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Ein ums andere Jahr hofft die Chemiebranche seit Corona auf eine Belebung von Nachfrage und Margen … bislang vergebens. Behalten die Analysten bei Barclays Recht, wird auch 2026 nichts aus der Wende. Aber das sollte nicht davon abhalten, Lanxess im Auge zu behalten.
Bei Barclays sieht man auch 2026 eine schwache Nachfrage, eine träge Preisentwicklung und große Unsicherheit in den Endmärkten. Die Nachfrage im wichtigen Markt China ist weiterhin nicht gut, die Zölle unerfreulich, die Importe aus Asien bleiben eine problematische Konkurrenz. Nicht gut, keine Frage. Entsprechend reagierte die Lanxess-Aktie am Freitag auf diese Einschätzung mit einem Minus von 3,86 Prozent.
Aber wenn man sich den Chart des Polymer-Spezialisten Lanxess so ansieht (hier auf Wochenbasis), kommt man nicht um den Eindruck herum, dass ein weiteres Jahr Flaute die Anleger wohl nicht auf dem falschen Fuß erwischen würde:
Hier ist bereits allerhand „Krise“ in die Aktie eingepreist worden. Und das macht die Sache durchaus spannend. Denn immer dann, wenn sehr viele Anleger ein Extrem unterstellen, sei es im positiven oder, wie hier, im negativen Sinne, besteht die Möglichkeit, dass viele sehr schnell die Seiten wechseln, wenn sich die Rahmenbedingungen doch anders entwickeln, als mehrheitlich unterstellt wurde. Könnte das auch für Lanxess gelten?
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Expertenmeinung: Grundsätzlich ja, aber ob sich die Rahmenbedingungen wider Erwarten aufhellen, ist nicht vorhersagbar. Was man auch daran sieht, dass der Kurs der Aktie derzeit zwar in der Nähe des durchschnittlichen Kursziels der Analysten von 18,66 Euro notiert, die Spanne der Experten-Kursziele aber äußerst breit ist:

Sie reicht von 10 Euro bis zu 30 Euro … und seitens der Einstufungen verteilen sich die Meinungen fast gleichmäßig: Vier Analysten sehen Lanxess als kaufenswert an, sieben sagen „Halten“, fünf raten zum Verkauf. Was daran liegt, dass man auch dort keine funktionierenden Glaskugeln hat. Diejenigen mit den höheren Kurszielen sehen eine Belebung der Lage, die mit den niedrigeren Kurszielen eine Verschlechterung. Was fängt man damit an?
Am besten gar nichts. Wie immer, wenn solche Einschätzungen den Charme eines rotierenden Wegweisers haben, fährt man besser, wenn man sich auf das fokussiert, was letztlich entscheidend ist: auf den Kurs. Und da findet sich durchaus eine Orientierung. Denn wir sehen in diesem Wochenchart, dass sich im Bereich zwischen 20 und 21 Euro eine markante Widerstandszone findet, die vor ihrem Durchbrechen das untere Ende einer mittelfristigen Bodenbildungsspanne darstellte. Diese Zone wird aktuell von der mittelfristigen, im März 2025 etablierten Abwärtstrendlinie gekreuzt: Das ist eine charttechnische Schlüsselzone.
Wenn wir hier eine Gemengelage bekommen, die positiver ist als derzeit von der Mehrheit unterstellt, wird es um diesen Kreuzwiderstand gehen. Und wenn sie überzeugend genug ist, werden die Bären nicht imstande sein, die Aktie abzufangen. Dem vorzugreifen, wäre extrem riskant, aber bei dieser Aktie ist schon so lange Geduld gefragt, da sollte es kein Problem sein, sie mit genauem Augenmerk auf diese Widerstandszone noch ein wenig in der Watchlist „reifen“ zu lassen.
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