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Markante Kurslücken werden meist geschlossen, dann erst geht es in Trendrichtung weiter: Das ist eine gängige Regel in der technischen Analyse, die indes logisch nicht unterfüttert ist. Daher stellt sich die Frage: Kommt es bei Nordex wirklich dazu? Und ist das wichtig?
Es geht um das „Gap“, sprich die Kurslücke, vom 25. Februar. Die entstand als Reaktion auf absolut überzeugende Ergebnisse des Gesamtjahres 2025 nebst eines optimistischen Ausblicks auf das laufende Jahr. Die Erwartung einer deutlich steigenden Gewinnmarge führte bei der Aktie des Windkraftanlagenbauers zu einem Satz nach oben:

Es entstand eine Lücke zwischen dem Schlusskurs des Vortages bei 35,04 Euro und dem ersten Kurs des 25.2. bei 38,54 Euro. Und am oberen Ende dieser Kurslücke ist die Nordex-Aktie im Zuge der seit Anfang Mai laufenden Korrekturphase jetzt angekommen.
Laut oben genannter „Regel“ müsste dieses Gap erst einmal geschlossen werden, sprich der Kurs müsste bis gut 35 Euro zurückkommen, um neues Aufwärtspotenzial zu erhalten. Davon abgesehen, dass es da auf die Frage nach dem Warum keine tauglichen Antworten gibt, gälte das aber nicht, wenn es gelingen sollte, direkt am oberen Ende des Gaps aufwärts zu drehen. Dann wäre dieser „Gap Close“ gezielt „verweigert“ worden, auch das ließe sich dann bullisch einordnen. Das ist eine knifflige Sache, wollte man abschätzen, was jetzt passiert, eben weil es für ein „Gap Close“ keine Argumente seitens der Fundamentals gibt.
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Expertenmeinung: Denn an den Gründen, die zu diesem Kursanstieg Ende Februar führten, hat sich ja nichts geändert: Eine besser als erwartete Geschäftsentwicklung führt dazu, dass man jetzt mit einem Kurs-Gewinn-Verhältnis von 20 eher günstig daherkommt. Die Analysten sehen die Aktie im Schnitt bei 46 Euro, d.h. das zuvor überbotene, durchschnittliche Kursziel der Experten ist jetzt unterschritten. Warum sollte die Aktie also auf 35,04 Euro zurückkommen, auf einen Level, den man vor dem guten Jahresausblick für angemessen hielt, jetzt, nachdem die Argumente für höhere Kurse da sind und diese zuletzt sogar für Kurse über 50 Euro gut waren?
Doch aufgrund solcher Überlegungen einfach auf Verdacht zu kaufen, kann trotzdem schiefgehen. Immerhin sind solche Regeln, ob logisch oder nicht, weit verbreitet, so dass rein technisch agierende Trader trotzdem darauf hinwirken könnten, dass diese Kurslücke geschlossen wird, sprich Nordex erst einmal weiter abrutscht. Daher wäre es hier opportun, nicht zu raten, ob es soweit kommt oder nicht, sondern in Bezug auf eine mögliche, neue Positionierung strikt dem Chartbild zu folgen … um dann festzustellen:
Ob das Gap geschlossen wird oder nicht, würde für die Long-Seite ebenso zwar interessant, aber nicht ausschlaggebend sein wie für ein Short-Engagement. Denn mittelfristig bärisch wäre die Nordex-Aktie erst, wenn das Gap nicht nur geschlossen, sondern klar nach unten durchbrochen würde, was dann zudem den Bruch der mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bedeuten würde.
Und auf der Long-Seite wäre es egal, ob der Kurs vorher noch ein Stück weiter „abtaucht“ oder nicht: Bullisch wäre Nordex ohnehin erst, wenn der markante Kreuzwiderstand aus 20-Tage-Linie, 100-Tage-Linie, einem Zwischentief aus dem März und der derzeit die Aktie abwärts führenden Abwärtstrendlinie zwischen 41,40 und 42,50 Euro überboten wäre.
Fazit: Erst unter 35 und über 42,50 Euro würde Nordex wieder mittelfristige und damit für „normale“ Anleger außerhalb des Tradingbereichs relevante Signale senden. Die in aller Ruhe abzuwarten, wäre aus derzeitiger Sicht die sinnvollere Lösung.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 11.06.2026 um 22:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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