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Wie der Entwickler von Bau- und Architektursoftware Nemetschek 2025 abgeschnitten hat, weiß man seit Ende Januar. Wie das Unternehmen das angelaufene Jahr einschätzt, erfahren wir erst am 19. März. Was also drückt den Kurs so massiv – und könnten das Kaufkurse sein?
Normalerweise wäre man versucht, diese Frage einfach mit „ja“ zu beantworten. Doch es sollte vorsichtig stimmen, dass die Aktie überhaupt so weit gefallen ist. Denn wäre es eine klare Sache, dass Nemetschek auf diesem Level „billig“ ist und viel Luft nach oben und wenig nach unten hätte, dann würde die Aktie entweder längst höher notieren oder wäre gar nicht erst so weit gefallen. Denn Chancen, die der Markt einfach komplett übersieht, bei einer Aktie, die sehr bekannt und im MDAX ebenso wie im TecDAX gelistet ist, gibt es nicht. Es muss also Argumente geben, warum der Kurs so drastisch unter seinem gerade erst vor gut einem halben Jahr bei 138,50 Euro erzielten Verlaufshoch notiert. Welche?
An der Geschäftsentwicklung des abgelaufenen Jahres lag es schon mal nicht: Nemetschek erfüllte mit einem Umsatzanstieg von 22,6 Prozent und einem um 28,9 Prozent zum Vorjahr gestiegenen operativen Gewinn (gerechnet als EBITDA) die Erwartungen voll. Und ein zu magerer Ausblick auf 2026 kann kein Argument sein, weil es ihn, wie oben erwähnt, noch gar nicht gibt. Nein, es sind zwei andere Aspekte, die derzeit wie Bleigewichte an der Aktie hängen:
Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Nemetschek Aktie finden Sie hier.
Expertenmeinung: Zum einen geht es um die Bewertung der Aktie. Mit einem Gewinnwachstum von fast 30 Prozent wäre ein Kurs-/Gewinn-Verhältnis (KGV) von 50 durchaus zu akzeptieren. Vorausgesetzt aber, dass man davon ausgehen könnte, dass das 2025 gezeigte Wachstumstempo auch 2026 und 2027 in dieser Höhe erreichbar wäre. Aktuell ist das KGV, das in den vergangenen Jahren schon Levels von 80 und mehr gesehen hatte und damit damals massiv überzogen war, bei 35, bezogen auf den 2025er-Gewinn und den derzeitigen Kurs. Wenn Nemetschek den Gewinn 2026 um auch nur 10 bis 15 Prozent steigern würde, wären wir im KGV bei 30 bis 32. Das wäre bei 15 Prozent Gewinnwachstum wiederum in Ordnung. Wo also liegt das Problem?
Es liegt darin, dass viele derzeit bezweifeln, dass kommende Gewinnsteigerungen in größerem Umfang realistisch seien. Und zwar wegen der „KI-Angst“, dieser derzeit umgehenden Befürchtung, dass die KI in naher Zukunft viele Software-Programme überflüssig machen wird und Software-Entwickler wie Nemetschek dadurch eine deutlich geringere Nachfrage sehen könnten. Kommt es so?
Das ist offen, eigentlich, speziell bei Programmen für Architektur und Bauwesen, sogar eher zweifelhaft. Aber es geht hier um eine Annahme, die nicht zeitnah zu widerlegen ist, eine, die emotional bei den Anlegern Verunsicherung und bei bärischen Tradern die Hoffnung auf kräftige Short-Gewinne auslöst. Das ist auf rationaler Ebene nicht eingrenzbar, deswegen muss man konstatieren: Eigentlich könnte die Nemetschek-Aktie höher notieren, somit könnten das hier Kaufkurse sein, es ist aber absolut nicht abzusehen, wie lange diese „KI-Angst“ noch umgeht und was sie mit Software-Aktien wie Nemetschek bis dahin noch anrichten könnte.
Daher wäre es aus aktueller Sicht die sinnvollste Lösung, abzuwarten, bis sich im Chartbild Hinweise zeigen, dass die Bären die Aktie aus ihren Klauen lassen. Was dann zu vermuten wäre, wenn Widerstände, die in einem intakten Abwärtstrend normalerweise vom bärischen Lager effektiv verteidigt würden, zurückerobert werden. Hier, bei Nemetschek, stechen da die 50-Tage-Linie in Verbindung mit der vom Rekordhoch ausgehenden Abwärtstrendlinie heraus. Dieser derzeit bei 80,60 zu 81,70 Euro verlaufende Bereich müsste überboten werden, dann hätten wir hier mehr als nur eine normale Gegenbewegung nach oben … und dann wäre die Aktie immer noch hinreichend günstig bewertet, um über einen Einstieg nachdenken zu können.

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