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Infineon Aktie Prognose Infineon: Nur noch zwei, drei Supportlinien bis zum Bären-Ziel?

News: Aktuelle Analyse der Infineon Aktie

In diesem Artikel
Infineon
ISIN: DE0006231004
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Ticker: IFX -,-- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Infineon Aktie

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

Die Quelle der Achterbahn, in der Chip-Aktien und Halbleiter-Ausrüster derzeit unterwegs sind, liegt zwar an der Nasdaq, aber heimische Aktien wie Infineon können sich diesen Impulsen nicht entziehen. Wo könnte ein Punkt erreicht sein, an dem der Spuk vorbei ist?

Momentan ist diese Achterbahn ja übergeordnet abwärts unterwegs. Seit es bei Infineon vor zwei Monaten misslang, das einige Wochen zuvor markierte Jahreshoch zu überwinden, machen sich die Käufer rar. Ein Doppeltopp wurde vollendet, dessen rechnerisches Kursziel bei knapp 64 Euro längst unterboten war, sogar die 200-Tage-Linie war zeitweise sehr nah gekommen, die Linie also, von der aus die große Kaufwelle Ende März begann. Dabei kam es zwar mehrfach zu Gegenbewegungen, aber die wurden schnell wieder abverkauft. Aber Ende Juli kamen die Verkäufer eine Zeitlang nicht zurück – da kam Hoffnung auf. Hoffnung, die momentan schon wieder schwinden dürfte, denn:

Es gelang zwar, die kurzfristige Abwärtstrendlinie sowie die den Abstieg führenden 10-Tage- und 20-Tage-Linien unter sich zu lassen, aber das passierte nicht durch dynamische Kursgewinne, sondern lag nur daran, dass diese Linien noch fielen, während die Infineon-Aktie seitwärts lief. Dabei wurde sie um 65 Euro immer wieder ausgebremst. Ein Kurslevel, der zwar zu diesem Zeitpunkt keinen charttechnischen Widerstand darstellte. Aber jetzt, da aus dem Seitwärts-Geschiebe durch das kräftige Minus des Dienstags (-7,63 Prozent) ein neuer Abwärtsschub wurde, ist dort einer.

Aber das kann doch, werden sich viele sagen, nicht auf Dauer so weitergehen, womöglich bis an den Ausgangspunkt der Kaufwelle bei knapp 40 Euro. Was ist denn mit dem Wachstum der Halbleiter-Branche und den bullischen Perspektiven für die kommenden Jahre … die sind doch weiter als Argument vorhanden?

Die aktuellen Kurse, Charts, Dividenden und Kennzahlen zur Infineon Aktie finden Sie hier.

Expertenmeinung: Das ist richtig. Wobei man hinzufügen sollte: Diese Perspektiven bleiben als Argument so lange tauglich, solange sich die Rahmenbedingungen nicht unerwartet zum Negativen verändern, was man besser nie ausschließen sollte. Aber ansonsten hätte man nach einem derart markanten Abstieg durchaus guten Grund, sich zu fragen, ob man nicht langsam mal „unten“ wäre.

Schließlich liegt das Kurs-/Gewinn-Verhältnis der Infineon-Aktie auf Basis der Analysten-Gewinnprognosen für das am 30.9. endende Geschäftsjahr 2025/2026 bei 34. Das ist zwar ein bisschen über dem üblichen Niveau, aber weit weniger als am Jahreshoch der Aktie und nicht zu teuer, sollten sich die Wachstumsprognosen der Analysten erfüllen. Und die glauben weiter daran, was sich in einem durchschnittlichen Kursziel von derzeit 85,80 Euro und einem Verhältnis von 19 „Kaufen“- zu nur 5 „Halten“-Einschätzungen bei den Analysten niederschlägt („Verkaufen“ taucht bei keinem der Experten als Empfehlung auf). Also, wo klemmt es?

Es mag ein wenig salopp klingen, aber: Wie immer, wenn es abwärts geht, wollen zu wenige kaufen und zu viele verkaufen. Und das ist, das ist psychologisch gar nicht mal so überraschend, besonders dann schwer zu drehen, wenn viele Marktteilnehmer sich diese Abwärtsdynamik der Aktie nicht erklären können. Da ist dann immer die Sorge da, dass die anderen, die da aussteigen oder Short-Trades eingehen, mehr wissen als man selbst … und wenn man solche Gedanken hegt, pflegt man eher nicht beherzt zuzugreifen.

Daher wäre es keineswegs eine Überraschung, wenn Infineons Abwärtsbewegung erst dann endet, wenn die Leerverkäufer ihre Positionen schließen, indem sie die vorher leer verkauften Aktien zurückkaufen und das wiederum den Aktienkurs höher zieht. Denn selbst, wenn das dann „nur“ sogenannte Eindeckungen sind: Das wäre ein Indiz dafür, dass diejenigen, die für die Aktie bärisch sind, den Eindruck haben, dass es jetzt genug sei. Und das kann reichen, um Zweifel bei potenziellen, aber zögernden Käufern zu beseitigen.

Und eine Zone, in der diese Bären womöglich tatsächlich ihre Ziele erreicht sehen und die Leerverkäufe schließen, könnte durchaus nahe sein, immerhin ist die Aktie jetzt eben nicht mehr allzu teuer bewertet und die Kursziele der Analysten weit über dem aktuellen Kurs.

Bei 54,06 Euro liegt das bisherige Verlaufstief der Abwärtsbewegung. Bei aktuell 52,05 Euro wartet die 200-Tage-Linie. Und bei 48,23 Euro findet sich das markante Hoch aus dem Februar. Drei Unterstützungslinien, die das Bären-Lager womöglich noch testen würde, dort aber auch die ersten dann ihre Short-Gewinne einstreichen könnten. Zumindest, sofern es beim „Vorlagen-Lieferanten“ Nasdaq nicht zu weiteren, drastischen Abwärtsimpulsen bei Halbleiter-Titeln kommen sollte und/oder der Gesamtmarkt deutlicher ins Rutschen gerät.

Infineon Aktie: Chart vom 18.08.2026, Kurs 57,24 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Infineon Aktie: Chart vom 18.08.2026, Kurs 57,24 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS

Diese Einschätzung beinhaltet aber eine ganze Reihe an „wenn“ und „falls“, d. h., ob es eine gute Idee wäre, auf Basis dieser Überlegungen gegen eine eherne Börsenregel zu verstoßen, indem man gegen einen noch intakten Abwärtstrend agiert, ist höchst zweifelhaft. Besser wäre es, sich in die Beobachterrolle zu begeben und abzuwarten, ob die Aktie tatsächlich in diesem Bereich aufgefangen wird … und ob sie danach imstande ist, erste Widerstände zu überwinden, die normalerweise von den Bären verteidigt würden. Erst, wenn da dann nichts passiert und Infineon nach oben durchgeht, wäre sie für einen Long-Trade interessant.

Quellenangaben:
Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 18.08.2026 um 20:42 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

 

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Vorherige Analysen der Infineon Aktie

06.08.2026
08:04 Uhr

Infineon: Das hat die Short-Seller nicht beeindruckt — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 05.08.2026 um 22:37 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Infineon konnte am gestrigen Mittwoch, den 05. August, im Rahmen der Ergebnisse zum 3. Geschäftsjahresquartal mit einem Rekordumsatz aufwarten. Der lag sogar über den Prognosen, der Haken war aber: Andere Kennzahlen taten das nicht. Die Aktie fiel … und das genau an entscheidenden Charthürden.

Der KI-Boom führt zu einem knappen Angebot bei Halbleitern. Dass auch Infineon, obgleich nicht ganz unmittelbar mit dem Thema KI verbunden, davon profitieren würde, nahm man im Vorfeld der Ergebnisse zum 3. Quartal des am 30.9. endenden Geschäftsjahres bereits an. Und ja, mit 4,17 Milliarden Euro setzte das Unternehmen solide 13 Prozent mehr um als im Vorjahreszeitraum, die durchschnittliche Prognose lag mit 4,13 Milliarden einen Tick niedriger. Das war soweit gut.

Was den Akteuren aber missfallen musste, war, dass die aus diesem hohen Bedarf an Halbleitern resultierende Fähigkeit, höhere Preise durchzusetzen, sprich die Gewinnmarge zu steigern, nicht so ausgeprägt war wie erhofft: Mit 19,1 Prozent lag die Marge zwar höher als die 18,0 Prozent im Vorjahr, aber nicht so hoch wie gedacht. Das führte dazu, dass auch der Gewinn pro Aktie mit 0,44 Euro leicht unter dem Analysten-Konsens von 0,45 Euro blieb.

Darüber hinaus avisierte Infineon für das laufende, letzte Geschäftsjahresquartal einen Umsatz um 4,7 Milliarden Euro und für das Gesamtgeschäftsjahr 2025/2026 ein Umsatzplus von etwa elf Prozent.

Infineon Aktie: Chart vom 05.08.2026, Kurs 60,08 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Infineon Aktie: Chart vom 05.08.2026, Kurs 60,08 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS

Expertenmeinung: Gut, aber nicht gut genug für eine Aktie, die gerade in einem intakten Abwärtstrend unterwegs ist, weil überzogene Erwartungen jetzt von der Realität eingeholt werden. Das Resultat am Bilanztag war ein Minus von 5,7 Prozent, das klar machte: Die Short-Seller, sprich die Bären, sind mit Infineon noch nicht fertig.

Die Aktie, die am Vorabend der Ergebnisse genau an der kurzfristigen, von Ende Juni stammenden Abwärtstrendlinie geschlossen hatte, drehte dort sowie an der parallel laufenden 20-Tage-Linie nach unten ab und bestätigte den Abwärtstrend damit. Zumindest vorerst.

Denn da der Kurs noch in der Nähe der den Abwärtsimpuls enger führenden 10-Tage-Linie blieb, wäre die Möglichkeit, in einem zweiten Anlauf doch noch nach oben auszubrechen und mit Schlusskursen klar über 65 Euro charttechnisch wieder Spielraum bis in den Bereich 74/75 Euro zu erlangen, noch nicht vom Tisch.

Wenn das gelingen soll, müsste es aber zeitnah geschehen, denn wenn nicht umgehend Gegenwehr aufkommt, dürften die Bären keinen Grund sehen, darauf zu verzichten, angesichts der für einen Aufwärtsschwenk nicht gut genug ausgefallenen Bilanzzahlen das unterhalb des bisherigen Korrekturtiefs bei 54,06 Euro entstehende charttechnische Abwärtspotenzial in den Bereich 48,23 bis 50,80 Euro auszuloten.

Quellenangaben:
Ergebnis des 3. Geschäftsjahresquartals, 05.08.2026: https://www.infineon.com/row/public/documents/corporate/press/2026/infpr202608-125d.pdf

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

29.07.2026
08:34 Uhr

Infineon: Wie lange geht dieser Selloff noch weiter? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 28.07.2026 um 20:18 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Im April und Mai ging es mit der Infineon-Aktie nahezu senkrecht aufwärts. Doch nachdem es Ende Juni misslang, das Anfang Juni markierte Rekordhoch zu überbieten, geht die Reise in nahezu gleichem Tempo in die Gegenrichtung. Aber das muss doch irgendwann einmal enden?

Wer mich kennt, weiß, dass meine Sicht auf die Börse und speziell auf die Frage, wann und wo eine extreme Trendbewegung enden wird, immer lautet: Das weiß man vorher nie. Man weiß es auch dann nicht, wenn man, wie im Fall von Infineon, im Chart eine massiv wirkende Kreuzunterstützung sieht, auf die der Kurs rasant zusteuert. Eine Zone, die, bestehend aus Februar-Hoch und 200-Tage-Linie, bei 48,23/49,93 Euro wartet und somit nicht mehr weit entfernt ist. Und die zumindest so aussieht, als müsste sie eigentlich halten.

Infineon Aktie: Chart vom 28.07.2026, Kurs 57,77 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Infineon Aktie: Chart vom 28.07.2026, Kurs 57,77 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS

Der Gedanke, dass das Tief dort liegen könnte, könnte einem kommen, wenn man bedenkt, dass dieses Hoch aus dem Februar direkt entstand, bevor der Iran-Krieg losgetreten wurde, und man damals auch ohne den Halbleiter-Hype dachte, dass ein solches Kursniveau angemessen wäre. Jetzt, da der Ölpreis gerade wieder fällt und man sieht, dass nur die Blase der vor allem in den USA eskalierten Halbleiter-Hausse platzt, der Rest des Aktienmarkts aber eigentlich ganz robust daherkommt, wäre das doch ein Kursniveau, auf dem die Verkäufer langsam zu Käufern werden und die Bären ihre Ernte auf der Short-Seite einfahren könnten … oder?

Expertenmeinung: Das könnte so kommen. Aber es muss nicht – aus drei Gründen. Zunächst ist das Motiv, das aktuell dazu führt, dass Anleger Aktien aus dem Halbleitersektor nahezu panisch verkaufen, genauso wenig in konkrete Zahlen zu pressen wie die Argumente der wilden Kaufwelle zuvor. Die dieser Tage umgehende Sorge, dass sich die großen KI-Investoren schon jetzt übernommen haben und die Nachfrage nach Halbleitern deshalb viel schneller nachlassen wird als zuvor gedacht, ist eben nur eine Vermutung. Vielleicht weniger irrational als die Hausse-Argumentation eines mit dem Lineal fortschreibbaren Nachfragebooms, aber dennoch nicht belegt.

Zweitens sind extreme Kursbewegungen, mit denen man hier konfrontiert ist, sehr emotional geprägt. Bei derart starken Gewinnen und Verlusten, die hier in kürzester Zeit auflaufen, werden viele von Gier und Angst geleitet. Und selbst erfahrene, kurzfristig agierende Trader, die normalerweise sehr konsequent und geradlinig handeln, entscheiden dann öfter spontan und aus dem Bauch heraus. Da kann die Charttechnik leicht einmal in den Hintergrund treten, und Chartmarken, die in einem weniger hektischen Umfeld funktionieren würden, können als Wendepunkte versagen.

Und drittens weist der Trend derzeit sehr klar abwärts und wurde gerade erst durch den Abverkauf der Gegenbewegung in der Vorwoche und das Erreichen neuer Korrekturtiefs bestätigt. Diejenigen Trader, die hier auf der Short-Seite aktiv sind, könnten zwar auf Höhe dieser Kreuzunterstützung bei 48,23/49,93 Euro ihre Leerverkäufe eindecken und dadurch einen Aufwärtsschub auslösen. Aber ob es so kommt und, wenn ja, ob ein solcher Richtungswechsel dann vorhält, ist auch von den Rahmenbedingungen abhängig, die zu diesem Zeitpunkt gelten werden. Und da man nicht einmal weiß, ob und wann diese Zone erreicht wird, ist es rein logisch unmöglich, darüber ein Urteil abzugeben. Also?

Also wäre man bei derart extremen Bewegungen gut beraten, es genauso zu machen, als hätte man einen Aufwärtstrend vor sich. In einer Hausse würde man ja eher nicht aussteigen, bevor man nicht durch den Bruch einer entscheidenden Unterstützung vermuten dürfte, dass die Party vorbei ist. Wenn eine Widerstandslinie erreicht wird, steigt man eher nicht aus … sie könnte ja überwunden werden. Warum sollte man, wenn der Trend in die Gegenrichtung weist, anders denken und handeln?

Was konkret hieße, dass man nicht an womöglich fragilen Unterstützungen kauft, sondern erst dann, wenn es genug Hinweise darauf gibt, dass die Bären nicht mehr dagegenhalten können oder wollen, indem Widerstände überboten werden, an denen man normalerweise mit Gegendruck der Leerverkäufer rechnen müsste. Im Fall von Infineon würde es da – momentan – um die Zone von 64,50 bis 69,80 Euro gehen, wo die 10-Tage- und die 20-Tage-Linie, die kurzfristige Abwärtstrendlinie und das Hoch der letzten, abverkauften Gegenbewegung nach oben einen Kreuzwiderstand bilden.

Für Anleger, die unbedingt versuchen wollen, das „Tief abzufischen“, wäre es eine harte Übung in Disziplin, so etwas abzuwarten. Aber da all diese Marken außer dem letzten Zwischenhoch, das im weiteren Verlauf an Relevanz verlieren wird, sukzessive nach unten laufen, kommen dem Geduldigen die entscheidenden Widerstände ja mit der Zeit entgegen.

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

20.07.2026
08:16 Uhr

Infineon: Hat die Aktie nicht langsam genug korrigiert? — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 17.07.2026 um 22:28 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Am Tagestief des Freitags hatte Infineon gut 55 Prozent der Ende März begonnenen Rallye korrigiert. Die jüngste Kursbewegung rückt damit die technische Ausgangslage in den Fokus.

Wenn man in einer dynamisch haussierenden Aktie investiert ist, tut man sich naturgemäß eher schwer damit, zu welchem Zeitpunkt auch immer und egal, wie heiß gelaufen Kurs und markttechnische Indikatoren sein mögen, ein „zu teuer“ zu konstatieren. Man will, dass die Aktie weiter steigt, und zögert alleine deswegen damit, Gewinne zum Teil oder ganz mitzunehmen, weil die Angst, man könnte zu früh ausgestiegen sein, die Wahrnehmung dominiert. Beginnt eine solche Aktie aber abzurutschen, sieht die Sache anders aus.

Ein „Jetzt ist sie billig“ ist da schnell im Kopf … und oft auch schnell in einen Kauf umgesetzt, auch wenn der kurzfristige Abwärtstrend noch voll intakt ist. Das geschieht einfach, weil das vorherige Hoch schon so weit entfernt ist, dass mancher Trader die Distanz vom aktuellen Kurs zum Hoch als potenziellen Gewinn rechnet und sich sagt: Das lohnt sich. Das ist natürlich eine Milchmädchenrechnung.

Zum einen könnte die Aktie zwar wieder an das alte Hoch steigen, muss es aber keineswegs. Immerhin haben solche scharfen Korrekturen, wie sie derzeit die Infineon-Aktie zeigt, normalerweise gute Gründe, die sich nicht einfach in Luft auflösen. Zum anderen laufen Abwärtsbewegungen bei hoch volatilen Aktien mit einem dann auch naturgemäß hohen Anteil an sehr kurzfristig und hoch spekulativ agierenden Tradern genauso emotional und unberechenbar ab wie die Rallyes zuvor. Dass bereits viel des vorherigen Anstiegs korrigiert ist, kann die Aktie auffangen, muss es aber nicht. Wie aber könnte man die Sache sonst angehen?

Ein Blick auf die Analystenmeinungen wäre da in der Regel nicht hilfreich. Denn je höher eine Aktie steigt, desto höher gehen viele Experten mit ihrem Kursziel, auch wenn neue Fakten in Form aktueller Bilanzdaten noch gar nicht vorliegen. Das gilt auch für Infineon: Die Ergebnisse des dritten Geschäftsjahresquartals bzw. zweiten Kalenderquartals stehen hier erst am 5. August an. Zudem aktualisieren Analysten ihre Einschätzungen ja nicht alle paar Tage, sodass man nicht weiß, ob einzelne Experten ihre Meinung zu der Aktie womöglich in Kürze dem gesunkenen Kurs anpassen werden.

Wenn man also realisiert, dass ein „zu billig“ genauso eine subjektive Meinung ohne Anspruch darauf, von der Realität umgesetzt zu werden, ist wie ein „zu teuer“, man aber Ersteres leichter glaubt, ist die Größenordnung der bisherigen Korrektur kein tauglicher Maßstab für die Frage, ob man zugreifen könnte oder nicht. Das gilt auch für die Bewertungen, denn gerade bei Wachstumstiteln schaut man da auf die kommenden Jahre … obwohl man wissen müsste, dass absolut nicht abschätzbar ist, ob z. B. Infineon in Kürze massiv vom KI-Boom erfasst wird und der Gewinn pro Aktie deshalb durch die Decke geht … oder eben nicht. Also?

Also wäre der bessere Weg, sich von der die Wahrnehmung beeinflussenden, immensen Dynamik der Kursbewegungen zu lösen und einfach genau das zu tun, was man bei jeder „normalen“ Aktie auch tun würde: Abwarten, ob eine Aufwärtswende gelingt. Und zwar, indem dafür relevante Widerstandslinien überboten werden, was andeuten würde, dass die Verkäufer erst einmal „durch“ sind und aktiv Short agierende Trader nicht mehr dagegenhalten wollen oder können.

Infineon Aktie: Chart vom 17.07.2026, Kurs 63,66 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Infineon Aktie: Chart vom 17.07.2026, Kurs 63,66 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS

Im Fall der Infineon-Aktie wäre das momentan der Widerstandsbereich 74/75 Euro, zusammengesetzt aus der Nackenlinie des unlängst vollendeten Tops und der 20-Tage-Linie. Das wäre zwar ein gutes Stück über dem derzeitigen Kurs. Aber wenn man sich ansieht, dass die vorherige Kaufwelle keine potenziellen Supportlinien herausgebildet hat, sodass das Abwärtspotenzial aus rein charttechnischer Sicht bis hinunter in die Region 48/49 Euro reichen würde, sollte man sich dringend überlegen, diese Geduld und Disziplin erfordernde Variante in Sachen Einstieg zu präferieren, statt vertrauensselig ins fallende Messer zu greifen.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

03.07.2026
07:56 Uhr

Infineon: Toppbildung kurz vor der Vollendung — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.07.2026 um 22:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Infineon schoss Anfang April nach oben, als gäbe es kein Halten mehr. Aber irgendwann ist jede Rallye vorbei. Jetzt entscheidet sich, ob dieser Augenblick jetzt gekommen ist oder ob sich die Bullen doch noch aus dem Würgegriff einer fast vollendeten Toppbildung befreien können.

Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 50 am Hoch der Hausse war die Aktie des deutschen Halbleiterunternehmens Infineon deutlich teurer bewertet, als man das einer Chip-Aktie normalerweise zubilligen würde. Aber in einer Kaufwelle finden die Bullen immer ein „Ja, aber“. In diesem Fall wurde damit argumentiert, dass die Aktie aktuell zwar teuer sei, sich das aber relativieren würde, wenn die für die Zukunft vorhergesagten, massiven Steigerungen beim Gewinn pro Aktie eintreten werden. Wobei indes auffiel, dass die Erwartungen mit der Aktie mitstiegen, ohne dass Infineon neue Zahlen vorgelegt hätte.

Auch die Kursziele der Analysten liefen teilweise einfach mit der Hausse mit. Die einzigen neuen Nachrichten kamen von anderen Chipherstellern oder vom Kurs selbst, der zeitweise das alte, im Jahr 2000 erzielte Rekordhoch von 83,45 Euro überboten hatte. Doch jetzt notiert er darunter. Und immer dann, wenn eine Rallye, die auf großen Erwartungen fußt, mit problematischen Fakten im Chartbild konfrontiert wird, wird es eng … auch hier.

Expertenmeinung: Die Sache wurde in dem Augenblick problematisch, als der Versuch gestartet wurde, den Anfang Juni etablierten Rücksetzer durch einen Befreiungsschlag nach oben zu beenden, die Aktie dann aber Anfang vergangener Woche am bisherigen Verlaufsrekord hängenblieb und erneut abdrehte. Dadurch entstand ein charttechnischer Deckel. Und da das durchschnittliche Analysten-Kursziel bei gut 81 Euro trotz vieler mit dem Aufwärtsimpuls nachgezogener Kursziele da bereits überboten war, kam ein psychologischer „Deckel“ hinzu. Denn vielen bullischen Tradern war ja durchaus bewusst, dass das Eis auf diesem hohen Kursniveau dünn ist.

Das führte dazu, dass der Kurs erneut nachgab und jetzt in die für die Vollendung eines Doppeltopps kritische Zone gerutscht ist. Die Nackenlinien-Zone des Doppeltopps befindet sich bei 74,02 zu 75,33 Euro. Die hat zwar am Donnerstag erst einmal gehalten. Aber dass die Infineon-Aktie nach schwachem Start zeitweise das Minus des Tages wieder ausgeglichen hatte, dann aber an der 20-Tage-Linie abgewiesen wurde und zurückfiel, ist ein Tagesverlauf, der erste, gezielt bärische Aktivitäten andeutet.

Um die zu vertreiben, müsste die Aktie umgehend und so dynamisch anziehen, dass der ganz kurzfristige Abwärtstrend mit Schlusskursen über 83 Euro klar überboten wird und so die Chance auf einen erneuten Anlauf an das jüngste Hoch entsteht. Gelingt das nicht oder rutscht Infineon umgehend und ohne Gegenwehr durch die Zone 74,02 zu 75,33 Euro, wäre das ein klares bärisches Signal, bei dem man sich hüten sollte, dagegenzuhalten und in fallende Kurse einzusteigen oder zuzukaufen. Denn Sie sehen es im Chart:

Infineon Aktie: Chart vom 02.07.2026, Kurs 76,35 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Infineon Aktie: Chart vom 02.07.2026, Kurs 76,35 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS

Die wilde Hausse im Vorfeld hat keinerlei Wendemarken als potenzielle Unterstützungen herausgebildet, weil die Aktie wie ein Strich immer höher lief. Die nächste charttechnische Unterstützungszone von Belang würde erst im Bereich 47 bis 51 Euro warten … und solche charttechnischen Konstellationen sind für die Short-Seller sehr lukrativ. Daher wäre es vermutlich keine gute Idee, im Fall eines solchen bärischen Signals „mutig“ zu sein und ins fallende Messer zu greifen.

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

25.06.2026
08:20 Uhr

Infineon: Das ist eine „Jetzt oder nie“-Situation für das Bullen-Lager — Ronald Gehrt

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 25.06.2026 um 7:43 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Nachdem der Versuch, das bisherige, am 2. Juni markierte Rekordhoch zu überwinden, Anfang dieser Woche schiefging, droht bei der Infineon-Aktie jetzt ein Doppeltopp. Doch aus den USA kam am späten Abend Rückenwind … den müssen die Trader jetzt aber auch nutzen.

Die Hausse, die die Aktie des deutschen Chipherstellers Infineon seit Anfang dieses Quartals aufs Parkett legte, war atemberaubend. Es ging wie an der Schnur gezogen immer höher, sogar das uralte Rekordhoch aus der Internet-Blasen-Zeit im Jahr 2000 wurde überboten. Doch solche Super-Rallyes haben auch ihre Haken:

Es bilden sich keine Wendemarken als potenzielle Unterstützungen heraus, die sonst als Trendlinien-Ersatz fungierenden gleitenden Durchschnitte kommen nicht hinterher. Damit wird der potenzielle Abgrund, in den die Bullen stürzen können, immer tiefer, je extremer die Hausse wird. Und extrem wurde sie hier ohne Zweifel.

Zwar wurde die Aktie seitens Analysten und Anlegern einfach in den KI-/Halbleiter-Hype „eingeklinkt“, so dass man hier mit großen Potenzialen herumhantiert, die sich realisieren könnten (aber nie müssen). Aber die Aktie hat trotzdem das derzeitige, durchschnittliche Analysten-Kursziel von momentan 77,67 Euro überboten und ist mit dem Mittwochs-Schlusskurs von oben dorthin zurückgesetzt. Und die Bewertung liegt mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von derzeit 46 für das laufende Jahr klar über der Spanne zwischen 20 und 30, die Chiphersteller üblicherweise zeigen würden.

Expertenmeinung: Da ist also viel Spekulation im Spiel. Und der Mehrheit der Trader dürfte das klar sein. Das macht empfänglicher für Irritationen, wie sie sich jetzt zum zweiten Mal durch kräftige „Beben“ im Bereich dieser Chipaktien gezeigt haben. Und mit dem Zwischentief vom 8. Juni bei 74,02 Euro hat das Chartbild jetzt zum Abgrund auch noch die passende Klippe geliefert, unterhalb der sich das charttechnische Abwärtspotenzial auftun würde. Doch nervöse Bullen in einem heißgelaufenen Markt, die eine Linie verteidigen müssen, um zu verhindern, dass zügig Luft aus einer Blase entwicht, in der sie sitzen, das kann leicht schiefgehen.

Infineon Aktie: Chart vom 24.06.2026, Kurs 78,70 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Infineon Aktie: Chart vom 24.06.2026, Kurs 78,70 Euro, Kürzel: IFX | Quelle: TWS

Es sei denn, es finden sich rechtzeitig neue Argumente, die stark genug daherkommen, um das Ruder herumzureißen. Und um idealerweise sogar aus der Defensive direkt in die Offensive übergehen zu können und mit einem Ausbruch über die am Montag erst einmal gerissene Hürde des vorherigen Rekordhochs alle Probleme vom Tisch zu wischen. Genau diese Argumente könnte Micron Technology geliefert haben.

Dieser US-Chiphersteller hat ein ungewöhnliches Geschäftsjahr: Es endet jeweils am 31. August. Das dritte Quartal endete somit am 31. Mai – die Ergebnisse eben dieses Quartals kamen gestern nach US-Handelsende mitten in diese nervöse Stimmung im Halbleiter-Bereich hinein. Und sie fielen stark aus. Umsatz und Gewinn lagen solide über den Analysten-Prognosen. Und auch der Ausblick auf das laufende, am 31.8. endende vierte Quartal übertraf die Prognosen erheblich.

Das kann reichen, um die Nervosität aus diesem so heiß gelaufenen Bereich wieder herauszubekommen und vielen Tradern den Eindruck zu vermitteln, dass das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht ist. Und das kann reichen, um die Infineon-Aktie quasi in Microns Kielwasser nicht nur von der Nackenlinie des Doppeltopps wegzubekommen, sondern in einem Rutsch nach oben hinaus zu tragen.

Das darf indes nicht schiefgehen. Noch ist offen, wie die Analystenkonferenz bei Micron laufen und interpretiert wird, was vom nachbörslich immensen Plus dieser Aktie im heutigen, regulären Handel übrigbleibt. Damit gilt für die Infineon-Bullen: „Jetzt oder nie“. Die Nackenlinie des Doppeltopps bei 74,02 Euro sicherheitshalber weiter im Auge zu behalten, kann daher wirklich nicht schaden!

Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/

Über den Autor

Nach dem Abitur 1984 studierte der gebürtige Hamburger an der Universität der Bundeswehr Betriebswirtschaftslehre. Im Anschluss an seine Dienstzeit als Offizier begann seine Zeit als Analyst und Finanzjournalist. Seit 1996 war und ist er als Redakteur, Referent und Kolumnist in zahlreichen Funktionen aktiv. Seit 2016 ist er unter anderem Analyst bei LYNX. Gehrt ist ein Allrounder, der in der fundamentalen, d. h. volks- und betriebswirtschaftlichen Analyse ebenso sattelfest agiert wie in den verschiedenen Disziplinen der Technischen Analyse wie Chart- und Markttechnik und Sentimentanalyse.

Analysemethode

Die Analysen von Ronald Gehrt basieren auf einer Kombination fundamentaler Fakten und Daten mit der aktuellen chart- und markttechnischen Situation des/der hier vorgestellten Index/Rohstoffs/Währungspaars/Aktie. Bilanz- und Konjunkturdaten sowie wirtschafts- und finanzpolitische Fakten, Nachrichten und/oder Statements werden als Grundlage zur Beurteilung der charttechnischen und markttechnischen Perspektive des untersuchten Werts analysiert.

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