Die HOCHTIEF-Aktie testete am Freitag eine charttechnische Schlüsselzone und hielt sie. Am Montag zog der Kurs kräftig an und beendete den Tag als beste Aktie im DAX. Man könnte auf den Gedanken kommen, dass die Korrektur gerade endet … aber noch ist die Sache offen.
Man muss dazu zwar um gleich mehrere Ecken denken, aber wer auf eine Aufwärtswende wartet und hofft, ist als Anleger durchaus dazu imstande. Am Montag vor US-Handelsbeginn reichte der große KI-Anbieter Anthropic seinen Antrag für den Börsengang ein. Das führte zu Käufen bei Halbleiter-Aktien an der Nasdaq. Und dieser frische Wind, der aus Übersee zum Thema KI herüberwehte, könnte deswegen auch HOCHTIEF beleben, weil der Konzern einen nennenswerten Teil seines derzeit beeindruckenden Auftragseingangs aus Aufträgen für Rechenzentren bestreitet, die für die Expansion der KI gebraucht werden.
Hegt man solche Gedanken, könnte man in der Tat vermuten, dass die monatelange und weitreichende Korrektur dieser Aktie jetzt ihr Ende gefunden hat. Aber ob das wirklich so sein wird, ist noch völlig offen. Denn auch wenn HOCHTIEF dadurch genau in der Unterstützungszone 341,60 zu 349,60 Euro gedreht hat und damit zugleich die just jetzt in diese Zone hineingelaufene, im April 2025 etablierte Aufwärtstrendlinie verteidigte: Der Abstand zu dieser Zone ist noch deutlich zu gering, um zu behaupten, dass das bullische Lager jetzt schon wieder festen Boden unter den Füßen hätte.
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Expertenmeinung: Zumal der Weg nach oben aus rein charttechnischer Perspektive heraus ja keineswegs frei wäre. Sie sehen im Chart, dass zwischen 400 und 448 Euro gleich vier nennenswerte Charthürden auf die Bullen warten: die beiden im Mai und Juni etablierten Abwärtstrendlinien, die auf das Frühjahr zurückgehende Widerstandslinie um 418/419 Euro sowie die 200-Tage-Linie. Dort alleine mit dem Rückenwind wiederbelebter Kursphantasie durch einen beantragten Börsengang in den USA durchzukommen, könnte knifflig werden.

Vor allem, weil man sich die Frage stellen könnte: Was würde ein Anthropic-Börsengang an der aktuellen Situation um das Thema KI ändern? Anthropic wird ja nicht gerade gegründet, es will nur Geld von den Anlegern haben. Und auch, wenn die Dimension dieses Börsengangs noch offen ist: Er wird große Summen binden, die tendenziell auch aus bestehenden Trades in diesem Themenbereich kommen können, sprich: Wenn Anthropic kommt, könnte das andere KI-Aktien zeitweise unter Druck setzen. Außerdem hat ein solcher Börsengang mit dem Wachstumstempo und der Gewinnperspektive der KI-Anwendungen, dem Halbleitermarkt oder aber denen, die wie HOCHTIEF durch den Bau von Rechenzentren „zuliefern“, nichts zu tun.
Mit diesem Argument eine Supportzone zu verteidigen, mag funktionieren. Damit aber eine echte Aufwärtswende zu schaffen, womöglich eher nicht. Dazu müsste HOCHTIEF überzeugende Quartalszahlen abliefern, müsste einen noch stärkeren Auftragseingang, anziehende Margen und einen starken Ausblick vorlegen. Das werden wir am 5. November erfahren, da stehen diese Bilanzdaten im Terminkalender.
Bevor klar ist, wie es beim Unternehmen selbst läuft, bleibt auch offen, ob dieses Verteidigen eines Schlüssel-Supports der Beginn der Aufwärtstrendwende ist. Daher: Bevor die Aktie nicht mit echten, charttechnischen Fakten aufwarten kann, indem der Kurs die aktuell bei 448 Euro verlaufende Mai-Abwärtstrendlinie bezwingt, sehen wir hier nur ein „könnte“, aber kein „ist“.
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Der Inhalt dieses Artikels wurde erstellt am 26.10.2026 um 21:47 Uhr. Sofern nicht anders angegeben, beabsichtigen wir nicht, diesen Artikel zu aktualisieren. In Zukunft können aber Analysen zum selben Finanzinstrument veröffentlicht werden.
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