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Hypoport Aktie Prognose Hypoport vor dem großen Comeback?

News: Aktuelle Analyse der Hypoport Aktie

In diesem Artikel
Hypoport
ISIN: DE0005493365
|
Ticker: HYQ --- %
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Börse: --

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Gültigkeit der Analyse
1 Woche
Erwartung: Neutral
Zur Hypoport Aktie

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

Viele Investoren haben Hypoport nach den schwierigen Jahren abgeschrieben. Doch ein Blick auf die aktuelle Geschäftsentwicklung zeigt ein anderes Bild.

Wie die Zinswende das Geschäftsmodell erschütterte

Nach einem jahrelangen Höhenflug wurde Hypoport an der Börse mit Bewertungen gehandelt, die kaum noch etwas mit der wirtschaftlichen Realität zu tun hatten. Als die Aktie schließlich unter Druck geriet, lag das jedoch nicht nur an der zuvor überzogenen Bewertung. Entscheidend war die Zinswende der Europäischen Zentralbank, die den deutschen Immobilienmarkt innerhalb kurzer Zeit grundlegend veränderte.

Mit dem starken Anstieg der Bauzinsen brachen viele Finanzierungen weg, weil sich Käufer die gestiegenen monatlichen Belastungen nicht mehr leisten konnten. Gleichzeitig waren viele Verkäufer nicht bereit oder in der Lage, ihre Preisvorstellungen ausreichend zu senken.

Die Folge war ein Einbruch am Immobilienmarkt mit erheblich weniger Transaktionen.

Das hat Hypoport hart getroffen. Das Unternehmen erzielt einen Großteil seiner Erlöse über die Finanzierungsplattform Europace, deren Geschäft direkt vom Volumen der Immobilienfinanzierungen abhängt. Zwar verfügt der Konzern mit Dr. Klein, Smart InsurTech und weiteren Plattformen über zusätzliche Geschäftsfelder, doch der Einbruch am Immobilienmarkt belastete das Kerngeschäft massiv.

So wurde die Basis für den Aufschwung gelegt

Das Management reagierte auf die Krise mit einer klaren Strategie. Statt die Probleme schönzureden, wurden Kosten reduziert und trotzdem nicht auf wichtige Investitionen verzichtet.
Die Strategie ist aus meiner Sicht aufgegangen. Die Marktanteile konnten verteidigt werden und gleichzeitig wurde die Grundlage gelegt, überproportional von einer Erholung am Immobilienmarkt zu profitieren.

Dass die Maßnahmen Wirkung erzielt haben, hat das letzte Geschäftsjahr eindrucksvoll gezeigt, auch wenn es sich noch nicht in steigenden Kursen niedergeschlagen hat.

Im Geschäftsjahr 2025 ist der Umsatz zwar nur um 7 % auf 602,6 Mio. Euro gestiegen.
Der Rohertrag ist um 10 % und das EBIT um 85 % auf 33,0 Mio. Euro geklettert.

Das zahlt sich jetzt aus

Das Konzernergebnis hat sich von 13,1 auf 26,0 Mio. Euro nahezu verdoppelt. Der Gewinn hat sich von 1,85 auf 3,87 Euro je Aktie mehr als verdoppelt.

Hypoport kommt demnach auf ein KGV von 20,5. Damit liegt die Bewertung auf dem niedrigsten Niveau seit mehr als 10 Jahren.

Im laufenden Geschäftsjahr hat sich die Erholung fortgesetzt. Im ersten Quartal konnte der Umsatz um 6 % auf 169,3 Mio. Euro gesteigert werden. Zum Wachstum haben alle Sparten beigetragen.

Der Rohertrag verbesserte sich um 8 % auf 71,0 Mio. Euro. Das EBIT kletterte um 40 % auf 12,1 Mio. Euro und der Gewinn sogar um 44 % auf 1,18 Euro je Aktie. An der Börse wird das bisher vollkommen ignoriert.

Die Erholung nimmt Fahrt auf

Den Konsensschätzungen zufolge dürfte das Ergebnis in diesem Jahr um 23 % auf 4,48 Euro je Aktie steigen. Es wäre das zweitbeste Jahr der Unternehmensgeschichte – sollte der Gewinn in den kommenden Quartalen ebenso stark steigen wie in Q1, entspräche das einem neuen Rekordgewinn.

Auf der Basis der Konsensschätzungen kommt Hypoport auf ein KGVe von 17,9. Das ist bei den vorliegenden Wachstumsraten zu rechtfertigen. Das gilt umso mehr, da das Unternehmen gerade dabei sein könnte, eine Talsohle zu durchschreiten.

Nach solchen Phasen ist in vielen Fällen mit überdurchschnittlichen Gewinnsprüngen zu rechnen. Davon scheinen die Prognostiker ebenfalls auszugehen. Derzeit wird erwartet, dass Hypoport den Gewinn im kommenden Jahr um mehr als 30 % auf etwa 6 Euro je Aktie steigern wird.

Hypoport Aktie: Chart vom 16.06.2026, Kurs: 79,50 EUR – Kürzel: HYQ | Quelle: TWS | Online Broker LYNX
Hypoport Aktie: Chart vom 16.06.2026, Kurs: 79,50 EUR – Kürzel: HYQ | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein Anstieg über 90 Euro, könnte das eine Erholung in Richtung 93 oder 100 – 103 Euro einleiten.
Darüber käme es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit möglichen Kurszielen bei 125 – 137 Euro.

Fällt die Aktie hingegen unter 72 Euro, könnte die Bodenbildung gescheitert sein.

Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 16.06.2026 um 10:06 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.


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Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

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Vorherige Analysen der Hypoport Aktie

13.04.2026
17:05 Uhr

Hypoport: Zinswende, Immobilienkrise, Kurssturz — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 13.04.2026 um 16:49 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Auf den ersten Blick wirkt der Kursverfall von Hypoport wie das Platzen einer Bewertungsblase. Doch die wahren Ursachen scheinen deutlich tiefer zu liegen.

Bewertungsniveau jenseits der Realität

Die Kursentwicklung von Hypoport ist wirklich erstaunlich. Ich möchte überhaupt nicht darauf eingehen, dass die Aktie zeitweise für ein KGV von mehr als 100 gehandelt wurde, was für sich genommen bereits absurd ist.
Ich möchte mich viel eher darauf konzentrieren, was nach dem Höhenflug geschehen ist.

Es ist vollkommen verständlich, dass die Aktie unter Druck gekommen ist, schließlich war die Bewertung zuvor viel zu hoch, selbst wenn sich die Rahmenbedingungen nicht geändert hätten.
Wie jedoch die meisten von uns wissen sollten, haben sich die Rahmenbedingungen grundlegend verändert.

Wer verstehen will, was mit Hypoport passiert ist, muss zunächst verstehen, was mit dem deutschen Immobilienmarkt passiert ist. Und das könnte sich in einem Satz zusammenfassen lassen: Die EZB hat die Spielregeln geändert, und kaum jemand war vorbereitet.

Jahrelang waren Baufinanzierungen günstig. Zinsen unter einem Prozent, steigende Immobilienpreise, und Käufer, die sich die eigenen vier Wände gerade noch leisten konnten. Die monatliche Rate passte, solange das Geld fast nichts kostete.

Ein eingefrorener Markt

Dann kam 2022. Die Inflation stieg rasant, die EZB reagierte mit einer Zinswende, die in ihrer Geschwindigkeit historisch war, und plötzlich kostete eine Baufinanzierung nicht mehr ein, sondern vier Prozent. Wer vorher für eine Immobilie im Wert von 400.000 Euro eine monatliche Rate von 900 Euro einkalkuliert hatte, musste nun mit dem Doppelten rechnen.

Das Ergebnis: Was vorher gerade noch finanzierbar war, wurde plötzlich unmöglich zu finanzieren.

Auf der anderen Seite steht eine Verkäuferseite, die ebenso unbeweglich ist. Wer seine Immobilie 2019 oder 2020 mit einem Niedrigzinsdarlehen finanziert hatte, sitzt heute auf einer hohen Restschuld und kann mit dem Preis nicht sonderlich weit runter.
Das wäre aber notwendig, um ausreichend Käufer anzulocken.

Käufer können nicht kaufen, Verkäufer können nicht verkaufen und dementsprechend ist die Zahl der Immobilien-Transaktionen deutlich gesunken – und damit auch der Bedarf an Finanzierungen.

Europace als Herzstück – und Problem zugleich

Hypoport traf das mit voller Wucht. Das Berliner Unternehmen betreibt mit Europace die größte deutsche B2B-Plattform für Immobilienfinanzierungen, über die Banken, Sparkassen, Versicherungen und tausende unabhängige Finanzierungsberater miteinander vernetzt sind.

Neben dem Kerngeschäft der Kreditplattform betreibt Hypoport noch weitere Segmente. Über Dr. Klein werden Privatkunden direkt bei der Immobilienfinanzierung beraten, also das klassische Vermittlergeschäft im B2C-Bereich. Mit Smart InsurTech betreibt Hypoport eine Technologieplattform für die Versicherungswirtschaft, die Versicherungsbestände digitalisiert und vernetzt.

Im Bereich Financing Platforms bedient Hypoport die soziale Wohnungswirtschaft mit einer ERP-Lösung für Wohnungsunternehmen und Genossenschaften – ein Segment, das mit dem klassischen Immobilienkauf wenig zu tun hat, aber stetig wächst.

Das Geschäft ist größtenteils volumenabhängig: Weniger Transaktionen bedeuten weniger Umsatz. Ab Sommer 2022 kam es zu einem drastischen Rückgang.

Klare Kommunikation statt Schönreden

Ich habe das alles live mitverfolgt und aus meiner Sicht hat der Gründer und CEO genau richtig reagiert. Er verfiel weder in Panik, noch setzte er auf blumige Durchhalteparolen. Die Probleme und schwierigen Rahmenbedingungen wurden klar und deutlich angesprochen und adressiert.

Sein Ansatz war nüchtern: Kosten anpassen, Marktanteile sichern und ausbauen, die Schwäche der Konkurrenz nutzen und die Plattform weiterentwickeln.
Die Kostenbasis wurde um rund 35 Millionen Euro jährlich reduziert, gleichzeitig hielt Hypoport die Investitionen in Innovationsprojekte hoch.
Das bedeutet: Unnütze Kosten senken und gleichzeitig in die Zukunft investieren.  

Diese Strategie halte ich nicht nur für richtig, sie hat sich aus meiner Sicht auch ausgezahlt. Im Geschäftsjahr 2025 ist der Umsatz zwar nur um 7 % auf 602,6 Mio. Euro gestiegen – der deutsche Immobilienmarkt schwächelt nach wie vor.
Aber der Rohertrag ist um 10 % und das EBIT um 85 % auf 33,0 Mio. Euro gestiegen.

Das Konzernergebnis hat sich von 13,1 auf 26,0 Mio. Euro nahezu verdoppelt. Der Gewinn je Aktie hat sich von 1,85 auf 3,87 Euro je Aktie mehr als verdoppelt.

Man sollte meinen, dass sich der Kurs in Anbetracht dieser Leistung gen Norden bewegen würde, doch das Gegenteil scheint der Fall. Es geht stetig bergab.

Hypoport Aktie: Chart vom 13.04.2026, Kurs: 78,35 EUR – Kürzel: HYQ | Online Broker LYNX
Hypoport Aktie: Chart vom 13.04.2026, Kurs: 78,35 EUR – Kürzel: HYQ | Quelle: TWS

Die Aktie notiert aktuell in etwa auf dem Niveau des Crash-Tiefs von 2022, obwohl Hypoport zuletzt nicht viel weniger verdient hat als zu Zeiten, als der Kurs noch bei 500 – 600 Euro lag.
Damals, in den Geschäftsjahren 2020 und 2021, lag das Ergebnis je Aktie bei 4,33 und 4,79 Euro je Aktie.

Das ist nicht mal 30 % mehr als im letzten Geschäftsjahr. Allerdings war der Kurs damals etwa 600 % höher. Eine gewisse Diskrepanz lässt sich nicht von der Hand weisen.

Das große Paradox

Für das Jahr 2026 erwartet Slabke eine weitere Profitabilitätssteigerung bei erneutem Wachstum (Quelle): „Wir erwarten in 2026 für unseren wichtigsten Markt der privaten Immobilienfinanzierung ein leichtes Wachstum, bei steigenden Marktanteilen in den Regionalbanken. Zudem werden wir die Anlaufverluste unserer drei noch nicht profitablen Unternehmen deutlich reduzieren.
Diese Kombination ergänzt um weitere Effizienzsteigerungen in nahezu allen Tochtergesellschaften bildet die Basis für unsere Prognose von mind. 280 Mio. € Rohertrag und – abhängig von der allgemeinen Marktentwicklung – einem EBIT von 40 bis 55 Mio. €.“

Sollte der Ausblick erfüllt werden, entspräche das einem Anstieg des Rohertrags um mindestens 5 % und einem Anstieg des EBIT um 21 – 67 %.

Die Konsensschätzungen sehen je nach Quelle einen Gewinnsprung um 15 % auf 4,46 Euro je Aktie oder sogar einen Anstieg um 28 % auf 5,23 Euro je Aktie vor.
Sollten die Prognosen erfüllt werden, steht Hypoport vor dem besten oder zweitbesten Geschäftsjahr der Unternehmensgeschichte. Eine gewisse Diskrepanz zum Kursgeschehen lässt sich auch an dieser Stelle nicht von der Hand weisen.

Die beiden Schätzungen entsprechen einem KGVe von 15,0 beziehungsweise 17,6.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.

15.10.2025
13:39 Uhr

Hypoport könnte an einem entscheidenden Wendepunkt stehen — Tobias Krieg

Gültigkeit der Analyse: 1 Woche
Erwartung: Neutral
Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.

Hypoport steht kurz vor einem möglichen Befreiungsschlag. Fundamental scheint die Talsohle durchschritten zu sein. Folgt jetzt auch der Kurs?

Ein Blick auf die Gewinner und Verlierer der großen Indizes lohnt sich immer. Mit einem Plus von 5 % steht Hypoport heute an der Spitze des SDAX.

Aus technischer Sicht ist das eine äußerst interessante Entwicklung, denn Hypoport könnte gerade dabei sein, die Hochs der letzten Wochen zu überwinden.

Hypoport Aktie: Chart vom 15.10.2025, Kurs: 149,60 EUR - Kürzel: HYQ | Online Broker LYNX
Hypoport Aktie: Chart vom 15.10.2025, Kurs: 149,60 EUR – Kürzel: HYQ | Quelle: TWS

Gelingt jetzt ein Ausbruch über 149 Euro, kommt es zu einem prozyklischen Kaufsignal mit einem Kursziel bei 155 Euro.
Über 155 Euro käme es zu einem noch bedeutenderen Kaufsignal, das den Weg in Richtung 168 oder 180 Euro freimachen könnte.

Gelingt der Ausbruch über 149 Euro jedoch nicht, haben die Bullen ihre Chance vorerst vertan.

Rückenwind für das Geschäftsmodell

Aus fundamentaler Sicht lassen sich ebenfalls Argumente finden. Sinkende Leitzinsen in der Eurozone wirken wie ein konjunktureller Rückenwind für Hypoport.

Nach den Zinserhöhungen der letzten Jahre, die das Neugeschäft in der Immobilienfinanzierung stark belastet hatten, sorgen die nun eingeleiteten Zinssenkungen der Europäischen Zentralbank für eine spürbare Belebung der Nachfrage.

Niedrigere Finanzierungskosten machen Immobilienkredite wieder attraktiver, sowohl für private Käufer als auch für institutionelle Investoren. Für Hypoport bedeutet das: mehr Transaktionen auf den Plattformen Europace, Finmas und Genopace, steigende Provisionserlöse und eine stärkere Auslastung der digitalen Vertriebsstrukturen.

Parallel dazu ziehen die Bau- und Immobilienpreise in Deutschland wieder an. Nach einer kurzen Korrekturphase im Jahr 2023 hat sich der Markt stabilisiert, vielerorts steigen die Preise bereits deutlich. Diese Entwicklung signalisiert eine Rückkehr des Vertrauens in den Immobiliensektor – ein weiterer Faktor, der Hypoport zugutekommt.

Immobilienmarkt belebt sich

Denn steigende Preise führen nicht nur zu höheren Finanzierungsvolumina, sondern auch zu einer höheren Nachfrage nach Beratungsleistungen, Versicherungen und Bewertungsdiensten, die Hypoport über Tochtergesellschaften wie Dr. Klein oder die Value AG abdeckt.

Insgesamt verbessert sich damit das Umfeld für Hypoport spürbar. Das Unternehmen profitiert von einem zyklischen Aufschwung im Immobilienmarkt und einer geldpolitischen Wende, die den Zugang zu Krediten erleichtert.

Am Zahlenwerk lässt sich dieser Trend bereits seit dem vergangenen Jahr ablesen. Bisher zeigt sich die Börse jedoch verhalten und hat die Verbesserungen womöglich nicht ausreichend eingepreist.

Es hat bereits begonnen

Im ersten Quartal konnte der Umsatz um 19 % auf 159 Mio. Euro gesteigert werden. Das EBIT legte um 88 % auf 8,6 Mio. Euro stark überproportional zu.

Das Wachstum wurde von nahezu allen Geschäftsbereichen getragen. Das Segment Real Estate & Mortgage Platforms hat einen Umsatzsprung um 24 % auf 123 Mio. Euro verzeichnet.
Der Bereich Financing Platforms konnte um 12 % auf 19,3 Mio. Euro zulegen. Einzig das Versicherungsgeschäft schwächelte und verzeichnete einen Rückgang um 4 % auf 16,9 Mio. Euro.

Unter dem Strich hat sich das Konzernergebnis von 0,45 auf 0,82 Euro je Aktie nahezu verdoppelt.

Im zweiten Quartal hat sich die positive Entwicklung fortgesetzt. Der Konzernumsatz konnte um 6 % auf 145,8 Mio. Euro gesteigert werden.
Das EBIT verdoppelte sich von 3,7 auf 7,4 Mio. Euro und dasselbe gilt für das Ergebnis je Aktie, welches sich von 0,36 auf 0,72 Euro verbessert hat.

Ausblick und Bewertung

Das steht in einem scharfen Gegensatz zur Kursentwicklung, denn die Hypoport-Aktie hat seit dem Jahreswechsel 13,46 % an Wert verloren.

Da sich die Erholung am Immobilienmarkt anhält und die Zahl der Käufe und Verkäufe wieder zunimmt, wird erwartet, dass Hypoport den Gewinn in diesem Jahr um 89 % auf 3,50 Euro je Aktie steigern wird.

Hypoport kommt demnach auf ein KGVe von 42,7. Auf den ersten Blick wirkt das nicht wie ein Schnäppchen, Hypoport ist allerdings gerade erst dabei, die Talsohle zu durchschreiten.
Daher dürfte der Gewinn in der näheren Zukunft mit hohem Tempo weiter steigen. Im kommenden Geschäftsjahr wird ein Gewinnsprung um mehr als 50 % auf 5,38 Euro je Aktie erwartet. Dadurch würde das KGV auf 27,7 sinken.

Über den Autor

Tobias Krieg ist Chefanalyst bei LYNX Broker und Gründer von LongTerm-Value.
Er ist seit mehr als fünfzehn Jahren an der Börse aktiv, davon mehr als eine Dekade als leidenschaftlicher Vollzeit-Investor. Geprägt durch Vorbilder wie Charlie Munger, Peter Lynch und Bill Miller ist Value Investing der Grundsatz und Growth at a reasonable Price der Wahlspruch.
Denn auch gute Unternehmen können schlechte Investments sein. Ein attraktiver Einstiegskurs zum richtigen Zeitpunkt ist absolut entscheidend.

Analysemethode

Die Aktienanalysen von Tobias Krieg basieren auf einer Kombination aus Charttechnik und Fundamentalanalyse. Dabei liegt der Fokus auf der Bewertung von Unternehmen anhand ihrer finanziellen Kennzahlen, wie z. B. KGV, Cashflow oder Eigenkapitalrendite, sowie auf der Identifikation von überdurchschnittlichen Wachstumspotenzialen zu einem attraktiven Einstiegskurs.