Hören Sie sich die Audioversion dieses Artikels an (KI-generiert).
Nemetschek ist eine der drei heute vorgestellten Aktien, die gemeinsam haben, dass sie seit Beginn des Angriffs auf den Iran zulegen konnten und sich so vom Gesamtmarkt abgekoppelt haben. Die Frage ist bei allen dreien die gleiche: Hat diese relative Stärke Hand und Fuß?
Die Aktie des Bau- und Architektursoftware-Entwicklers Nemetschek war über Jahre hinweg überbewertet. Jetzt aber, nachdem sich der Kurs seit dem Sommer 2025 in der Spitze mehr als halbiert hat, der Gewinn pro Aktie derweil weiter stieg und man auch weiterhin Wachstum erwartet, wäre sie es nicht mehr. Aktuell läge das Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) für die durchschnittliche 2026er-Gewinnschätzung bei etwa 30. Angesichts einer derzeitigen Gewinnerwartung von jeweils +20 Prozent im laufenden und im kommenden Jahr ist das sogar eher günstig. Selbst ein KGV von 40 wäre da noch nicht überzogen.
Wenn es denn so kommt, wie die Analysten momentan vermuten. Denn genau das ist der Knackpunkt, der diese ohnehin schon stark gedrückte Aktie in den vergangenen Wochen noch mehr unter Druck setzte: der sogenannte „KI-Spuk“.
Die Befürchtung, dass die KI vieles, das Softwarehersteller derzeit von Menschen erarbeiten lassen, übernehmen wird und so die Preise und mit ihnen die Gewinnmargen unter Druck kommen und/oder der Absatz sinkt, weil billigere Systeme durch KI möglich sind und mit den bisherigen Software-Systemen in Konkurrenz treten, ist nicht aus der Luft gegriffen, nur:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nemetschek Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: In welcher Größenordnung sich das abspielen könnte, wann und wie lange das der Fall wäre und ob Software-Unternehmen wie Nemetschek nicht durch zügige Anpassung an neue Möglichkeiten ihre starke Position behalten, weiß niemand. Dieser Abverkauf basiert nicht auf schwachen Zahlen, sondern auf starken Behauptungen. Und so etwas ist immer eine höchst wacklige Sache.
Dass ausgerechnet Software-Aktien, das beschränkte sich vergangene Woche keineswegs auf Nemetschek, in der vergangenen Woche so relativ robust daherkamen, mag aber auch daran liegen, dass man sie in Bezug auf steigende Ölpreise und eine steigende Nervosität in den Industriebranchen als nicht exponiert einstufte. Da wagte womöglich manch einer einen „Switch“ heraus aus stark unter Abgabedruck stehenden Titeln in diese jetzt ja eher günstig bewerteten Aktien. Nicht zuletzt, weil die ihre Baisse ja schon gesehen haben und die Luft nach unten – auch mit dem Aspekt KI als Damoklesschwert – irgendwann eben dünner werden muss, solange keine Zahlen auftauchen, die diese für die Softwarebranche so düsteren Weissagungen belegen.
Aber auch wenn aus dieser relativen Stabilität grundsätzlich eine Aufwärtswende werden könnte … und auch, wenn das KGV jetzt da ist, wo man es sich die Jahre zuvor hätte wünschen mögen … ist diese Wende eben noch nicht da.
Erst wenn die markante und massive Doppel-Hürde aus August-Abwärtstrendlinie und 50-Tage-Linie mit Schlusskursen über 76 Euro genommen würde, wäre hier ein wirklich solides, bullisches Signal gegeben. Das kann gelingen. Aber das muss es keineswegs. Das Thema KI könnte vom bärischen Lager ein ums andere Mal aufgewärmt werden, wenn es dienlich wäre, um die Aktie an entscheidenden Chartmarken nach unten abzuweisen. Insgesamt zeigt die Bodenbildung, dass hier langsam Chancen auftauchen, und die relativ günstige Bewertung, dass sie auch umsetzbar wären … Aber einer solchen Aufwärtswende vorzugreifen, wäre trotzdem hoch riskant. Erst müssten hier die Kohlen aus dem Feuer, danach wäre vermutlich immer noch genug Potenzial nach oben vorhanden, um nicht zu spät dran zu sein.

--- ---
--- (---%)Displaying the --- chart
Heutigen Chart anzeigen





