KI-Modell Avocado kann nicht mithalten und wird verschoben. Meta scheint im Wettbewerb immer weiter zurückzufallen.
Chancen nicht genutzt?
Meta hat sich längst von einem sozialen Netzwerk zu einem globalen Technologie- und Medienkonzern entwickelt und steht an einem kritischen Punkt seiner Unternehmensgeschichte.
Unter dem Dach von Meta finden sich Facebook, Instagram, WhatsApp und Threads. Diese Plattformen dominieren die sozialen Medien, generieren Milliarden an Werbeeinnahmen und verbinden täglich Milliarden Menschen weltweit.
Doch Meta muss über klassische soziale Netzwerke hinauswachsen. Nachdem sich das Metaverse als gigantische Geldgrube herausgestellt hat, ist KI das neue Spielfeld, auf dem das Unternehmen seine Zukunft sichern will.
Im Gegensatz zum Metaverse ist das Potenzial hier real, aber auch nur, wenn sich das Unternehmen im Wettbewerb durchsetzt – und das ist zunehmend fraglich.
Und das, obwohl Meta eine ganze Reihe von Vorteilen gegenüber einigen Wettbewerbern hat. Darunter ein nahezu unerschöpflicher Zugang zu Kapital, aber vor allem eine bestehende und gigantische Infrastruktur und Daten. Die sozialen Netzwerke sammeln enorme Datenmengen.
Avocado verfehlt die Erwartungen
Das neueste Projekt, intern unter dem Codenamen Avocado bekannt, sollte ursprünglich die nächste Generation von KI-Modellen markieren. Doch trotz intensiver Bemühungen und Milliardeninvestitionen hinkt Meta im Vergleich zu Konkurrenten wie Google, OpenAI und Anthropic hinterher. Interne Tests zeigten, dass Avocado in Bereichen wie logischem Denken, Programmierung und Textgenerierung nicht mit führenden Modellen mithalten kann.
Es liegt zwar über Metas vorherigem Modell Llama 4 und schlägt sogar Googles Gemini 2.5, erreicht jedoch nicht die Leistung von Gemini 3.0, dem aktuellen Vorzeigemodell von Google.
Wer in diesem Wettkampf leistungstechnisch eine Generation hinterherhinkt, ist auf verlorenem Posten. Warum sollte jemand die KI von Meta nutzen, wenn Gemini und ChatGPT schlichtweg besser sind?
Das ist kein nebensächliches Problem, denn dabei handelt es sich um einen typischen Fall von „the winner takes it all or most“.
Das bedeutet, dass die 2 – 3 besten KI-Anwendungen den absoluten Großteil der Marktanteile erobern werden.
The Winner takes it all
Und dieser Markt ist schon heute gigantisch. OpenAI (ChatGPT) erzielt inzwischen einen annualisierten Umsatz von 25 Mrd. USD, obwohl die Monetarisierung in den Kinderschuhen steckt.
Der annualisierte Umsatz von Anthropic wurde kürzlich auf 14 Mrd. USD beziffert. Google hat den genauen Umsatz mit Gemini nicht bekanntgegeben, aber mit 750 Millionen aktiven Nutzern ist Gemini fast so groß wie ChatGPT mit geschätzten 800 – 900 Millionen aktiven Nutzern.
Und steht Meta in diesem umkämpften Feld? Der Konzern sitzt auf der Auswechselbank.
Google und OpenAI gelten als führend bei den fundamentalen KI-Modellen, die als Basis für neue Anwendungen wie Chatbots, Video-Generatoren oder Coding-Tools dienen.
Anthropic gilt im Enterprise‑Bereich als führend und schneidet bei komplexen Aufgaben oft besser ab als viele Wettbewerber.
Interne Spannungen statt Erfolge
Meta versucht daher, durch massive Investitionen, neue Talente und strategische Übernahmen wie die von Scale AI für 14,3 Milliarden US-Dollar aufzuholen.
Doch intern scheint es immer mehr Spannungen zu geben. Presseberichten zufolge sind der Scale-Gründer und jetzige KI-Chef von Meta, Alexandr Wang, Mark Zuckerberg und andere hochrangige Mitarbeiter bereits mehrfach aneinandergeraten.
Die kommenden Monate werden entscheidend sein, ob Meta seine ehrgeizigen Pläne in die Realität umsetzen und im Wettlauf um die nächste Generation künstlicher Intelligenz aufschließen kann.
Falls das nicht gelingen wird, könnte KI für Meta nicht nur zum Milliardengrab werden, sondern insgesamt im Wettbewerb in die zweite Reihe verfrachtet werden.
Bei all diesen Problemen sollten Anleger eine Sache jedoch nicht vergessen: Auch wenn Meta im KI-Wettbewerb aktuell nicht in der ersten Liga mitspielt; Instagram, Facebook & Co. spülen nach wie vor Milliarden in die Kriegskasse und WhatsApp wird kaum monetarisiert.

Daher wird im laufenden Geschäftsjahr ein Gewinnsprung um 26 % auf 29,58 USD je Aktie erwartet. Meta kommt demnach auf eine forward P/E von 21,6. Die vergleichsweise niedrige Bewertung reflektiert die vorherrschende Skepsis.
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