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Infineon schoss Anfang April nach oben, als gäbe es kein Halten mehr. Aber irgendwann ist jede Rallye vorbei. Jetzt entscheidet sich, ob dieser Augenblick jetzt gekommen ist oder ob sich die Bullen doch noch aus dem Würgegriff einer fast vollendeten Toppbildung befreien können.
Mit einem Kurs-/Gewinn-Verhältnis von 50 am Hoch der Hausse war die Aktie des deutschen Halbleiterunternehmens Infineon deutlich teurer bewertet, als man das einer Chip-Aktie normalerweise zubilligen würde. Aber in einer Kaufwelle finden die Bullen immer ein „Ja, aber“. In diesem Fall wurde damit argumentiert, dass die Aktie aktuell zwar teuer sei, sich das aber relativieren würde, wenn die für die Zukunft vorhergesagten, massiven Steigerungen beim Gewinn pro Aktie eintreten werden. Wobei indes auffiel, dass die Erwartungen mit der Aktie mitstiegen, ohne dass Infineon neue Zahlen vorgelegt hätte.
Auch die Kursziele der Analysten liefen teilweise einfach mit der Hausse mit. Die einzigen neuen Nachrichten kamen von anderen Chipherstellern oder vom Kurs selbst, der zeitweise das alte, im Jahr 2000 erzielte Rekordhoch von 83,45 Euro überboten hatte. Doch jetzt notiert er darunter. Und immer dann, wenn eine Rallye, die auf großen Erwartungen fußt, mit problematischen Fakten im Chartbild konfrontiert wird, wird es eng … auch hier.
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Expertenmeinung: Die Sache wurde in dem Augenblick problematisch, als der Versuch gestartet wurde, den Anfang Juni etablierten Rücksetzer durch einen Befreiungsschlag nach oben zu beenden, die Aktie dann aber Anfang vergangener Woche am bisherigen Verlaufsrekord hängenblieb und erneut abdrehte. Dadurch entstand ein charttechnischer Deckel. Und da das durchschnittliche Analysten-Kursziel bei gut 81 Euro trotz vieler mit dem Aufwärtsimpuls nachgezogener Kursziele da bereits überboten war, kam ein psychologischer „Deckel“ hinzu. Denn vielen bullischen Tradern war ja durchaus bewusst, dass das Eis auf diesem hohen Kursniveau dünn ist.
Das führte dazu, dass der Kurs erneut nachgab und jetzt in die für die Vollendung eines Doppeltopps kritische Zone gerutscht ist. Die Nackenlinien-Zone des Doppeltopps befindet sich bei 74,02 zu 75,33 Euro. Die hat zwar am Donnerstag erst einmal gehalten. Aber dass die Infineon-Aktie nach schwachem Start zeitweise das Minus des Tages wieder ausgeglichen hatte, dann aber an der 20-Tage-Linie abgewiesen wurde und zurückfiel, ist ein Tagesverlauf, der erste, gezielt bärische Aktivitäten andeutet.
Um die zu vertreiben, müsste die Aktie umgehend und so dynamisch anziehen, dass der ganz kurzfristige Abwärtstrend mit Schlusskursen über 83 Euro klar überboten wird und so die Chance auf einen erneuten Anlauf an das jüngste Hoch entsteht. Gelingt das nicht oder rutscht Infineon umgehend und ohne Gegenwehr durch die Zone 74,02 zu 75,33 Euro, wäre das ein klares bärisches Signal, bei dem man sich hüten sollte, dagegenzuhalten und in fallende Kurse einzusteigen oder zuzukaufen. Denn Sie sehen es im Chart:

Die wilde Hausse im Vorfeld hat keinerlei Wendemarken als potenzielle Unterstützungen herausgebildet, weil die Aktie wie ein Strich immer höher lief. Die nächste charttechnische Unterstützungszone von Belang würde erst im Bereich 47 bis 51 Euro warten … und solche charttechnischen Konstellationen sind für die Short-Seller sehr lukrativ. Daher wäre es vermutlich keine gute Idee, im Fall eines solchen bärischen Signals „mutig“ zu sein und ins fallende Messer zu greifen.
Quellenangaben: Analysten-Einschätzungen: https://finance.yahoo.com/quote/IFX.DE/analyst-insights/
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 02.07.2026 um 22:40 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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