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Mit +8,43 Prozent gelang es, bei der Nemetschek-Aktie eine am Vorabend noch gefährdete Unterstützungszone zu verteidigen. Das ist ein positives Signal. Aber dessen Auslöser stellt die Frage in den Raum: Wie weit kommt man, wenn man mit fremden Flügeln fliegen will?
Von Nemetschek kamen am Freitag keine neuen Nachrichten. Die kamen aus den USA, von der US-Software-Firma Workday. Oder besser: Es waren Meldungen über dieses Unternehmen, denn die Nachrichtenagentur „Reuters“ hörte von „mit der Angelegenheit vertrauten Personen“, dass die Private Equity-Gesellschaft Silver Lake Gespräche über eine Übernahme von Workday führe. Was hat das mit Nemetschek zu tun?
Unmittelbar gar nichts, außer, dass Workday und Nemetschek beide im Softwaresektor agieren. Das Argument, das Nemetschek und auch einigen anderen Software-Aktien zu diesem Kurssprung verhalf, dürfte gewesen sein, dass der dramatische Druck auf die Kurse durch die Behauptung, KI werde der Branche das Wasser abgraben, offenbar große Adressen wie Silver Lake auf den Plan gerufen hat. Adressen, die nicht zuletzt aufgrund der oft starken Bilanzen in der Branche ohne Hinweise darauf, dass KI sich negativ auswirkt, erkennen, dass sich da eine Chance ergibt, zu niedrigen Kursen an hoch interessante Unternehmen zu kommen.
Und da Nemetschek von einer vor einem Jahr noch überzogen hohen Bewertung mittlerweile auf ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 25/26 gerutscht ist, das man als fair bis sogar günstig einordnen könnte, mögen einige auch diese Aktie als potenzielles Objekt der Begierde von Private Equity-Firmen gesehen haben, aber:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nemetschek Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Zunächst einmal hieß es, dass die Gespräche zwischen Silver Lake und Workday schon seit Monaten laufen. Und zum Stand der Verhandlungen gab es keine Kommentare seitens der Beteiligten. Darüber hinaus ist Workday im Bereich Personal-Software aktiv, Nemetschek im Sektor Bau- und Architektursoftware. Und dann wäre da natürlich die Frage, ob ein solcher Schritt für Nemetschek überhaupt infrage kommen würde. Denn ja, käme es zu einem Übernahmeangebot, müsste der Interessent einen lukrativen Preis für die Aktien anbieten, der klar über dem aktuellen Kursniveau liegt. Aber dazu käme es nur, wenn Nemetschek mitspielt. Und bislang ist nicht bekannt, dass da überhaupt jemand ernsthaft an das Unternehmen herangetreten wäre.
Damit war dieser kräftige Satz der Aktie nach oben einer, der mit fremden Flügeln erfolgt ist. Und das ist gemeinhin keine vertrauenerweckende Basis für eine nachhaltige Aufwärtswende, zumal die aus charttechnischer Sicht noch gar nicht zur Diskussion stünde.
Dieses Plus des Freitags hat erreicht, dass der Kurs sich aus der Unterstützungszone 55,00 zu 57,34 Euro nach oben lösen konnte. Was dringend geboten war, immerhin war im Vorfeld eine Rallye abverkauft worden und führte Nemetschek in diese Zone zurück, von der sie sich seither nicht hatte lösen können. Aber für ein echtes, bullisches Signal reicht es nicht, Unterstützungen zu halten, da müssen Widerstände aus dem Weg geräumt werden. Und da kommt es auf den Bereich 69,50 zu 73,10 Euro an.

Bis dorthin wäre es noch ein weiter Weg … und auch, wenn die Analysten für Nemetschek mehrheitlich bullisch sind und deren durchschnittliches Kursziel von 85 Euro meilenweit über dem derzeitigen Kursniveau liegt: Alleine mit diesen fremden Flügeln, die nicht einmal eine zwingende Verbindung mit Nemetschek haben, an und über diese Charthürden zu gelangen, wirkt derzeit nicht realistisch. Denkbar wäre, dass dieser Kurssprung mehr Blicke auf diese Aktie gezogen hat und das dem Kurs beim Fortkommen hilft. Aber solange der Abwärtstrend an sich noch intakt ist, wäre auch das erst einmal nur eine Chance, in den kommenden Wochen an die entscheidenden Kurslevels heranzukommen.
Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/NEM.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.08.2026 um 22:59 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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