalyse. Er untersucht Wertpapiere unter anderem anhand von Chartmustern, Trendsignalen Unterstützungen, Widerständen und gleitenden Durchschnitten.