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Als der Windkraftanlagenhersteller Nordex nach der Corona-Phase ambitioniert wirkende, mittelfristige Margenprognosen vorlegte, kauften Anleger in der Hoffnung, dass diese Ziele Realität würden. Jetzt sind die Ziele erreicht – sollte man also den Gewinn einstreichen?
Der Auftragseingang lag im ersten Quartal mit einem Leistungsumfang von 1,9 Gigawatt zwar unter dem des Vorjahres. Aber zum einen ist das eine volatile Größe, zum anderen hatte Nordex diese Zahl bereits im Vorfeld gemeldet, daher sorgte das bei der gestrigen Vorlage der kompletten Zahlen zum ersten Quartal nicht für Irritationen. Und was diese restlichen Daten anging, passte alles perfekt:
Der Umsatz legte um 10,6 Prozent zu, der Gewinn stieg indes weit überproportional von 7,9 auf 53,6 Millionen Euro, weil die EBIT-Gewinnmarge (EBIT = Gewinn vor Zinsen und Steuern) deutlich von 2,4 auf 5,6 Prozent zugelegt hatte. Das lag nicht nur über dem Vorjahreszeitraum, sondern auch über den Erwartungen.
Noch vor wenigen Jahren hatte Nordex wegen Corona und Inflation Projekte mit negativer Marge abzuwickeln, jetzt zieht diese Gewinnmarge deutlich an. Endlich wird richtig Geld verdient. Und der Vorstandschef äußert sich im Quartalsbericht optimistisch, die gesteckten Gesamtjahresziele zu erreichen. Indes, die bestehende 2026er-Prognose wurde erst einmal nicht angehoben. Trotzdem brach die Aktie nach oben aus und erreichte damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2002. Die Frage ist jetzt:
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Expertenmeinung: Halten, Teilgewinne mitnehmen, ganz Kasse machen, einsteigen oder zukaufen … was fängt man mit dieser in den letzten zwölf Monaten so stark gelaufenen Aktie an? Der Chart zeigt, dass zumindest als Reaktion auf die Zahlen am Montag von allem etwas zu sehen war:
Die Aktie legte in der Spitze bis zu 13,8 Prozent zu, traf dann auf deutliche Gewinnmitnahmen, schloss aber letztlich trotzdem zumindest knapp oberhalb des bis dahin wie ein „Deckel“ wirkenden Widerstandsbereichs 46,68/47,22 Euro. Am Ende blieb ein Plus von 5,74 Prozent und die offene Frage, ob dieser Ausbruch am Ende zur Bullenfalle wird oder nicht.
Die Problematik, mit der man sich jetzt für eine Entscheidung konfrontiert sieht, ist: Mit welcher „Restdynamik“ könnte man für die kommenden Jahre in Bezug auf den Gewinn pro Aktie rechnen? Derzeit kalkulieren die Analysten für die kommenden zwei Jahre mit im Schnitt etwa 20 Prozent. Käme es so, wäre Nordex auf Basis der für 2026 momentan im Experten-Durchschnitt erwarteten 1,80 Euro Gewinn pro Aktie mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 25 noch nicht teuer. Und da man derzeit keine handfesten Argumente hätte, warum die Nachfrage nach Windkraftanlagen in nächster Zeit nennenswert wegbrechen sollte, hieße das:
Halten könnte man die Aktie grundsätzlich durchaus. Was die gestrigen Gewinnmitnahmen vor allem motiviert haben dürfte, war weniger eine zu hohe Bewertung als die Höhe der bisherigen, in so kurzer Zeit aufgelaufenen Gewinne. Da sagten sich einige, durchaus nicht zu Unrecht: Jetzt, da die „good news“ auf dem Tisch liegen, kann man in die Käufe anderer hinein auch mal Gewinne sichern. Aber das heißt nicht, dass dadurch jetzt das Ende des Aufwärtstrends eingeläutet sein muss.
Wer mittel- oder langfristig agiert, kann natürlich in überkauften Phasen hinein immer mal wieder Teilgewinne erwägen. Und für den Neueinstieg oder auch nur für Zukäufe sollte man grundsätzlich Korrekturphasen nutzen. Aber solange die Aktie nicht durch den Bruch der Kreuzunterstützung aus dem unteren Ende der seit Anfang März geltenden Handelsspanne bei 42,26 und der im Chart violett gehaltenen, den Trend seit Monaten führenden 50-Tage-Linie bei momentan 42,64 Euro ein bärisches Signal auf kurzfristiger Ebene abliefert, bleibt die Tür hier nach oben offen, so dass sich ein kompletter Ausstieg oder gar Short-Trades alleine wegen dieses „Selling on good news“ vom Montag noch nicht aufdrängen würden.

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 27.04.2026:
https://www.nordex-online.com/de/2026/04/die-nordex-group-erzielt-solide-ergebnisse-im-1-quartal-2026-mit-weiterer-margenverbesserung-gegenueber-dem-vorjahr
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