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LVMH Aktie Prognose LVMH: Wittert man hier langsam Morgenluft?

News: Aktuelle Analyse der LVMH Aktie

In diesem Artikel
LVMH
ISIN: FR0000121014
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Ticker: MC --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur LVMH Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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Das gestrige Plus von 2,66 Prozent brachte der LVMH-Aktie zwar noch kein bullisches Signal ein, aber wenn die Ende des Monats anstehende Halbjahresbilanz nicht enttäuscht, könnte der gestrige Anstieg am Ende der Grundstein eines Befreiungsschlags gewesen sein.

Es waren die Bilanzzahlen des Schweizer Luxusgüterkonzerns Richemont, die dafür sorgten, dass die Anleger am Mittwoch für die gesamte Branche Hoffnung schöpften. Richemont meldete für das zurückliegende Quartal ein sattes Umsatzplus von 20 Prozent … das könnte doch, dachten sich diejenigen, die daraufhin auch bei Kering, Hermès und Louis Vuitton Moët Hennessy (LVMH) zugriffen, wegweisend für die gesamte Branche sein?

Das könnte es, das muss es aber nicht. Denn Richemont hat derzeit „einen Lauf“. Während die „Großen Drei“ der Branche aus Frankreich ihre liebe Not haben, wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren, läuft es bei den Schweizern seit drei Jahren sehr gut. Sich darauf zu verlassen, dass das gute Quartal von Richemont auch für LVMH gut war, ist also gewagt. Aber das moderate Plus bringt die LVMH-Aktie immerhin in eine Position, aus der heraus ein Ausbruch nach oben möglich wäre … wenn denn die eigenen Zahlen überzeugen.

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur LVMH Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Die stehen am 27. Juli an, allzu lange muss man darauf also nicht warten. Und was da dann auf den Tisch kommt, kann viel bewegen, im Guten wie im Schlechten, weil LVMH ja in guter Tradition französischer Unternehmen zum ersten Quartal nur die Umsatzentwicklung gemeldet hat. Wie es mit Margen und Gewinnen aussieht, wird erst an diesem 27.7. klar werden.

LVMH Aktie: Chart vom 15.07.2026, Kurs 495,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 15.07.2026, Kurs 495,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Wenn man sich das Chartbild ansieht, wird klar: Noch ist ein starker Impuls in beide Richtungen denkbar, aber immerhin hat das gestrige Plus den LVMH-Kurs vom unteren Ende der Entscheidungszone lösen können. Wir sehen eine markante Dreiecksformation, innerhalb welcher sich seit einigen Wochen eine seitwärts gerichtete Schiebezone etabliert hat. Deren untere Begrenzung bei 471,30 Euro kreuzt sich derzeit mit der unteren Linie des Dreiecks. Auf der Oberseite bildet der Widerstand um 505 Euro mit der knapp darüber laufenden Januar-Abwärtstrendlinie ebenso einen Kreuzwiderstand.

Durch die Reaktion auf Richemonts Bilanz gelang es, einen drohenden Ausbruch nach unten erst einmal zu verhindern. Aber selbst wenn LVMH kurzfristig nach oben oder unten ausbrechen sollte: Erst, wenn das Unternehmen in gut zehn Tagen seine eigenen Zahlen auf den Tisch legt, wäre ein solches, charttechnisches Signal auch von Daten unterfüttert. Diese wichtige Bilanz abzuwarten, wäre daher grundsätzlich sinnvoll!

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 15.07.2026 um 23:14 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

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Vorherige Analysen der LVMH Aktie

15.04.2026
08:32 Uhr

LVMH: Robuste Reaktion auf magere Quartalsergebnisse — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 14.04.2026 um 22:23 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Ein Umsatzminus von sechs Prozent im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahreszeitraum, das wirkte im ersten Moment äußerst unerfreulich. Aber die Anleger sahen sich die Ergebnisse von LVMH am Dienstag genauer an – das Fazit: Es hätte allemal schlimmer sein können.

Sechs Prozent weniger Umsatz, das klingt nicht so, als würden die Verbraucher, wie man das 2025 erhofft hatte, im neuen Jahr wieder verstärkt zu den Luxusgütern greifen, die Louis Vuitton Moet Hennessy, wie LVMH ausgeschrieben heißt, anbietet. Doch genau genommen taten sie das durchaus, nur in einem zugegeben minimalen Maß. Denn rein vom nominalen Umsatz her konnte LVMH im ersten Quartal 2026 im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ein Prozent zulegen. Nur aufgrund des starken Euro kam es zu diesem Minus von sechs Prozent, konkret belastete dieser Wechselkurseffekt mit sieben Prozent.

Zwar ist es am Ende trotzdem ein Minus. Und wie es mit der Gewinnmarge und damit mit dem eigentlichen Gewinn aussieht, weiß man noch nicht einmal, weil LVMH wie alle französischen Konzerne nur zum Ende eines Halbjahres mit einem kompletten Zahlenwerk aufwartet. Aber was Anleger dazu bewog, nach einer anfangs negativen Reaktion in die gestrige Kursschwäche hinein einzusteigen und das Minus dadurch auf unbedeutende 0,06 Prozent zu verringern, sind die allgemeinen Umstände, unter denen diese Ergebnisse zustande kamen, denn:

Expertenmeinung: Der Nahe Osten ist für LVMH ein immens wichtiger Markt. Und genau dort brachen die Besucherzahlen in den Läden im März, bedingt durch den Iran-Krieg und die Raketen- und Drohnenangriffe auf die Staaten der arabischen Halbinsel, deutlich ein. Dass es trotzdem gelang, den Umsatz organisch, also währungsbereinigt, um ein Prozent zu steigern, ist – eigentlich – eine solide Leistung, bei der sich konstatieren ließe: Bei einem weniger festen Eurokurs und ohne den Irankrieg wäre das erhoffte Wachstum auch zustande gekommen. Und für beides kann LVMH nichts.

LVMH Aktie: Chart vom 14.04.2026, Kurs 481,45 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 14.04.2026, Kurs 481,45 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Diese „robuste“ Reaktion der Marktteilnehmer hält die Chance für eine Aufwärtswende erst einmal aufrecht. Die Aktie hatte Ende März knapp über der wichtigen Unterstützungszone 436,60/450,40 Euro einen kurzfristigen Boden gebildet und vermochte, durch das Aufholen der Verluste gestern die 20-Tage-Linie als direkt über dieser Zone liegende Supportlinie zu verteidigen. Selbst auf kurzfristiger Ebene wäre zwar erst dann ein bullisches Signal gegeben, wenn LVMH das letzte Zwischenhoch bei 505 Euro auf Schlusskursbasis klar überbieten könnte. Aber die Tür für ein solches Szenario steht nach der gestrigen Reaktion auf die Quartalszahlen immerhin weiter offen. Aber:

Auch wenn man die Umsatzentwicklung insgesamt als „okay“ einordnen könnte, bleibt ein problematischer Aspekt: Während die Bereiche Spirituosen und Uhren/Schmuck ordentliche Umsatzzuwächse erzielten, sieht das im Bereich Mode und Lederwaren anders aus. Dort verbuchte LVMH ein Umsatzminus von zwei Prozent. Das Problem: Eben diese weiter schwächelnde Sparte ist die mit Abstand wichtigste und trägt im Schnitt um die 80 Prozent zum Gesamtumsatz bei.

Einer charttechnischen Aufwärtswende gezielt auf rein technischer Basis und mit sukzessiv angepassten Stoppkursen zu folgen, wäre also eine Sache, ein mittelfristiges Investment anzupeilen, eine andere. Eine, für die man auf deutlich stabileren Füßen stehen würde, wenn sich im Verlauf des Jahres auch bei Mode/Lederwaren und damit im Kernbereich des Konzerns Wachstum zeigen würde.

Quellenangaben: Ergebnis des 1. Quartals 2026, 13.04.2026:
https://www.lvmh.com/en/publications/lvmh-continues-to-achieve-organic-growth-in-the-first-quarter-in-a-global-environment-impacted-by-the-conflict-in-the-middle-east

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

23.02.2026
08:15 Uhr

LVMH: Vorsicht, Falle? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 20.02.2026 um 22:08 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die Aktie des französischen Luxusgüterkonzerns LVMH beendete den Freitag mit +4,52 Prozent als zweitstärkster Wert im Euro Stoxx 50. Zwei Faktoren schoben den Kurs an. Und beide könnten sich als tückisch erweisen, daher: Das könnte schiefgehen für die Bullen.

Louis Vuitton Moet Hennessy startete bereits mit einer Aufwärts-Kurslücke in den Freitag. Auslöser waren starke Bilanzdaten des italienischen Modeherstellers Moncler. Man war nur zu gerne bereit, hier eine „Sippenhaft“ im positiven Sinne zu verhängen, und schloss von Moncler auf die gesamte Branche. Auch Hermès konnte beispielsweise kräftig zulegen. Das alleine ist riskant, denn Moncler steht vor allem für hochpreisige Outdoor-Mode. Welchen Rückschluss könnte man da, nüchtern betrachtet, auf die Absatzperspektive von Champagner, Uhren, Schmuck, Parfum und Haute Couture ziehen?

Der zweite Impuls kam am Freitag um 16 Uhr, als bekannt wurde, dass der Supreme Court, das oberste US-Bundesgericht, urteilte, dass US-Präsident Trump nicht befugt war, die vergangenes Jahr verhängten „reziproken Zölle“ gegen andere Länder und die Zusatzzölle wegen angeblichen Fentanyl-Handels anzuordnen. Auch da wartet eine Falle. Denn erstens ging es nur darum, ob Mr. Trump das alleine hätte entscheiden dürfen, nicht darum, ob solche Zölle an sich zulässig wären. Zweitens kam es bereits am Freitagabend zu einer Retourkutsche Trumps, mit der man eigentlich hätte rechnen müssen:

Expertenmeinung: Er kündigte umgehend weitere Zölle auf sämtliche Einfuhren in die USA in Höhe von zehn Prozent an, hält die bestehenden Zölle zugleich aufrecht und drohte allgemein mit noch weit höheren Zöllen. Der Gedanke, der die Käufer direkt nach der Supreme Court-Entscheidung umgetrieben haben dürfte, nämlich, dass die US-Regierung diese Einfuhrzölle jetzt zurücknimmt und Unternehmen wie LVMH dadurch wieder eine bessere Absatzperspektive in den USA hätten, war also voreilig. Was bedeutet:

Das eine Argument, mit dem gekauft wurde, ist nicht stichhaltig, das andere, das die Zölle betrifft, gar nicht vorhanden. Aus rein charttechnischer Sicht war der Kurssprung des Freitags zwar ein markant bullisches Signal. Aber umso problematischer wäre es, wenn es nicht vorhält. Ein Blick auf den Chart:

LVMH Aktie: Chart vom 20.02.2026, Kurs 554,70 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 20.02.2026, Kurs 554,70 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Wir sehen, dass die LVMH-Aktie ihren nach der Bilanz Ende Januar beschleunigten Abstieg im Wochenverlauf ein kleines Stück über der im vergangenen Sommer etablierten, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie abfangen konnte. Mehr gelang erst einmal nicht, aber mit diesem Freitag schaffte der Kurs den Sprung nicht nur über das markante Zwischenhoch vom Mai 2025, sondern, vor allem, über die 20-Tage- und die 200-Tage-Linie, die im Bereich 539 bis 541 Euro gerade ein negatives Crossover und damit ein bärisches Signal erzeugt hatten. Das ist ein beeindruckender Konter gegen die bärische Tendenz, aber …

… eben nur, wenn die Aktie nicht wieder unter diese Zone 539/541 Euro zurückfällt. Sollte das passieren, weil man in dieser neuen Woche Nachrichten vorgesetzt bekommt, die andeuten, dass Mr. Trump den Zollkrieg jetzt erst recht anheizt, wäre ein Test der bislang auf Distanz gehaltenen, mittelfristigen Aufwärtstrendlinie bei momentan 507 Euro nichts, das überraschen sollte.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

29.01.2026
08:19 Uhr

LVMH: Die Bullen sind hier offenbar ein wenig schreckhaft — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.01.2026 um 22:25 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Dienstagabend legte der französische Luxusgüterkonzern LVMH das Ergebnis des Jahres 2025 vor. Am Mittwoch startete die Aktie mit einer Abwärts-Kurslücke und wurde zum größten Verlierer im Euro Stoxx 50. Dabei waren die Zahlen gar nicht so schlecht – wo lag das Problem?

Ein Rückgang des Umsatzes auf organischer Basis um ein und nominal um fünf Prozent gegenüber 2024, das ist natürlich nicht gerade erfreulich. Aber immerhin gelang im vierten Quartal ein kleines Plus von einem Prozent zum Vorjahreszeitraum, während die Analysten im Schnitt ein leichtes Minus prognostiziert hatten. Auch der Gewinn gab nach. Netto lag er 13 Prozent unter dem Vorjahr, operativ um 9 Prozent niedriger. Die operative Gewinnmarge sank von 30 auf 22 Prozent.

Das war natürlich mager. Aber es war in etwa das, womit die Analysten im Vorfeld gerechnet hatten. Außerdem hat sich die Situation in der zweiten Jahreshälfte etwas aufgehellt. Wo also lag das Problem derer, die die Aktie am Mittwoch fallen ließen wie eine heiße Kartoffel? War es der Ausblick, der ja mindestens genauso wichtig wäre wie der Blick zurück?

Expertenmeinung: In gewisser Weise ja. Der „offizielle“ Ausblick auf das neue Jahr fiel in der offiziellen Mitteilung zwar so vage aus wie üblich: Man sei zuversichtlich, hieß es da. Aber konkrete Ziele kann man bei LVMH nicht erwarten, schließlich hat man hier kein Auftragsbuch wie ein Maschinenbauer. Hier geht es um Konsum im Luxussegment, da ist eine konkrete Prognose unrealistisch. Aber im Rahmen der Live-Präsentation der Zahlen sagte Unternehmens-Chef Bernard Arnault einige Sätze, die manche offenbar verschreckt haben.

Konkret wies er darauf hin, dass man sich mit dem Konzern solide durch ein wirtschaftlich und geopolitisch stark gestörtes Umfeld bewege und auch 2026 kein einfaches Jahr werden würde. Natürlich deutet das darauf hin, dass LVMH im angelaufenen Jahr nicht mit einem immensen Anstieg bei Umsatz und Gewinn rechnet. Und die derzeitige, durchschnittliche Analystenprognose für 2026 sieht einen Umsatzanstieg um etwa zwei und einen um knapp zehn Prozent höheren Gewinn pro Aktie vor. Aber nur, weil Monsieur Arnault ausspricht, was alle wissen, ist das Erreichen solcher insgesamt dennoch bescheidenen Ziele ja nicht ausgeschlossen.

LVMH Aktie: Chart vom 28.01.2026, Kurs 542,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 28.01.2026, Kurs 542,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

So gesehen wirkt die negative Reaktion in der Tat etwas schreckhaft – aber die Aktie ist jetzt nun einmal an einem Punkt im Chart gelandet, wo effektive Defensivarbeit der bullischen Marktteilnehmer dringend geboten wäre.

Es war bereits auffällig, dass der Kurs als Reaktion auf die Androhung von US-Zusatz-Zöllen in Bezug auf die Grönland-Problematik zwar abrutschte, das Minus aber nicht aufzuholen vermochte, als Mr. Trump seine Drohung zurücknahm. Die Aktie konnte sich nicht effektiv von der wichtigen Supportzone 565,70/582,10 Euro lösen, die sie als Reaktion auf diese 2025er-Bilanz jetzt durchbrochen hat.

Es bleibt indes noch ein „Sprungtuch“, das am Mittwoch hielt, bestehend aus der Nackenlinie der breiten Bodenbildung des Vorjahres bei 541,20 und der 200-Tage-Linie bei 537,85 Euro. Aber erst wenn es gelingt, diese Zone 565,70/582,10 Euro eindeutig und auf Schlusskursbasis zurückzuerobern, könnte man annehmen, dass diese gestrige Reaktion nicht nur etwas überzogen, sondern auch kurzlebig war.

Quellenangaben: Bilanz 2025, 27.01.2026: https://www.lvmh.com/en/financial-calendar/2025-full-year-results

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

20.01.2026
08:20 Uhr

LVMH: Hochvolatil … aber der entscheidende Tag kommt erst noch — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 19.01.2026 um 20:31 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Zum Wochenstart stufen die Analysten von Morgan Stanley LVMH von „Übergewichten“ auf „mit dem Gesamtmarkt gewichten“ herunter, und die Aktie fällt. Das wirkt logisch, aber der Schein trügt. Hier geht es nicht um Kursziele, sondern um gleich drei andere Faktoren!

Bei Morgan Stanley ist man der Ansicht, dass die Aktie der Ertragslage zu weit vorausgelaufen ist, daher hat man die Einschätzung, dass Anleger die Aktie in ihrem Depot übergewichten könnten, zurückgenommen. Aber das Kursziel blieb bei 635 Euro. So gesehen wäre es eher überraschend, dass der Kurs von Louis Vuitton Moët Hennessy, wie die LVMH-Aktie korrekt heißt, deswegen am Montag so deutlich unter die Räder kam. Zumal die Bank of America da ganz anderer Meinung ist und ihr Kursziel gerade erst am Freitag von 675 auf 750 Euro nach oben genommen hatte.

Das herbe Minus zum Wochenstart dürfte vielmehr auf drei anderen Aspekten basieren: auf der charttechnischen Situation, auf der für Unternehmen wie LVMH, für die der US-Markt wichtig ist, äußerst unguten Zoll-Drohung des US-Präsidenten vom Wochenende und auf der anstehenden Bilanz des zweiten Halbjahres 2025. Der Reihe nach:

Expertenmeinung. Charttechnisch ist LVMH ein „Abpraller“: Nach einem durchwachsenen Jahresstart stieß der Kurs an das markante Herbst-Hoch bei 654,70 Euro. Dort gingen der Aktie offensichtlich die Käufer aus. Erste Gewinnmitnahmen weiteten sich aus … und schon ging es erst einmal bergab. Dass die Charttechnik gerade eine größere Rolle spielt als die Analysten-Kursziele, sieht man auch daran, dass der Kurs bereits seit mehreren Tagen kräftig abrutscht und auch die obengenannte Kursziel-Anhebung der Bank of America daran nichts zu ändern vermochte.

LVMH Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs 582,80 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 19.01.2026, Kurs 582,80 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Zweitens bedeutet die erneute Zoll-Drohung aus den USA für LVMH ein markantes Risiko. Denn ein Viertel des Umsatzes der ersten drei Quartale 2025 wurde in den USA erzielt. Zwar haben einige Firmen des Konzerns ihren Sitz dort, aber das Gros eben nicht. Und man müsste durchaus damit rechnen, dass ein zusätzlicher Aufschlag von zehn Prozent nicht von den Importeuren und den Kunden alleine getragen würde, sodass hier entweder Margendruck, sinkende Verkaufszahlen oder beides zu befürchten wären.

Und drittens erscheint die Herabstufung durch Morgan Stanley ausgerechnet jetzt ebenso wenig sinnvoll wie die deutliche Kursziel-Anhebung durch die Bank of America, denn aktuell weiß man nicht nur nicht, wie der Umsatz im wichtigen vierten Quartal gelaufen ist. Man weiß auch nicht, wie sich Gewinnmarge und Gewinn seit dem 1. Juli entwickelt haben, weil LVMH die kompletten Bilanzzahlen – wie alle französischen Konzerne – nur nach einem kompletten Halbjahr meldet. Und diese Meldung steht am 27. Januar, sprich in genau einer Woche, an.

Dann erst werden die Weichen für die kommende Trendrichtung gestellt. Ob die jetzt angelaufene Unterstützungszone 565,70/594,70 Euro hält und die Aktie im Vorfeld der Zahlen wieder Richtung 654,70 Euro läuft oder nach unten in Richtung der Unterstützung bei 541 und der 200-Tage-Linie bei 536 Euro abrutscht: Im Vorfeld der Bilanz wäre das alles nur vorläufig. Hier sollte man sich besser nicht von der jetzt hohen Volatilität zu vorschnellen Aktionen verleiten lassen, sondern die Zahlen abwarten, die LVMH für den 27.1. avisiert!

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

03.12.2025
08:31 Uhr

LVMH: Befreiungsschlag durch Festtags-Rückenwind? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.12.2025 um 18:22 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Die LVMH-Aktie steht an der Schwelle zu einem charttechnischen Befreiungsschlag: Der Kurs schickt sich an, über die seit Frühjahr 2024 bestehende Abwärtstrendlinie zu laufen, an der er Mitte November noch gescheitert war. Wie stehen die Chancen?

LVMH Aktie: Chart vom 02.12.2025, Kurs 636,20 Euro, Kürzel: MC | Online Broker LYNX
LVMH Aktie: Chart vom 02.12.2025, Kurs 636,20 Euro, Kürzel: MC | Quelle: TWS

Es ist immer ein wenig riskant, eine auf kurzfristiger Ebene besser als erwartete Entwicklung auf einen mittel- und langfristigen Zeithorizont zu projizieren. Aber es kann funktionieren, wenn ein möglicher Beweis des Gegenteils noch nicht anstehen kann, wie im Fall von Louis Vuitton Moet Hennessy, kurz LVMH:

Mitte Oktober hatte der französische Luxusgüterkonzern Umsätze zum dritten Quartal vorgelegt, die zwar nur ein Prozent über denen des Vorjahreszeitraums lagen, man hatte aber seitens der Analysten im Schnitt mit einem Rückgang von 0,6 Prozent gerechnet. Das war also schon mal gut. Zudem berichtete LVMH von Zuwächsen in allen Geschäftsbereichen, das sah nach einer Rückkehr des Wachstums auf breiter Front aus. Aber wie könnte man sich sicher sein, dass das so bleibt, sprich dass das dritte Quartal der Startschuss für eine Rückkehr tragfähigen Wachstums in der Branche oder zumindest bei LVMH war?

Expertenmeinung: Man kann es nicht. Diejenigen, die zuletzt ihre Kursziele anhoben, so z. B. die Deutsche Bank (von 635 auf 715 Euro), die UBS (von 680 auf 725 Euro) oder die Royal Bank of Canada (von 575 auf 650 Euro), unterstellen das. Aber wissen können sie es nicht. Der Vorteil dieses Optimismus: Wie das für die Luxusgüterbranche so wichtige Weihnachtsgeschäft gelaufen ist, erfahren die Anleger erst am 22. Januar. Und erst dann – und das ist zusätzlich bedeutsam – erfährt man auch, wie sich Margen und Gewinn entwickelt haben. Denn wie alle französischen Unternehmen meldete LVMH im Oktober nur die Umsatzentwicklung, die vollständigen Ergebnisse kommen immer erst nach einem kompletten Halbjahr. Will heißen:

Hier wurden Kursziele angehoben, ohne dass es neue Fakten gab. Was höhere Kursziele unterstützt, ist eine steigende Hoffnung auf die Rückkehr des Wachstums. Und dafür ist die aktuelle Phase natürlich perfekt. Denn was, wenn nicht das Weihnachtsgeschäft, wäre für die großen Marken des Konzerns wie Dior, Fendi, Dom Perignon, Louis Vuitton, Hublot und die vielen anderen eine ideale Zeit für steigende Umsätze bei steigenden Margen?

Nur muss es eben auch so kommen … und das in einem Ausmaß, das einen aktuell immerhin bereits 45 Prozent über dem „Krisentief“ vom Juni (436,60 Euro) liegenden Kurs unterfüttert. Aber wie gesagt: Falls man sich da überhoben hätte, würde man das erst am 22. Januar erfahren. Daher hätte die LVMH-Aktie, wenn sie die jetzt erneut angegangene 2024er-Abwärtstrendlinie überwindet und das vorherige Zwischenhoch bei 654,70 Euro (das entstand, als die Linie das erste Mal und vergeblich attackiert wurde) bezwingt, erst einmal weiter Luft nach oben. Aber ob die Hoffnung über die Skepsis siegt, wird sich eben erst zeigen, wenn dieses letzte Hoch überboten ist … noch ist das ein „Kann“, wenngleich sich dieser Versuch, sich nach oben abzusetzen, bislang gut anlässt.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

16.10.2025
08:26 Uhr

LVMH: Macht man hier gerade aus einer Mücke einen Elefanten? — Ronald Gehrt

28.08.2025
08:22 Uhr

LVMH: Neue Zuversicht? Ist in Arbeit! — Ronald Gehrt