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Nordex Aktie Prognose Nordex: Deckel drauf?

News: Aktuelle Analyse der Nordex Aktie

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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Vorherige Analysen der Nordex Aktie

28.04.2026

Nordex: Selling on good news? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 27.04.2026 um 18:16 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Als der Windkraftanlagenhersteller Nordex nach der Corona-Phase ambitioniert wirkende, mittelfristige Margenprognosen vorlegte, kauften Anleger in der Hoffnung, dass diese Ziele Realität würden. Jetzt sind die Ziele erreicht – sollte man also den Gewinn einstreichen?

Der Auftragseingang lag im ersten Quartal mit einem Leistungsumfang von 1,9 Gigawatt zwar unter dem des Vorjahres. Aber zum einen ist das eine volatile Größe, zum anderen hatte Nordex diese Zahl bereits im Vorfeld gemeldet, daher sorgte das bei der gestrigen Vorlage der kompletten Zahlen zum ersten Quartal nicht für Irritationen. Und was diese restlichen Daten anging, passte alles perfekt:

Der Umsatz legte um 10,6 Prozent zu, der Gewinn stieg indes weit überproportional von 7,9 auf 53,6 Millionen Euro, weil die EBIT-Gewinnmarge (EBIT = Gewinn vor Zinsen und Steuern) deutlich von 2,4 auf 5,6 Prozent zugelegt hatte. Das lag nicht nur über dem Vorjahreszeitraum, sondern auch über den Erwartungen.

Noch vor wenigen Jahren hatte Nordex wegen Corona und Inflation Projekte mit negativer Marge abzuwickeln, jetzt zieht diese Gewinnmarge deutlich an. Endlich wird richtig Geld verdient. Und der Vorstandschef äußert sich im Quartalsbericht optimistisch, die gesteckten Gesamtjahresziele zu erreichen. Indes, die bestehende 2026er-Prognose wurde erst einmal nicht angehoben. Trotzdem brach die Aktie nach oben aus und erreichte damit den höchsten Stand seit dem Jahr 2002. Die Frage ist jetzt:

Expertenmeinung: Halten, Teilgewinne mitnehmen, ganz Kasse machen, einsteigen oder zukaufen … was fängt man mit dieser in den letzten zwölf Monaten so stark gelaufenen Aktie an? Der Chart zeigt, dass zumindest als Reaktion auf die Zahlen am Montag von allem etwas zu sehen war:

Die Aktie legte in der Spitze bis zu 13,8 Prozent zu, traf dann auf deutliche Gewinnmitnahmen, schloss aber letztlich trotzdem zumindest knapp oberhalb des bis dahin wie ein „Deckel“ wirkenden Widerstandsbereichs 46,68/47,22 Euro. Am Ende blieb ein Plus von 5,74 Prozent und die offene Frage, ob dieser Ausbruch am Ende zur Bullenfalle wird oder nicht.

Die Problematik, mit der man sich jetzt für eine Entscheidung konfrontiert sieht, ist: Mit welcher „Restdynamik“ könnte man für die kommenden Jahre in Bezug auf den Gewinn pro Aktie rechnen? Derzeit kalkulieren die Analysten für die kommenden zwei Jahre mit im Schnitt etwa 20 Prozent. Käme es so, wäre Nordex auf Basis der für 2026 momentan im Experten-Durchschnitt erwarteten 1,80 Euro Gewinn pro Aktie mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von etwa 25 noch nicht teuer. Und da man derzeit keine handfesten Argumente hätte, warum die Nachfrage nach Windkraftanlagen in nächster Zeit nennenswert wegbrechen sollte, hieße das:

Halten könnte man die Aktie grundsätzlich durchaus. Was die gestrigen Gewinnmitnahmen vor allem motiviert haben dürfte, war weniger eine zu hohe Bewertung als die Höhe der bisherigen, in so kurzer Zeit aufgelaufenen Gewinne. Da sagten sich einige, durchaus nicht zu Unrecht: Jetzt, da die „good news“ auf dem Tisch liegen, kann man in die Käufe anderer hinein auch mal Gewinne sichern. Aber das heißt nicht, dass dadurch jetzt das Ende des Aufwärtstrends eingeläutet sein muss.

Wer mittel- oder langfristig agiert, kann natürlich in überkauften Phasen hinein immer mal wieder Teilgewinne erwägen. Und für den Neueinstieg oder auch nur für Zukäufe sollte man grundsätzlich Korrekturphasen nutzen. Aber solange die Aktie nicht durch den Bruch der Kreuzunterstützung aus dem unteren Ende der seit Anfang März geltenden Handelsspanne bei 42,26 und der im Chart violett gehaltenen, den Trend seit Monaten führenden 50-Tage-Linie bei momentan 42,64 Euro ein bärisches Signal auf kurzfristiger Ebene abliefert, bleibt die Tür hier nach oben offen, so dass sich ein kompletter Ausstieg oder gar Short-Trades alleine wegen dieses „Selling on good news“ vom Montag noch nicht aufdrängen würden.

Nordex Aktie: Chart vom 27.04.2026, Kurs 47,52 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 27.04.2026, Kurs 47,52 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 27.04.2026:
https://www.nordex-online.com/de/2026/04/die-nordex-group-erzielt-solide-ergebnisse-im-1-quartal-2026-mit-weiterer-margenverbesserung-gegenueber-dem-vorjahr

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.04.2026

Nordex: Dieses Minus wirkte wie ein Plus — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.04.2026 um 22:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Der Windkraftanlagenbauer Nordex meldete am Dienstagmorgen einen im ersten Quartal relativ deutlich unter dem Vorjahreszeitraum liegenden Auftragseingang. Die Aktie gab zunächst nach, doch am Handelsende war der Abschlag minimal. Ein Zeichen der Stärke?

Das war es allemal. Die Aktie lag am gestrigen Tagestief um knapp 4,2 Prozent im Minus, am Ende des Tages waren es nur noch 0,9 Prozent. Und das, obgleich das Minus beim Auftragseingang nicht gerade klein ausfiel: Im ersten Quartal 2025 waren Aufträge im Volumen von 2,2 Gigawatt Leistung hereingekommen, in den ersten drei Monaten 2026 nur von 1,9 Gigawatt. Warum wurde die Aktie daraufhin nicht stärker verkauft, nicht zuletzt mit Blick darauf, dass man hier eine ganze Menge an Gewinn realisieren könnte, wenn man vor einem Jahr eingestiegen wäre?

Zum einen vermutlich deswegen, weil der Auftragseingang immer Schwankungen unterliegt und sich das Management in Bezug auf das Gesamtjahr optimistisch zeigte. Zum anderen wohl auch, weil der durchschnittliche Verkaufspreis pro Megawatt von 0,87 Millionen Euro im Vorjahreszeitraum auf 0,91 Millionen zulegen konnte, was auf eine weiter anziehende operative Gewinnmarge hoffen lässt.

An diesem Punkt könnte man die Sache damit als einen klaren Stärkebeweis der Bullen abhaken, die trotz der bereits deutlich gestiegenen Aktie kein Stück aus der Hand geben wollen, auch wenn die Zahlen wie in diesem Fall zur Abwechslung unter den Erwartungen liegen. Aber es wäre vielleicht besser, trotzdem einen Blick auf den Chart und andere Aspekte zu werfen.

Nordex Aktie: Chart vom 14.04.2026, Kurs 45,08 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 14.04.2026, Kurs 45,08 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Denn so „verkaufsunwillig“ die Akteure gestern auch waren, die Frage stellt sich durchaus, wie viel Luft hier in den kommenden Monaten noch nach oben vorhanden sein könnte, sofern Nordex „nur“ die eigenen Prognosen eines fortgesetzten Wachstums erfüllt und nicht für erneute, positive Überraschungen sorgt. Überraschungen, die nach dem beeindruckenden Wachstum der Vorjahre, insbesondere bei der operativen Marge, zumindest nicht leichter fallen dürften.

Denn wenn man sich ansieht, wie die Analysten die Aktie derzeit einschätzen, stellt man fest: Von den 16 Experten, die Nordex regelmäßig auf dem Schirm haben, sieht sie nur noch die Hälfte als kaufenswert an. Und das durchschnittliche Kursziel von momentan 42,43 Euro wäre aktuell bereits überboten. Hinzu kommt eine Bewertung über das Kurs-/Gewinn-Verhältnis von aktuell um 25,5, was zwar günstig wäre, wenn Nordex noch ein, zwei Jahre im Tempo der Vorjahre wachsen könnte. Aber teuer, wenn das Tempo abnehmen sollte. Und Letzteres ist kein Szenario, das man einfach ausschließen sollte.

Daher mag die gestrige, deutliche Verringerung anfangs größerer Verluste zwar in der Tat ein klarer Punktsieg der Bullen gewesen sein, zementiert aber nicht ihre Dominanz für alle Zeit. Achten Sie auf die seit vergangenem Herbst als Leitstrahl des Kursanstiegs fungierende 50-Tage-Linie. Die verläuft momentan bei 40,45 Euro und steigt zügig. Sollte diese Linie fallen, wäre das ein klares Warnsignal. Ein Stoppkurs ein, zwei Prozent unterhalb dieser Linie, den man mit deren Anstieg sukzessive nachzieht, wäre auf jeden Fall zu überlegen.

Quellenangaben: Pressemeldung zum Auftragseingang im 1. Quartal 2026, 14.04.2026: https://www.iwrpressedienst.de/energie-themen/pm-8796-nordex-group-erzielt-einen-auftragseingang-von-1-9-gw-im-ersten-quartal-2026

Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NDX1.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

11.03.2026

Nordex: Manchmal wachsen Bäume eben doch in den Himmel — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 10.03.2026 um 19:57 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Auf Basis dessen, was man bis zur Vorlage der 2025er-Bilanz nebst Ausblick Ende Februar wusste, war die Nordex-Aktie ziemlich ambitioniert bewertet. Trotz des immensen Kurssprungs nach der Bilanz ist die Bewertung jetzt aber wieder niedrig genug, um die Bären fernzuhalten.

Dass 2025 gut gelaufen war, wusste man bereits seit dem 25. Februar, als die Ergebnisse des Vorjahres auf den Tisch kamen. Vor allem der kräftige Anstieg der Gewinnmarge vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (EBITDA-Marge) von 4,1 auf 8,4 Prozent war beeindruckend und eine Rechtfertigung für höhere Kurse. Was man aber nicht wusste, war: Womit kalkuliert der Windkraftanlagenbauer für das laufende Jahr?

Und über die im Zuge der Bilanz gelieferte Perspektive konnte man einigermaßen begeistert sein … und war es auch, wie die große Aufwärts-Kurslücke bezeugt, die daraufhin im Chartbild entstand. Nordex erwartet nach einem Umsatz von 7,55 Milliarden Euro im Vorjahr für 2026 einen Umsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro. Das wäre also eine Spanne zwischen +8,6 und +19,2 Prozent. Das alleine ist gut, hätte aber angesichts des vorangegangenen Kursanstiegs keine derart starke Reaktion nach sich gezogen. Aber das war es eben nicht alleine.

Expertenmeinung: Was die Sache für die Käuferseite so grandios machte, war die Erwartung in Sachen EBITDA-Marge. Hier will man 2026 in einer Range zwischen 8,0 und 11,0 Prozent landen. Damit liegt Nordex beim Umsatz ebenso wie bei der Marge mit der Mitte seiner Planungsspanne klar über dem Schnitt der bisherigen Analysten-Erwartungen. Und das soll darüber hinaus zementiert werden: Mittelfristig sieht das Unternehmen seine EBITDA-Spanne jetzt zwischen 10,0 und 12,0 Prozent. Das bisherige Ziel, das vor zwei, drei Jahren noch ambitioniert wirkte, bei 8,0 Prozent lag und bereits 2025 überboten wurde, ist also Geschichte.

Entscheidend ist, dass eine bei steigenden Umsätzen zugleich steigende Gewinnmarge wie ein Hebel wirkt. Würde man in Bezug auf den Ausblick die Mitte der Spanne ansetzen, würden 8,6 Milliarden Euro Umsatz und eine EBITDA-Marge von 9,5 Prozent den operativen Gewinn gegenüber 2025 von 631 auf 817 Millionen Euro und damit um knapp 30 Prozent nach oben „hebeln“. Und bei solchen Wachstumsraten (das EBITDA hatte sich 2025 zum Vorjahr ja bereits verdoppelt) ist ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit um die 25 nicht zu hoch, im Gegenteil.

Natürlich könnte man argumentieren, dass das Wachstumstempo über kurz oder lang nachlässt und dann ein KGV wie jetzt nicht mehr billig wäre. Aber so, wie es sich momentan darstellt, wäre das eher „über lang“ zu erwarten. Aktuell läuft es … und steigende Ölpreise bieten zugleich ein Umfeld, in dem man vermuten darf, dass die Windkraft noch einiges an Wachstumspotenzial vor sich hat. Daher:

Für das bärische Lager wäre diese Aktie derzeit kein Thema. Zwar wäre es möglich, dass es zu einem „Gap Close“ kommt, sprich diese zwischen 35,04 und 38,54 Euro gelegene Aufwärts-Kurslücke geschlossen wird. Aber angesichts dieser 2026er-Prognosen ist das keineswegs ein „Muss“. Ob man aktuell noch auf diesen nichtsdestotrotz ja ziemlich schnell dahin rasenden Zug aufspringen müsste, sei mal dahingestellt, aber in diesem Zug sitzen zu bleiben, ergäbe aus aktueller Sicht allemal einen Sinn.

Nordex Aktie: Chart vom 10.03.2026, Kurs 43,02 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 10.03.2026, Kurs 43,02 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS
Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

25.02.2026

Nordex vor dem großen Comeback? — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.02.2026 um 10:41 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Windbranche boomt und Nordex scheint wieder ganz vorne mitzuspielen. Ist das endlich der nachhaltige Turnaround?

Der Wind dreht

Was lange währt, wird endlich gut. Für Nordex-Anleger könnte eine Durststrecke enden, die sich über zwei Jahrzehnte gezogen hat. Die Aktie hat die Hochs dieser Zeit endlich überwunden.

Der Anstieg ist nicht grundlos geschehen. Die Nachfrage im Windenergie-Markt ist hoch, die Auftragslage gut und Nordex ist es 2025 endlich wieder gelungen schwarze Zahlen zu schreiben. Das nährt die Hoffnung, dass der aktuelle Schwung mehr ist als nur ein Strohfeuer.

Nordex Aktie: Chart vom 25.02.2026, Kurs: 40,00 EUR – Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 25.02.2026, Kurs: 40,00 EUR – Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Dabei handelt es sich um die eigentliche Kernfrage. Es handelt sich schließlich nicht um die erste Rallye. Wird auch diese Rallye am Ende auch wieder in sich zusammenfallen?

Die Nordex Group ist einer der großen unabhängigen Hersteller von Onshore-Windenergieanlagen. Das Unternehmen entwickelt, produziert und installiert Turbinen für den Einsatz an Land und deckt dabei die gesamte Wertschöpfungskette von der Projektierung über die Errichtung bis zum langfristigen Service ab.

Die Delta4000-Plattform als Türöffner

Kern des Angebots sind leistungsstarke Onshore-Anlagen der Multi-Megawatt-Klasse. Mit der Delta4000-Plattform hat Nordex eine modulare Turbinenfamilie etabliert, die auf unterschiedliche Windstandorte zugeschnitten werden kann. Hohe Nabenhöhen, große Rotoren und flexible Konfigurationen ermöglichen es, auch Standorte mit schwächeren Windverhältnissen wirtschaftlich zu erschließen. Das verschafft Nordex Zugang zu Märkten, die lange als Grenzlagen galten.

Im globalen Onshore-Markt gehört Nordex zur erweiterten Spitzengruppe, liegt aber hinter den Branchenführern. Zu den wichtigsten Wettbewerbern zählen Vestas, Siemens Gamesa und GE Vernova. Während Vestas als Weltmarktführer mit enormer installierter Basis und hoher Servicequote agiert und Siemens Gamesa stark in Europa verankert ist, positioniert sich Nordex als fokussierter Spezialist für Onshore-Projekte ohne Offshore-Engagement.

Das Geschäftsmodell ist zweigeteilt. Zum einen verkauft Nordex neue Anlagen und realisiert schlüsselfertige Windparks. Dieses Projektgeschäft sorgt für hohe Umsätze, hat jedoch relativ niedrige Margen und ist von der jeweiligen Auftragslage abhängig.

Service als Hoffnungsträger?

Zum anderen betreibt das Unternehmen ein wachsendes Servicegeschäft. Wartung, Instandhaltung und technische Optimierung der installierten Flotte liefern planbare, wiederkehrende Erlöse. Mit jeder neu errichteten Anlage wächst die installierte Basis und damit das profitablere und stabilere Servicegeschäft.
Die große Hoffnung war immer, dass dieser Geschäftsbereich irgendwann groß genug sein wird, um das Unternehmen dauerhaft in die schwarzen Zahlen zu hieven.

Damit das gelingt, hat das Unternehmen aber auch interne Anpassungen durchgeführt. In den letzten Jahren wurde die Kostenbasis gestrafft, das Produktportfolio vereinheitlicht und die Beschaffung neu aufgestellt.

Im gerade abgeschlossenen Geschäftsjahr 2025 wurden die erzielten Fortschritte sichtbar, vor allem im vierten Quartal.
Nordex hat am 25. Februar überzeugende Geschäftszahlen vorgelegt.

Der Umsatz konnte im Schlussquartal um 15,8 % auf 2,54 Mrd. Euro gesteigert werden.
Das ist erfreulich, doch an dieser Stelle werden auch erste Brüche sichtbar. Das Servicegeschäft verzeichnete lediglich ein Umsatzplus von 3,1 % auf 240,4 Mio. Euro. Damit ist dieses Segment weit davon entfernt, den Konzern tragen zu können.

Profitabilität zieht deutlich an

Die EBIT-Marge verbesserte sich erheblich von 2,7 auf 10,0 %. Das Konzernergebnis ist von 17,5 auf 183,8 Mio. Euro sprunghaft gestiegen. Der freie Cashflow lag mit 565,2 Mio. Euro sogar weit über dem Gewinn.

Ob sich die gute Entwicklung fortsetzen wird, steht bei projektbezogenen Geschäftsmodellen immer in den Sternen. In der Vergangenheit kam bisher immer irgendwann eine Flaute und der Kurs kollabierte wieder. Leider ist die Wahrscheinlichkeit recht groß, dass das irgendwann wieder geschehen wird.

Aber vorerst wird das nicht geschehen, denn der Auftragsbestand im Projektgeschäft lag zuletzt bei 10,12 Mrd. Euro.
Darüber hinaus lag der Auftragseingang im vierten Quartal mit 3,17 Mrd. Euro über dem Umsatz und solange das so bleibt, wird Nordex weiterhin ordentliche Gewinne einfahren.

Bei Nordex dürften in den kommenden 4 – 6 Quartalen überwiegend gute Nachrichten und Quartalszahlen hereinflattern. Das spricht für eine Fortsetzung der Rallye.

Volle Auftragsbücher – darauf kommt es an

Ich möchte jedoch zu bedenken geben, dass sich dieser optimistische Ausblick in einer optimistischen Bewertung niedergeschlagen hat. Aktuell kommt Nordex auf ein KGV von 34.
Dieser Wert basiert auf einem Gewinn in Höhe von 1,16 Euro je Aktie, berechnet aus dem gemeldeten Konzernergebnis von 274,3 Mio. Euro und der Zahl der ausstehenden Aktien in Höhe von 236,45 Millionen.

Um das zu rechtfertigen, muss sich die positive Entwicklung konsequent fortsetzen. Die Betonung liegt auf „muss“.

Für das laufende Jahr (2026) erwartet die Nordex Group eine nachhaltige Verbesserung aller wichtigen Finanzkennzahlen und strebt einen Konzernumsatz zwischen 8,2 und 9,0 Milliarden Euro mit einer EBITDA-Marge zwischen 8,0 und 11,0 Prozent an.

Daraus ergibt sich für den Gewinn eine außerordentliche Spannbreite. Am unteren Ende wäre das EBITDA kaum höher als im letzten Jahr. Am oberen Ende wäre es mehr als das Anderthalbfache.
Die Geschichte ist demnach mit relativ großer Unsicherheit behaftet, auch wenn das im ersten Moment nicht so erscheint.

Den Konsensschätzungen zufolge soll das Ergebnis in diesem Jahr auf 1,36 Euro je Aktie steigen. Nordex kommt demnach auf ein KGVe von 29.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

14.01.2026

Nordex: War das womöglich ein Signal zum Ausstieg? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.01.2026 um 20:53 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nordex meldete am Dienstag überzeugende Zahlen zum Auftragseingang im Jahr 2025. Doch anfängliche Kursgewinne trafen zumindest zeitweilig auf Gewinnmitnahmen: Hatte man womöglich mehr erwartet? Oder gibt es einen Haken, der vorsichtig stimmen sollte?

Nein, den gibt es nicht. Der Windkraftanlagen-Hersteller konnte im Jahr 2025 Aufträge mit einem um 22,5 Prozent höheren Stromleistungs-Volumen verbuchen als 2024. Zwar wirkte das Plus von 9,2 Prozent im vierten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum, als würde die Dynamik nachlassen, aber das basierte auf einem Basiseffekt:

Das Minus war deswegen eher moderat, weil das Vergleichsquartal, das vierte Quartal 2024, besonders stark gelaufen war. Da hatte man gegenüber 2023 ein Auftragsplus von knapp 32 Prozent erreicht.

Und auch über den ebenfalls gemeldeten durchschnittlichen Verkaufspreis pro Megawatt Leistung konnte man eigentlich nicht klagen. Der blieb im vierten Quartal mit 0,89 Millionen Euro pro Megawatt stabil. Im Gesamtjahresvergleich stieg er mit 0,91 gegenüber 0,90 Millionen im Vorjahr leicht an. Allzu viel höher kann es da eher nicht gehen, das Gewinnwachstum würde bei diesen Preisen vor allem vom Volumenwachstum getragen … und das passt ja. Zumal:

Expertenmeinung: Am Ende schloss die Nordex-Aktie ja dann auch im Plus. Zwar hatte sie, nachdem sie morgens kurz ein neues Jahres-Verlaufshoch erreicht hatte, zeitweise im Minus gelegen, aber diese Gewinnmitnahmen trafen schon wieder auf erste Käufer. Warum sollte man da überhaupt genauer hinschauen?

Nordex Aktie: Chart vom 13.01.2026, Kurs 32,80 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Nordex Aktie: Chart vom 13.01.2026, Kurs 32,80 Euro, Kürzel: NDX1 | Quelle: TWS

Weil Gewinnmitnahmen bei überzeugenden Auftragszahlen nur dann erklärbar wären, wenn es noch andere Argumente gäbe, die einige zum Ausstieg veranlasst haben. Will man abschätzen können, ob da noch Luft nach oben ist oder das Rückschlagrisiko wächst, muss man diese Argumente suchen und abklopfen. Und würde bei der Bewertung der Aktie landen.

Denn die wäre mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 24 für 2026 bereits ein wenig teuer, sofern man nicht sicher absehen kann, dass das Gewinnwachstum trotz der im Sektor der erneuerbaren Energien wankelmütigen Rahmenbedingungen stetig weitergeht. Und dieses KGV von 24 wäre auch nur dann zutreffend und nicht höher, wenn der Gewinn pro Aktie 2026 gegenüber dem Vorjahr um gut 30 Prozent zulegen würde. Aber noch ist völlig offen, ob diese Schätzungen der Analysten auch von Nordex bestätigt würden. Ein wenig spekulativ ist dieser Kurslevel also allemal. Aber muss man deswegen aussteigen?

Immer dann, wenn man zu dem Schluss käme, dass ein Short-Trade in der derzeitigen Gesamtkonstellation ein absurd gewagter Gedanke wäre, könnte man grundsätzlich auch bestehende Long-Positionen aufrechterhalten. Und für Short-Trades wäre diese Gemengelage eben noch deutlich zu positiv. Aber der erhebliche Kursanstieg der letzten Monate in Kombination mit einer jetzt eben doch eher ambitionierten Bewertung eröffnet dennoch das Risiko von unnötigen Gewinneinbußen durch scharfe Korrekturen. Absichern sollte man Long-Trades also auf jeden Fall.

Hier gälte es, auf die Supportzone zwischen 27,80 und 29,90 Euro, zusammengesetzt aus den Hochs der Monate November und Dezember sowie der 50-Tage-Linie, zu achten. Solange diese Zone hält, brennt in Sachen weiteren Aufwärtspotenzials noch nichts an. Ob es dahingehend problematisch wird oder der Weg nach oben womöglich noch deutlich weiterführt, wird dabei vor allem am 26. Februar deutlich werden, da kommen die kompletten Ergebnisse des vierten Quartals 2025 und vermutlich auch Nordex‘ Ausblick auf 2026. Achten Sie auf diesen Termin!

Quellenangaben: Meldung zum Auftragseingang 4. Quartal und Gesamtjahr 2025, 13.01.2026: https://www.nordex-online.com/de/2026/01/nordex-group-schliesst-das-vierte-quartal-mit-auftraegen-in-hoehe-von-36-gw-ab-und-erzielt-damit-in-2025-einen-neuen-jahresrekord-von-102-gw

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv, seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d.h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentinentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

15.12.2025

Nordex: Bullisch, aber langsam hart am Wind — Ronald Gehrt

12.11.2025

Nordex: Der Dauerläufer erreicht schwieriges Terrain — Ronald Gehrt

28.10.2025

Nordex: Neue Margenprognose – jetzt wird es spannend! — Ronald Gehrt

13.10.2025

Nordex: Hat das überhaupt jemand auf dem Schirm? — Ronald Gehrt

08.10.2025

Nordex mit Wind im Rücken: Aktie nähert sich Schlüsselmarke — Achim Mautz

01.09.2025

Nordex: Offenbar haben einige diese Linie doch gesehen … — Ronald Gehrt

25.07.2025

Nordex mit Rückenwind — Achim Mautz

22.07.2025

Nordex: Gewinne mitnehmen oder Position laufen lassen? — Ronald Gehrt

08.07.2025

Nordex mit Rückenwind – welche Marke nun im Fokus stehen könnte — Achim Mautz

03.07.2025

Nordex: Der Deckel bleibt vorerst wohl drauf — Ronald Gehrt

19.06.2025

Nordex: Alles halb so wild? — Ronald Gehrt